WDVS – Welches Putzsystem? Algenbewuchs vermeiden!

Diskutiere WDVS – Welches Putzsystem? Algenbewuchs vermeiden! im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo an die Gemeinde, ich habe mich jetzt in den letzten Wochen intensiv versucht zu belesen zum Thema WDVS. Auch hier im Forum habe ich...

  1. #1 tommyderdritte, 07.02.2023
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    Hallo an die Gemeinde,

    ich habe mich jetzt in den letzten Wochen intensiv versucht zu belesen zum Thema WDVS. Auch hier im Forum habe ich reichlich Zeit verbracht, aber ein konsistentes Bild konnte ich mir jedoch nicht machen.


    Hintergrund:
    Wir haben uns jetzt auch entschlossen unsere doch recht alte Fassade zu ertüchtigen und gleich ein WDVS mit drauf zu bringen. Jetzt habe ich quasi das Thema der Systementscheidung zu fällen, welche mir hinreichend schwer fällt. Unser Haus ist freistehend und hat 36er Ziegelwände. Für das Dämmmaterial habe ich mich quasi schon entschieden (Mineralwolle), jedoch welches Putzsystem darauf kommen soll ist alles andere als klar.

    Die Physik:
    Nun bin ich soweit aufgeschlaut, dass die physikalischen Bedingungen für einen natürlichen Bewuchs auf der Fassade sich durch ein WDVS deutlich verbessern. Primär wird dies durch länger verweilender Feuchtigkeit (Tauwasser, Schlagregen) auf der Fassade ermöglicht. Durch die kältere Außenfassade im Vergleich zur ungedämmten Wand trocknet die Feuchtigkeit nicht so gut ab. D.h. für den Hausbesitzer verschlechtern sich die Bedingungen, da ein verschmutzen der Fassade eher die Regel aus die Ausnahme zu seien scheint. Ich habe mir mal diese Untersuchung "Vorhersage feuchteinduzierter Bewuchsentwicklung auf Außenwandoberflächen" gegönnt (ich darf keine Links hier posten, aber man kann die Arbeit als PDF kostenlos runter laden), wo statistisch mal angerissen wird, dass etwa 70-80% der gedämmten Gebäude einen Algenbewuchs aufweisen. Ich möchte die Zahlen gar nicht so in den Vordergrund stellen, aber wenn man mit offenen Augen durch die Städte läuft, dann kann dies nicht so weit von der Realität entfernt sein.


    Mein bisheriger Standpunkt:
    Gefühlt war ich immer der Meinung, dass ein mineralischer Putz durch seine Diffusionsoffenheit die Variante der Wahl sein sollte, da hier Wasser bzw. Feuchtigkeit schnell rein geht aber auch schnell wieder raus geht (alternativ auch Silikatputz, weil der ja ähnlich sein soll im Verhalten?). Nun sind die Putzdicken von WDVS aber in der Regel sehr Dünn (5-8mm?) womit aus meiner Sicht die Fähigkeit des Putzes Wasser zu speichern und wieder los zu lassen systembedingt eher gering sind. Was sich auch in der oben verlinkten Studie bestätigt, da dort Putzdicken von 0,4 bis 7cm getestet wurden und erst bei höheren Putzdicken jenseits der 2cm positive Effekte zu beobachten sind. Daraufhin habe ich mal etwas gegoogelt und konnte einige Dickschichtputzsysteme ausmachen die mit ca. 15-25mm arbeiten. Mehr wird wohl auch nicht drin sein, weil das vermutlich auch irgendwann nicht mehr hält (wg. Gewicht) am Dämmstoff bzw. der Arbeitsaufwand ebenfalls deutlich ansteigt.
    Ein befreundeter Bauunternehmer hat mir bei einem Bier seine Empfehlung gegeben eher ein Silikatputz- oder Silikonharzputzsystem zu nehmen. Nach seiner Meinung werden die mineralische Putze nicht mehr wirklich verbaut. Ein Argument was auch durchaus einleuchtend war lieferte er gleich mit. Bei Silikatputz oder Silikonharzputz hätte man die Möglichkeit die Fassade gut zu reinigen, was bei mineralischen Putzen eher nicht funktioniert. Die Aussage des Bekannten hat mich nun völlig verunsichert.


    Fragen:
    1. Welches Putzsystem(Silikat, Silikonharz oder Mineralisch) bevorzugt ihr? Ganz besonders würden mich aber die dahinterliegenden Gründe für das bevorzugte Putzsystem interessieren im Vergleich zu den Anderen.
    2. Gibt es hier jemanden der Erfahrung mit Dickschichtputz WDVS hat. Was wäre da noch zu beachten, was vielleicht nicht auf den ersten Blick ins Auge fällt. Weitere Vorteile oder auch Nachteile.
    3. Schäden an WDVS. Wir waren gerade im Urlaub und wohnten in einem Haus was auch gedämmt war & welches auch reichlich Schäden am dünnen Putz hatte. Dies ist natürlich auch ein Punkt der durchaus relevant ist! Solche Schäden scheinen mir Systemimmanent zu sein & nur mit einem Dickschichtputzsystem wirklich zu verhindern sein? Oder gibt es da auch andere Lösungen oder Möglichkeiten?


    Vielleicht könnt Ihr mich noch ein wenig aufschlauen.
    Danke im Voraus schon mal!
     
  2. #2 Fabian Weber, 07.02.2023
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    Mein Favorit wäre ein Dickschichtsystem, ist allerdings auch das teuerste.

    Aber die Physik lässt sich nunmal auch mit irgendwelchen tollen superduper Putzsystemen nicht austricksen.
     
  3. #3 petra345, 07.02.2023
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    Bei einer ausreichend dicken guten Dämmung kühlt die Außenseite der Dämmung nun mal ab. Das ist eben die Wirkung der Dämmung.
    Auf dieser kühlen Wandoberfläche kondensiert die Luftfeuchtigkeit. Das ist die Physik. Die feuchte Oberfläche sammelt Staub, Pilze und ähnliche unerwünschte Stoffe, die alle nicht hellweiß sind.

    Es gibt Fasadenfarben mit Giften. Sie vergiften für etwa 5 Jahre die Algen und sonstigen Bewohner der Wandoberfläche. Dann ist das Gift aufgebraucht, hat das Grundwasser an- und bereichert und die Gewährleistung ist zu Ende.

    Caparol hat das System der Lotusoberfläche, um das Wasser abperlen zu lassen. Ob es besser und wirksm ist, möchte ich nicht beurteilen.

    Man kann mit Sicherheit sagen, von innen sieht man die Ablagerungen und Verfärbungen nicht und es stört die Dämmwirkung nicht.
    .
     
  4. Tilo

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    Hallo Tommy
    Du bist schon auf dem richtigen Weg.
    Du hast dich umfassend eingelesen und verstanden, wie die Physik und die Biologie auf der WDVS Fassade funktioniert. Die 100 % - ige Sicherheit / Schutz vor den Algen und Pilzen bekommst du nicht. Je nach Standort des Hauses erwischt es dich oder vielleicht auch gar nicht. Grobe Putzkörnungen und gerade die aktuell sehr hellen Farbtöne sind von Nachteil. Alles andere hast du und meine Vorredner schon geschrieben. Es hat eben alles seine Vor- und seine Nachteile.
     
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  5. #5 ProfiPfusch, 08.02.2023
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    Hatten selbst eine stark veralgte Dämmung aus den 80ern (Styropor + min. Oberputz + Dispersionsfarbe, Nordseite!), haben die Fassade mit dem Hochdruckreiniger gesäubert (ohne Algizid) und anschließend neu Armiert (mineralisch) + neuen Oberputz (Silikat, 3mm) + Silikatfarbe (ohne Algizid)
    Ist schon 6 Jahre her...nicht die geringsten Anzeichen einer Verfärbung.
    Silikatputze sind übrigens auch so gut wie rein mineralisch (klang in deinen Ausführungen anders). In Kombination mit einer von Natur aus hohen Alkalität bilden Sie ganz ohne Gifte eine ziemlich schlechte Basis für Algenwachstum o.Ä.
    LG aus Essen
     
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  6. #6 Canyon99, 08.02.2023
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    Du solltest bei aller Theorie aber eines nicht vergessen: Du brauchst ein Unternehmen, das die Arbeiten ausführt. Die arbeiten in der Regel aber alle mit einem WDVS, das Sie kennen und für das sie ja im Anschluss auch Garantie übernehmen müssen. Von daher würde ich erstmal das Gespräch mit dem ausführenden Unternehmen / den Anbietern suchen und dir Alternativen bzw. Vor & Nachteile der Systeme aufzeigen lassen.

    Wir haben im Herbst letzten Jahres unser MFH – d.h. den Altbaubereich Bj. 78 – dämmen lassen und sind witterungsbedingt letztes Jahr nicht ganz fertig geworden. Der Oberputz und Egalisationsanstrich haben noch gefehlt. Ich wollte ursprünglich auch Mineralwolle und Silikatoberputz & Silikatfarbe. Habe mich aber nach den Gesprächen umentschieden auf EPS Neo und Microsilikonfarbe.

    Ich hatte in einem anderen Beitrag ja bereits geschrieben, daß ich mich sowohl aus technischen als auch aus Kostengründen für ein WDVS aus 100er EPS Neo mit WLG 032 entschieden habe. Auch einfache praktische Gründe sprechen imho für diesen Baustoff: EPS kann im Gegensatz zur Mineralwolle bei der Montage auch mal naß werden und trocknet dann wieder gut ab. Außerdem kann ich später ohne Bedenken eine Leiter gegenstellen. Die Platten werden im System geklebt & gedübelt. Wobei ich gerade bei den Dübeln darauf achten würde, daß Thermodübel zum Einsatz kommen!


    Bei mir wurde aktuell folgendes ausgeführt:
    Wandfläche mit EPS stumpf bekleben, mit versenkten Thermodübeln und Rondellen verdübeln, mit Armierungskleber und Gewebe vollflächig überspachteln, grundieren und anschließend 2 mm Scheibenputz auftragen und eine SEHR GUTE Micro-Silikonharzfarbe mit Nano-Quarzgitter einmal anlegen.

    Ich persönlich würde mehr Augenmerk auf die Farbe als auf den Oberputz legen. Es gibt einen Hersteller aus dem Odenwald mit Elefanten im Logo , der zwar sehr teuer ist aber dafür auch sehr gute Produkte herstellt. An der Stelle würde ich nicht sparen und falls doch irgendwann Algen kommen, dann wird gereinigt und fertig….
     
  7. Tilo

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    Hallo Canyon 99
    Die Ausführung in EPS ist natürlich Standard und auch günstiger. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile.
    Die Dämmstoffart hat aber beim Thema Algen keinen Einfluss , eher eben die Auswahl Putz und Anstrich. Das wichtigste ist aber, wie immer, die Lage des Hauses.
    Schatten, Luftfeuchtigkeit, Bäume, große Wiesen, See und Fluss

    PS:
    Wie hoch ist dein MFH (Brandschutz, EPS) ?
     
  8. #8 Canyon99, 08.02.2023
    Zuletzt bearbeitet: 08.02.2023
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    Wir haben unser Haus / alle Wohnungen im Verlauf der letzten 2 Jahre kernsaniert und einen großen kubischen Anbau daran gesetzt. Neue Wohnfläche 440, verteilt auf 3 große Wohnungen. Da ist wirklich nur der Rohbau stehen geblieben. Da die Fassade jetzt der letzte Bauabschnitt war, musste ich die Kosten genau im Blick halten.

    Das war unter anderem auch einer der Gründe für die Entscheidung pro Neo EPS. Außerdem habe ich mich unter anderem aus optischen Gründen für eine 10er Dämmdicke auf der 30er Ziegelwand entschieden. Lediglich bei Dämmplattendicken > 10 cm sind hier zum Nachweis der Baustoffklasse B1 nichtbrennbare Steinlamellenplatten im Sturzbereich an Fassadenöffnungen (z.B. Fenster, Türen) streifenförmig in 20 cm Höhe anzuordnen oder alternativ Brandriegel einzusetzen.

    Das Thema Brand von EPS Fassaden wird meiner Meinung nach eh viel zu hoch angesetzt. Wir reden hier von einem 3-FH mit mineralischem Oberputz. Das ist kein Hochhaus!

    Gerade im Mietwohnungsbau stehen wir uns in Deutschland meiner Meinung aktuell selbst im Wege die Kosten im Bereich der Kaltmiete auch bei renoviertem Wohnraum möglichst niedrig zu halten. Wenn ich alles so umsetze, wie die Politik sich das vorstellt, dann lande ich schnell bei > 16-18€ / m² Kaltmiete. Günstiger Wohnraum geht irgendwie anders…..
     
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  9. #9 Tilo, 08.02.2023
    Zuletzt bearbeitet: 08.02.2023
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    Hallo Canyon
    Ich kenne dein Haus und deine WDVS - Ausführung nicht. Ob du alles richtig gemacht hast, kann ich somit nicht einschätzen. Es war nur ein Hinweis von mir und bezog sich da auf eventuell notwendige Brandriegel.
    Es gibt Eigentümer die auch, aus unterschiedlichen Gründen, ihr EFH mit Miwo dämmen. Spätestens die Versicherung, nach einem Brand, schreibt dir dann, ob du alle Vorschriften eingehalten hast und die volle Prämie bekommst. Optik, Kosten und Kaltmiete spielen dann keine Rolle.
     
  10. #10 Canyon99, 08.02.2023
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    Soso: Kosten, Optik und die dann zu Refinanzierung erforderliche Kaltmiete spielen keine Rolle. Da kann ich nur sagen, wir leben anscheinend in verschiedenen Welten....
     
  11. #11 tommyderdritte, 09.02.2023
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    Hallo Fabian,

    aus welchen Gründen ist das Dickschichtsystem Dein Favorit?
    Hast Du da auch Erfahrungen mit oder eher aus Spezifikationssicht?

    Grüße Tommy
     
  12. #12 tommyderdritte, 09.02.2023
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    Hallo Tilo,

    das mit der Putzkörnung verstehe ich ja, aber das mit den helleren Farben nicht so richtig.
    Meintest Du weil helle Farben genutzt werden, sieht man auch schneller die Probleme und bei dunkleren nicht oder meintest Du noch einen anderen technischen Effekt an den ich jetzt nicht denke bei dunklen Farben.

    Grüße Tommy
     
  13. #13 tommyderdritte, 09.02.2023
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    Hallo ProfiPfusch,

    nein, ich wollte nicht ausdrücken, dass ich gegen Silikatputz bin, da er ja eh ähnlich dem mineralischen Putz ist. Das ist dann wohl nicht perfekt rüber gekommen. Danke (!!!) für Deinen Bericht. Diese sind in meinen Augen Gold wert, weil es eben die Realität wiederspiegeln egal was das Datenblatt sagt.

    Grüße Tommy
     
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  14. #14 tommyderdritte, 09.02.2023
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    Hallo Canyion99,

    danke für Deinen ausführlichen Bericht.
    Haben Dich noch andere technische Punkte von dem System überzeugt oder waren die Montage, das Nass werden & die Leiter die Hauptthemen?
    Das mit der Leiter ist schon mal ein Argument ;-).

    Grüße Tommy
     
  15. #15 Jo Bauherr, 09.02.2023
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    Zur Diskussion:
    Nach meiner Erfahrung liegt das Geheimnis ursächlich in der Putzdicke.

    Also - quasi als Fazit: "je dicker der Armierungsmörtel = um so weniger Algen ..."

    Das ist allerdings nur mein gefühlte Erfahrung!


    .
     
  16. #16 Canyon99, 10.02.2023
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    Ich verstehe ehrlich gesagt, die Diskussion um die Dicke des Putzes AUF dem WDVS nicht. Fakt ist doch, daß der ausführende Betrieb sich immer im System bewegen sollte: Das bedeutet, er verbaut ein Komplettsystem, das eine entsprechende Zulassung und Abnahmen durchlaufen hat.

    Wenn also im System quasi vorgegeben ist, daß auf der Dämmplatte eine entsprechende Mörteldicke des Klebe- und Armierungsmörtels aufgetragen wird, dann hat sich die Diskussion um Schichtdicken – d.h. je dicker desto besser – doch sowieso erledigt. Bei dem bei uns aufgeführten System kommt als Armierungsmörtel auf der Dämmplatte ein hoch elastischer, faserverstärkter Mörtel zum Einsatz. Maximale Schichtdicke hier 7 mm !!! Dort wird das Armierungsgewebe vollflächig eingelegt und dann glatt gespachtelt. Anschließenden die 2mm Oberputz und anschließend die Egalisationsfarbe.

    Also aus meiner Sicht wird kein Unternehmen das Risiko eingehen, auf Wunsch des Bauherrn hier 2-3cm Unterputz auf den Dämmplatten auszuführen. DAs kann ich auf einem mineralischen Untergrund, sprich Stein machen, aber nicht auf Dämmplatten !

    Deshalb ist die Diskussion hier für mich unrealistisch….
     
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  17. #17 Canyon99, 10.02.2023
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    Du ziehst aus meiner Sicht das Pferd von der falschen Seite auf … Ich würde mich natürlich theoretisch mit den Vor- und Nachteilen der Systeme beschäftigen. Aber viel wichtiger ist es doch, einen ausführenden Betrieb zu finden, der den Auftrag

    - zum gewünschten Zeitpunkt

    - in guter Qualität

    - idealerweise innerhalb des vorhandenen Budgets :-)

    - mit nachweislicher Erfahrung & guten Referenzen

    ausführt.

    Was nützt dir das also, wenn du nach langer Recherche dich z.B. für Mineralwolle oder Holzdämmplatten entscheidest, aber keinen Betrieb findest, der das ausführen kann ? Ich habe hier im Rhein Maingebiet umgebaut. d.h. Handwerker sind teuer & gut ausgelastet. Außerdem war die kommerzielle Varianz der Angebote erheblich. Also kommst du aus meiner Sicht nicht darum herum erstmal ein vernünftiges LV zu erstellen und dazu Angebote einzuholen. Das bringt dich weiter als das Theoretisieren hier…..
     
  18. #18 Fabian Weber, 10.02.2023
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    @Canyon99 es gibt ja zugelassene WDVS mit Dickputz, darum sollte man da schon drüber nachdenken.
     
  19. #19 tommyderdritte, 11.02.2023
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    Nun ja, es ist wie Fabian schon schrieb. Es gibt halt auch diese Dickschichtkomplettsysteme.
    Aber das ist für mich gar nicht so der Punkt. Meine Erfahrungen sagen mir, dass man eingen guten Betrieb finden muss, aber um auf Augenhöhe mit Ihnen zu kommunizieren muss man sich mit dem Thema beschäftigen um die richtigen Fragen zu stellen. Die Firma hat ja ganz andere Ziele als ich. Für die Firma liegt der Focus auf so wenig wie möglich Arbeit und so viel wie möglich Münzen dafür zu bekommen & der Firma ist quasi nach der Gewährleistung auch alles Egal, was aus marktwirtschaftlicher Sicht ja auch ok ist.
    Ganz im Gegenteil zu mir. Ich habe einen begrenzten Topf voll Geld mit dem ich die beste Entscheidung für mich treffen möchte. Eine Fassade möchte ich nicht mehrmals machen! D.h. ich und meine Frau wären sicher sehr frustriert nach 3 oder auch 5 Jahren frisch bewachsene Außenwände zu haben wo dann einer kommt und sagt, hättest Du dich mal damit beschäftigt. Und da ja ein Bewuchs auf der Fassade in der Regel keinen tech. Mangel darstellt ist und bleibt dieses Thema am Ende nur bei mir hängen, darum habe ich den Thread eröffnet.
    Das mit den Handwerkern ist hier im Osten & auf dem Land zum Glück nicht ganz so schlimm. Es werden zwar auch weniger, aber so schwierig wie in den Ballungszentren ist es noch nicht.
     
  20. #20 Tilo, 11.02.2023
    Zuletzt bearbeitet: 12.02.2023
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    Hallo Tommy
    Du musst ja eine furchtbare Angst vor den Algen und Pilzen oder schon schlechte Erfahrungen gesammelt haben. Wo wird denn dein Haus stehen, bzw. wie sehen denn die Häuser um deinem Grundstück herum überhaupt aus ? Vielleicht ist es ja auch alles gar nicht so schlimm ? Die Handwerker werden auf jeden Fall in den ihnen bekannten Systemen bleiben, denn das hat ja alles auch was mit Zulassungen und Gewährleistung zu tun. Systemanbieter wie Sto, Alsecco, Brillux , Caparol oder Weber sind ja da so die gängigen Hersteller. Da brauchst du dir nur mal ein passendes System raus suchen oder dich beraten lassen und dann geht es los ..... Die 100 % - ige Sicherheit bekommst du von keinem und die eierlegende Wollmilchsau (viel für wenig Geld) auch nicht. Gern kannst du ja auch ganz vom WDVS weggehen und deinen notwendigen Wärmeschutz mit einen anderen Wand- oder Fassadenaufbau wählen.
     
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