Weiße Wanne / Abschweißung unter Estrich fehlt - was tun?

Diskutiere Weiße Wanne / Abschweißung unter Estrich fehlt - was tun? im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Wir haben ein EFH im Bau mit Keller und weißer Wanne. Das Grundwasser steht dauerhaft zwischen 0.5 und 1.5m höher als die Kellersohle. Drainage...

  1. #1 aktivpassiv, 11.12.2022
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    Wir haben ein EFH im Bau mit Keller und weißer Wanne. Das Grundwasser steht dauerhaft zwischen 0.5 und 1.5m höher als die Kellersohle. Drainage besteht keine. Es handelt sich um einen Fertigkeller bei dem die Elemente ausgegossen wurden.

    Der Keller wurde im Juni 2021 fertiggestellt.

    Durch erhebliche Verzögerung im Bauablauf wurde im Oktober 2022 auf der Kellersohle ein Estrich aufgebracht.

    Nun stellt sich heraus, dass unter dem Estrich keine Abschweißbahn installiert wurde.
    Bodenaufbau von oben nach unten
    -Feinsteinzeug Fliesen
    -in Teilbereichen W1-I Abdichtung
    -60mm Zementestrich (in Teilen als Heizestrich)
    -20mm Trittschalldämmung
    -50mm doppelt kaschierte PU Dämmung (diese Ebene ist stark durch Installation unterbrochen, an den Fehlstellen wurde Mehabit Schüttdämmung verwendet)
    -300mm WU Beton Sohle
    -dünne PE Folie
    -120mm EPS Dämmung

    Meines Erachtens ist dies ein erheblicher Baufehler der berichtigt gehört. Das hätte allerdings weitreichende Folgen. Verantwortlich für das Fehlen der Schweißbahn ist übrigens der mit der Bauleitung beauftragte Architekt.

    Durch die lange Bauverzögerung ist die Bodenplatte ja sicher vollständig abgetrocknet, allerdings besteht ja wohl ein dauerhaftes Dampfdruckgefälle durch die WU Beton Sohle welches zu ansteigender Feuchtigkeit unter dem Estrich führen kann.

    Wie ist diese Situation Bauphysikalisch zu bewerten?
     
  2. #2 Fabian Weber, 11.12.2022
    Zuletzt bearbeitet: 11.12.2022
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    Entspannt.

    Weil:

    Bei 30cm Bodenplatte ist die Restfeuchte schon raus bzw. so gering, dass hier kein Feuchtigkeitsproblem zu erkennen ist.

    Außerdem sind im beschriebenen Bodenaufbau keine Materialien benannt, die besonders kritisch für Schimmel wären.

    Eventuelle Restfeuchte kann in fast allen Bereichen noch über die Randfugen abtrocknen.

    Welche Beanspruchungsklasse und welche Nutzungsklasse ist gemäß WU-Konzept hier geplant gewesen? (Müsste ja 1 und A sein).
     
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    Ist Eine Lüftungsanlage vorhanden? Vlt. auch im Keller?

    Wenn Sie der Meinung sind es gehört Berichtigt dann veranlassen Sie es…

    Die Frage wäre ist der Aufwand überhaupt nötig?
    Meiner Meinung nach nicht…
    Bei einer 30cm WU-Baukörper ist die Dampfdiffusion sehr wenig bis Null das man nicht von Schäden ausgehen kann…
     
  4. #4 aktivpassiv, 11.12.2022
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    Auf einen Rückbau bin ich ehrlich gesagt überhaupt nicht scharf! Möchte nur Folgeschäden vermeiden.

    Ja KWL ist auch im Keller vorhanden. Allerdings kann diese ja nur die Feuchte Oberhalb des Bodenbelages beeinflussen und nicht unter dem Estrich.

    Wird nicht feuchte durch den WU Beton in die Dämmung diffundieren sodass diese über die Jahrzehnte absäuft?
     
  5. Yilmaz

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    Für den Fall das es tatsächlich zu einer Diffusen kommt warum soll der dann nicht durch den Bodenbelag diffundieren?

    Eine KWL ist hier sehr unterstützend…
     
  6. #6 Tilo, 11.12.2022
    Zuletzt bearbeitet: 11.12.2022
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    Hallo
    Eine Baufehler / Mangel ist es.
    Der Keller ist beheizt, vermutlich Nutzung A /Beanspruchung 1. Es ist nur die Frage, ob es zu Schäden oder Nutzungseinschränkungen kommen kann. 30 cm Beton ist schon mal eine Dampfbremse aber eben keine Dampfsperre. Schon mal gut, dass kein PVC - oder Vinyl- Belag den Boden dicht macht, sondern das Feuchtigkeit nach oben durchdiffundieren kann.
     
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  7. #7 aktivpassiv, 11.12.2022
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    SD-werte laut Ubakus:
    -Fliesen 3m
    -W1-I ca 100m
    -Estrich 2m
    -Trittschall 0.02m
    -PU 1500m!!
    -WU Beton, dies ist die große unbekannte, hier wird von 75m gesprochen
    https://bauherrenhilfe.at/wp-content/uploads/2009/11/12Renovation_Juni09_WUBETON.pdf

    Das würde bedeuten die Feuchte würde aufsteigen durch die Schwachstellen der PU Dämmung und den Trittschall vollsaugen weil die W1-I Abdichtung so relativ dicht ist. Richtig?
     
  8. #8 aktivpassiv, 11.12.2022
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    Nutzung A, richtig. Die W1-I Beschichtung ist allerdings wie ein Vinyl Belag oder?
     
  9. Tilo

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    Hallo
    Ich hätte dir bald geschrieben dicht ist dicht, habe aber gerade gesehen, dass Verbundabdichtungen auch diffusionsoffen sein können. Also ist jetzt die Frage, was dein Fliesenleger für ein Produkt genommen hat und dann müssen wir da nachschauen .....
     
  10. BaUT

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    Dem Grunde nach ist die fehlende Dampfsperre auf der Rohbetonplatte bei Wohnnutzung des Kellers ein Mangel (Verstoß gegen WU-Betonrichtlinie = a.a.R.d.T.), praktisch wird es wohl keine folgen haben und der Fußbodenaufbau wird sicher nicht infolge Diffusion durch die BoPla absaufen.
     
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  11. #11 aktivpassiv, 12.12.2022
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    Dem stimme ich zu fast 100% zu! Allerings stört mich das "wird es WOHL keine folgen haben". Die Sanierungskosten im Schadensfall sind zig-tausend Euro bei unserem 100qm Wohnkeller.

    Nach meinem Bauphysik Verständnis muss bei fehlender Dampfsperre die Diffusiondichte oberhalb der BoPla deutlich offener sein als die BoPla selbst.
    Den Sd-Wert von 300mm WU Beton finde ich leider nicht, aber in dem Artikel oben steht was von 75m - kann hier jemand genauers sagen???
    Die W1-I Abdichtung allein hat aber schon 100m, damit müsste sich dann über Jahre und Jahrzehnte ein Feuchtestau unterhalb der W1-I Abdichtung einstellen und diese "absaufen". Richtig? Die Intuition hilft einem an dieser Stelle wenig weiter, da für mich persönlich Diffusion über Jahre kein Intuitives Phänomen ist.
     
  12. BaUT

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    Nein, die W1-I-Abdichtung wäre dann eine Innenabdichtung, die eine permanenten Auffeuchtung des WU-Betons ermöglich, aber dann müsste man eben die Dampfdichtigkeit der weiteren Fußbodenschichten prüfen, ob dort irgendwo ein "Diffusionsstau" auftreten könnte.
     
  13. #13 aktivpassiv, 12.12.2022
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    Der Dampf kommt ja von unten, die W1-I Abdichtung ist fast ganz oben. Wenn die also weniger durchlässt als von unten nachkommt, säuft alles darunter ab, richtig?
     
  14. Tilo

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    Hallo aktiv
    Ich hatte bei dir angefragt, welches Produkt du als W1 Abdichtung verwendet hast. Auch würden wohl von deinem 100 m2 Keller vielleicht nur ca. 10,00 m2 abgedichtet worden sein. Es sei denn du hast eine Saunalandschaft.
     
  15. BaUT

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    Rechnerisch ist natürlich nur der lineare Diffusionsstrom senkrecht zur Schichtenfolge zu betrachten ABER praktisch kommt es über alle Estrichränder gleichzeitig auch zu einem seitlichen Ausgleich.
    Schwierig nur, wenn ausgerechnet dort dann Gipsputz bis runter auf den Rohbeton verarbeitet wurde...
     
  16. Yilmaz

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    Was ist Effektiver?
    Ganzen Fußboden auf Verdacht rausreissen und alles neu? Kostenpunkt 10.000-20.000Euro?

    Für den Fall das es doch zu Schäden kommt ( meiner Meinung nach 1%) alles raus und neu Kostenpunkt 10.000-20.000 Euro?

    Wer soll die Entscheidung jetzt treffen?
     
  17. Yilmaz

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    Gewährleistung für das Gewerk sind mind. 4-5 Jahre… wenn was passiert passiert sowieso innerhalb dieses Zeitraumes.
    Um das Finanziell etwas abzusichern kann der AN eine Bürgschaft 10-15.000 Euro vorlegen…
     
  18. BaUT

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    Verursacher gibt Verlängerung der Gewährleistung inkl. Bürgschaft über Summe X für diesen Zeitraum.
    Bauherr kann gegen Ende dieser Gewährleistung seinen Boden dann noch mal checken (ggf. mit 1-3 Kernbohrungen und dortiger Feuchteanalyse.
     
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  20. #20 SIL, 12.12.2022
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    Ich sehe durch die Fläche von 'unten' eher weniger Gefährdung , wenn es sauber ausgeführt wurde , wirklich EPS unter der Platte?
    Hier ist eher die Gefährdung zu sehen , aufgrund der Stösse und Ecken etc , hier wird vom TE leider nichts dazu ausgeführt wie oder ob Fugen nachbehandelt sind oder ob die Bewehrung entsprechend WU geführt und ergänzt ist und ob hier Anschlussbleche oder anderweitige Systemlösungen benutzt wurden und ob Maßnahmen zur Rauhigkeit erfolgten , für den Betongang , wie stark die Wände sind , Entmischung beim Betonieren , Peri , Beschichtung , mech. Behandlung , Kehlausbildung,Betongüte etc .. ein Fertigkeller kann vieles sein.
    @Yilmaz hier liegt der Erwartungshorizont weit höher, üblich sind für WU Konstruktionen 25-30 Jahre ( im Ing- Bau noch mehr ) das würde hier eine Bürgschaft über 25 Jahre bedeuten ...:winkendie angesetzte Summe von dir ist leider daher viel zu tief :hammer:
    Ansonsten da KWL und Wohnraum , sollte eine Restfeuchte vom Putz / Estrich etc damit 'abgezogen' werden, wie Baut schon bemerkte.
     
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