Welche Dämmung bei Altbau Sanierung zuerst?

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  1. mrben

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    Hallo Zusammen,

    wir sanieren jetzt dann einen Altbau von 1934. Ein Energieausweis wurde vor 5 Jahren erstellt. Dort steht, dass man mit dem Dämmen der Dachgeschossdecke, der Kellerdecke und einem modernen Brenner (Öl) ca. 33 % sparen kann im Jahr.
    Das Haus wurde mit Hohlziegel gebaut und verputzt.

    Wir werden auf jeden Fall die Dachgeschossdecke und die Kellerdecke dämmen. Außerdem kommen überall neue Fenster rein und eine moderne Gasheizung mit Solartherme für Heizung und WW inkl. Fußbodenheizung. Mir haben jetzt mehrere Experten (Architekt, Heizung/Sanitär, etc.) gesagt, das dämmen der Außenfassade muss nicht unbedingt erfolgen, wir würden durch diese Maßnahmen schon sehr viel Einsparung haben.

    Wie seht ihr das und sind das die ersten und wichtigsten Maßnahmen die man machen sollte, um Energie zu sparen oder bringt das nur was wenn man die Fassade auch dämmt?

    Kleine Info, der Zimmermann sagte mir, dass das Dach noch locker 100 Jahre halten wird und die Ziegel erst in 15-20 Jahren getauscht werden müssen. Aus diesem Grund wollen wir auch noch keine Dämmung außen anbringen, das würde evtl. in 15-20 Jahren gemeinsam mit dem Dach passieren. Sollte sowas dann überhaupt noch Standard sein.
    Mir gehts nicht darum einen bestimmten Effizienz-Standard zu erreichen, sondern einfach um die besten Möglichkeiten, die nächsten Jahre Heizkosten zu sparen. Bringt das dämmen der Außenfassade extrem viel Kosteneinsparung mit sich oder mehr als das Dachgeschoss dämmen, dann kann ich umplanen. So ist mal der Plan aber ich bin für jeden Rat und jede Idee dankbar!
     
  2. #2 simon84, 20.01.2020
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    1. oberste Geschossdecke
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    3. Fenster
    4. Kellerdecke
    5. Heizung (mit kleinen Ausnahmen)

    bei der Heizung kommt es drauf an wie alt diese tatsächlich ist und welche Funktionen sie hat. Von 1934 wird sie sicher nicht sein bitte um genau Details Baujahr und Typ Bezeichnung. Sofern sie Außentemperatur gesteuert ist, dann eher 5-10% Einsparungspotential nicht 33%
     
  3. #3 Andreas Teich, 20.01.2020
    Zuletzt bearbeitet: 20.01.2020
    Andreas Teich

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    Kriterien für die Gebäudedämmung
    Wo steht das Gebäude? Fotos helfen auch weiter.

    Aufdachdämmung bringt keine Vorteile gegenüber Zwischensparren mit evt zusätzlicher Untersparrendämmung.

    Bei nicht ausgebauten Dächern nur die oberste Geschoßdecke dämmen, am günstigsten zB mit offen aufgeblasener Zellulosedämmung, bei Nutzung darauf Gehbelag auf kleinen Stützen vorsehen, alternativ begehbare Holzfaserdämmplatten verwenden.

    Kellerdecke dämmen ist preisgünstig und effektiv

    Fassadendämmung dann vornehmen wenn:
    - neue Fenster berücksichtigt werden sollen
    - die Dämmwerte der Wand schlecht sind, dazu
    mit dem UBAKUS-Rechner den U-Wert ermitteln. Bei Schwierigkeiten mir eine Mail schreiben.
    - wenn es wegen Taupunktunterschreitung innen an den Wänden Schimmel gibt
    - wenn die Fassade ohnehin saniert und gestrichen werden muß
    - wenn Fenster-/Türgrößen geändert oder neue Öffnungen in die Wand gebrochen werden sollen.

    - wenn die Gebäudegestaltung verändert werden soll.

    Bei Heizungsanlagen u.a.
    - hydraulischen Abgleich vornehmen, was im Vergleich zu den Kosten die höchste Ersparnis ergibt.
    - Rohre und Armaturen dämmen
    - alte Thermostate gegen neue ersetzen, die auf wesentlich geringere Temperaturunterschiede reagieren.
    - bei Neuinstallation zuerst den genauen Wärmebedarf errechnen- Dämmmaßnahmen berücksichtigen!
    - Brennwertgeräte sind nur dann effektiv, wenn niedrige Vorlauftemperaturen möglich sind-
    daher gute Dämmung und große Flächen zur Wärmeabgabe

    Alte Holzfenster mit schöner Profilierung können bleiben
    wenn innenseitig neue Winterfenster mit Isoglas eingebaut werden.

    Ansonsten Fenster mögl außen wandbündig so einbauen,
    dass sie bei einer späteren Fassadendämmung leicht umgesetzt werden können,
    also geringe Fugenbreite zur Wand, Abdeckleisten statt einzuputzen, Fugen mit Hanf ausstopfen statt Montageschaum, was ohnehin besser ist.

    Für jedes Gebäude und jede Situation passende Sanierungsvorschläge zu machen ist leider nicht möglich-
    was jeweils sinnvoll ist hängt ja auch von den Finanzen, den familiären Verhältnissen, möglicher Eigenarbeit etc ab

    Andreas Teich
     
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  4. mrben

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    Hallo Herr Teich,

    vielen Dank für die ausführlichen Informationen.

    Denken Sie, eine Dämmung der Fassade, wenn auch nur mit 8 cm Dämmung, bringt einen Mehrwert?
    Vor allem wenn Fenster neu, Keller- Geschossdecke gedämmt, Heizung neu + Solar verbaut sind?

    Ich bin nicht wirklich scharf auf die KfW Förderung und will das Haus nicht in 16 cm Dämmung dafür einpacken. Aber eine dünne Dämmung in Eigenleistung anbringen wäre mein Wunsch, wenn es was bringt.
     
  5. #5 Andreas Teich, 20.01.2020
    Andreas Teich

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    Fassadendämmung sinnvoll?

    Bei einer ansonsten einwandfreien Fassade ohne Sanierungsbedarf
    wird sich der Aufwand nur für mögliche Heizkostenersparnisse wohl kaum rentieren-
    falls nicht andere von mir genannten Gründe zutreffen.

    Berechne doch mit dem U-Wert Rechner die mögliche Verbesserung

    Dämmung mit geringerer Dicke würde ich mit Holzfaserdämmplatten
    und mineralischem Putz vornehmen, Anstrich mit Silikatfarben.

    Größere Dämmstärken am besten mit Stegträgern, Holzfaserdämmplatten und Zellulose im Hohlraum ausführen.
    Hierbei können Fenster ganz außen in der Dämmebene montiert und die Blendrahmen ggf voll überdämmt werden.
    Als Vorteil ergeben sich innen tiefe, gut nutzbare Fensterbretter

    Andreas Teich
     
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