Welche Heizung? Altbau aber saniert!

Diskutiere Welche Heizung? Altbau aber saniert! im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Ich wäre Euch so dankbar wenn mir einer seine Meinung zum Thema heizen liefern könnte. Wir wohnen in einem Altbau 1907 Einfamilienhaus...

  1. butzkopf

    butzkopf

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    Ich wäre Euch so dankbar wenn mir einer seine Meinung zum Thema heizen liefern könnte. Wir wohnen in einem Altbau 1907 Einfamilienhaus freistehend! Das Wohnen spielt sich vorwiegend im 1. Og auf 160qm beheizter Wohnfläche mit 2 Erwachsenen und zwei Kindern ab. Durch Austausch der Fenster, Vollwärmeschutz und Isolierung des Daches konnten wir unsere alte (1974) Gasheizung Krupp 35 kw und 100 Liter Speicher auf "sagenhafte" 14 000 Kw/h senken. Unterstützt durch einen 11 Kw Bullerjan Holzofen. In dem verbrennen wir etwa 5 Raummeter/Jahr.
    Nun ist der Bausparvertrag 20000 mit der Hälfte voll und eine neue Gasheizung soll her. Unterstützung mit Solar schließe ich aus versch. Gründen aus. Nun kam die Idee eines Holzvergaserofens im UG das zu einer neuen Gasheizung in einen Pufferspeicher einspeist. Nur ist das so wie bei vielen: Ich muss mein Holz (Buche) kaufen. Diese Jahr wurden für den Raummeter 75 Euro verlangt. Lohnt sich bei solchen Einkaufspreisen die hohe Investition eines Holzvergaserofens plus Pufferspeicher? Der Bullerjan soll für romantische Moment und weil er schon bezahlt ist, bleiben.Obwohl er nur das Wohn- Esszimmer überheizt und die Wärme in den Kinderzimmern nicht wirklich ankommt. Oder soll ich einfach eine neue Gasheizung einbauen und mit dem eingesparten Preis gegenüber der Holzvariante die nächsten Jahre Gas beziehen? Nun freue ich mich über Eure Meinungen.
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Unter Berücksichtigung der verbrannten Holzmenge dürfte die Heizlast des Gebäudes wohl unter 10kW liegen. Vermutlich irgendwo um die 8kW. Damit hätten wir schon einmal einen Anhaltspunkt über die benötigte Heizleistung die zu installieren wäre. Genaueres kann man nach einer Heizlastermittlung sagen.

    Bei 75,- €/Rm kostet Dich die kWh "Wärme" in etwa 5 Ct, ist also noch etwas günstiger als Gas. Dafür darfst Du dann Holz schleppen, was bei den paar RM für den Ofen zwar noch lustig sein dürfte, aber bei einer deutlich größeren Menge um das ganze Haus zu beheizen, wird die Lust schnell vorüber sein.

    Wird das Haus mit Heizkörpern beheizt? Falls JA, dann wäre mal zu prüfen, mit welcher Heizkreistemperatur diese arbeiten müssen um die notwendige Leistung zu liefern. Diese Abschätzung wäre sinnvoll um herauszufinden, ob man auch auf Wärmeerzeuger wie WP oder Solarunterstützung setzen kann.

    Frage: Wären Holzpellets eine Alternative?

    Vorteil, automatischer Betrieb, kein Arbeitsaufwand nötig, Betriebskosten in etwa vergleichbar mit Deinen Holz-Einkaufspreisen. Bei grob 230-250,- €/to liegt die kWh Wärme in etwa in der gleichen Größenordnung wie beim HV.

    Könnte man auf eine WP setzen (Heizflächen mit Temp. < 45°C wären sinnvoll), dann könnte man je nach Typ der WP die kWh Wärme mit etwa 4-5,5Ct. erzeugen. Eine LWP liegt hier eher am oberen Ende, eine WP mit Flächenkollektor eher am unteren Ende.

    Vorteil, das System läuft automatisch und nahezu wartungsfrei im Hintergrund mit.

    Natürlich wäre auch eine Gasbrennwerttherme eine Überlegung wert. Diese Variante dürfte von den Investitionskosten kostengünstig werden, auch wenn man noch ein LAS verbauen muss. Die Verbrauchskosten sind aber höher als bei den o.g. Lösungen. Die Preisentwicklung und deren Tendenz lassen hier eher noch deutlich höhere Verbrauchskosten erwarten.
    Du kennst ja Deinen Gaspreis. Aktuell bewegen wir uns unter Berücksichtigung der Grundgebühren und Deiner Verbrauchsmenge im Bereich > 7Ct./kWh. Unterstellt man dann einen Anlagenwirkungsgrad x und die Schönrechnerei mit xx,xxkWh/m2 (die kein Endverbraucher nachprüfen kann), dann ist man schnell bei 8Ct./kWh Wärme.

    Ich würde also als Alternative zu Deinem Gaskessel mal folgende Varianten genauer unter die Lupe nehmen:

    - Pelletkessel
    - Holzvergaser
    - Wärmepumpe
    - Brennwerttherme

    Gruß
    Ralf
     
  4. butzkopf

    butzkopf

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    Danke Ralf für Deine schnelle und ausführliche Meinung. Pallets scheiden aus, denn die Nebenräume wie Werkstatt werden auch zukünftig mit Holz Einzelöfen gelegentlich beheizt. Dazu ist mir der technische Aufwand für die Lagerung und Transport zum Brenner zu kompliziert&teuer. Wärmepumpen sind wegen der vorhandenen Heizkörper nicht sinnvoll.
    Was ich vergessen habe zu schreiben ist der Gedanke, dass durch die Unterstützung eines Holzvergasers wegen der Abwärme im UG eine Grundwärme erreicht wird. Er wäre in der Werkstatt ideal unterzubringen. Kurze Wege vom Holzvorrat zur Brennstelle. Schmutz kein Problem, Wäsche könnte in der kalten Jahreszeit dort getrocknet werden. Wenn keine Lust auf Holz heizen springt der Gaskessel (Brennwert) an. Nur: Lohnt sich der Aufwand (Mehrinvestition) wenn man das Holz zwar günstig aber halt doch kaufen mus?
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Holzvergaser UND Brennwerter? Das wäre zumindest in meinen Augen zuviel des Guten.

    Preise /kWh hatte ich oben bereits genannt. Unterstellen wir mal einen Preisvorteil von 2 oder 3Ct./kWh für den HV, wie lange musst Du dann heizen bis sich die Mehrinvestitionen "rechnet"?

    Unterstellen wir mal 10T€ Mehrkosten für die HV Lösung, dann bedeutet das bei Deinen Zahlen einen Zeitraum von gut 30 Jahren bis sich die Lösung rechnet. Da niemand vorhersagen kann wie sich die Energiepreise für Holz, Gas etc. entwickeln werden, kann der Zeitraum auch deutlich kürzer, oder gar länger sein.

    Ich kann nur empfehlen mal mit Deinen Zahlen zu rechnen.

    Gruß
    Ralf
     
  6. #5 moderne.heizung, 18. Januar 2012
    moderne.heizung

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    Hallo butzkopf,

    ich sehe die grundsätzlichen Überlegungen wie Ralf. Die Installation von Holzvergaser und Gasbrennwertgerät ist wahrscheinlich ein Schritt zu viel und bringt nicht den gedachten Mehrkomfort.
    Auf Basis der gemachten Angaben würde sich eine Gas-Brennwerttherme dann empfehlen, in Verbindung mit dem Bullerjan für die gemütlichen Stunden. Eine Nutzung seiner Wärme für weitere Zwecke würde ich nicht andenken, da dies eine deutliche Mehrinvestition nach sich zieht.
    Ein Brennwert-Gerät schlägt mit rund 3.000 – 5.000 € zu buche und mit somit erheblich geringeren Investitionskosten als die Holzvergaserlösung.

    Das IEU Team
     
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  8. butzkopf

    butzkopf

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    Interessanter Ansatz zur Amorsation des Holzvergasers! Mein Ansatz war, dass ich im Bullerjan eh die 5 Raummeter Holz uneffektiv verbrenne und das Holz auch noch ins 1. EG mit dem ganzen Dreck schleppen muss. Eine Solaranlage aufs Dach rechnet sich auch erst nach 15 Jahren und bringt ihren Nutzen im Sommer wenn ich gerne kalt dusche oder im Urlaub bin. Darum dann lieber Holz im Winter zur Heizungsunterstützung.
    Oder ticke ich nicht richtig?
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Es mag verschiedene Gründe geben sich für Holz zu entscheiden. Ich vergleiche nur Zahlen. Persönliche Vorlieben o.ä. kann man halt schlecht in Zahlen fassen.

    Gruß
    Ralf
     
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