welche sd-Werte Dampfbremsen / Kehlbalkendecke und Gauben

Diskutiere welche sd-Werte Dampfbremsen / Kehlbalkendecke und Gauben im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo miteinander, ich plane gerade die Dampfbremse an meinem neuen Dach und bin nun etwas verunsichert, wie ich das am besten machen sollte....

  1. sebe

    sebe

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    Hallo miteinander,

    ich plane gerade die Dampfbremse an meinem neuen Dach und bin nun etwas verunsichert, wie ich das am besten machen sollte.

    Vorhanden ist:
    - 1,5 geschossig, neuer Dachstuhl aus KVH, Sparrenhöhe 200mm, als Unterdeckung 35mm Holzweichfaserplatten, sd=0,18m
    - Kehlbalkendecke als Boden des Spitzbodens (derzeit nur als Abstellraum), Zangenhöhe ebenfalls 200mm, oben drauf als Bodenbelag Spanplatten 19mm, sd= 0,95 - 1,9m (allerdings nicht verklebt)
    - 2 große Gauben, vertikale Außenbekleidung aus 15mm OSB-Platten, außen mit Titanzink verkleidet
    sd-Wert der OSB unbekannt, nach meiner Recherche ca. 4,5m (richtig?)

    Ich möchte sowohl die Dachschrägen als auch die Kehlbalkendecke mit 200mm Klemmfilz WLG 035 dämmen (Vollsparrendämmung).
    Im OG soll an den Schrägen und unter der Decke noch eine Installationsebene angebracht werden.

    In einem anderen Thread wurde die Ebene der Dampfsperre ganz gut dargestellt, so stell ich mir das auch vor.

    Nun zur Dampfbremse, folgendes hab ich mir gedacht (bzw. einiges hier entnommen):

    1. Dachschräge im OG und Dachschräge im Spitzboden mit einer Dampfbremse sd=2m, ok?

    2. Welchen sd-Wert sollte die Dampfbremse in den Gauben haben, da die OSB-Platten außen sd=4,5m haben? Wegen „innen 6x dichter als außen“ müsste es hier doch eine Dampfbremse mit sd>27m sein. Also käme hier nur eine „normale“ Dampfbremse mit sd>100 in Frage, richtig?

    3. Welchen sd-Wert sollte die Dampfbremse unterhalb und oberhalb der Dämmung der Kehlbalkendecke haben?
    Im o.g. Thread wurde oberhalb sd=2m und unterhalb sd=100 empfohlen.
    Allerdings ist bei mir der Boden auf der Kehlbalkendecke schon drauf (nicht verklebte/verleimte N+F Spanplatten 19mm, sd= 0,95 - 1,9m ). Ich hab mir überlegt, die Dampfsperre (welcher sd-Wert?) oberhalb auf den vorhandenen Boden zu legen und an den Ränder mit der Mittelpfette zu verkleben, und darüber noch eine Lage OSB-Platten, da die bereits verlegten Spanplatten leider recht „weich“ sind, und laut Hersteller auch nicht für tragende Anwendungen geeignet… Es muss also auf jeden Fall noch ein stabiler Boden drauf.

    4. Wenn denn unterschiedliche Dampfbremsen zum Einsatz kommen sollen, was ist von dem Materialmix zu halten? Kann ich die ohne Probleme mit den bekannten Schweizer Klebeprodukten verkleben?

    Oder wäre sogar überall sd=100m ok?

    5. Sollte die Installationsebene im OG gedämmt werden? Von der Dämmstärke her dürfte es nicht nötig sein, allerdings gibt mir folgendes zu denken:

    Zitat aus http://www.luftdicht.de/tropfsteinhoehle.pdf :

    Doch plötzlich - obwohl wir alles richtig gemacht haben - Tauwasser im Spitzboden,
    meist am ungedämmten Giebeldreieck oder auch am Spanplattenbelag auf der
    Kehlbalkenlage.
    Der Grund liegt wie so oft wieder einmal darin, dass unsere bewährten
    Rechenmethoden doch nicht alle Einflüsse erfassen können. Ist auf der Kehlbalkenlage
    z. B. eine OSB - Platte mit einem sd-Wert von 3,5 bis 3,8 m vorhanden und an der
    Unterseite eine PE-Folie mit einem sd-Wert von 20,0 m, dürfte es, berechnet nach
    Glaser, kein Tauwasser an der OSB - Platte geben, egal ob die Folie zwischen
    Gipsplatte und Lattung oder aber zwischen Lattung und Dämmstoff, also unmittelbar
    unter dem Dämmstoff liegt. Die Berechnung nach Glaser tut so, als wenn der Hohlraum
    im Bereich der Lattung hermetisch seitlich abgedichtet wäre, so wie eine
    Isolierglasscheibe. Das ist aber praktisch nicht der Fall. Die Luft hier ist warm - fast so
    warm wie in den Räumen, da wir ja gut gedämmt haben!
    Eine Messung der relativen Luftfeuchte im Bereich von Traglattungen zeigte mir
    mehrfach, da hier keine seitliche Abdichtung wie bei einer Isolierglasscheibe vorliegt,
    übliche Luftfeuchtewerte um 50 bis 60 %. Liegt dieses Klima also zwischen
    Dämmstoff und Folie vor, ist die Tauwasserbildung an der oberen Holzwerkstoffplatte
    logisch und nachvollziehbar.
    Besonders schlimm wird es, wenn die in diesem Hohlraum vorhandene warme Luft
    konzentriert an einzelnen Punkten ausströmen kann. An vielen Objekten konnte ich
    beobachten, dass selbst bei fehlender oberer Abdeckung der Kehlbalkendecke die aus
    diesem Bereich ausströmende Warmluft am Sparren, an Holzstielen oder gering
    gedämmten Giebeldreiecken Feuchtigkeitsfahnen mit erheblichem Feuchteausfall
    erzeugte. Es kann in diesen Fällen nur die aus dem Hohlraum ausströmende Warmluft
    gewesen sein - die Luftdichte war stets absolut in Ordnung.
    Die Theorie ist in der Bauphysik sicherlich sehr wichtig - manchmal allerdings sind
    auch praktische Erfahrungen nötig. Konstruktionen mit einer Dämmung zwischen den
    Traglatten, also keine Hohlräume auf der warmen Seite der Dämmung, können das
    Problem verhindern.

    Zitat Ende.

    Was meinen die Experten?

    Gruß
    Stefan
     
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  3. sebe

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    ok, das war wohl zu ausführlich...

    Wie wäre denn folgende Theorie zu beurteilen:

    Solange die Regel "innen mind. 6x dichter als außen" eingehalten wird, kann man innen die Dampfbremse mit dem größt-nötigen sd-Wert nehmen, auch wenn die Dampfbremse innen dadurch bis zu 50x dichter als außen ist.

    In der Hoffnung auf Kommentare...
    Stefan
     
  4. Peeder

    Peeder

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    nee, klarer Fall von überqualifiziert.


    hat bisher immer gut funktioniert, ob mit Schwizer oder dütsch verklebungen.

    Peeder
     
  5. sebe

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    Meinst Du damit, dass es egal ist, welche Klebeprodukte ich nehme?

    Oder aus bauphysikalischer Sicht, dass die innen bis zu 50x dichtere Ebene keine Probleme macht?
     
  6. Peeder

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    nee, geeignete !

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  7. cris12

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    Umso größer der sd Wert Innen umso besser.
    Nach einer Studie vom Frauenhofer Institut errreicht man effektiv nur einen sd Wert von 3.
    Eine andere Möglichkeit bieten die Dampfbremsen mit einer Membran funktion.
     
  8. sebe

    sebe

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    @chris

    kann man das denn wirklich so pauschal sagen? warum gibt es denn dann Dampfbremsen mit verschiedenen sd-Werten? reines Marketing?

    meinst Du damit die "intelligenten" Dampfbremsen?
     
  9. Peeder

    Peeder

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    wer drauf schwört, von mir aus, aus meiner Sicht so intelligent wie nee Freundin von Manni.


    Peeder
     
  10. sebe

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    Ich schließe für mich daraus, dass ich also für alle Flächen eine Dampfbremse mit sd>= 100m nehme und diese mit geeigneten Klebebändern verklebe.
    einen Vorteil durch niedrigere sd-Werte gibt es nicht.
     
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  12. Peeder

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    Also ich sehe nun mal nicht einen Vorteil, zumal aus der Praxis mir noch nie ein Mangel gemeldet wurde , bei Hütten, die wir eingetütet haben.
    Doch, ein Schuppen ist mal abgebrannt , war aber nicht meine Schuld:konfusius

    Einmal haben wir mit dieser intelligenten Membrantüte gearbeitet, schön locker verlegt, wie es sich gehört, am nächsten morgen, es war kalt und etwas feucht, war das ding zum zerreissen gespannt, menno, ich weiss auch nicht, was mit den Membranchen passiert, wenn die mal ein paar Jahre aus und eingeatmet haben ?

    Der Satz gefällt mir am besten aus der 2004er Beitrag :mauer

    Folie, 0,2 mm B2 , im Brandfall kein brennendes Abtropfen sd ca 100-110 , damit bin ich noch immer gut gefahren.

    Peeder
     
  13. Schwabe

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    Kann ich aus meiner Praxis nur bestätigen.
    "warum gibt es denn dann Dampfbremsen mit verschiedenen sd-Werten? reines Marketing? Meiner Meinung ja.
    Habe gerade wieder einen Anruf eines Bauherren gehabt. Er hatte auch eine variable Dampfbremse- und seine gesamte Dämmung wurde naß und mußte komplett ausgetauscht werden.
     
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