Welcher Poroton ist der "Bessere"

Diskutiere Welcher Poroton ist der "Bessere" im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo! Plane einen Neubau mit Stein-auf-Stein. Fast alle Anbieter bieten einen 17,5 cm Poroton-Stein mit Wärmeverbundsystem - meist 16 cm - an....

  1. KSB1976

    KSB1976

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    Hallo!
    Plane einen Neubau mit Stein-auf-Stein.
    Fast alle Anbieter bieten einen 17,5 cm Poroton-Stein mit Wärmeverbundsystem - meist 16 cm - an.
    Ein einziger Anbieter baut ausschließlich mit 24 cm Poroton-Stein und verwendet nur 12 cm WDVS.

    Was ist der Unterschied? Was ist "besser" vom Wärmewert und vom Schallschutz?
     
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  3. R.B.

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    Der Begriff" Poroton" und dazu die Dicke "17,5cm" reichen für eine Beurteilung noch nicht aus. Man müsste den Ziegel schon genauer spezifizieren, ebenso das WDVS. Es gibt ja Dämmstoffe mit unterschiedlicher WLG, da können 12cm vom Dämmstoff x besser dämmen als 16cm vom Dämmstoff y.

    Man sollte dabei auch nicht nur die Wärmedämmung beachten, sondern es geht ja auch um Schalldämmung und vor allen Dingen um die Ausführung von Details, von der Statik mal ganz zu schweigen.

    Nur um mal ein Beispiel zu nennen, wenn die Wand für E-Leitungen geschlitzt werden muss, da macht es schon einen Unterschied ob die tragende Wand 17,5cm oder 24cm dick ist. Das hat auch einen Einfluss auf die horizontale Schlitzlänge und mögliche Schlitzbreite. Aber das ist nur 1 Beispiel von vielen.

    Die Frage nach dem "besseren" Mauerwerk ist also kaum zu beantworten. Man kann nur versuchen für den jeweiligen Anwendungsfall das möglichst beste Mauerwerk zu finden.

    Gruß
    Ralf
     
  4. KSB1976

    KSB1976

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    Hallo Ralf!
    Leider bin ich noch ziemlich naiv was das Thema Bauen angeht und versuche mir ein bestmögliches Bild zu machen.
    Bis auf einen Anbieter, der Wienerberger-Poroton genannt hat, kenne ich den Hersteller bei den anderen Anbietern nicht. Sind denn bei einem Poroton-Stein zwischen den Herstellern so gravierende Unterschiede?

    Und Schallschutz ist mir ziemlich wichtig. Kann mir da vorstellen, dass ein dickerer Ziegel da bessere Werte hat, oder?
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Es geht hier weniger um die Unterschiede zwischen Herstellern, sondern es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den Steinen/Ziegeln eines Herstellers. Einfach gesagt, die Dinger sind unterschiedlich schwer und verhalten sich somit auch unterschiedlich. Google mal nach Rohdichte, da findest Du Lesestoff für die nächsten Monate. ;)

    Richtig, sofern in beiden Fällen Ziegel mit gleicher Rohdichte gemeint sind. Ansonsten könnte ein schwerer Ziegel mit 17,5cm eine bessere Schalldämmung aufweisen als ein leichter Ziegel mit 24cm.

    Wenn Schallschutz wichtig ist, dann sollte der Stein/Ziegel möglichst schwer sein (hohe Rohdichte). Die Wärmedämmung überlässt man dann dem WDVS das für solche Zwecke viel besser geeignet ist.

    Bsp.: ein möglichst schwerer Kalksandstein für den Schallschutz und dann ein dickes WDVS mit niedriger WLG für eine hohe Wärmedämmung.

    Gruß
    Ralf
     
  6. Jan81

    Jan81

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    Ich habe die Erfahrung mit GU/GÜ gemacht, dass die meisten in Momemt auf 17,5 cm oder 24 cm Poroton setzen und genau wie du beschrieben hast, bei 24 cm weniger Dämmung und bei 17,5 cm mehr Dämmung.

    Ralf hat es eigentlich schon ganz gut erklärt (wie immer).

    Leider geben die GU/GÜ so wenig Infos über die Steine, Rohdichte usw. ist nur schwer raus zubekommen. zwischen 17,5cm und 24 cm ist ungefährt wie 2 cm Dämmung.
    24 cm hört sich einfach dicker an und man denkt da ist auch mehr Material, aber wie Ralf schon geschrieben hat ... dass muss nicht der Fall sein (Rohdichte).

    In Momemt bauen die meisten (hier im Norden) mit 17,5 cm. Bei unserem Neubaugebiet haben fast alle mit 17,5 cm Poroton gebaut. Und dann kommt da noch 20 cm Wlg 35 Dämmung drauf.

    Ralf hat aber recht, besser ist eigentlich Kalksanstein zu nehmen, aber man erst mal jemanden finden, der das auch anbietet ;) Die meistn setze in Momemt auf Poroton oder Ytong. Das war jeden falls meine Erfahrung.

    Nur die Infos helfen dir wenig :D


    Der Vorteil bei 17,5 cm dass du kleinere Bodenplatte hast und weniger Wohnfläche verloren geht.
     
  7. Jan81

    Jan81

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    Hohlblocksteine (RDK 0,8): Wanddicke 17,5 cm - 44 dB / Wanddicke 24 cm - 46 dB
    Hochlochziegel (RDK 1,2): Wanddicke 17,5 - 45 dB / Wanddicke 24 cm - 48 dB
    Beton (RDK 1,4): Wanddicke 17,5 cm - 48 dB / Wanddicke 24 cm - 52 dB
    Kalksandstein (RDK 1,8): Wanddicke 17,5 cm - 51 dB / Wanddicke 24 cm - 54 dB

    Hier ein kleines Beispiel. Damit du so ungefähre vorstellung hast.

    Ah Schall ist so eine Sachen und kompleziert. Was bringt es dir gute Wände zu haben und das Fenster eigentlich das schwächste Glied ist.

    RDK ist halt die Rohdichte. von Hersteller zu Hersteller weicht es vielleicht einwenig ab.
     
  8. KSB1976

    KSB1976

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    Vielen Dank für die Informationen:
    Habe nun beide Anbieter befragt.
    Der 17,5-Stein hat eine Rohdichte von 800 kg /Kubik. Den Typ oder Hersteller hat mir der Mann nicht genannt.
    Der 24-Stein ist ein Wienerberger T18 mit einer Rohdichteklasse von 0,8.
    Demnach dürften meinem laienhaften Verständnis nach beide Steine die gleiche Rohdichte haben, oder?
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Also vermutlich ein T18. Das ergibt mit einem WDVS in WLG035 U-Werte < 0,2W/m2K, wobei die Variante mit dem 24er Ziegel einen etwas schlechteren U-Wert haben dürfte als die 17,5cm Variante. Ist ja logisch, bei 4cm mehr WDVS.

    Das Schalldämmmaß R'w,R ist bei 24cm Wandstärke ca. 3dB besser als bei 17,5cm. Das WDVS kann die Schalldämmung auch beeinflussen, wobei es dazu unterschiedliche Aussagen gibt. Manche Hersteller geben für ihre auf Neop... basierenden WDVS eine Verbesserung der Schalldämmung um 5dB an. Dafür gibt es auch Prüfberichte.
    Aber man muss die schon genau anschauen. Durch den Aufbau mit einem WDVS ergibt sich eine ausgeprägtere Resonanz bei tiefen Frequenzen, je nach Steifigkeit des Materials, Dicke, Masse des Putz liegt diese irgendwo um 100Hz. Bei diesen niedrigen Frequenzen kann eine Verschlechterung der Schalldämmung auftreten, während bei hohen Frequenzen eine deutliche Verbesserung eintritt.

    Der Vorteil ist halt, was sich auch im R´w,R bemerkbar macht, dass die meisten störenden Geräusche eher hochfrequenter Natur sind. Da hilft das WDVS. Hat man in der Umgebung mit tieffrequenten Geräuschen zu kämpfen, dann sollte man vielleicht noch andere Überlegungen anstellen. ;)

    Unabhängig davon gilt aber auch der oben von Jan genannte Punkt:

    Gruß
    Ralf
     
  10. KSB1976

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    Wenn ich das jetzt richtig verstehe, dann sind beide Varianten in etwa gleich. Nur das die dünnere Wand den besseren Wärmeschutz und die dickere etwas besser gegen Schall schützt, richtig?

    Die Fenster muss ich mir auch noch ansehen. Der eine Anbieter bietet 2-fach-Verglasung und der andere 3-fach an.
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Das könnte man so sagen.

    Aber denke auch an das was ich oben geschrieben habe, wegen der Ausführung, Details, Schlitze usw.

    Gruß
    Ralf
     
  12. Jan81

    Jan81

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    Haben eine 3 fach verglasung von Haus aus schon besser Schalldämmung als 2 fach? Weißt das wer?
    Jedenfalls für einen Aufpreis bekommt auch Schallschutz Fenster.
     
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  14. R.B.

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    Nicht unbedingt. Die Schalldämmeigenschaften sind nicht nur von der Anzahl der Lagen abhängig, sondern auch von den verwendeten Scheiben, sprich Material und Dicke, und deren Anordnung (Abstände). Man kann also problemlos eine 2 lagige Verglasung bauen deren Schalldämmung höher ist als bei einer einfachen 3-fach Verglasung. Werden gleiche Scheiben verwendet, dann ergibt sich hinsichtlich Schalldämmmaß kein wesentlicher Unterschied ob da 2 oder 3 Lagen verbaut sind. Man beachte, ich habe hier bewusst "kein wesentlicher" geschrieben, weil man über den Frequenzbereich doch einen Unterschied feststellen kann. Betrachtet man nun das Messverfahren und die Auswertung der Ergebnisse bis hin zur Ermittung des Schalldämmmaß, dann sieht man schnell, warum es nur zu geringen Unterschieden kommt.

    Gruß
    Ralf
     
  15. PeMu

    PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Mal ganz anderer Aspekt:

    Mauerwerk tragend ausgelegt innen und außen mit "massivem" Stein, Dämung der Hülle über WDVS oder Vorsatzschale.
    Die Funktionen sind getrennt.
    Man hat Speichermasse.
    Schalldämmung eh.

    -> KS (Standard ist 12/2,0/DM) idR 17,5 + Dämmung (Bauträger tendieren zu 15er Wänden)
    Bei Ziegeln gibt es adäquat nur Backsteine oder Schallschutzziegel - ungern verbaut, nicht wirtschaftlich.

    Oder massive Außenwand mit hochdämmendem Stein

    Je nach Region und Baufirma und Bauherren werden Ziegel verbaut. Wird die monolithische Außenwand zu dick, kommt der Kompromiss etwas dämmende Wand aufgepeppt mit WDVS.
    Die konsequentere Lösung wären schwere Ziegel. Nur gibt es außer den Backsteinen und Schallschutzziegel nix im Programm.
     
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