Welches Mauerwerk für Selbstbau

Diskutiere Welches Mauerwerk für Selbstbau im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, wir sind momentan auf der Suche nach einem passenden Mauerstein für unser geplantes Selbstbau-EFH. Wir haben schon mit mehreren...

  1. #1 matthias74, 22. August 2005
    matthias74

    matthias74 Gast

    Hallo zusammen,

    wir sind momentan auf der Suche nach einem passenden Mauerstein für unser geplantes Selbstbau-EFH. Wir haben schon mit mehreren Anbietern gesprochen, jedoch sind wir noch etwas unsicher.

    Welche Vor- und Nachteile haben die Folgenden Steine:
    Holzspanstein (Praktik-Haus, Öko-Domo)
    Porenbeton (Ytong-Bausatzhaus, Hebelhaus)
    Poroton (Variodomo, Weno)

    Wir haben durch die unterschiedlichen Anbieter u.a. Folgende Informationen erhalten:
    a) Porenbeton saugt sich bei Regen mit Wasser voll
    b) Porenbeton saugt sich laut Anbieter umlaufend max. 2 cm tief mit Wasser voll (Widerspruch zu a))
    c) Bei Porenbeton muss die Baustelle vor Regen geschützt werden
    d) Durch das Kleben der Poroenbetonsteine einstehen beim "Setzen" des Hauses Risse
    e) Porenbeton hat eine bessere Wärmedämmeingenschaft als Poroton
    f) Porenbeton-Häuser sind hellhörig (schlechte Schalldämmung)
    g) Poroton hat eine schlechtere Wärmedämmeingenschaft als Porenbeton
    h) Poroton nimmt Nässe schnell auf und schell wieder ab
    i) Poroton hat eine gute Schalldämmung
    j) Holzspanstein gibt Nässe sofort wieder ab
    k) Holzspanstein hat durch den verfüllten Betonkern eine gute Schallisolierung
    l) Holzspanstein hat durch den Styroporkern eine gute Wärmedämmung
    m) Holzspanstein läßt sich gut und schnell verarbeiten (kein Kleben)
    n) Es können Probleme beim Befüllen der Holzspansteine auftreten (Luftblasen, Verschieben der Steine)

    Momentan tendieren wir Richtung Holzspanstein, sind uns aber noch nicht sicher. Hat irgend jemand Erfahrungen mit einen der o.g. Steinen? Ich hoffe auf eure Hilfe.

    Noch etwas zum Bauvorhaben:
    Wir möchten ein zweischaliges Mauerwerk errichten (Mauerstein-Mineralwolle-Luft-Verblender) und KfW60 oder besser erreichen.
     
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  3. noi76

    noi76

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    Also, vielleicht bloss mal grob:

    a,b)
    Ja, Porenbeton saugt sich mit Wasser voll, aber sicher nicht durch Schlagregen. Sofern Ihr die Steine wässert, bekommt Ihr das Wasser aber auch bis in die Mitte ;)
    c) Ja, bei Poroton aber auch, sonst kommt Wasser in die Kammern und das trocknet mindestens genausoschlecht wie bei Porenbeton wieder raus.
    d) Jedes massive Haus wird beim Setzen Risse haben.
    e) Ja
    f) Jein. Der Baustoff ist sicher nicht schlecht, wenn Du aber mal Broschüren der Hersteller zum Thema Schallschutz liest, merkst Du schnell, dass das nur ein Punkt ist. Türen, Fenster und Anschlussdetails können die beste Wand "kaputt" machen.
    g) siehe e
    h) ? Gebrannter Ziegel sollte von Haus aus nicht soviel Nässe aufnehmen können...
    i) Nach den Wertetabellen nicht. Die gelten nämlich oft nur für schwere Steine, die den Wärmeschutz einschaliger Wände nicht erfüllen.
    j) Ich kenne das Material nicht, aber Holz gibt Nässe nicht sofort wieder ab.


    Mario
     
  4. Heidemann

    Heidemann

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    Bin auch nur Laie, aber hier mal mein Senf dazu:

    Jeder rohbau sollte gegen durchnässung geschützt werden. Dabei spielt es kaum eine Rolle woraus die Wände bestehen. Wer beim Rohbau schlurrt und die Mauern schön fecht werden läßt hat später den Ärger mit Rissen, verlängerter Bauzeit und/oder erhöhten Heizkosten. Aber ich haba noch nie verstanden wo da das Problem liegen soll. Mauerkronen werden halt nach Feierabend (oder bei extremen Regen auch zwischendurch) abgedeckt und gut ist.
    Da hat mein vorredner sicherlich Recht, das jedes Haus mehr oder weniger Risse bekommt. Allerdings kann man dem mit korrekter Verarbeitung und Abstimmung aller Komponenten aufeinander auch entgegenwirken (wohl aber nie zu 100% ausschließen). Naja und wer seinen rohbau hat völlig absaufen lassen und dann schnell den Putz auf die nassen Mauern pappt, der braucht sich halt auch nicht wundern wenns überall reißt. Oder wer versucht sein Haus in 14 Tagen komplett hochzuziehen und den Putz deswegen bei 50°C turbotrocknet ebensowenig.
    Aber zu e) muß ich meinem Vorredner wiedersprechen. Oder gibt es bereits einen Porenbetonstein mit einer Wärmeleitfähigkeit von << 0,09 ? Porenbeton und Poroton sind da gleichwertig.
    f) kann ich wieder zustimmen. Mag sein, das Poroton ein wenig besser den Schall dämmt, mag sein, das die Holzsteine noch besser sind, aber 1) bauen sie zweischalig, wodurch sie sowieso schon einen sehr guten Schallschutz erreichen werden, 2) haben normale Fenster nur 30-36dB Schalldämmung im Gegensatz zu >50dB ihrer wände und 3) muß man sich immer fragen was man an Schallschutz braucht (Flughafen, Autobahn oder sonstiges in der Nähe ???)
    h) Fein Poroton nimmt Feuchtigkeit (wer will schon Nässe im Haus haben :-) schnell auf und gibt diese wieder schnell ab. Ist so, zumindest habe ich es auch mehrfach gelesen/gehört. Aber was bedeutet das für sie ??? Innen kommt ein Putz druff, da haben sie wohl kaum noch etwas von dieser Porotoneigenschaft und außen kann ihnen das getrost egal sein. Wenn ihnen dies wichtig ist, nehmen sie z.B. Lehmputz.
    i) Ja und Nein. Es gibt nicht DEN Porotonstein, sondern von sehr leichten, gut wärmedämmenden, dafür schlechter schalldämmenden Porotonsteinen, bis hin zu sehr schweren (Rohdichte >2,0) sehr gut schalldämmenden, recht schlecht wärmedämmenden Steinen. Ist ähnlich wie bei Porenbeton, wobei die Bandbreite bei Porenbeton etwas geringer ist.
    Holzspansteine kenne ich nur aus dem Internet, also so gut wie gar nicht. Was mich aber stören würde ist dieser extreme Materialmix und meiner Laienmeinung nach paßt der Stein nicht zum 2schaligen Wandkonzept.

    So das war einiges an Infos, aber helfen werden ihnen diese so kaum. Wichtig ist es, das das Gesamtkonzept stimmt. Sie wollen zweischalig bauen (meiner Meinung nach eine gute, lohnende Entscheidung, wenn auch nicht die günstigste, aber "Man baut ja nur einmal und dann für immer, gelle".) Warum dann nicht auf Spezialisten bei den Baustoffen zurückgreifen ?
    Der Verblender ist i.d.R. ein Recht massiver Stein mit Rohdichte 1,6 bis 2,2 also sehr gut schalldämmend. I.d.R. ist es jetzt schon fast egal welchen Innenwandstein sie jetzt nehmen, es sei denn sie benötigen einen extremen Schallschutz, weil sie neben einer Autobahn und unter einer Einflugschneise bauen wollen.
    Die Mineralwolle im Kern der Mauer übernimmt die wärmedämmung besser als jeder Stein (einfache Mineralwolle WLG 040, Bester Wärmedämmstein WLG 090 und je kleiner der Wert desto Besser die Wärmedämmung).Bei einem KFW60 oder besser Haus können sie ja auch notfalls auf Mineralwolle mit WLG 035 und 14 oder 16cm zurückgreifen (wobei hier die Außenwand nur eine Komponente beim erreichen der KFW60 Marke ist, es kommt wieder aufs Gesamtkonzept an).
    Meine persönliche Empfehlung für die Innenwandschale sind dann Porotonsteine mit mittlerer Rohdichte. Hierdran können sie auch mal etwas schweres ohne superspezialdübel befestigen und unterstützt den Verblender bei der Schalldämmung und die Mineralwolle bei der Wärmedämmung. Das selbe ginge aber wohl auch mit neueren Porenbetonsteinen, die ich aber seit meiner Kindheit hasse (Reißzwecke rein.....Reißzwecke raus :-(((

    Allerdings bringt auch der schönste Baustoff nix, wenn nicht auch alle anderen Komponenten drauf abgestimmt sind und, bei ihrer Selbstbauvariante, mind. genausowichtig, wenn das System nicht selbstbaufreundlich ist. Und hier wird es schwer einen guten und preiswerten Komplettanbieter zu finden oder sie kennen jmd. der ihnen ein individuelles System zusammenstellt.

    Viel Erfolg !
     
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Welches Mauerwerk für Selbstbau

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