Wie Baustahl vor Korrosion schützen

Diskutiere Wie Baustahl vor Korrosion schützen im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Baustahl gammelt in Küstenregionen der Tropen schneller weg wie man zuschauen kann, gut etwas übertrieben aber nach ein paar Jahren ( so 5-6 ) ist...

  1. #1 Akwaaba, 16.06.2017
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    Baustahl gammelt in Küstenregionen der Tropen schneller weg wie man zuschauen kann, gut etwas übertrieben aber nach ein paar Jahren ( so 5-6 ) ist selbst 1/2" Stahl durchgegammelt oder sogar ganz verschwunden. Feuchtwarme, Salzhaltige Luft kombiniert mit Wind ist halt nicht gerade das was die meißten Metalle mögen. Im Beton ist das etwas besser aber nur solange rundum mit Beton gedeckt. Wenn man mehrstöckig bauen will oder ähnliches und Stabstahl nach oben frei stehen lässt kann man zugucken wie der täglich die Farbe verändert. Wie kann ich das zumindest für ein paar Monate schützen ohne dass ich den weiterbau kompliziert mache?

    Ich komme auf 2 Möglichkeiten die machbar sind, aber keine finde ich jetzt die Superlösung.

    1. Bleimenige und alles freistehende inkl etwas Beton rund um die Stäbe streichen.
    2. Lötlampe und Zinn und alle frei stehende Stäbe verzinnen.

    Danke schonmal
     
  2. #2 simon84, 16.06.2017
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    Mit Fett einschmieren und mit Plastik abdecken ?
     
  3. #3 petra345, 17.06.2017
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    Alle die gegebenen Ratschläge haben den Nachteil, daß die Verbindung des Stahles mit dem weiterführenden Beton nicht zustande kommt. So geht das also nicht!
    Die Frage ist, ob man den Stahl mit Folien gegen diese Einflüsse schützen kann.
    Kunststoffabdeckungen der Stabenden sind hier wegen der Unfallgefahr sowieso bereits Standard

    Für den bereits eingebauten Stahl bleibt nur eine ausreichende Betondeckung, Beton mit ausreichendem Zementgehalt und vor allem ausreichend und lückenlos verdichten und nachbehandeln. Als ausreichende Betondeckung würde ich 50 mm ansehen.

    Der w/z-Wert sollte 0,55 nicht überschreiten. Die Verarbeitbarkeit muß dann mit Fließmittel erreicht werden.

    Ich vermute, daß viele dieser Bedingungen in Afrika nicht erfüllbar sind. Aber dann rostet der Stahl eben.
     
  4. #4 Manufact, 17.06.2017
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    Korrosiosschutztechnisch ist Bleimennige eine hervorragende Wahl (umweltmäßig: in BRD seit langem verboten).
    Die Haftfähigkeit zum Beton kann ich nicht beurteilen.
    Zinn ist illusorisch.

    @ Petra345
    Was halten Sie von einem mineralischen Korrosionsschutz (Weber, *****, Sakret,PCI, etc.)
     
  5. #5 bauspezi 45, 17.06.2017
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    Baustahl sollte nicht gegen Rost geschützt werde, brauch auch nicht !!

    das Schlüsselwort warum man das machen kann heißt Carbonatisierung

    es ist also wurscht ob der rostig ist oder nicht
     
  6. #6 Manufact, 17.06.2017
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    Hmm, ich gebe zu - ich als Dipl. - Ing. WW Korrosion lerne gerne dazu.

    Lieber Bauspatz, ich bitte um kurze GENAUE Erklärung warum ausgerechnet die Karbonatisierung dafür hilfreich ist ...
     
  7. #7 bauspezi 45, 17.06.2017
    Zuletzt bearbeitet: 17.06.2017
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    die können das besser erklären ... :-)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Carbonatisierung_(Beton)

    wer mal alte Bauteile aus Stahlbeton abgebrochen hat wird sich über den
    rostfreien Zustand der Bewehrung wundern,
    ist die Bewehrung nicht genügend eingebettet und wird Feucht rostet
    der Baustahl und drückt den Beton auseinander.
     
  8. #8 Manufact, 17.06.2017
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    Noch einmal:
    Das was beschrieben wird, ist - für Dich einfach ausgedrückt - die Luft reagiert mit dem Beton.
    Dieser ist vorher stark alkalisch und wird dann vom PH-Wert neutral.
    Stahl rostet in neutralen (und sauren) PH-Bereichen.

    Ja - aber was - hat das mit dem schon Anfangs rostigen Stahl zu tun? :mega_lol:
     
  9. #9 bauspezi 45, 17.06.2017
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    Die Bewehrung von Stahlbetonteilen ist durch die vollständige Umhüllung von Beton geschützt. Bei der Hydradation des Zements entsteht Calziumhydroxid. Dieses ist verantwortlich für die hohe Alkalität des Zementsteins mit einem ph-Wert ≥ 12. Es schützt den Stahl vor dem Rosten (der Korrosion). Calziumhydoxid nimmt jedoch im Lauf der Zeit Kohlensäure aus der Luft auf, was ein Absenken des pH-Werts auf etwa 9 zufolge hat. Im Bereich des dann karbonatisierten Betons ist der Schutz vor Feuchtigkeit, CO2 und sauren Lösungen nicht mehr gegeben. Die Folge ist, z.B. bei Außenbauteilen, die dem Schlagregen ausgesetzt sind oder bei häufig wiederkehrender hoher Luftfeuchtigkeit, dass die Bewehrung oberflächlich rosten kann, was mit einer Volumenvergrößerung und – bei Behinderung – mit einem Absprengen der Betonüberdeckung verbunden ist.
     
  10. #10 Manufact, 17.06.2017
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    Also Baukrähe:

    Da ragen Bewehrungsstähle aus dem Bauwerk (ist halt noch nicht fertig - kann in Afrika ja mal gelegentlich vorkommen ) :konfusius

    Diese Bewehrungsstähle werden durch den Einfluß der chloridhaltigen Meeresluft (SALZ) verstärkt durch Korrosion angegriffen.

    Herr Akwaaba möchte also nun wissen, mit welchen - ich vermute mal billigen und vor Ort erhältlichen - Mitteln / und oder Maßnahmen diese Korrosion des FREILIGENDEN!!!! Bewehrungsstahls auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden kann.

    Deine ... Kommentare gehen zu 100% an der Frage vorbei!!

    [Beitrag bearbeitet]
     
  11. #11 Andybaut, 17.06.2017
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  12. #12 Manufact, 17.06.2017
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    @andy
    billiges Zinkspray hat kaum Haftung auf dem Stahl... - könnte aber nach ein paar Monaten so weit abgewittert sein, das genug Haftung vorhanden ist.
    Bleimennige schützt gegen Korrosion durch Bildung von Bleiseifen - nicht gut für die Haftung.

    Es gibt verzinkte Bewehrungsstähle - aber in Afrika? ... :bierchen:

    Was hundert% funktionieren würde ist Zinklamellenspray (kostet die Dose ja nur 18 Euronen) ...

    Möglich wäre VIELLEICHT:
    1. Genaues Abwaschen der Chloridionen mit viel Wasser
    2. Aufpinseln von Phosphorsäure 85%

    Die Salzrückstände werden sicherlich durch das feuchte Klima schnell abgewaschen, vielleicht hält die dünne EIsenphosphatschicht 2 Monate durch..
     
  13. #13 simon84, 17.06.2017
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    Mit zähem Fett einschmieren hat folgende Vorteile:

    Schmilzt nicht bei 50-60 Grad bei Wahl des richtigen Materials
    Einfach durch Helfer aufzutragen (Pinsel, Eimer)
    Einfach zu schützen (Dicke Baufolie drüber und mit Kabelbinder, Bandschellen, Ziegeln festmachen)
    Einfach beim Weiterbauen zu entfernen (Benzin)

    Von daher wäre das in dem Fall mein Favorit.
     
  14. #14 simon84, 17.06.2017
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    Phosphorsäure bildet auf leicht rostigem Stahl eine schöne schwarze Schutzschicht.
    Auf blankem Stahl bin ich von der Wirkung leider nicht überzeugt! Das bringt fast nix !
     
  15. #15 Manufact, 17.06.2017
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    Bewehrungsstahl in Salzluft hat IMMER eine Korrosionsschicht.
    Die Frage ist eher, wie lange die die - mitunder brüchige Fe3PO4-Schicht - der weiterhin bestehend Cl-Ionen Belastung widerstehen kann.
     
  16. #16 Baggerbedrieb, 17.07.2017
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    Es werden doch allerhand Stahlteile mit roter Rostschutzfarbe in Betonbauteile eingearbeitet. Wäre das für die "paar" Eisenstummel nicht auch eine Lösung?
     
Thema: Wie Baustahl vor Korrosion schützen
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