Wie schütze ich einen Keller gegen eindringende Feuchtigkeit/Wasser?

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  1. #1 ARGE "Bauexpertenforum", 16. Oktober 2005
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    Das an den Keller angrenzende Erdreich enthält Feuchtigkeit in tropfbarer oder flüssiger Form. Damit es nicht zu Feuchtigkeitsschäden im Keller kommt, müssen die Kelleraußenwände und die Sohle gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden. Dies geschieht in der Regel durch eine auf der Kelleraußenseite angebrachte Abdichtung. Bei der Abdichtung ist der Lastfall zu berücksichtigen.

    Was unter Lastfall im Sinne der DIN 18 195, Teil 4 - 6, zu verstehen ist, wird im nachfolgenden Link mit Bildern veranschaulicht:

    http://www.remmers.de/Lastfaelle.3550.0.html

    oder unter Bauwerksabdichtung-Himpe, hier:

    http://www.google.de/search?source=...fc7fc6046dab29&biw=1536&bih=788&pf=p&pdl=3000

    Leider werden bei der Abdichtung von Kellern häufig Fehler bei der Planung und/oder Ausführung begangen. Die Abdichtung von Kellern gilt als eines der schadensträchtigsten Gewerke am Bau. Nach der Rechtsprechung ( vgl. OLG Nürnberg in IBR 2005, 313 ) handelt es sich bei der Abdichtung um ein gefahrenträchtiges Schlüsselgewerk, das den Architekten zur sorgfältigen Überwachung der Arbeiten des ausführenden Unternehmers verpflichtet. Kommt der Architekt dieser Verpflichtung nicht oder nur unzulänglich nach, haftet er dem Bauherrn neben dem Unternehmer auf Schadensersatz.

    Zur Vermeidung von Fehlern bei der Ausführung der Abdichtung haben wir einige Links zusammengestellt.

    Den ersten Einstieg erhalten Sie durch die sehr gute und allgemeinverständliche Abhandlung von Mark Carden:

    http://sv-carden.de/abd_link.html

    sowie hier:

    http://www.dgfm.de/pdf-dateien/Kellerbroschuere/49638_DGFM_MB_Keller_final150dpi.pdf

    Einen ersten Überblick über die in Betracht kommenden Schadensursachen erhält man hier:

    http://www.remmers.de/html/de/s250.html

    Für die Abdichtung mit Bitumendickbeschichtung ( KMB ) ist die KMB-RiLi zu beachten.

    Zu beziehen unter: http://www.deutsche-bauchemie.de/index.php?id=215

    Unser bisheriger kostenfreier Link funktioniert nicht mehr. KMB RiLi muß jetzt in der neuen Ausgabe 2010 (!) gegen Vorauszahlung der Versandkosten bei der Deutschen Bauchemie erworben werden.

    Wie mit KMB abzudichten ist, wird schrittweise erklärt im nachstehenden Link am Beispiel der KMB von Deitermann ( KMB´s anderer Hersteller, wie Remmers usw. sind gleichartig zu verarbeiten ):

    http://www.sg-weber.de/bautenschutz...ussenabdichtung-richtig-ausgefuehrt.html#tab1

    Nach der wohl überwiegenden Meinung der Fachleute entspricht die Verwendung von KMB bei drückendem Wasser ( = aufstauendes Sickerwasser und Grundwasser ) nicht den anerkannten Regeln der Technik und bedarf als Sonderkonstruktion der ausdrücklichen Vereinbarung mit dem Bauherren. Für Grundwasser ergibt sich dies bereits aus dem Anhang 1 zur KMB-RiLi. Für aufstauendes Sickerwasser wird dies überwiegend entgegen der Zulassung in DIN 18 195-6 verneint ( zum Meinungsstand siehe Staudt-Seibel, Baurechtliche und -technische Themensammlung, Heft 2, Bauwerksabdichtung ).

    Für die Abdichtung mit flexiblen Dichtungsschlämmen ist zu beachten die RiLi für die Planung und Ausführung von Abdichtungen erdberührter Bauteile mit flexiblen Dichtungsschlämmen.

    Zur Abdichtung mit Bitumenbahnen wird verwiesen auf

    http://www.vdd-technische-regeln.de/bauwerksabdichtung-allgemeines.28350.htm

    Dort finden sich unter: > Flachdach > Detailskizzen 12 + 13 auch die immer wieder angefragten Lösungen für die Abdichtung von Problembereichen, wie z.B. Terrassentüren, Kaminanschlüsse usw.

    Achtung: Detailskizze 11 ist eine von der DIN 18 195 abweichende Sonderkonstruktion für barrierefreie Terrassentürausgänge ( Rollstuhl-fahrer !), die gegebenenfalls noch um eine vor der Tür angeordnete Rinne zu optimieren ist.

    Zu der häufig gestellten Frage, ob eine Weiße Wanne bei hochwertiger Nutzung ( z.B. Wohnraum im Kellergeschoß ) zusätzlich noch gegen Wasserdampfdiffusion abgedichtet werden muß, gilt:

    Unstreitig ist, daß die Perimeterdämmung an den Außenwänden vollflächig verklebt werden muß. Das hat aber andere Gründe: Wasserumspülte Wand bei Batzenverklebung. Dämmwirkung vermindert. Mit der vollflächigen Verklebung der Perimeterdämmung mit KMB ist allerdings gleichzeitig auch die Abdichtung gegen Wasserdampfdiffusion gegeben.

    Die Frage stellt sich also letztlich nur in Bezug auf die Bodenplatte. Es ist streitig, ob auch die Bodenplatte zusätzlich und gegebenenfalls wie gegen Wasserdampfdiffusion abgedichtet werden muß. Oswald u.a. sagen, daß nur in extremen Ausnahmefällen eine Abdichtung mit Schweißbahn erforderlich ist und ansonsten eine überlappend verlegte Folie ausreicht.

    Solange das nicht eindeutig geklärt ist, ist es in keinem Fall verkehrt, dem Bauherren die sichere Ausführung zu empfehlen. Dies auch im Hinblick auf die nicht sicher abzuschätzende nachstoßende Feuchte aus dem frischen Betonbauwerk bei der heutigen Schnellbauweise.

    Weitere Fragen beantworten wir gerne im Forum unter der Rubrik:
    " Abdichtungen im Kellerbereich ".

    Bauexpertenforum, Josef
     
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