Wieder einmal: Luft WP vs. Sole WP

Diskutiere Wieder einmal: Luft WP vs. Sole WP im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo liebe Forenmitglieder, vorneweg bitte ich um Entschuldigung das ich dieses Thema erneut aufgreife. Die Forumssuche ergab schon zahlreiche...

  1. #1 Hans Pfeffer, 27. März 2010
    Hans Pfeffer

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    Hallo liebe Forenmitglieder,

    vorneweg bitte ich um Entschuldigung das ich dieses Thema erneut aufgreife. Die Forumssuche ergab schon zahlreiche Antworten auf meine Fragen. Trotz allem muss ich nochmal nerven :-)

    Ich beabsichtige ein EFH zu bauen nach KFW 70 Standart. Beheizen möchte ich diese Hütte mit einer Wärmepumpe und einem Schwedenofen mit ca. 5 KW Heizleistung (nicht wasserfördernd). Die Fussbodenheizung soll insgesamt eine Fläche von 190 m² beheizen.

    Eine entsprechende Heizlastberechnung aufgrund vorliegender Daten (Energiepass und dgl.) ergab folgenden Energiebedarf:

    Heizlast: 7,1 KW

    Jahresengergiebedarf:
    Heizung: 15.217 kwh
    Warmwasser: 3.659 kwh
    Gesamt: 18.876 kwh

    Bei der Auswahl von Wärmepumpen kommen für mich nur eine SoleWP mit Tiefenbohrung (Fläche nicht möglich) oder eine Luft-Wasser WP in Frage.
    Grundsätzlich war ich immer einer großer Fan von einer Sole WP.

    Aufgrund der ermittelten Heizlast wäre bei einer Bohrung eine Mindestsondenlänge bei einer Entzugsleistung von 50W/Meter von138 Meter erforderlich.

    Die örtlichen Preise für die Bohrung belaufen sich auf 40-45 EUR/m netto.
    Mal grob angesetzt würden sich die Kosten bei mir auf ca. 8.000 EUR belaufen (incl. Baustelleinrichtung , Genehmigungen, Verfüllung usw.)

    Letztendlich ergibt die ganze Rechnerei in Bezug auf die Anschaffungskosten der gesamten Anlage, dass die Anschaffungskosten für eine SoleWP incl. Bohrung ca. 7.000 EUR teuerer ist als die Luft-WP.

    Eine überschlägige Rechnung eines Herstellers fuer beide Systeme (Sole / Luft) in Bezug auf die Heizlastberechnung ergäbe eine Armortisationszeit von fast 30 Jahren.

    Ist das Ganze nun wirklich eine Milchmädchenrechnung wo man als Bauherr sagen muss " es kann nur die Luft-WP" werden oder liegt tatsächlich ein Denkfehler meinerseits vor ?

    Danke fuer Eure Antworten
     
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  3. #2 Bauherr0910, 27. März 2010
    Bauherr0910

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    Das haben wir auch schon gehört bzw. vorgerechnet bekommen. Solebohrung lohnt sich bei Einfamilienhäusern anscheinend nicht (ausser Geld spielt keine Rolle!).
    Genauso soll sich Solar in Kombination mit einer (Luft/Wasser-)Wärmepumpe auch nicht lohnen?!
     
  4. #3 Skeptiker, 27. März 2010
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    Vorweg: Alle von Dir angegebenen Zahlen bis auf die Amortisationszeit decken sich mit meinen Erfahrungen vergleichbarer Objekte.

    Das andere lässt sich ja ganz einfach grob nachrechnen:

    Für 7000 € bekommst Du bei Deinem Versorger wieviel kwh Strom zum heutigen WP-Tarif? Diese Zahl geteilt durch die Differenz im Jahresverbrauch beider WP-Arten ergibt die Amortisationzeit in Jahren. Ich vermute eine deutlich kürzere Amortisationsdauer, habe das aber selbst noch nicht gerechnet.

    Zu betrachten wäre aber weiterhin auch die erwartete Lebensdauer der beiden Systeme. Nach wieviel Jahren muss die WP jeweils zu welchen Kosten erneuert werden?
     
  5. #4 Hans Pfeffer, 27. März 2010
    Hans Pfeffer

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    Hallo Skeptiker,

    danke fuers feedback.

    Ich habe die Energiekosten von drei Wärmepumpenherstellern berechnen lassen (Alpha Innotec, IDM, Weishaupt)

    Kriterien:
    Heizlastermittlung
    Klimazone: Raum München, Nürnberg, Regensburg
    aktuelle Stompreise Hochtarif, Niedrigtarif
    prozentualer Anteil Hochtarif

    Erfreulich ist wirklch, dass alle 3 Hersteller fast selbige Energiekosten pro Monat ermittelt haben.

    Sole: zwischen 50-60 EUR Monat
    Luft: zwischen 70-85 EUR Monat

    Ich will mich nicht auf 30 Jahre stützen. Das mag sehr hochgegriffen sein. Trotz allem , die Amoritsationszeit ist nicht "ohne".

    Gruss
    Hans
     
  6. #5 Skeptiker, 27. März 2010
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    Gemessen an den systembedingten durchschnittlichen Wirkungsgrad-Differenzen mag ich das nicht glauben. Das wären rd. 300 € / Jahr Differenz. Waren die Berechnungen nachvollziehbar?

    Und wie sieht's nach dem ersten Austausch der WP nach 12 - 15 Jahren aus?
     
  7. #6 Hans Pfeffer, 27. März 2010
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    ich kann es auch kaum glauben, aber selbst bei einer armorisationzeit von 20 jahren kommt man doch ins gruebeln..

    wp - austausch habe ich noch nicht ins kalkül gezogen....
     
  8. #7 Skeptiker, 27. März 2010
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    Die detailliert nachvollziehbare Berechnung steht also aus - schade.

    Solltest Du aber, denn die WPen leben nicht ewig und nach dem ersten Tausch steht die Sole WP deutlich besser da, weil die hohen Bohrkosten nicht wieder anfallen.

    Auch steigende Stromkosten verschieben die Verhältnisse zugunsten der Sole-WP. Aber ich weiß, steigende Stromkosten sind gaaaaaaanz unwahrscheinlich.

    Ganz überschläglich komme ich bei Euren Daten und einer moderaten Stromkostenerhöhung von jährlich 3 Prozent schon auf eine Amortissationszeit von eher 10 Jahren, allerdings ohne die anfallende Verzinsung und die Bafa-Förderung. Okay, Bafa gibt's für Luft eh nicht und für Sole wahrscheinlich auch in Kürze nicht mehr dank Regierungswechsel.
     
  9. #8 Hans Pfeffer, 27. März 2010
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    Du hast absolut recht.
    Detaillierte Berechnungen gibt es. Aber eben Herstellerunterschiedlich.

    Danke f. Dein "INPUT"
     
  10. #9 Achim Kaiser, 28. März 2010
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    Das ist ein festzustellender Trend (Luft <--> Sole -WP) der derzeit von der Industrie propagiert wird.

    Er hat natürlich auch verkaufstaktische Hintergründe. Motto : Lieber ne Luft-Wasser-WP verkauft als gar keine, wenn die Sole-Anlage das Budget sprengt.

    Richtig ausgelegt sind die Sole-Anlagen wesentlich stabiler was die Quellenseite angeht. Erdreichentzugstemperaturen sind nun mal wesentlich stabiler als die Aussenlufttemperaturen.
    In den Rechenmodellen werden bei den Luftmaschinen Durchschnittswerte angesetzt die wetterabhängig gewaltig abweichen können.
    Die diesjährige Winter *als Berechnungsgrundlage* würde ganz andere Werte bringen als die Wetterdaten der Winter der letzten Jahre davor.

    Knackige, langanhaltende Kälteperioden wirken sich bei ner Luftmaschine deutlich stärker aus auf den Gerätewirkungsgrad als bei einer Solemaschine.
    Wird eine Luftmaschine auf 100% Deckung ausgelegt ist ist sie richtig fett überdimensiniert (Blick in die Leistungskurve genügt, Pufferspeicher lässt grüßen oder ein tiefer Griff in die Anlagenhydraulik wird erforderlich....) .... wird sie auf 80 bis 85% Deckung ausgelegt dreht bei Wintern wie diesem der Stromzähler für die Elektroheizstäbe fleissig seine Runden .... und der EnEV-Nachweis sieht schon nicht mehr SO toll aus .... (aber *billig* samma)

    Nachdem Solebohrungen *teuer* sind wurde natürlich auch früher schon versucht Anlagen preislich zu *optimieren* und die Auslegungen der Solesonden wurde auf Kante genäht ... auch die sind diesen Winter teilweise knackig auf die Schnauze gefallen.

    Die ganzen Vergleichrechnungen hinken regelmäßig schon deswegen weil die *nichtsnutzigen* Verbrauchswerte des EnEV-Nachweises zu Grunde gelegt werden und nicht die tatsächliche Heizlast des Gebäudes und die ortlich auftretenden Temperaturen.

    Regelmäßig sieht die *Vergleichsrechnung* schon ganz anders aus wenn mit 30% höheren Verbauchskosten gerechnet wird ....
    - EnEV Nachweis geht von *durchschnittlich* 19 Grad Gebäudetemperatur
    aus
    - EnEV setzt eine sehr niedere Heizgrenze
    etc ...

    Wer es sich leisten kann und will fährt mit einer gut ausgelegten Sole-Anlage wesentlich stabiler in die Zukuft .... muss eben aber dafür einige Kröten mehr auf den Tisch blättern. (Vermutlich würde bei mir die Bohrung noch 10 bis 30 m länger ausfallen :) ).

    Wer mit engem Budget auskommen muss oder will nimmt die Luftpumpe ...

    Gruß
    Achim Kaiser
     
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  12. driver55

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    Wp...

    Kann den Ausführungen uneingeschränkt zustimmen.

    Eine "Luftpumpe" (KFW60 / 2008) stand bei uns nie zur Diskussion.

    In unseren Breitengraden ist die Amortisationszeit doch deutlich kürzer, denn die Sole-WP interessiert es nicht, ob's draussen +10°C oder -10°C hat, die LW-WP dagegen schon.

    Es werden sich aber sicherlich noch die Heizungsexperten melden.;)


    Ich sag's mal so: Ich habe nicht genügend Geld, um mir (auf den ersten Blick) "billiges" leisten zu können!
     
  13. R.B.

    R.B.

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    Noch kurz angemerkt,

    das Auslegungsproblem mit den 85% o.ä. trifft aber nur für LWP zu die ihre Leistung nicht regeln können. Bei einer Inverter ist das nicht der Fall, hier kann man nach Auslegungstemp. dimensionieren.
    Natürlich liefert eine LWP bei Minusgraden nicht die Effizienz wie eine Sole WP.

    Man sollte sich die Leistungsdaten der Maschinen schon genau anschauen.

    Im o.g. Fall würde ich zu einer 10kW LWP mit passender Hydraulik tendieren, vermutlich mit Puffer damit die Mindestlaufzeiten auch im Frühling noch passen, oder wenn´s etwas mehr kosten darf, zu einer Inverter die auf den Punkt dimensioniert wird.

    Ich hoffe die o.g. 7,1kW wurden nach EN12831 ermittelt und nicht aus dem EnEV Nachweis konstruiert. Sonst heisst es noch einmal hinsetzen und rechnen. 7kW bei 190m2...das kann passen, kann aber auch zu knapp sein. Dann muss halt der Ofen herhalten. :D

    Gruß
    Ralf
     
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