Wiederkehrend chemischer Geruch

Diskutiere Wiederkehrend chemischer Geruch im Baubiologie Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo zusammen, ich/wir haben schon einen längeren Leidensweg hinter uns und möchte gerne eure Meinung, Hilfe und Tipps hören. Wir sitzen in...

  1. #1 mitches, 14.02.2020
    mitches

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    Hallo zusammen,

    ich/wir haben schon einen längeren Leidensweg hinter uns und möchte gerne eure Meinung, Hilfe und Tipps hören.

    Wir sitzen in einer Mieteinheit seit ca. einem Jahr. Anfangs waren in diesem Raum keine Möbel. Von Anfang an roch es da aber chemisch. Dieser Geruch ist enorm schwer zu beschreiben. Er ist definitiv nicht "natürlich". Er ist auch nicht muffig, feucht - er ist eher trocken, unangenehm, nicht stechend und nach 10 bis 20 Sekunden hat man sich an den Geruch gewöhnt. Man muss raus gehen, frische Luft schnappen und wieder eintreten, um den Geruch erneut wahrzunehmen.

    Die Miteinheit ist in einem Neubau und zusammen mit dem Vermieter haben wir eine Begehung gemacht. Der Geruch wurde schnell festgestellt und da das Zimmer eine hohe Sonneneinstrahlung hat, wurde ´nach rund 10 Monaten der "Verdächtige" schnell ausfindig gemacht (per Laienurteil) - der Vinyl-Boden mitsamt dem Kleber.

    Der Boden wurde entfernt und ein Designer "Industrieboden" aufgetragen.

    Der Geruch aber ist noch immer da :-(
    Jetzt wollen wir den Vermieter aber nicht erneut belästigen, wäre irgendwie doof. Der Raum hat große Glasfenster - fast wie Schaufenster. Decken und Wände sind aus Beton mit weißer Farbe gestrichen (keine Silikat- oder Kalkfarbe). Es gibt zwei Trockenbauwände. In einer der Wand laufen Heizungs-, Warmwasser und Abwasserrohre. Ein Aufzugsschacht ist auch noch da, der ist aber komplett mit einer Betonmauer umschlossen.

    Der Geruch ist mal mehr und mal weniger intensiv und wird von verschiedenen Personen wahrgenommen. In den letzten 12 Monaten hat sich die Geruchsintensität nur sehr langsam vermindert von einer Skala 1-10, wobei 10 die größte Geruchsbelästigung darstellte, liegen wir jetzt bei 6 bis 7.

    Lüftet man durch, so riecht es nach kürzester Zeit erneut. So als ob ein Gas/Dampf diffundiert. Abluftkanäle gibt es lediglich im Bad mit direktem Ausgang an die Außenwand. Ansonsten ist alles dicht. Die Geruchsintensität unterscheidet sich nicht vom Sommer/Winter, Sonne/Regen, warm/kalt.

    Wir sind da nun echt mit unserem Latein am Ende. Wir haben - alles - abgerochen, aber keine Stelle mit einer höheren Intensität des Geruchs finden können.

    Meine Idee wäre es nun, Teile des Raumes mit "Malerplane" abzudichten (oder habt ihr eine bessere Idee?) und somit den Geruchsbereich näher definieren zu können.

    Achso - was manche Personen feststellen konnten: Trinkt man Kaffee, so intensiviert sich das Geruchsempfinden gegen diesen Geruch für ca. 20 Sekunden. Man "schmeckt" den Geruch geradezu.

    Unsere Fragen an Euch:
    • Kennt Ihr das - worauf können wir die Suche konzenrtieren?
    • Ist das Abdichten mit einer Malerplane sinnvoll?
    • Was ist von diesen Raumanalysen auf "Duftsoffe", die man selber durchführen kann, zu halten?
    • Was würdet ihr tun, um diesem Geruch auf die Spur zu kommen, bzw.
    • Was könnte die Ursache für einen "chemischen - trockenen" Geruch sein

    Vielen lieben Dank für Hinweise, Tipps und Anregungen!
    Mitches
     
  2. #2 Manufact, 14.02.2020
    Zuletzt bearbeitet: 14.02.2020
    Manufact

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    Bitte nicht böse sein:
    Geruchsinternet ist noch nicht so wirklich etabliert...

    Die Wahrscheinlichkeit dem Geruchsproblem auf die Schliche zu kommen ist - nach unserer professionellen Erfahrung - relativ gering.
    Wir hatten schon mehrere solche Probleme, von denen - bis auf eine Ausnahme - kein einziges zufriedenstellend gelöst werden konnte.
    Das zufriedenstellend gelöste Problem bedeutete eine komplette Kernsanierung der Wände und Fußböden des Objektes, inclusive Ausbau der FBH wegen der Dämmung.

    Wenn möglich : alsbald ausziehen.
    Ansonsten kann man - auf IHRE Kosten - munter weitermachen:
    Putz abschlagen, Estrich raus, Dichtungsmaterialien ersetzen, etc.

    By the way: was wurde denn als "Fußbodenbelag" genau verwendet?
     
  3. arch

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    Bisher seit ihr schon ganz gut vorgegangen, Klarheit wird wohl nur ein Baubiologische Messung bringen, diese kostet Geld. Die die mit der Unterteilung des Raumes finde prinzipiell eine gute Idee. Wenn ich suchen müsste, würde ich in der nähe der Warmen Leitungen suchen, da wärme das ausdampfen in der regel begünstigt. Der Geruch würde dann wahrscheinlich an Steckdosen und Schaltern aus der Wand treten vielleicht diese mal abkleben. Erst dann würde ich die Unterteilung des Raumes vor nehmen. Aber da es eine Mietwohnung ist, würde ich mir einfach eine neue suchen.
     
  4. #4 simon84, 14.02.2020
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    Die größte Oberfläche haben die Wände. Es gibt durchaus Kombinationen von Farben und Grundierungen die Gerüche auslösen können.
    Mit Plastikfolie abdecken kostet wenig, geht schnell, verursacht keinen Schaden.

    kann man probieren ob man da was eingrenzen kann (oder nicht)

    erwarte nicht zu viel davon
     
  5. #5 mitches, 14.02.2020
    mitches

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    Hallo und vielen lieben Dank für eure Antworten.

    Ein Auszug ist leider nicht so ohne weiteres möglich, da diese Mieteinheit mit Wohn- und Gewerbe kombiniert ist. Der Schaden für das Unternehmen wäre enorm, da jeder denken würde, wir hätten das Geschäft aufgegeben. Aber ja, die Gesundheit ist wichtiger, was letztlich auch dann den Ausschlag für die Entscheidung geben wird. Leichtfertig aber wird diese Entscheidung nicht fallen.

    Hat denn schon mal jemand mit dieses Tests hier Erfahrungen gemacht (ich darf noch keine Links posten)?
    luftanalyse-zentrum.de/
    umwelt-checks.de
    raumluft-analyse.de/raumluftanalysen?p=1
    mb-systemtechnik.de/de/VOC-Messung/VOC-Messgeraet.html

    Denn ein Geruch - wenn auch nicht natürlich - muss ja nicht immer giftig oder schädlich sein udn eine Schadstoffanalyse würden wir auf jeden Fall machen. Wenn ihr diese Selbsttests aber nicht empfehlen könnt, wisst ihr, was so eine Raumluftanalyse kostet?
     
  6. #6 mitches, 17.02.2020
    mitches

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    Kurze Zwischenmeldung.
    Habe eine verdächtige Trockenbauwand abgeklebt (die mit den Rohren). Also Steckdosen, Licht und den Stromkasten.
    Von einer Skala 1-10 hatte der Geruch vor der Maßnahme noch eine 7 erreicht. Nach dem Abdichten eine 3. Immerhin scheint der "Übeltäter identifiziert zu sein. Jetzt gilt es entweder die Wand abzudichten und/oder den Vermieter darüber informieren.

    Für die Steckdose habe ich mit Winddichte Dosen überlegt. Was offen bleibt, wird mit Spachtelmasse oder Silikon gefüllt.
    Die Ränder der Trockenbauwand werden mit einer Silikonfuge abgedichtet.

    Nur der Stromkasten macht mir Kopfzerbrechen. Davon sind zwei untereinander als Unterputz verbaut:
    hornbach.de/shop/Hager-Kommunikationsverteiler-Unterputz-weiss-VU36NW/6072259/artikel.html

    Keine Ahnung, wie man das abdichten kann. Vielleicht jemand von euch?
     
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  7. #7 simon84, 17.02.2020
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    Bild drüber hängen? Achtung bei der Befestigung Kabel etc.
     
  8. mitches

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    So, die abgehängte Trockenbauwand ist nun an den Kanten silikoniert - Schaun mer mal
     
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  9. mitches

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    Der Raum - und das ist bemerkenswert - entwickelt nun seinen eigenen Geruch, der nicht mehr chemisch, sondern "normal" riecht. Das bedeutet für uns, dass die Trockenbauwand - bzw. dass was dahinter verbaut ist - definitiv der Übeltäter ist.

    Frage an die Experten. Kann die Chemie dennoch aus einer (doppelten) Trockenbauwand austreten, oder sind wir vorerst sicher, bis weitere Maßnahmen ergriffen werden?
     
  10. simon84

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    Du hast schon eine feine Nase. Wenn du es nicht mehr riechst ist es nicht mehr da würde ich sagen
     
  11. arch

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    Freut mich, das es klappt. Wenn du es nicht mehr riechst, halte ich es auch für unwahrsheinlich, dass noch etwas in der 'Luft ist. Wie ich sagte, Klarheit bringt nur eine Messung. Eine technisch komplizierte Lösung, aber deswegen umso cooler, wäre ein Überdruckanlage, die Frischluft mit leichtem Überdruck in den Raum bläst, und in folge dessen ale Gerüche und Stoffe aus dem Raum "hinaus drücken". Ist natrülcih kaum praktikabel, aber das wird zum beispiel für Reinräume genutzt. Ich würde aber dein Thema als erledigt abhacken.
     
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