Wieso ist die Wand nass? Kondensat oder Haus kaputt?

Diskutiere Wieso ist die Wand nass? Kondensat oder Haus kaputt? im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Moin, vor knapp 2 Jahren habe ich unseren Keller (BJ 74) renoviert. Also neue Fliesen, Fensterscheiben, Elektro und so weiter. Ich war stolz wie...

  1. #1 JHerbert, 15.07.2021
    JHerbert

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    Moin,

    vor knapp 2 Jahren habe ich unseren Keller (BJ 74) renoviert. Also neue Fliesen, Fensterscheiben, Elektro und so weiter. Ich war stolz wie Bolle, dass wenigstens die paar Kellerräume in der alten Bruchbude einigermaßen ordentlich aussehen.

    Im ersten Jahr nach der Renovierung habe ich auch ein paar Abende da unten verbracht und mich gefreut. Seit dem Winter 20/21 war ich aber nur noch relativ selten im Keller und habe mich den unzähligen anderen Baustellen im/am Haus gewidmet. Klar, der Keller ist ja auch fertig! Denkste...

    Vor ein paar Tagen bin ich bei dem schwülen Wetter abends runter, um neues Bier zu holen und da stieg mir schon der Muffgeruch in die Nase. Ist mir vorher so noch nie aufgefallen, obwohl ich relativ oft neues Bier holen gehe ;)

    Lange suchen musste ich nicht, da erblickte ich das hier im Hobbykeller:

    1.jpg

    Was zur Hölle ist denn da los? Dringt da wegen der heftigen Regenfälle der letzten Wochen Wasser durch die Mauer? Oder ist das Kondensat an der (kalten) Innenwand? Im Keller sind's knapp 20°C und gefühlt 90% Luftfeuchte. Gelüftet wird hier praktisch nie.

    Glücklicherweise ist auf der anderen Seite der Wand ein begehbarer Lichtschacht, der dazu auch noch komplett überdacht ist. Also habe ich mir am nächsten Morgen einen Spaten geschnappt und den Bereich direkt hinter dem Wasserinferno bis zur Bodenplatte freigemacht.

    Was mir sofort aufgefallen ist: Die Erde ist bis zum Fundament wirklich furztrocken, vermutlich auch wegen der Überdachung des Lichtschachts. Außer bei heftigen Stürmen kommt da auch nie Regen hin. Die Mauer sieht an der Stelle eigentlich auch super aus. Ist ziemlich dick mit einer schwarzen Pampe beschmiert und am Fuß gibt es eine Hohlkehle, ebenfalls gestrichen. Laut Baubeschreibung ist das eine Stampfbetonwand mit 2 Lagen Bitumenpappe als Horizontalsperre und "Zementanstrich + 2facher Isolieranstrich" als vertikale Isolierung.

    Achja, das Grundwasser fängt ungefähr 5 m unter dem Kellerboden an.

    Als nächstes habe ich innen die Schimmeltapete entfernt und mal an einer extrem nassen Stelle die Mauer freigelegt. Die ersten 10 mm scheint irgendein Gipsputz auf der Wand zu sein, den man wie nassen Ton mit dem Fingernagel abschaben konnte, darunter relativ trockene 3-4 cm Zementputz - noch nicht sandig und noch fest an der Wand.

    Aus Jux habe ich dann mal mein billiges Feuchtigkeitsmessgerät an den oberen Putz und direkt danach an die freigelegte Mauer gehalten. Auf dem kletschnassen Putz zeigt es 33% (Ende der Skala), direkt auf der Betonmauer nur 18%. Die Mauer selbst fühlt sich auch subjektiv trocken an.

    Kann das wirklich "nur" ein Kondensatproblem sein? Mich wundert noch, dass in Wandnähe AUF den Bodenfliesen etwas Wasser stand, die Sockelfliesen aber komplett trocken und staubig waren.

    Insgesamt scheint das Wasser wirklich extrem schnell gekommen zu sein, vor knapp einer Woche war ich noch in dem Raum und habe absolut nichts gerochen oder gesehen.

    Wat nu? Direkt Experten einschalten oder erst mal weniger schwüles Wetter abwarten und gucken, ob das von selbst abtrocknet? Lüften kann man im Moment auch nicht wirklich, selbst nachts ist es im Keller ja fast kälter als draußen.
     
  2. BaUT

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    Sieht nicht nach Sommerkondensat aus. Die Waserränder lassen die Vermutung zu, dass es sich hier ursächlich um Durchfeuchtungen von außen handelt.
     
    Manufact gefällt das.
  3. #3 edgar22, 02.08.2021
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    Auf ganzer Länge der Heizung und dann von außen? Das wage ich zu bezweifeln. Der Gipsputz ist verdichtet, Kondens steht an, kann wegen unzureichender Belüftung nicht weg. Schlag den Putz an der Stelle ab, mach was diffusionsoffenes drauf. Lass das Fenster einen Spalt auf.

    Gruß
     
  4. #4 Manufact, 02.08.2021
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    Bin absolut der Meinung von @BaUT.
     
  5. BaUT

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    Ja - wäre mein erster Gedanke!
    Für die Details einer Sanierung bitte bei @Manufact anfragen.
     
  6. #6 Gartenhausbauer, 04.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 04.08.2021
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    Das sollte man im Sommer tunlichst unterlassen.
    Die durch die Fensteröffnung hineintretende warme Luft kühlt sich an den kälteren Mauern ab.
    Da warme Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann als kalte, holst du dir dadurch nur noch mehr Feuchtigkeit hinein

    Nimm eine kalte Flasche Bier aus dem Kühlschrank und lass sie ein paar Minuten stehen und beobachte, wie die Oberfläche nach einiger Zeit nass ist.
    Gleiches Prinzip wie offenes Kellerfenster im Sommer.

    Lüften solltest du dann, wenn es außen kälter ist als drinnen oder der Luftfeuchtigkeitsunterschied im Verhältnis zum Temperaturunterschied groß genug ist.
    Da gibt es Tabellen für.

    Abgesehen davon hat Gipsputz in Kellerräumen sowieso nichts verloren, da er sich bei hoher Luftfeuchtigkeit mit Wasser vollsaugt = stark erhöhte Schimmelgefahr.
    Interessant wäre in diesem Zusammenhang, ob der Gipsputz überall im Raum an der Wand ist oder nur an der betroffenen Wand, möglicherweise sogar nur an der feuchten/befallenen Stelle? Es gibt da ja so Spezialisten, die, wenn ihnen der Putzausgeht, einfach aufhören und den Rest dann mit einem Sack Gips, den sie noch da haben, zuschmieren.

    Was ist das eigentlich für ein schwarzer Streifen an der seitlichen Leibung des Fensters, ca. 1-2 cm über Fensterbankhöhe?
    SIeht auch wie ein Wasserrand aus.
    Übrigens sieht man einen solchen auch an der Rechten Wand. Direkt über den Sockelfließen ist die Tapete ca. 4 cm nach oben hin verfärbt.
    Außerdem ist die Silikonfuge zwischen Fensterbank und Fensterrahmen kaputt, bzw. weggerissen.
     
  7. BaUT

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    Genau - und von Mai bis September belieben die Fenster zu!
    Die bekommt jeder Mieter als Anhang zum Mietvertrag.
     
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