winddicht trotz unverputzter Aussenfugen??

Diskutiere winddicht trotz unverputzter Aussenfugen?? im Spezialthema: Wind- und Luftdicht Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, mein im Bau befindliches Haus hat Außenmauern aus unverzahnten Kalksandsteinen. Mein Bauträger sagt nun ich zitiere: Die Luftdichtigkeit...

  1. gefter

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    Hallo,

    mein im Bau befindliches Haus hat Außenmauern aus unverzahnten Kalksandsteinen. Mein Bauträger sagt nun ich zitiere: Die Luftdichtigkeit wird von innen laut DIN 4108-3 mit einer Putzschicht nach DIN 18550-2 hergestellt. Das WDVS stellt von außen eine Regensperre da, so daß laut vorgenannter DIN die raumseitige Abdichtung auch zugleich die Funktion der Windsperre übernimmt. Mit dieser Begründung will er die Fugen nicht zuziehen. Da ich durch die Fugen des Mauerwerks problemlos durchsehen kann, heißt das für mich der Wind kommt bis auf den Innenputz und kühlt den Putz aus. Da der Innenputz wg. des Estrichs nicht bis zur Sohlplatte bzw. bis zur Erdgeschossdecke gezogen ist, ist in diesem Bereich gar keine Windsperre vorhanden. Die Wandauslässe durchbrechen die Winddichte Schicht (Putz) ebenso. Ist diese Bauweise zulässig? Vielen Dank für fachkundige Antworten

    Gefter
     
  2. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    DAs WDVS

    darf nicht Lufthinterspült sein und die Luftdichte Gebäudehülle wird durch den vollflächigen Innennassputz erbracht. Stoßfugen im Mauerwerk bis 5mm breite sind Regelkonform.
     
  3. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Das was hier steht ist natürlich falsch...
     
  4. KPS.EF

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    Hallo gefter,

    Zuerst zum eventuell größeren Problem:

    Der nicht bis auf den Rohfußboden geführte Innenputz stellt erfahrungsgemäß die geforderte Luftdichtheit der thermischen Hülle nicht sicher, so dass ein Austausch zwischen Innen- und Außenluft zu befürchten ist. Auch das WDVS trägt kaum dazu bei, dies zu verhindern.

    Ein Blowerdoortest wäre dringend anzuraten!

    Nun zum vielleich "kleineren Übel":

    Auch ich halte Wärmedämm-Verbundsysteme auf Grund ihres konstruktiven Aufbaus bzgl. der Winddichtheits-Anforderung für sehr anfällig.

    In der täglichen Baupraxis werden Fragen nach einer funktionierenden Windichtheitsebene kaum gestellt. (Selbst den weitaus stärker reglementierten Luftdichtheitsanforderungen an die Bauhülle wird seitens der Planer, Bauausführung und Bauüberwachung viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt!)

    Eine kurze Anmerkung dazu:

    Sollte gegebenenfalls das WDVS vor dem Innenputz angebracht worden sein und es wird eine solche Differenzdruckprüfung durchgeführt, so könnten Sie eventuelle Winddichtheitsprobleme in der "Außenschale" gut nachweisen, gegebenenfalls auch mit Rauch / Nebel anschaulich visualisieren.

    Da in der Praxis solche speziellen Windichtheitsprüfungen der Dämmschicht kaum beauftragt werden, werden wohl auch wenig diesbzgl. Erfahrungswerte vorliegen.

    Auch ich hatte bisher nur ein derartiges Mess-Objekt (BDT in der DG-Wohnung eines Mehrfamilien-Neubauhauses mit WDVS aber noch nicht aufgebrachtem inneren Nassputz an einer KS-Giebelwand. Die Stossfugen mit einer mittleren Breite von ca. 2 mm wiesen während der Leckagesuche - bei 50 Pa Unterdruck - Luftströmungen von bis zu 2,8 m/s auf.

    MfG aus Erfurt

    KPS
     
  5. gefter

    gefter

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    Hallo,

    vielen Dank für die Antworten.

    Nun habe ich das Problem wie überzeuge ich den Bauleiter die Fugen zuzuziehen oder ein winddichtes WDVS einzusetzen.
    Gibt es irgendwelche DIN Vorschriften oder anerkannte Regeln des Bauhandwerks die dies vorschreiben?

    @robby Zitat:Das was hier steht ist natürlich falsch... :confused:
    falsch ist das der Putz nicht bis zur Sohlplatte geht???

    @KPS.EF BDT wird durchgeführt, natürlich leider erst nach Abschluß der Gesamtarbeiten. Wird dann die Undichtigkeit am nicht bis zum Boden gezogenen Putz trotz Estrich noch gefunden?
    Laut ENEV Gutachten Luftwechselrate n= 0,6 1/h müssen erreicht werden.
    Innenputz ist schon darauf und WDVS noch nicht, daher ist die Windichtheitsproblematik wohl nicht nachweisbar.

    Danke und Gruß
    gefter
     
  6. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Genau

    das der Putz nicht bis zur Bopl geht ist falsch
     
  7. #7 Herbert, 21.05.2007
    Herbert

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    senkrechte Fugen im Mauerwerk werden heute nicht mehr verfugt. Außen zu verputzen, wäre daher eine sinnvolle Maßnahme. Das WDV-System wird allerdings ebenfalls zur Windichtheit beitragen.

    Der Innenputz sollte bis unten gezogen werden. Mir gbegegnen regelmäßig Leckagen am Estrichrandstreifen.
     
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