Winddurchzug durch Dampfsperre

Diskutiere Winddurchzug durch Dampfsperre im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, in unserem EFH wurde die Dampfsperre von mir sorgfältigst und normgerecht angebracht. Danach wurde mit Gipskartonplatten beplankt,...

  1. Gast

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    Hallo, in unserem EFH wurde die Dampfsperre von mir sorgfältigst und normgerecht angebracht. Danach wurde mit Gipskartonplatten beplankt, gespachtelt und gestrichen. Nun habe ich in den letzten Tagen als es so windig war an der einzigen Stelle an der die Gipsplatten noch nicht vollständig dicht waren (Übergang Gipskartonabstellung am Kniestock zum Fensterbrett der Gaube) festgestellt daß dort ebenfalls ein Orkan tobt. Messungen haben ergeben, daß bei z.B. 5 Grad Außentemperatur innen lediglich 13 Grad Wandtemperatur vorherrschen (untere Ecke des Fensters am Fensterbrett gemessen, da wo die meiste Luft heraustritt). Dazu nun folgende Fragen:

    1) Ist eine solche Temperatur am unteren Fensterrand normal?

    2) Es liegt der Verdacht nahe, daß die Dampfsperre irgendwo beschädigt wurde. Wie finde ich heraus wo, ohne daß ich gleich die ganze Beplankung wieder abreißen muß? Schließlich kann das Loch ja überall im Dachbereich sein. Wärmebildkamera? IR-Thermometer?

    3) Falls 1=ja, ist es dann möglich, daß solche "Windströme" durch einen Trommelfelleffekt der absolut dichten Dampfsperre erzeugt werden? Durch den Orkan wurde ja die Dampfsperre mit Sicherheit mächtig in Bewegung versetzt. Das könnte dann ja einen Blasebalgeffekt verursacht haben, oder? Gleichzeitig wird die Wand hinter der Rigipsabstellung nicht so sehr erwärmt wie die restlichen Wände. Deswegen könnte die Luft dahinter noch recht kalt sein. Plausibel?

    Mauerwerksdaten: 1,25cm Rigips, 2,8cm Luft, Folie, 20cm Kalksandstein+14cm PS
     
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  3. #2 Wilhelm Wecker, 29. Oktober 2002
    Wilhelm Wecker

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    Hallo lieber Gast,

    mit dem fachgerechten Einbau scheint es doch nicht so recht geklappt zu haben. Um nähere Angaben machen zu können müßte man schon etwas mehr wissen:
    - wie sehen die Randabschlüsse aus?
    - welche Folie wurde verwendet?
    - wie wurden die Folienstöße verklebt?
    - auf welchem Untergrund ist die Folie befestigt?
    - ist die Folie dauerhaft dicht verklebt?
    - ist das Mauerwerk verputzt?
    - wie wurden die Fenster eingebaut?
    - wurden in die Gipskartonverkleidung Steckdosen eingebaut?
    - wurden die Details geplant, oder dem Zufall überlassen?
    - ????????????????????????????

    Deine Fragen können erst bei näherem Aufschluß beantwortet werden. Die Leckage zu orten kommt gleich nach der Nadel im Heuhaufen. Der Einsatz von Spezialgerät kommt sicher nicht ganz billig. Vielleicht ist es auch nur der Folienanschluß im Bereich des Fensters. Ein Versuch wäre es wert hier mit der Schadensbekämpfung zu beginnen.

    Deine Trommeltheorie ist leicht gewagt, denn eigentlich dürfte der Wind innen überhaupt nicht ankommen - dafür ist die äußere Windsperre zuständig ! Also es gibt noch viel zu untersuchen - vielleicht kannst Du ein paar Bilder einstellen oder Anschlußdetails.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wilhelm Wecker
     
  4. JDB

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    Die 'Norm-Schimmelgefahr' beginnt bei 12.6° Oberflächentemperatur.
    Soll aber nicht heißen, daß es Grund zur Beruhigung gibt.

    Aber wahrscheinlich werden Sie damit eher leben wollen, als alles nocheinmal zurückzubauen...
     
  5. Gast

    Gast Gast

    Antworten

    1) Windichte Außenbahn? Verstehe ich nicht. Wie soll denn eine Unterspannbahn winddicht sein?

    2) Es wurde die Vario KM Klimamembran von Isover verwendet.
    3)Stöße wurden mit Sicrall verklebt.
    4) Anschlüsse ans Mauerwerk mit Primur und Latte.
    5) Folie wurde auf das Holz getackert. Dann wurden die Tackernadeln mit Rissan zugeklebt.
    6)Das Mauerwerk der Kniestockmauerung ist innen nicht verputzt, da ja eine Rigipskonstruktion davor kam.
    7)Die Fenster wurden mit Kompriband eingebaut, danach Butylkautschukband innen geklebt (Gaubenkonstruktion Holz).
    8)Ja, in die GiKa wurden Steckdosen eingebaut, allerdings vor der Folienschicht und ohne diese zu Beschädigen.
    9)Welche Details meinen Sie?
    10) meine Frage wurde nicht beantwortet wie ich die undichte Stelle am besten finden kann. Ich will nicht wissen WAS falsch gelaufen ist, sondern wie ich jetzt die Stelle finde WO es falsch gelaufen ist
     
  6. Ebel

    Ebel

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    Ein Blasebalgeffekt dürfte nicht vorliegen - denn 1. wird bei der Auswärtsbewegung warme Raumluft angesaugt und bei der Reinwärtsbewegung kommt die zurück, 2. sollte doch die Winddichtigkeit so groß sein, das der Blasebalgeffekt kaum vorhanden ist. Verdeckte Leckagen suchen macht sich am Besten bei kalter Außenluft mit Unterdruck und Wärmebildkamera, da an der Auftreffstelle der kalten Luft die Verkleidung abgekühlt wird. Die anderen Verfahren (Ultraschall, Nebel) sind wahrscheinlich nicht ganz so effektiv.
     
  7. Gast

    Gast Gast

    Was mag das kosten

    Was kostet so eine IR-Untersuchung ganz grob betrachtet (pro Stunde/pro Bild/pro Auftrag)??
     
  8. Herbert

    Herbert

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    Um die Kostenfrage zu klären,

    müsste ich wissen, wo Ihr Standort ist.
     
  9. MAB

    MAB Gast

    Na endlich

    Mein erster Widerspruch zu Herrn Ebel :)
    Nebel funktioniert ganz gut. OK; wir machen es einfach mit Zigaretten anstecken.

    Aber das Ganze kommt mir sehr eigenartig vor. Kann es sein, daß das Fenster selbst bzw. die Fensterbank nicht dicht ist?
     
  10. Ebel

    Ebel

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    Ich hatte nach der Beschreibung den Eindruck, daß der Ort der Undichtigkeitsstelle nicht mit dem Ort des Luftaustritts identisch ist. Wenn beide zusammenfallen geht Nebel gut - wenn nicht dann Thermographie mit Unterdruck.
     
  11. MAB

    MAB Gast

    Das ist der Knackpunkt

    Da sind die Grenzen der Beratung durch das Internet gezogen. Vieles klärt sich eben nur vor Ort.
     
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  13. Gast

    Gast Gast

    Ort des Geschehens ist

    Mainz. Kennen Sie dort jemanden?

    Ich vermute tatsächlich den Ort des Lufteintritts an anderer Stelle als am Austritt. Am Fenster tritt die Luft nur aus, weil wie gesagt die Fensterbank noch einen "Schlitz" an der Unterseite und einen ca. 1mm breiten Schlitz an der Seite hat (ist aus Holz). Diesen will ich noch mit Acryl schließen. Nun kommt auf der Nordseite des Daches an den Fensterbänken mindestens doppelt so viel Zug heraus als auf der Südseite an den Fensterbrettern. Daraus schließe ich, daß das Loch auf jeden Fall auf der Nordseite ist.

    Weiterhin wird natürlich auch ein Stück Entalphie mit dabei sein, denn so wie ich das verstehe ist es am unteren Ende eines Fensters immer am kältesten, oder? Wenn also oben 19,8 Grad dann kann es unten durchaus 17,8 Grad sein, oder?

    Undichtigkeit beim Fenster könnte ich mir nur so vorstellen, da das Fenster direkt auf der Holzrahmenkonstruktion der Gaube sitzt und nur an den beiden Seiten und oben mit Kompriband gedichtet wurde, kann es natürlich sein, daß sich das Holz unter dem Fenster gedreht hat o.ä. Aber dann müßte der Wind ja an der Dampfbremse vorbei und die Klebt besonders an den Fenstern doppelt und dreifach.

    Also, wer Leute kennt die in Mainz und Umgebung Thermografie machen, nur zu.
     
  14. Gast

    Gast Gast

Thema:

Winddurchzug durch Dampfsperre

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