Zweifach- vs. Dreifachverglasung im Altbau

Diskutiere Zweifach- vs. Dreifachverglasung im Altbau im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo, da zwei meiner Fenster nicht mehr aufgehen, habe ich das zum Anlass genommen, mir ein Angebot über neue Fenster incl. Rahmen machen zu...

  1. Sinz

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    Hallo,

    da zwei meiner Fenster nicht mehr aufgehen, habe ich das zum Anlass genommen, mir ein Angebot über neue Fenster incl. Rahmen machen zu lassen. Das Haus ist von 1980 mit Zweifachverglasung in Aluminiumrahmen; neue Wärmedämmung o.ä. ist nicht angedacht.

    Die Eckdaten der neuen Fenster:
    • VEKA Softline 82
    • Glas 4-16-4 mit Ug 1,1 W/m²
    Weiterhin habe ich mir die Aufpreise für Dreifach-Verglasung geben lassen (4-14-4-14-4; Ug 0,6). Da mir die Aufpreise für Dreifachverglasung sehr moderat erscheinen, tendiere ich dahin. Ich habe allerdings gelesen, dass Dreifachverglasung nicht nur Vorteile hat, sondern insbesondere auch zu Schimmel führen kann.

    Je nachdem, wo man liest, gehen die Meinung weit auseinander. Ich hoffe hier eher neutrale Meinungen zu bekommen, da keine Verkaufsabsicht.
     
  2. #2 Canyon99, 19.11.2017
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    Das ist genau die Frage, der ich mich im nächsten Jahr auch stellen muß… Nachdem die Kinder aus dem Haus sind und wir keine Lust auf große Wohnflächen/großen Garten mehr haben, wollen wir uns deutlich verkleinern und wieder zurück in die Stadt ziehen. Deshalb werden wir das Mehrfamilienhaus Baujahr 1975 meiner Frau umbauen. Die Fenster sollen komplett raus und auch ein größerer Anbau gemacht werden.

    Es sollen wieder Intern.-Fenster werden und nach dem was ich bisher so gehört habe, ist vielfach ist der Preis für Dreifachverglasungen ja oft nur um 10 – 15 % höher, der U-Wert meist aber deutlich geringer. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung dürfte daher laut Papier also so gut wie immer für dreifachverglaste Fenster sprechen, der Aufpreis scheint wirklich überschaubar.

    Allerdings habe ich auch so meine Bedenken. Hintergrund ist, daß wir die meisten Fenster des Hauses gegen bodentiefe DK-Fenster in Größe 2200 x 1100 austauschen möchten. Ich habe an der Stelle einfach Bedenken, daß die Beschläge allein aufgrund des deutlich größeren Gewichtes der Elemente sich da über die Jahre sich als Schwachpunkt erweisen könnten. Bedenken in die Richtung wurden auch bereits von einem Fachmann bestätigt, der seit 20 Jahren bei einem Fensterbauer in der Montage / Service beschäftigt ist. Der hält allein aus dem Grund eine gute 2-fach Verglasung für die aktuell noch bessere Wahl, gerade bei großen bodentiefen DK Elementen… ( Gilt nicht für HST Anlagen )

    Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Kosten-Nutzen Rechnung bei einem älteren Haus wirklich so eindeutig zu Gunsten der 3-fach Verglasung ausfällt. Nach dem was man so liest, betragen die anteiligen Wärmeverluste eines älteren Hauses über die Fenster ja nur ca. 20 – 25 %.

    Die Frage ist dann, ob man hier wirklich vom Wohnwert & Heizkosten einen nennenswerten Unterschied zwischen einer guten 2-fach und 3-fach Verglasung feststellen kann ( z.B. U-Wert Intern.-Fenster home pure Design 0,96 mit 2-fach und 0,71 mit 3-fach ). Außerdem wird auch immer wieder genannt, daß eine 3-Fach Verglasung deutlich weniger solare Gewinne zulässt, also gerade in der Übergangszeit nachteilig wäre.

    Ein Vollwärmeschutz für das Haus kommt für uns NICHT in Frage, die Heizung wurde bereits auf eine Gasbrennwerttherme umgestellt und im Rahmen des Umbaus werde ich auf Fußbodenheizung – System Joco – umstellen. Werde allenfalls noch aus optischen Gründen auf die Fassade einen 3-5cm Wärmedämmputz + 2mm Scheibenoberputz aufbringen lassen.

    Bezgl. des von dir genannten Schimmels hätte ich nur dann Bedenken, wenn man Fenster komplett tauschen und gleichzeitig das Haus komplett dämmen würde ohne ein ausreichendes Lüftungskonzept zu realisieren. Das scheint dann gerade in von Mietern bewohnten Objekten problematisch… ;)(Ist zumindest unsere Erfahrung ).
     
  3. Sinz

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    Ja, die Größenordnung passt.
    Ich weiß nicht, wie lange ich das Haus noch halten werde. Für mich ist das eher ein Verkaufsargument, wenn das Haus dreifach verglast ist.
     
  4. #4 Canyon99, 19.11.2017
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    Ja, das kann man so sehen und ist sicher ein Argument. Die Frage ist halt einfach, ist das wirklich mit der 3-fach Verglasung energetisch sinnvoll bei einem normal gebautem Haus z.B. mit 30er Poroton-Ziegel. Bei Passivhaus-Standard der Wände würde ich da nicht drüber nachdenken.

    Und handle ich mir dann systemisch nicht auch ein paar Nachteile ein, die im Zweifel höher zu gewichten sind, als ein paar ersparte Euros beim Gas/Heizöl. Z.B. finde ich gerade in der Übergangszeit sind die solaren Energiegewinne durch große Fensterflächen nicht zu unterschätzen. Hier ist 3-fach im Nachteil.

    Und wir haben aktuell in unserem vor 18 Jahren neu gebauten Haus schon 2-fach verglaste, bodenhohe DK-Türen in 2200 x 1100. Viel Licht, aber die Beschläge - Roto Markenbeschläge - sind mit dem Gewicht schon ganz schön gefordert. Nochmal ne Glasscheibe mehr sollte man über die Lebenszeit von 30-40 Jahren nicht unterschätzen.

    Ich bin mir also nicht sicher, was ich machen werde. Preislich macht es nicht den großen Unterschied auf 3-fach zu gehen, aber macht es bei den konkreten Gegebenheiten auch Sinn ??:confused:
     
  5. Sinz

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    Ich würde gerne mal wissen, wie viel das ausmacht. Ansonsten hoffe ich auf Käufer, bei denen einfach 3fach immer besser als 2fach ist... ;-)
    Da mache ich mir eigentlich keine Sorgen. Wenn ich Fenster komplett (d.h. Fenster, Rahmen, Beschläge und Einbau) kaufe, erwarte ich, dass das alles aufeinander abgestimmt ist.
    Ja, da erwarte ich hier auch noch paar Hinweise...
     
  6. #6 Kasi, 19.11.2017
    Zuletzt bearbeitet: 19.11.2017
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    Gut geplantes und ausgeführtes Dämmen komplettiert zusätzlich zu Fenstertausch eingentlich eine energetische Sanierung, wird hingegen nicht gedämmt, sind in vielen Fällen plötzlich nicht mehr die Scheiben die kältesten Stellen in den Räumen, sondern die Wände (bzw Wandecken). ... deswegen "schimmelt" es urplötzlich in manchen Whg nach dem Fenstertausch ohne Veränderung des Lüftungsverhaltens obwohl das dort vorher nie ein Problem war...
    Das Lüftungskonzept ist nach DIN 1946-6 vorgesehen bei Austausch von mehr als 1/3 der Fensterfläche.
     
  7. #7 Leser112, 20.11.2017
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    Fenster sollten hinsichtlich Kondensation stets eine Sollbruchstelle darstellen, andernfalls kann es zu Schimmelbildung und überhöhtem Energieverbrauch kommen, wenn Kondensat in den Wänden landet.
    Uw > U-Wert Außenbauteile.
     
  8. #8 Canyon99, 20.11.2017
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    Guter Punkt von @Kasi & @Leser112
    Möchte mir wie der TE auf jeden Fall keine Probleme einhandeln, andererseits aber auch die modernsten & besten Fenster einbauen. ;) Wenn ich also z.B. auf 3-fach verglaste Intern.-Fenster gehe, liegt der Uw-Wert der Fenster - KF410 home pure - laut Hersteller bei 0,71.

    Mein Wandaufbau aus 1975 sieht wie folgt aus:
    - 10mm Gipsputz MP75
    - 300mm Poroton Ziegel
    - 20mm Münchner Rauhputz

    darauf sollen dann im Rahmen des Umbaus

    - 30mm Wärmedämmputz
    - 2-4 mm Scheibenputz

    kommen. Dann müsste ich laut U-Wert Rechner für die Bestandswand auf einen U-Wert von 0,58 kommen. Damit wären auch die neuen Fenster "kälter" als die Wände und die Feuchtigkeit würde damit ggf. am Fenster und NICHT auf der Wand auskondensieren.

    Wenn der Fensterbauer meine Bedenken bezgl. der Beschläge ausräumen kann, werde ich wahrscheinlich auch auf die 3-fach Verglasung gehen. :D
     
  9. #9 1958kos, 21.11.2017
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    Jetzt musst du der Luftfeuchtigkeit in der hintersten Ecke vom Zimmer nur noch bei bringen, das sie zum Fenster wandern soll.
     
  10. #10 Canyon99, 21.11.2017
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    Danke für den Hinweis :D In Verbindung mit einem normalen Lüftungsverhalten bin ich ganz zuversichtlich, daß uns diese "Erziehungsmaßnahme" gelingen wird. Der Post von @Leser112 war absolut berechtigt...
     
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