Zweischalige Außenwand mit oder ohne Luftschicht ?

Diskutiere Zweischalige Außenwand mit oder ohne Luftschicht ? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo, unser Architekt empfiehlt für den Bau unseres freistehenden EFH eine zweischalige Außenwand mit Kerndämmung als Wärmedämmung, also ohne...

  1. Frank1

    Frank1 Gast

    Hallo,
    unser Architekt empfiehlt für den Bau unseres freistehenden EFH eine zweischalige Außenwand mit Kerndämmung als Wärmedämmung, also ohne Luftschicht.

    Wir werden mit Kalksandstein bauen und das ganze verklinkern.

    Liegen wir mit einer Kerndämmung richtig, oder gibt es gravierende Nachteile ggü. einer Dämmung mit Luftschicht ?

    Vorab vielen Dank !!!
     
  2. #2 Thomas Praefcke, 22.12.2003
    Thomas Praefcke

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    Warum möchte der Architekt denn ohne Luftschicht bauen?

    Ein Problem ist, dass die zwei Schalen einen Abstand von maximal 15 cm haben dürfen. Die Luftschicht muss mindestens 4 cm dick sein. Mit etwas Reserve ergibt sich also eine maximale Dämmstärke von 10 cm.
     
  3. #3 C. Schwarze, 22.12.2003
    C. Schwarze

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    Das war einmal, es gibt neue mit Zulassung
    Baugewerbe 19/2003
    Neuer Universal-Maueranker für Einsatz im Dünnbetmörtel geprüft und zugelassen.
    Schalenabstand bis 170mm (20mm mehr als bei der DIN1053)
    Systembestandteil ist eine Klemmscheibe ISO-Clip mit Abtropfnase
    Zulassungsnummer nicht erwähnt

    Allgemeine Bauzeitung
    2. Luftschichtanker erlaubt 200mm Schalenabstand
    Zulassungsnummer Z-17.1-825
    Hersteller Bever GmbH
     
  4. IBS

    IBS Gast

    @ Frank 1

    womit begründet denn Ihr Architekt die vorgesehene Ausführung?

    @Thomas Praefke

    es sind wohl derzeit Luftschichtanker mit Zulassung von bis zu 200 mm auf dem Markt.
     
  5. Bruno

    Bruno

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    Wieso wird die Entscheidung des Architekten hinterfragt und eine Begründung verlangt? Er plant ganz einfach eine zweischalige Wand mit Kerndämmung nach DIN 1053-1:1996-11, Abschnitt 8.4.3.4. Nachteile lese ich aus der DIN nicht heraus.

    http://www.ziegel.de/html/Technik/TechnikFrame.htm

    editiert: es heißt DIN 1053, nicht 1055
     
  6. #6 Johannes, 23.12.2003
    Johannes

    Johannes

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    Zweischalige Außenwand

    Eine zweischalige Außenwand mit Kerndämmung entspricht bei entsprechender Ausführung der a.R.d.T, und bietet aus schall-brand-und feuchteschutztechnischen Gründen vielerlei Vorteile gegenüber anderen Wandaufbauten. Davon abgesehen, dass es mit den gewählten Baustoffen (KS-Steinen/bleibt die Frage nach dem eigentl. Wärmedämmstoff noch offen) auch ökologischen Ansprüchen genügen kann. ....u.s.w (Auch Bilder und Schränke lassen sich an solchen Wänden besser aufhängen :-) )
    Meines Wissens gibt es bei solchen Konstruktion ohnehin keine "Luftschicht", genauer sollte man sagen Hinterlüftung, da dies einem anderen Konstruktionsprinzip entspricht. Nämlich der hinterlüfteten Fassade, bei der für gewöhnlich eine vorgehängte Fassade, aus zumeist anderen Materialen (zb. Holzschalung) die Wärmedämmung vor Witterungseinflüssen (Jedoch nicht vor Feuchtigkeit von außen, daher ja auch die Hinterlüftung) schützt.
     
  7. #7 Carden, Mark, 23.12.2003
    Carden, Mark

    Carden, Mark Gast

    Meines Wissens gibt es bei solchen Konstruktion ohnehin keine "Luftschicht", genauer sollte man sagen Hinterlüftung, da dies einem anderen Konstruktionsprinzip entspricht.
    Hä, bitte?
    Die DIN 1053 spricht aber ganz klar von Luftschicht, dieses auch mit Recht. Verblenderschalen nehmen nicht nur Wasser auf, sonder es schlägt nach Sättigung und vermehrt auch unter Staudruck, Regenwasser durch die Verblendung und läuft dann Rückseitig ab. Die durchschlagende Regenmenge kann nach Sättigung der Verblender bis zu 5% der auftreffenden Regenmenge betragen – auch bei Hartbrand. Wenn nun die Verblendung mit Luftschicht Fachgerecht ausgeführt wurde, entsteht durch den unteren Lüftungs- / Wasseraustritts Fugen und den oberen Lüftungsfugen ein Kamineffekt, welcher zur Abtrocknung der Verblender Fassade beisteuert. Sollte nun eine Kerndämmplatte genommen werden, muss die hierfür auch zugelassen sein. Kerndämmung bedeutet bei Verwendung von Dämmplatten einen Fingerspalt von 2,0cm, wie ich im Blauen Forum schon hierzu geschrieben habe.
     
  8. #8 Johannes, 23.12.2003
    Johannes

    Johannes

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    Ok, die DIN 1053-1 beschreibt tatsächlich unter "Bauteilen und Konstruktionsdetails" (schon von "Bruno" erwähnt) zweischalige Außenwände mit Luftschicht und Wärmedämmung. (Wohlweißlich schrieb ich "meines Wissens").

    Trotz allem, diese DIN beschreibt auch die "Kerndämmung", und diese (um die es ja geht) darf per Definition ohne Luftschicht ausgeführt werden " (sofern, so nach DIN 1053, "der Wärmedämmstoff für diesen Anwendungsbereich genormt oder dessen Brauchbarkeit nach den bauaufsichtlichen Vorschriften nachgewiesen ist").

    Beide Ausführungsarten entsprechen wohl der a.a.R.d.T.

    Für das Abwägen, welche denn nun die bessere Variante sei, müssten die Randbedingungen (z.B. ist die Wand häufig Schlagregen ausgesetzt) vor Ort bekannt sein, und das sind sie nicht.
     
  9. #9 C. Schwarze, 23.12.2003
    C. Schwarze

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    Bei der Variante ohne Luftschicht und mit Dämmung fingerbreit am Klinker kann durch schlecht vermeidbare Mörtelwulsten Feuchtigkeit in die Dämmung gelangen.
    Hubert Reichert, Bildkommentar zur DIN 1953-1.
     
  10. mls

    mls Bauexpertenforum

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    warum sollte sich die frage nach dem sinn oder unsinn einer kerndämmung nicht stellen?
    ich finde das berechtigt. nur weil kerndämmung in einer norm beschrieben steht, bedeutet das noch lange nicht, dass es sich dabei um die ultimative lösung handelt.
    wer die geschichte von normen kennt, kennt auch den unterschied zwischen regel der technik und stand der technik.
    verwunderlich finde ich allerdings, dass der bauherr nicht seinen architekten nach vor- und nachteilen fragt.
    kann er nicht - oder will er nicht? ;)
     
  11. Bruno

    Bruno

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    Markus, mich hat nur die Tendenz der Frage "Wie begründet denn der Architekt ..." gestört. Begründungen sind dann gefragt, wenn von anerkannten Regeln der Technik abgewichen und Neuland betreten wird. Das ist hier nicht der Fall.

    Ich sehe nur, dass der Architekt seinem Bauherrn 2 qm mehr Wohnfläche bei gleichen Außenmaßen beschert, ohne Risiko. Oder einfach mehr Dämmung.

    Die Mörtelwulste, die C. Schwarze anführt, sind zu vermeiden. Sie wären auch bei einer Hinterlüftung abträglich.

    Ich bin nicht unbedingt DIN-Normen-Fan, aber bei der 1053 aus dem Jahr 1996, bautechnisch eingeführt, handelt es sich nicht mehr nur um ein "Experiment", das absolute Hochtechnologie beschreibt (=Stand der Technik).
     
  12. #12 C. Schwarze, 25.12.2003
    C. Schwarze

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    Wenn Feuchtigkeit (Tagwasser, Neubaufeuchte, Schlagregen)nur durch die Fugen nach aussen diffundieren kann, kann ggf. beim späteren Feuchtetransport zurück Ausblühungen an Aussenseiten austreten.

    Man kann die 2qm auch durch breitere Innentüren kompensieren.
    Das wäre auch mit dem AOK-Chopper Alten- und Behindertengerechter.
     
  13. #13 Guenstigbauer, 24.08.2004
    Guenstigbauer

    Guenstigbauer Gast

    Ich möchte dieses Thema nochmal aufgreifen, weil ich gerade meinen eigenen Bau plane, und mich das Thema deshalb natürlich interessiert.

    Grundsätzlich möchte ich einmal anmerken, das ich´s schade finden, das solche Themen hier im Forum oft "zerredet" werden. Wenn man immer seinen Architekten fragt, und alles abnickt was der einem erzählt, bräuchte keiner dieses Forum.

    Es geht doch gar nicht darum, dem Architekten zu misstrauen, sondern einfach darum, mal eine zusätzliche, fachkundige und objektive Meinung einzuholen. Oder um von Erfahrungswerten alter Bauprofis zu profitieren, denn es muss ja nicht jeder den gleichen Fehler machen.

    Das beide Konstruktionen zugelassen sind, und den Regeln der Technik entsprechen, steht wohl ausser Frage. Es geht nur darum, gegebenfalls unter Berücksichtigung gewisser Randbedingungen, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Konstruktion zu erfahren. Um dann auf dieser Grundlage, unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte, eine Entscheidungshilfe zu haben.
     
  14. #14 C. Schwarze, 26.08.2004
    C. Schwarze

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    Es sind noch weitere Konstruktionen zugelassen, wie etwa das Einschalige Verblendmauerwerk(37,5cm) und wie das 2-schalge Verblendmauerk mt Putzschicht dazwischen.
    Aber ich glaub kaum, das davon jemand etwas gehört hat, geschweige wissen wie der Aufbau zu sein hat.

    Um auf die Luftschicht zurückzukommen, sind die paar Ziegel und ein paar qm es Wert, auf "kostenlose" zusätzlicher Sicherheit zu verzichten?
    Falls es wie oben im Bild erläutert wird, Feuchtigkeit in die Dämmung kommen sollte, besteht ja nicht nur die Gefahr zu späteren Ausblühungen, sondern auch zu einer geringeren Dämmwirkung der Kerndämmung.
    Und je dichter der Bau, desto schneller der Einzug, desto mehr Feuchtigkeit ist vorhanden, und da sehe ich eben im Gegensatz zu Herrn Stubenrauch ein höheres Risiko.

    Und dann nützt die dickere Kerndämmung anstatt der Luftschicht auch nichts mehr. Und hat dann ggf. mehr Geld für weniger Nutzen ausgegen.
     
  15. fragen

    fragen Gast

    sollte man mal stellen

    in der Ursprungsfrage liegt eigentlich schon "fast" die Antwort
     
  16. fragen

    fragen Gast

    ...

    plötzlich abgehackt.

    Aus welchem Material wird denn die Vorsatzschale?
     
  17. Polier

    Polier Gast

    Immer Luftschicht

    Wer klar denken kann ,erkennt die Vorteile der Luftschicht beim Veblendmauerwerk.

    Polier
     
  18. #18 Carden. Mark, 26.08.2004
    Carden. Mark

    Carden. Mark

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    Die alte DIN 1053-1 : Mauerwerk - Teil 1: Berechnung und Ausführung erlaubte zum Beispiel keine Kerndämmung in Verbindung mit Hartbrandsteinen und / oder Keramikverblendern. Warum wohl? Auch wenn der Kaminfffekt der Luftschicht oftmals überschätzt wird da die meiste Feuchtigkeit durch die Fugen oder dem Stein wieder austritt, eine Luftschicht erhöht die Sicherheit. Wobei Hubert Reichert, Bildkommentar zur DIN 1953-1, Mattendämmung vorausgesetzt, sowieso falsch wäre. Auch bei Kerndämmung wird ein Fingerspalt von 2,0 cm gefordert.
     
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