Zwischensparrendämmung Fachwerkhaus 1990 ohne Dampfbremse

Diskutiere Zwischensparrendämmung Fachwerkhaus 1990 ohne Dampfbremse im Dach Forum im Bereich Neubau; Guten Tag zusammen, ich wohne in einem Altbau aus dem Jahr 1900 mit einer schönen Schiefereindeckung. Das Haus hat zwei Geschosse sowie einen...

  1. Chrissi232

    Chrissi232

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    Guten Tag zusammen,

    ich wohne in einem Altbau aus dem Jahr 1900 mit einer schönen Schiefereindeckung. Das Haus hat zwei Geschosse sowie einen unbeheizten und ungedämmten Dachboden.
    Leider ist das Obergeschoss im Winter deutlich kälter als das Erdgeschoss. Das Erdgeschoss ist massiv gebaut und verfügt über etwa 40 cm starke Wände. Das Obergeschoss hingegen ist als Fachwerk ausgeführt, die Wandstärke ist hier deutlich geringer.
    Zusätzlich ragt der ungedämmte Dachaufbau im Obergeschoss teilweise stark in die Wohnräume hinein. In diesen Bereichen ist es im Winter besonders kalt.

    Meine Überlegung ist daher, die Bereiche zwischen den Sparren, die in die Wohnräume hineinragen, mit Klemmfilz zu dämmen. Dabei würde ich jedoch eine Hinterlüftungsebene belassen, damit eventuell entstehendes Kondensat nach oben abgeführt werden kann.
    Der Abstand zwischen Sparren und Lattung beträgt etwa 13 cm. Wenn ich einen 6 cm starken Klemmfilz einbringe, bliebe noch ausreichend Abstand zur Lattung, sodass Feuchtigkeit nach oben hin abwandern könnte – zumindest ist das mein Gedanke.
    Raumseitig befinden sich Trockenbauplatten auf Spalierleisten, die mit Lehm verfüllt bzw. verputzt sind. Danach folgt der Hohlraum zwischen den Sparren. Auf der Außenseite besteht das Dach aus einer Schiefereindeckung, darunter einer Bitumenbahn und einer vollflächigen Holzschalung.
    Ich habe hierzu auch eine Skizze angefertigt und mit angehängt sowie ein Foto vom aktuellen Zustand des Daches. Die Räume zwischen den Sparren sind aktuell mit einem Holzbrett (Stirnbrett) vernagelt, wenn man diese öffnet kann in den Zwischesparrenbereich (Spalierleisten mit Lehm und Dachschalung) schauen bis ganz nach unten zu einem weiteren Stirnbrett an der Traufseite, welches jedoch nicht dicht verschlossen, sodass Luft zirkulieren kann.

    Vor einigen Jahren habe ich mich bereits mit der sogenannten Dämmsackverfahren beschäftigt, diesen Gedanken aber wieder verworfen. Zum einen gibt es nur wenige Fachfirmen, die dieses Verfahren anbieten. Zum anderen sehe ich es kritisch, da die Dämmsäcke Rand- und Eckbereiche möglicherweise nicht vollständig ausfüllen.
    Hinzu kommt, dass durch die Dacheindeckung teilweise spitze Nägel in den Dachraum hineinragen, sodass die Gefahr besteht, dass Dämmsäcke beschädigt werden könnten.

    Was mich etwas beruhigt: Vor einigen Jahren wurden auf einer Länge von etwa 2 Metern die Trockenbauplatten erneuert. Dabei hat der Trockenbauer bereits Klemmfilz in die Sparrenzwischenräume eingebracht – allerdings sehr stramm, sodass kein Hinterlüftungsraum verblieben ist.
    Bislang sind in diesem Bereich keine Feuchteschäden erkennbar. Auch vom Dachboden aus wirkt der eingebrachte Dämmstoff nicht feucht oder auffällig, soweit einsehbar. Allerdings ist natürlich denkbar, dass Feuchtigkeit derzeit noch über die angrenzenden, ungedämmten Bereiche entweichen kann und deshalb bislang keine Probleme sichtbar sind.

    Da die Räume im Obergeschoss deutlich kühler sind, möchten wir hier gerne energetisch nachbessern und die Wohnqualität verbessern. Sollte die Zwischensparrendämmung sinnvoll umsetzbar sein, wäre als nächster Schritt eine Dämmung der obersten Geschossdecke (z. B. per Einblasdämmung) geplant, sodass der Bereich über den Wohnräumen weitgehend gedämmt wäre.

    Eventuell habt ihr ein ähnliches Problem oder Problem gehabt oder seit Profis in diesem Gebiet, die mir eine realistische Einschätzung zu dem Vorhaben geben könnt. Ich wäre sehr dankbar für mögliche Ratschläge, Tipps oder alternative Vorschläge.
    Vielen dank im Voraus und viele Grüße
     

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  2. ToTi

    ToTi

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    Um diese Dachkonstruktion dämmfähig zu machen, benötigst du eine Belüftung an der Traufe und eine Entlüftung am First. Du hast beides nicht. Dazu kommt noch eine bituminöse Schalungsbahn, die einen enorm hohen Sperrwert hat. Mal ganz ehrlich, 6cm MW ist überhaupt nichts, da merkst du kaum einen Unterschied nachher. Wenn du es energetisch Verbessern willst, musst du wahrscheinlich an das Dach ran. Bei Schiefereindeckung habe ich aber da so meine Probleme mit, sowas umzudecken. Wie ist denn der Zustand der Dacheindeckung?
     
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