Zwischensparrendämmung

Diskutiere Zwischensparrendämmung im Dach Forum im Bereich Neubau; Wurde soeben von einem Bauherren mit der Thematik Polystyrol als Zwischensparrendämmung konfrontiert. Als ein mögliches Produkt war Styrotect-S im...

  1. bauworsch

    bauworsch Gast

    Wurde soeben von einem Bauherren mit der Thematik Polystyrol als Zwischensparrendämmung konfrontiert. Als ein mögliches Produkt war Styrotect-S im Gespräch. Ich habe nun keinerlei Erfahrung mit dieser Art der Dämmung. Wie ist Eure Meinung ( außer "so ein Zeugs würd ich da nie hinpopeln" ;) ) hierzu?? Ich bin ja Rockwoolfan, läuft da die Innovation an mir vorbei???
     
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  3. #2 Wilhelm Wecker, 3. Februar 2003
    Wilhelm Wecker

    Wilhelm Wecker

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    Nichts versäumt Robert.

    bitte bleib bei Deiner Einstellung. Meiner Meinung nach haben Polystyrolprodukte nichts am Dach verloren:

    - saumäßger Schallschutz, da hörst jeden - bitte verzeih den Ausdruck - Vogelfurtz
    - wehe es brennt !
    - die Montage wird immer idealisiert dargestellt, wo gibt es denn schon absolut parallele Sparren, möglichst glatt gehobelt und lackiert, wie ich dies auf der Bau(murks)messe gesehen habe
    - wehe das Bauholz schwindet
    - was machst Du beim Anschluß an Pfetten, Kehlen, Graten ?
    - sommerlicher Wärmeschutz = gleich 0,0000
    - frage doch mal nach dem TAV-Wert, dann mußt Du bei entsprechender Gleichwertigkeit mit beispielsweise Holzleichtbauplatten bis zu 1/2 m dick dämmen, um auf annähernd gleiche Werte zu kommen.
    - ich behaupte, Du bringst die Anschlüsse nicht dicht
    - Wärmebrücken vorprogrammiert

    Auf die Schnelle sind mir keine weiteren Gegenargumente eingefallen - ich rate meinen Bauherrn von derartigen Materialien die Finger zu lassen.

    mfg ww
     
  4. Schläfer

    Schläfer Gast

    Die Argumente sind zwar leicht zu widerlegen

    Aber im Ganzen stimmt es. Schallschutz stimmt nicht (IVPU hat die Zahlen), Paßgenauigkeit stimmt, Brandschutz stimmt laut offizieller Stellungnahme auch nicht (hier besser Feuerwehr fragen die hat andere - meiner Ansicht bessere- Meinung).

    Gerade zum Brandschutz: wenn PS brennt, isses weg, man sollte nur nicht drunter stehen. MiFa bleibt wahnsinnig lange heiß und brennt damit alles andere weg. Die feuerwehr bekommt davon die schwersten Verletzungen (nach Schaumglas).

    So einfach ist es also nicht.

    Dennoch bin ich derselben Meinung:

    Unter ein Steildach gehört Mineralfaser.
     
  5. #4 Wilhelm Wecker, 3. Februar 2003
    Wilhelm Wecker

    Wilhelm Wecker

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    Robert - bitte nicht einschläfern lassen

    Beim Schallschutz mag es schon sein, daß meine Darstellung nicht stimmt, denn ich muß zugeben, ich habe auch noch keinen Vogel fur...en hören.

    Dem Schläfer möchte ich im Brandfalle nicht einmal raten daneben zu stehen, respektive darunter zu schlafen, dann bist Du nämlich gleich weg vom Fenster. Noch bevor das PS brennt tropft es als heiße Brühe ab. Beim Brand entsteht schwarzer dichter Rauch und gefährliche Zersetzungsprodukte, die nicht eingeatmet werden dürfen.

    mfg ww
     
  6. NBasque

    NBasque

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    Paßgenauigkeit

    Wichtigstes Gegenargument ist wohl die mangelnde Passgenauigkeit, mit der der baustellenmäßige Einbau erfolgt. Da würde ich gerne anschließend eine Thermografie sehen
     
  7. R. Derdau

    R. Derdau

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    Ich bin bei der Entscheidungsfindung für unsere Zwischensparrendämmung.
    Ich möchte eine Dämmung in WLG035 einsetzen, die eine gute Schalldämmung hat und vor sommerlicher Wärme schützt. Natürlich soll es auch im normalen Kostenrahmen bleiben, also keine teuren Spezialprodukte.

    Was habt Ihr für Empfehlungen.

    Gruß
    Reinhard Derdau
     
  8. NBasque

    NBasque

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    Antwort an Herrn Derdau:
    Ganz einfach: Wenn Dach noch nicht geschlossen, auf jeden Fall auf die Sparren eine Lage rauhe Schalung, dann USB

    Zwischen den Sparren Steinwolle (Rockwool Flexirock).

    Wichtig ist anschließend eine einwandfreie Luftdichtheitsschicht (Dampfbremse)
     
  9. mls

    mls Bauexpertenforum

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    flexirock ...

    soll es angeblich nur noch in wenigen breiten (57 o. 60?) geben - leider.
    kann das jemand bestätigen?
     
  10. bauworsch

    bauworsch Gast

    Danke für die Antworten

    So wie Herr Basque den Aufbau zuletzt beschrieben hat, ist der momentane Zustand. Der Vorteil an unserer Dachkonstruktion ist, dass keine schwierigen Details vorhanden sind, also eigentlich die gesamte Sparrenlänge problemlos durchgedämmt werden kann. Der Dachstuhl ist weiterhin aus KVH, aber nicht sichtbar. Die Maßgenauigkeit ist doch recht groß. Problem ist nur, dass es sich um ein Doppelhaus handelt und die Brandwand, entgegen den landläufigen Doppelhausplanungen, parallel zum First läuft. Diese ist Brandschutztechnisch schon ( fast ) nicht zu lösen. Und dann eben Polystyrol als Dämmung ??? Der Bauherr möchte die Dämmung evtl. als Eigenleistung ausführen und kriegt halt bei den üblichen "Dämmwollen" im wahrsten Sinn des Wortes die "Kretze". Deshalb die Überlegungen.
     
  11. #10 Wilhelm Wecker, 4. Februar 2003
    Wilhelm Wecker

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    Es geht auch etwas anders,

    Herr Derdau, Sie sollten einen möglichst diffusionsoffenen Dachaufbau wählen. Dann aber bitte weder Schalung noch USB (Unterspannbahn), sondern völlig diffusionsoffene Holzfaser-Unterdeckplatten 22 oder besser 35 mm oberhalb der Sparren verlegen, die gleichzeitig zum Wärmeschutz beitragen (WLG 045).

    Als Zwischensparrendämmung schlage ich meistens Holz-Leichtfaserplatten (WLG 040) als Dämmkeil vor, die jedoch wie schon mehrfach im Forum erwähnt, etwas kniffelig zum Einbauen sind. Denkbare Alternative sind Steinwollematten z.B. Klemmrock. Raumseitig ist eine Dampfbremse erforderlich, aber bitte keine "mitdenkende, intelligente" Folie, sondern möglichst Dampfbremspapier oder eine Schalungsbahn sd-Wert 2 - 3,5 m.

    Der gesamte Dachaufbau sollte einen sd-Wert von deutlich unter 10 m haben, dann gilt er als diffusionsoffen.

    Die genannten Materialien gehören zwar nicht der WLG 035 an, bieten aber hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz und bessere Schallschutzwerte als WLG-035-Produkte wie z.B. Mineralwolle.

    mfg ww
     
  12. bauworsch

    bauworsch Gast

    Hallo Willi

    das mit den USB´s sehe ich aus eigener Erfahrung ja auch mittlerweile kritischer an, nur mit Deinem Dachpapier auf der Innenseite, das krieg ich immer noch nicht so auf die Reihe. Als Alternative zur USB außendrauf, gerne, hat mein Vater schon `83 bei seinem Bau gemacht, aber innen?
     
  13. R. Derdau

    R. Derdau

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    Aussen sind schon DWD-Platten verlegt und es soll auch eine Vollsparrendämmung werden.

    NBasque, Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

    Gruß
    Reinhard Derdau
     
  14. #13 Wilhelm Wecker, 4. Februar 2003
    Wilhelm Wecker

    Wilhelm Wecker

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    Hallo Robert,

    Du hast schon recht, das mit "Vaters" Dachpapier ist besser auf der Dachschalung - falls vorhanden - aufgehoben. Alternativ gibt es ja ganz hervorragend zu verarbeitende "PES-Vlies mit Copolymer-Beschichtung", z.B. von Pavatex DSB 2.

    Hallo Herr Derdau,
    mit den DWD-Platten habe ich persönlich keine Erfahrung, insbesondere wegen sd-Wert und dergleichen. Wenn wie beschrieben eine unkomplizierte Dachgeometrie gegeben ist, dann kann man sich auch an die Dämmkeile heranwagen.


    Einen interessanten Beitrag zu Problemen mit Unterdeckplatten habe ich auf folgender Hompage gefunden:

    http://www.quadriga-news.de/website/index.php?StoryID=657

    mfg ww
     
  15. Gast360547

    Gast360547 Gast

    worschi, denk an die brandwand

    Moin,
    Robert, die Brandwand nicht außer 8 lassen! Das muß auch rauchdicht sein.
    Was hälst Du denn von Außen ein Produkt von Gutex oder Pavatex und als Zwischensparrendämmung was von Homatherm?
    Bringt Masse und damit auc hwass für den Hitzeschutz.
    Aber denk an die Brandwand.
    Grüße
    si
    Nebenbei: Wenn Schalung, dann muss eine UNterdeckbahn. Eine UNterspannbahn hängt frei.
     
  16. mls

    mls Bauexpertenforum

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    problem erkannt?

    die unterdeckplatten in dem bild der "dnq" sind nicht fachgerecht verlegt.
    alles klar? ;)
     
  17. Gast

    Gast Gast

    Warum

    @mls, Warum nicht richtig verlegt??
     
  18. NBasque

    NBasque

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    An MLS:
    Ja ist richtig: Flexirock gibt es nur noch mit 575 mm Breite und aufwärts. Außerdem leider nur in WLG 040.
     
  19. Gast360547

    Gast360547 Gast

    @ mls

    Moin,
    gib mal bidde linkaddi an :))
    si
     
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  21. jetter

    jetter

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    natürlich Mecklenburg
    Benutzertitelzusatz:
    Dat löppt
    @WW

    Der Artikel ist sehr sehr gut!
    Nur was hat das jetzt speziell mit Problemen bei Unterdeckplatten zu tun?
    Übrigens, wenn auch kurz so hat mls mal wieder :D den Kern der Sache getroffen.
    Ein Material ist nur so gut wie der Verarbeiter und seine Kenntnis über die Wirkungsweise - lediglich Prospektstudium hilft da nicht!
    Der Unterschied zwischen HWF und leichter MDF als Unterdeckung besteht übrigens darin, dass die HWF zu hohe Fecuhtigkeitsgehalte über den gesamten Querschnitt verteilt aufnimmt und die MDF aufgrund der höheren Dichte die Feuchte nur oberflächennah aufnimmt. Das zeigt sich auch darin, das sich die für Schimmelpilz relevanten Feuchtigkeitsgehalte an der Oberfläche von MDF schneller einstellen als bei HWF.
    Übrigens gut zu erkennen ist die Wasseraufnahme, wenn vergleichbare Dächer mit den beiden unterschiedlichen Unterdeckungen in den Regen kommen.
     
  22. mls

    mls Bauexpertenforum

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    ich meinte ...

    mit "dnq" ("die neue quadriga" im papierformat) den link von ww auf deren internetseite. ich darf doch nicht alles verraten :p

    das bild sollte die unterschrift haben: "wer lesen kann, is klar im vorteil" - hier hätte insbesondere das lesen der zulassung geholfen... etwas sachverstand ist auch nicht verkehrt.

    um das zu erläutern:
    der hohlraum zwischen mdf und dämmung is nich so der bringer :D
    nach einer dachöffnung (warum wohl?) würde ich mdf-platten auch nicht unter(!)lüften...
    aber über die vorteile der sparrenvolldämmung sind wir uns ja einig :)
     
Thema: Zwischensparrendämmung
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