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Kerndämmung in den Grundmauer? Und die Feuchtigkeit?

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  1. #1

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    Kerndämmung in den Grundmauer? Und die Feuchtigkeit?

    Hallo,
    ich habe mal eine Frage bezüglich Kerndämmung mit SLS 20 (mineralisch):

    Wir haben ein 100 Jahre altes Haus, Außenschale: Im Boden mit Bitumen und Styrodur versiegelt, oberirdisch verputzt und mit (undurchlässiger?) Fassadenfarbe gestrichen, 24 cm Vollziegel, 7 cm Luft, Innenschale 24 cm Vollziegel, difussionsoffen verputzt und gestrichen. Gemauertes Ringfundament, Lehmboden. Die Luftschicht geht bis in die Grundmauern und wir überlegen diese kernzudämmen.

    In Anbetracht der vielen "Warnungen " bezüglich sich sammelnder Feuchtigkeit in der Dämmungdie überall im Internet zu lesen sind frage mich nun mehrerlei:

    1) Oft wird vor Kondenswasser an der Innenwand der Außenmauer gewarnt, aber woher sollte Kondenswasser im Zwischenraum der Außenwand kommen, wenn es keine zirkulierende Luft gibt?

    2) Geht Schlagregen durch eine versiegelte Putzschicht und ein 24er Mauerwerk? (Die Fassade ist intakt). Oder könnte vielleicht Feuchte aus dem Fundament aufsteigen?

    3) Wandert etwaige Feuchte nicht in die Innenmauer und verdunstet dort oder folgt sie nicht der Schwerkraft und versickert im Fundament?

    4) Kennt irgendjemand hier einen Fall wo es zu durch Kerndämmung zu Bauschäden gekommen ist (ich finde im Internet ausschließlich hypothetische Abhandlungen)?

    5) Kennt irgendjemand einen Fall wo es wegen durchfeuchteter Kerndämmung zum Verlust der Dämmwirkung gekommen ist (ich finde im Internet auch diesbezüglich nur ausschließlich Hypothesen)?

    6) Was ist denn dann von dieser Studie zu halten: http://www.impulsprogramm.de/downloa...rndaemmung.pdf

    7) Ist das hydrophobe SLS20 gefährdet Feuchtigkeit zu speichern und so zur "Wärmebrücke" zu werden? Wir geht das bei einem silikonbeschichteten, wasserabweisendem Stoff, dem zudem Kapilareigenschaften abgesprochen werden?

    8) Und falls der "schlimmste Fall" einträte, würde eine innen dauerhaft feuchte Grundmauer, die von außen mit Bitumen angestrichen ist und die in Höhe des Erdreichs eine Dachpappenschicht hat, wirklich Schaden nehmen? Welchen? (Sie ist übrigens zudem außen mit Noppenfolie und Styrdorplatten isoliert).

    Danke für Antworten!

    Und viele Grüße

    Frank
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  2. Kerndämmung in den Grundmauer? Und die Feuchtigkeit?

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  3. #2
    Bauexpertenforum
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    1. durch Diffusion und Niederschlag am Taupunkt.

    2. Odie Fassade ausreichend Schlagregenfest ist, nur vor Ort zu prüfen. Summe des abtrocknenden Wassers muss größer sein als die des aufnehmenden bei Wetterwechsel.
    Auch aufsteigende Feuchte im Mauerwerk ist natürlich möglich.

    3. Kommt auf die klimatischen Bedingungen an, evebtuell ist durch Feuchtebelastung und abkühlen der Bauteiloberfläche durch Feuchte eine erhöhte Kondensatbildung möglich. Wasser steigt auch kapillar gegen die Schwerkraft in Kapillaren auf.

    4. Ja (kommt auf die Rahmenbedingungen an)

    5. Als Folge von 4.

    6. Grundsatzdiskussion.

    7. Hydrophob bedeutet lediglich Wasserabweisend. Wo geht die eindringende Feuchte ansonsten hin?

    8. Objektabhängig und von Lage und Art der Abdichtungsmaßnahmen abhängig.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die schnelle Antwort!

    Allerdings bleiben noch ein paar Fragen:

    1. Kondenswasser entsteht ja, wenn in der Luft gelöste Feuchtigkeit z.B. an an einer Fläche die kälter ist kondensiert (wie von Ihnen beschrieben). In einer kerngedämmten Schicht, zirkuliert aber keine Luft mehr, damit wird doch auch keine Feuchtigkeit zur Wand transportiert, oder?

    2. Die Fassade wurde geprüft und grundsätzlich für dicht befunden. Die aufsteigende Feuchtigkeit macht mir mehr Sorgen. Würde solch eine Feuchtigkeit, soweit sie existiert, die Dämmung oder die Mauer schädigen? Wenn ja, wie (immerhin stand die Mauer fast hundert Jahre weitgehend ungeschützt im Erdreich, bevor wir sie trockenlegten und hat davon auch keine nennenswerten Schäden davongetragen.

    3. Die Kapilarwirkung dürfte jedoch mehr die Mauer als die gekörnte Schüttung mit hydrophoben Material betreffen, oder? Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass in silikonbeschichtetem Glasgranulat Feuchtigkeit weit hochsteigt. Dann wäre die Mauer zwar feucht, würde aber wohl nicht allzu viel Feuchtigkeit an die hydrophobe Schüttung abgeben. Oder mache ich einen Gedankenfehler?

    4. Was für ein Schaden war das denn?

    6. Heißt das, dass es eine Glaubensfrage ist?

    7. Siehe 3) sie sinkt ab, weil das Material sie nicht speichert und versickert im Fundament bzw. durch die Innenwand wo sie dann verdunstet. Nicht?

    8. Die Abdichtmaßnahmen habe ich ja beschrieben (Bitumen 2 fach, Noppenfolie, Styrodur, Kies und Drainage), Unterseite wie beim Bau vor 100 Jahren (Ringfundament, Reste von Dachpappe).

    Würde mich über Ergänzunen sehr freuen.

    Vielen Dank

    Gruß


    Frank
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  5. #4
    Bauexpertenforum
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    1. Dafür braucht es keine Zirkulation. Feuchte bewegt sich von der tats. feuchteren zur tats. trockeneren Umgebung auch durch Bauteile ohne Zirkulation hindurch (Beispiel wären Beispielsweise atmungsaktive Kleidungsstücke)

    2. Wie geprüft? Menge der absorbierenden Feuchte während periodischer Feuchteeinwirkung, und der abgebenden Feuchte in der Periode der abtrocknung gegenübergestellt? Zur Kapilarität von Baustoffen gibt es tonnenweise Literatur. Hängt von Bedingung und Baustoff ab. Eine Misslungene Abdichtungsmaßnahme kann mehr Schaden als nützen.

    3. Wo keine Kapillare da keine Kapillarität. Ander Feuchte im Hohlraum (durschlagendes Wasser kann immer vorkommen und wohin geht das?) ist nahezu nie auszuschliessen.

    4. Schaden durch durchschlagendes nicht abgeleitetes Wasser in Verblendschalen. Temperaturunterschiede durch Wärmebrücken mit Oberflächenverfärbungen, oder auch Schimmelbildung durch nachträglich geschaffene kritische Wärmebrücken durch Oberflächentemperaturveränderungen und punktuelle Wärmebrücken.

    6. Glauben tut man an höhere Mächte. Hier werden Aussagen und Umfragen gefiltert. Grundsatz heißt meist.

    7. Nein

    8. Angaben reichen nach wie vor nicht....
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  6. #5
    Themenstarter

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    Danke!

    Danke für die Antwort.

    Ich schließe daraus, dass Sie von einer Kerndämmung absehen würden und die Studie unter 6) für nicht zutreffend halten.

    Welche Möglichkeit habe ich denn sonst in einer Jugenstilvilla, die Wände wärmer und und behaglicher zu bekommen und die Heizkosten zu optimieren?


    Gruß


    Frank
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  7. #6
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    Auch nicht ganz richtig interpretiert. Solche Maßnahmen sind zu planen und auf speziell dieses Objekt zuzuschneiden.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Überinterpretiert?

    Zitat Zitat von Robby Beitrag anzeigen
    Auch nicht ganz richtig interpretiert. Solche Maßnahmen sind zu planen und auf speziell dieses Objekt zuzuschneiden.
    Alles klar. Das versuche ich gerade.

    Ich bezog mich bei meiner Interpretation nur auf Ihrer Punkte 3) "Durchschlagendes Wasser ist nie auszuschließen" und Punkt 6) "Es trifft grundsätzlich nicht zu, dass "Freilandversuche und Messungen gezeigt haben, dass die Belüftung oder Nichtbelüftung der Hohlschicht keinerlei erkennbaren Einfluss auf den Feuchtegehalt der Vormauerschale haben", sowie Punkt 7) "Feuchtigkeit sinkt nicht ab und diffundiert nicht durch die offene Innenwand".

    Das ließ für mich eigentlich wenig bis keinen Interpretationsspielraum zu, wenn ich meine Immobilie nicht gefährden möchte.


    Mit freundlichem Gruß

    F.
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  9. #8
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    Schlussendlich alles Sache einer Untersuchung des Bestandes vor Ort, Nutzen- Kosten, machbarkeit und Schadenanfälligkeit genau bei diesem Objekt....
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  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  11. #9
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    Schade

    Zitat Zitat von Robby Beitrag anzeigen
    Schlussendlich alles Sache einer Untersuchung des Bestandes vor Ort, Nutzen- Kosten, machbarkeit und Schadenanfälligkeit genau bei diesem Objekt....
    Womit wir wohl an den Grenzen des Forums angekommen wären....
    Dennoch vielen Dank für die Antworten.


    Nichts desto trotz würde ich mich auch über weitere Antworten sehr freuen.
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  12. #10
    Boernie
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    Die Webseite http://www.kerndaemmung.net hat einige Fragen und Antworten, die hier ebenfalls diskutiert wurden aufgestellt. Vielleicht hilft die Seite Dir ja weiter.

    Aber grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass eine Überprüfung vor Ort durch einen Fachmann durch nichts ersetzt werden kann.

    MfG,
    Boerni
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