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Mineralwolle Dämmung-Alterungsbeständigkeit

Diskutiere Mineralwolle Dämmung-Alterungsbeständigkeit im Forum Holzrahmenbau / Holztafelbau auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Mineralwolle Dämmung-Alterungsbeständigkeit

    Guden,
    meine frage bezieht sich auf Holztafelbau Fertigwände mit Mineralwolle Dämmung, die bei vielen Hersteller 80% der Gebäudedämmung ausmachen.
    Die bekannten Hersteller von Mineralwolldämmung sprechen von Jahrzehnte langer Alterungsbeständigkeit,
    darunter versehe ich eine Haltbarkeit von max. 50 Jahren, was heißt das nun für die Holztafelbau Wand?
    Komplett Sanierung, demontage der Innen Beplankung und Austauch der innenliegenden Dämmung?
    Danach Wiederherstellung der luftdichten Dampfbremse Schicht!
    Meiner Meinung nach eine sehr kostspielige Lösung, oder liege ich da falsch?
    Die Problematik stehlt sich natürlich auch im Massivbau (Dachstuhl), ist aber bei weitem nicht so aufwendig!
    Gruß
    Michael
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  2. Mineralwolle Dämmung-Alterungsbeständigkeit

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  3. #2

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    "Die bekannten Hersteller von Mineralwolldämmung sprechen von Jahrzehnte langer Alterungsbeständigkeit"

    Hersteller drücken sich aus rechtlichen Gründen immer sehr vorsichtig aus. Dafür gibt es eine Reihe von Beispielen gerade bei Baumaterialien. In Wahrheit liegt die Lebenserwartung der betr. Materialien i.d.R. um ein Vielfaches höher. Konkret für diesen Fall:

    Mineralwolle ist nahezu unbegrenzt haltbar, da sie NICHT VERROTTET. Wie viele hundert Jahre möchtest Du werden? Selbst Pilzbefall beeindruckt Mineralwolle kaum, das benachbarte Holz allerdings schon. Folgender Vergleich von Mineralwolle mit sog. "ökologischen" Dämmmaterialien ist aufschlussreich:

    http://www.irb.fraunhofer.de/baufors...s=Mineralwolle
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  4. #3

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    Nur der Vollständigkeit halber:
    Wobei die Kunstharze, die zum "verkleben" der Fasern verwendet werden, sicherlich nicht unbegrenzt haltbar sind (im Gegensatz zu den Fasern da selbst).
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  5. #4

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    Zur Lebensdauer von Kunstharzen gibt es höchst unterschiedliche Angaben, je nachdem, wo sie wie verwendet und beansprucht werden. So werden Kunstharze in Außenputzen nur ca. 10 Jahre alt, auf Betonböden 15 Jahre, als "Mineralfasern" (da kann nur der Kunstharzzusatz gemeint sein) 40 Jahre, in belüfteter Mineralwolledämmung 100 Jahre. Wobei man erfährt, dass die Werte sehr stark differerieren können.

    Wie unsicher und geschätzt solche Angaben sind, kann man auch erkennen, wenn man die Zahlen für andere Materialien betrachtet. So soll Porenbeton 80 Jahre alt werden, Ziegel 100 Jahre, Hartholz in Außenwänden 80-100 Jahre und Weichholz nur 30 Jahre. Nun gibt es aber in Skandinavien Hunderte von Häusern aus Weichholzständerkonstruktionen (Ich meine nicht die noch älteren Blockhäuser), die bereits bis zu etwa 500 Jahren auf dem Buckel haben. Sogar Fassaden aus Fichtenbrettern gibt es, die schon 200 Jahre alt sind! Mit anderen Worten, solche Angaben in Tabellen beruhen oft auf Schätzungen oder auf unterstellte ungünstige Bedingungen. Für jeden Dämmstoff gilt: Er sollte trocken gehalten werden, dann "lebt" auch er "ewig" (betrifft alles, was nach meinem Tod passiert ).

    Noch eine Bemerkung zur Steinwolle: Sie wird zwar auch wie die Glaswolle mit Kunstharz ummantelt, aber sie benötigt das nicht unbedingt. Sie hat eine bessere Standfestigkeit von Natur aus.
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  6. #5
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    Vielen dank für eure Antworten!

    Zitat Zitat von Torsten Stodenb Beitrag anzeigen
    als "Mineralfasern" (da kann nur der Kunstharzzusatz gemeint sein) 40 Jahre, in belüfteter Mineralwolledämmung 100 Jahre.
    @ Torsten
    wo ist der Vorteil der Belüftung und was muss ich unter belüfteter Mineralwolledämmung verstehen, nach aussen Diffusionsoffen?


    Grüße Michael
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  7. #6
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    ach nochwas

    ist Steinwolle der Glaswolle vorzuziehen?
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  8. #7

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    Ich würde (die etwas teurere) Steinwolle dort nehmen, wo es nötig ist, z.B. aus Brandschutz- oder Stabilitätsgründen. Ansonsten kann man m.E. auch die günstigere Galswolle nehmen.
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  9. #8
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Und ...

    - für besseren Schallschutz und
    - für besseren sommerlichen Wärmeschutz bietet sich die Steinwolle auch an.
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  10. #9

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    Mit "belüftet" ist wohl eigentlich die damit erzielte Wirkung gemeint: Dringt irgendwo Feuchtigkeit in die Mineralwolle ein, kann sie auch wieder ablüften. Es geht hier also wie auch bei anderen Baumaterialien letztlich darum, das Material trocken zu halten, in erster Linie um Schimmelbildung zu vermeiden.

    Hinzu kommt aber, dass feuchtes Dämmmaterial schlechter dämmt.

    Manche Dämmwollen können auch, wenn sie zu nass werden, teilweise in sich zusammensacken, wodurch sich Dämmlücken ergeben würden. Das trifft hauptsächlich auf Dämmwollen organischen Ursprungs zu, also vor allem Zellulose und Hanf, um die wichtigsten zu nennen. Mineralwolle muss schon klatschnass sein, um durch das Gewicht des Wassers niedergedrückt zu werden.

    Wie auch immer, Anfeuchtungen oder sogar Durchfeuchtungen durch Wasserrohrbrüche oder langfristig durch Konvektion (Wasserdampf dringt aus feuchtem, warmem Raum durch Lücken in der luftdichten Ebene in die kältere Wand ein und kondensiert dort an der kältesten Ebene, der Begrenzung der Außenseite) können im Laufe der Jahre nie ganz ausgeschlossen werden. Für diesen Fall ist es wichtig, dass die Außenseite der Wand nicht wie die Innenseite luftdicht, sondern nur "winddicht" ist. Stärkerer Wind kann immer noch leicht in das Innere ziehen, aber vor allem kann sich im Bedarfsfall die Konvektion bis in die Außenluft jenseits der Wand fortsetzen, der Wasserdampf also die Wand komplett verlassen, weil er nicht an einer luftdichten Ebene aufgehalten wird und dort konsensieren kann.

    Damit dies nicht missverstanden wird: Mit Diffusion und Diffusionsoffenheit hat dies in Wahrheit nichts zu tun. Die Vorstellung, dass diffusionsoffene Wandbegrenzungen ausreichen, um das Innere der Wand trocken zu halten, oder sogar, um die Fensterlüftung reduzieren zu können, muss als pure Ideologie und oft als eine Werbemasche bezeichnet werden. Auf diese Weise können max 1-2% der Raumfeuchte nach draußen gelangen. Lüften kann und muss man also ausschließlich durch Fenster, Türen oder kontrollierter durch eine Lüftungsanlage!

    Aus diesem Allem folgt auch, dass die Innenseite einer Wand so luftdicht wie möglich ausgeführt werden sollte, NICHT diffusionsoffen. Eine Wand "atmet" nicht und man bekommt auch keine Beklemmungen in einem luftdichten Haus. Das ist ein Märchen, an das Viele glauben und steif und fest behaupten, sie hätten dies schon so erlebt. Nur wenn ich nie lüfte, werde ich mich natürlich nicht wohlfühlen - und die Wohnung wird auch unter zu hoher Feuchtigkeit leiden.

    Dennoch hat der Begriff der Diffusionsoffenheit seine Bedeutung. Und zwar für die Außenseite der Wand. Die soll immer diffusionsoffener sein als die Innenseite, weil die Temperatur im Haus im Mittel höher ist als die Temperatur draußen. Also kommt es darauf an, dass eventuelle Feuchtigkeit aus der Wand durch Diffusion oder zur Not durch Konvektion nach außen wandern kann.
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  11. #10
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    Danke erstmal für die ausführliche Erläuterung

    Zitat Zitat von Torsten Stodenb Beitrag anzeigen
    Für diesen Fall ist es wichtig, dass die Außenseite der Wand nicht wie die Innenseite luftdicht, sondern nur "winddicht" ist. Stärkerer Wind kann immer noch leicht in das Innere ziehen, aber vor allem kann sich im Bedarfsfall die Konvektion bis in die Außenluft jenseits der Wand fortsetzen, der Wasserdampf also die Wand komplett verlassen, weil er nicht an einer luftdichten Ebene aufgehalten wird und dort konsensieren kann.
    das der Wasserdampf/Feuchtigkeit die Wand wieder verlassen kann (in der Sommerperiode)
    erscheint mir logisch und wichtig.
    Nur wenn ich mir viele der Wandaufbauten anschaue (von innen nach außen) z.B.: Putz,Wärmeverbundsystem,Holzwerkstoffplatten, Minnerallwolldämmung,Holzwerkstoffplatte,Dampfbrem se Gipskarton.
    frage ich mich wie die Feuchtigkeit durch das WDVS nach außen gelangen soll?
    oder geht die Feuchtigkeit im Sommer denn umgekehrten Weg durch die Dampfbremse nach innen ins „kalte Gebäude“?

    sorry bin kein Fachmann

    Gruß Michael
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  12. #11

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    Besteht eigentlich die Gefahr, daß Mineral-/Glaswolle im Laufe der Jahrzehnte in den Wänden zusammensackt?

    Das war für einen Hausanbieter, mit dem wir fast gebaut hätten, das entscheidende Argument, stattdessen Steinwolle einzusetzen. Die Steinwolle wurde dort sogar dicker als die Sparren bzw. Ständer verwendet, damit sie dann auch wirklich zwischen den Platten eingequetscht ist. Übertriebenes Qualitätsbewußtsein?
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  13. #12
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    Das "Quetschen" von Mineralwolle kann besonders bei Trockenbau zu Mordsschäden führen denn die Dämmung entwickelt tatsächlich enorme Kräfte und kann ganze GK Beplankungen verwölben.
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  14. #13

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    In dem Fall ging es um Span + Gips.

    Aber zurück zum Thema: wie sieht es mit dem Zusammensacken ungequetschter Mineralwolle aus?
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Nur wenn ich mir viele der Wandaufbauten anschaue (von innen nach außen) z.B.: Putz,Wärmeverbundsystem,Holzwerkstoffplatten, Minnerallwolldämmung,Holzwerkstoffplatte,Dampfbrem se Gipskarton.
    Du meintest wohl von aussen nach innen?

    Putz und WDVS sind nicht so dampfdicht wie sie scheinen und lassen Wasserdampf diffundieren. Ja, sogar Styropor.
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  17. #15

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    oder geht die Feuchtigkeit im Sommer denn umgekehrten Weg durch die Dampfbremse nach innen ins „kalte Gebäude“?
    Ja, Michael, das tut sie zwar, aber nur während weniger Stunden tagsüber an heißen Tagen. Das ist statistisch eine kleine Minderheit. In der allermeisten Zeit zieht es den Wasserdampf in Richtung Außenhaut, und da muss er dann durch.

    Das geht auch bei einem WDVS. Styropor hat ungefähr die gleiche Diffusionsfähigkeit wie Holz. ich weiß nicht, wie es sich mit Kunststoffputz verhält.
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