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Zirkulationspumpe - Kosten/ Nutzen bei Effizienzhaus

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  1. #1

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    Frage Zirkulationspumpe - Kosten/ Nutzen bei Effizienzhaus

    Moinsen,

    hab über die Suche zwar viel zu Zirkulationspumpen gefunden aber leider nicht das was ich gesucht hab...

    Ich stell mir bei der Zirkulationspumpe ein bisschen die Frage, ob die sinnvoll ist. Wenn ich richtig verstehe, sind die Vorteile der KOmfortgewinn (warmes Wasser sofort da) und (eigentlich als Folge dessen) Wasserersparnis (bei unsern lokalen Wasserpreisen bestimmt nicht die Welt-aber auf die Jahre läpperts sich). Dagegen steht der Energieverbrauch den die Pumpe im Betrieb hat.
    Ich frage mich deswegen, weil teure Dämmung kaufen um auf Effizienzhaus70 Niveau zu kommen. Da passt's nach meinem Sinn nicht so richtig eine Zirku-Pumpe durchlaufen zu lassen und einen TEil der gesparten Energie anderswo "in die Luft zu pusten"... Klar steht dagegen ja ein Komfortgewinn (der mich -und Frauchen- zugegebenermaßen auch stark zur Pumpe reizt!)

    Wie ist denn da so die einhellige Forumsmeinung: Zirkupumpe sinnvoll oder Überkandidelter Luxus-Quasi-Komfort?

    Und kann man die Verbäuche der Zirkupumpe abschätzen-sprich die Kosten im Laufenden Betrieb bestimmen?


    Gruß McGanse
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  2. Zirkulationspumpe - Kosten/ Nutzen bei Effizienzhaus

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  3. #2

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    Eine Zirkulationspumpe kann notwendig sein, wenn das Rohrnetz diese erforderlich macht (Wasserinhalt). Es ist also nicht nur eine Frage des Komforts.

    Im EFH Bereich hat man es üblicherweise mit kurzen Strecken und überschaubaren Querschnitten zu tun. Da ist es gut möglich, dass man auf eine Zirkulationspumpe (aus hygienischer Sicht) verzichten kann, sofern man bereit ist, im Komfort Abstriche zu machen. Diese Abstriche sind relativ, denn wenn sowieso ständig WW gezapft wird, bemerkt niemand ob da eine Zirk.pumpe läuft oder nicht. Man bemerkt es also vorwiegend nach längeren Stillstandzeiten (Bsp.: am frühen Morgen).

    Die Pumpe läuft aber nicht im Dauerbetrieb, sondern man kann Abschaltzeiten vorsehen. Eine weitere Alternative wäre, dass man die Pumpe bedarfsgerecht steuert, sprich über einen Taster oder einen kurzen Zapfvorgang den die Pumpe detektiert.

    Die Abschätzung der Verbrauchskosten ist schwierig. Hier kann man die el. Leistungsaufnahme mit der Laufzeit ansetzen und erhält somit schon einmal den Strom"verbrauch". Schwieriger wird es die Verluste durch das Rohrsystem zu bestimmen, denn dort zirkuliert ja fast ständig WW und kühlt somit aus (genau genommen kommt die Wärme zwar dem Haus zugute, aber wen interessiert das schon im Sommer). Bei einer gedämmten Rohrleitung kann man ebenso die Wärmeverluste berechnen wie bei jeder anderen Rohrleitung auch, und dann kann man über die Laufzeit der Pumpe den Energieverlust bestimmen. Diese Energie muss ja vom Wärmeerzeuger wieder geliefert werden.

    Sind die Rohre ordentlich gedämmt, dann hält sich der Wärmeverlust in Grenzen. Bei einem zu 100% gedämmten 20er Verbundrohr reden wir bei ca. 50°C WW Temperatur von ca. 6W/m bei 10°C Umgebungstemperatur. Das nur mal als Beispiel damit man sich die Größenordnung vorstellen kann. Wäre also eine 10m Leitung (inkl. Zirkulationsleitung) 16h am Tag in Betrieb, dann wären das 960Wh täglich oder 350kWh pro Jahr. Der daraus resultierende Verbrauch an Brennstoff liegt höher da man den Wirkungsgrad der WW-Erzeugung berücksichtigen muss.

    Hinzu kommt der el. Stromverbrauch. Eine gute Zirkulationspumpe nimmt weniger als 10W an el. Leistung auf, also kommen auf das Jahr (bei 16h täglich) noch einmal 58,4kWh an el. Strom hinzu.

    In Euro sieht die Sache so aus, dass man aufgrund des geringen Wirkungsgrads bei der WW-Erzeugung sicherlich um die 450kWh p.a. aufwenden muss, bei 7Ct./kWh wären das 31,50 €, dazu kommen 14,60 € an Stromkosten bei 25Ct./kWh, zusammen also 46,10 € p.a.

    Steuert man die Pumpe bedarfsgerecht an, dann lassen sich diese Kosten noch einmal deutlich reduzieren. Jetzt kannst Du ja mit Deinem WW-Netz rechnen und schauen was bei Dir vermutlich an Kosten entsteht. Für eine genauere Betrachtung müsste man jetzt noch berücksichtigen, was an Verlusten sowieso anfällt, alleine dadurch, dass man ja WW zapft, und somit die Verluste auf jeden Fall anfallen.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
    Avatar von Geodesy
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    Bei mir läuft die nur Morgens zw. 05:30 und 07:30, dann sind alle aus dem Haus. Man könnte das auch noch Abends, so v. 18-20 Uhr, machen, aber das haben wir nicht.

    Über die Kosten kann ich nix sagen. Wenn es im Jahr ein paar € ausmacht interressiert es mich nicht.

    Man kann sich auch kaputt sparen.
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  5. #4

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    Über die Kosten kann ich nichts sagen, aber zum "Komfortgewinn": wir haben (EFH, ca. 130 qm) keine Zirkulationspumpe und morgens beim Duschen kommt nach 15-20 Sekunden warmes Wasser aus der Leitung. Das finde ich persönlich schon recht schnell, da kann ich definitiv keinen mangelnden Komfort ausmachen. Klar, ich hab nicht nachgemessen, wieviel Liter kaltes Wasser da weglaufen, aber das wird nicht die Welt sein.
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  6. #5

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    Ich habe sie morgens zu drei Zeiten (6:00, 8:00, 10:00) jeweils für 15min laufen. Das reicht aus und wir empfinden es als sehr angenehm. Da wir einen Säugling daheim haben, braucht man auch mal schnell eine kleine Menge WW. Da möchte ich nicht alle paar Stunden immer erst ein paar Liter kaltes Wasser durchrauschen lassen.

    Da wir mit Wärmepumpe das WW bereiten ist es max. nur 45 Grad warm - von daher sollte relativ schnell richtig warmes kommen. Beim Duschen ist der Hebel der Armatur voll auf warm.

    An den Speicherverlusten merkt man nicht viel. Ich hatte die Pumpe mal eine Zeit lang aus. Wenn wenig WW entnommen wird, dann wird bei mir 2x am Tag WW bereitet (bei Hysterese 2,5). Mit Zirkulationspumpe war es meistens auch nur 2x - an manchen Tagen 3x... Das ist kostentechnisch zu verschmerzen.

    Gruß
    Jochen
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  7. #6

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    Jepp. Man kann die Pumpe auch für kürzere Zeiten laufen lassen, aber man bewegt sich auf einem dünnen Grat. Laut DVGW sind max. 8h Absenkung zulässig, und gesundheitliche Aspekte sind immer höher zu gewichten als Umweltschutz. Man muss daher sicherstellen, dass durch die kürzeren Laufzeiten keine Beeinträchtigung des Trinkwassers erfolgt. Es kann also oftmals sinnvoller sein auf eine Zirkulation komplett zu verzichten anstatt eine halbherzige Zirk.lösung zu realisieren.

    Wie oben schon erwähnt, ist es im EFH Bereich einfacher als bei einem MFH mit langen Leitungswegen und relativ großen Querschnitten der TW-Installation. Hier ist, fachgerechte Planung und Installation vorausgesetzt (kein Stichleitungen, Berücksichtigung selten genutzter Zapfstellen usw.) bei entsprechenden Nutzungszeiten die Hygiene gewährleistet, auch wenn die Zirkulationspumpe nicht ständig läuft. Aber man muss halt jeden Fall für sich betrachten.

    Gruß
    Ralf
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  8. #7
    Avatar von Geodesy
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    Soll heißen, ich müsste sie 16 Std. laufen lassen um Legionellen zu vermeiden?
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Geodesy Beitrag anzeigen
    Soll heißen, ich müsste sie 16 Std. laufen lassen um Legionellen zu vermeiden?
    Aber nur, wenn Du 60°C WW fährst.
    Mit 45° Gurgelbrühe sind die hygienischen Mindstanforderungen ohnehin nicht zu erreichen.
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  10. #9
    Avatar von JDB
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    WW-Zirkulation: Auswirkungen auf den EnEV-Nachweis (Tabellenverfahren)

    Enorm!

    Wenn aus anderen Gründen kein Verzicht auf Zirkulation möglich, dann bitte ausschließlich im beheizten Bereich verlegen.
    (z.B. nicht durch einen unbeheizten Keller).
    Die Gesamtverluste halten sich dann wegen der Gutschriften für den Heizwärmebedarf in Grenzen.

    Aus Sicht des Nachweisführenden:
    Je nach Art der Erzeugung können die Verluste so hoch sein, dass es richtig weh tut,
    wenn man diese z.B. durch Erhöhung der Außenwandwämmung wieder ausgleichen möchte.

    Je besser das energetische Niveau des Gebäudes, desto größer diese "Schmerzen".
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  11. #10

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    Ich rechne mir mir meine Zirkulation schön:

    Im Winter tragen die "Verluste" zur Erwärmung des Hauses bei und im Sommer wird das Warmwasser über Solar erzeugt. Die elektrische Aufnahme der Pumpe liegt zwischen 3 und 4 Watt. Außerdem läuft sie immer nur 10 Minuten am Stück.
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  12. #11

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    Zitat Zitat von Geodesy Beitrag anzeigen
    Soll heißen, ich müsste sie 16 Std. laufen lassen um Legionellen zu vermeiden?
    Nö, das wäre nur die Vorgabe des DVGW.

    Meine persönliche Meinung, die ich oben ja schon angedeutet habe, wenn die Anlage fachgerecht gebaut und auch intensiv genutzt wird, ist das Legionellenrisiko gering. Auch niedrigere WW Temperaturen sind nicht kritisch, so lange nicht irgendwo in der Installation das Wasser für längere Zeit steht. Aber wie gesagt, das ist meine Meinung.

    Gruß
    Ralf
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  13. #12

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    Man muß auch immer bedenken, das die "Verluste" bei weitem kleiner sind als von R.B. berechnet, denn die Warmwasserinstallation verliert ihre Wärme ja ins Haus hinein, ergo er ist zusätzliche Heizwärme. Ja nach Heizungsart sind die Verluste durch die Erzeugung höher oder niedriger (LWP im Winter ist gar nicht gut, Gas sieht da schon besser aus).
    Wir haben unsere Pumpe wochentags von 6.30 - 9.00 Uhr laufen Wochenende von 7.30-9.30Uhr. Ist ein kleiner Komfortgewinn aber nicht wirklich die Welt.
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13

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    Zitat Zitat von SvenW Beitrag anzeigen
    Man muß auch immer bedenken, das die "Verluste" bei weitem kleiner sind als von R.B. berechnet, denn die Warmwasserinstallation verliert ihre Wärme ja ins Haus hinein, ergo er ist zusätzliche Heizwärme.
    Das ist korrekt. Wenn man´s aber wirklich genau betrachten möchte, dann muss man sich auch fragen, was diese Wärme im unbeheizten Keller soll, oder in einer Außenwand, oder im Kniestock, oder wo auch immer. Mich interessiert doch nur Wärme die ich auch sinnvoll nutzen kann.

    LWP im Winter ist gar nicht gut, Gas sieht da schon besser aus...
    Jepp, wobei Gas im Sommer eine miserable Effizienz aufweist. So lange die WW-Erzeugung parallel zum Heizen läuft, verteilen sich die Verluste. Im Sommer muss man dann wegen ein paar Litern WW die komplette therme auf Temperatur bringen, Speicher, Abgasverluste usw. und das alles verschlechtert den Wirkungsgrad erheblich wenn nur eine geringe Menge WW erzeugt werden muss. So manche Anlage kommt dann nicht einmal in Richtung 50% Wirkungsgrad. Das ist der Unterschied zwischen Praxisbetrieb und normiertem Laboraufbau bzw. Ermittlung der technischen Daten nach "Norm".

    Gruß
    Ralf
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  16. #14
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    Guten Abend,


    vielen Dank für die vielen Antworten. War den ganzen Tag bei der Arbeit eingespannt, darum ist die Diskussion ein wenig an mir vorbei gegangen! Es sind aber eine Menge Infos gekommen - Danke nochmal dafür.
    Ich werde unsern Installateur nächste Woche mal fragen ob wir eine Zirk.Pumpe seiner Meinung nach brauchen-denke er kann das schon abschätzen mit der Leitungslänge.
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