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  1. #1

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    Schallschutz bei Betonelementen

    Liebe Leser,

    ich habe eine Frage zum Schallschutz bei Wänden und Decken aus Betonelementen. Die Wände der Tiefgarage sowie der Fußboden unserer Wohnung im EG bestehen aus Beton-(Halb-)Fertigteilen ("Filigrandecken"). Wir haben festgestellt, dass die Körperschallübertragung von den Wänden der Tiefgarage in unserer Wohnung sehr ausgeprägt ist. Als dort in den Wänden gebohrt wurde, war das Geräuschniveau kaum anders als wenn die Arbeiten direkt in unserer Wohnung stattgefunden hätten. Bohrungen in den übrigen Wohnungen ins Kalksandsteinmauerwerk sind dagegen viel, viel schwächer (nach meinen bisherigen Erfahrungen in anderen Wohnungen würde ich sagen: normal) hörbar.

    Natürlich wird dort nicht jeden Tag gebohrt, allerdings sitzen einige Brandschutztüren in den Wänden der Tiefgarage, deren Schließen bzw. Zuschlagen perfekt in unsere Wohnung geleitet wird. Selbst beim langsamen Zuziehen ist das metallische Klacken beim Einschnappen der Falle des Schlosses bis in unserer Wohnung zu hören.

    Ich habe vor einigen Jahren schonmal direkt über einer TG gewohnt und da war nullkommanix von unten zu hören. Dass die Türen dort besonders leise zugegangen wären, ist mir in der TG selbst aber nicht aufgefallen. Auch die Türen in unserer jetzigen TG klingen vor Ort beim Zuschlagen nicht übermäßig laut. Die nahezu perfekte Schallübertragung in unsere Wohnung scheint mir den Unterschied auszumachen.

    Ich nehme an, dass eine Verbesserung des Schallschutzes nur über Nacharbeiten an den Türen möglich ist. Dennoch würde ich gern wissen, ob bei Bauprojekten mit Schallschutzanforderungen irgendeine Form der "Entkopplung" zwischen Wänden und Decken üblich ist (vergleichbar der von schwimmendem Estrich?), die bei uns möglicherweise fehlt.

    Vielen Dank!
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  2. Schallschutz bei Betonelementen

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  3. #2

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    ... ob bei Bauprojekten mit Schallschutzanforderungen irgendeine Form der "Entkopplung" zwischen Wänden und Decken üblich ist ....
    Hierfür Gibt es z.B. Trapezlager (von der Rolle) oder Deckenlager (Meterelemente) die Wände und Decken voneinander trennen. Zur Schallentkopplung müssen dann aber auch die verbleibenden sichtbaren Fugen elastisch verschlossen werden und nicht mit Mörtel.

    Je nach Hersteller gibt es in der Produktinfo Tabellen / Diagramme mit Dämpfungswerten zur Körperschalldämmung

    Gruß
    Holger
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  4. #3
    Themenstarter

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    Herzlichen Dank, auch für die private Mitteilung.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Noch eine Frage: Gehören solche Dämpfungslager (und die elastische Überbückung der Fugen) zum normalen Standard, den man in einem ordentlichen MFH erwarten kann? Oder müsste man sowas extra vereinbaren?

    Tatsache ist, dass ich bei uns in der Wohnung vom Zuschlagen mancher Türen Schallpegel deutlich jenseits 30 dB messe (ok, Messgerät ist in diesem Bereich nicht so wahnsinnig genau). Die Türen vor Ort sind aber nicht ungewöhnlich laut und ich habe auch noch nicht mitbekommen, dass schlagende Kellertüren DAS Problem beim Schallschutz in Neubauten darstellen würden.

    Daraus schlussfolgere ich erstmal, dass bei uns wohl ein Problem mit der Schallleitung durch die Mauern/Beton besteht, das normalerweise nicht so auftritt.
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  6. #5
    feelfree
    Gast
    Zitat Zitat von OLger MD Beitrag anzeigen
    Hierfür Gibt es z.B. Trapezlager (von der Rolle) oder Deckenlager (Meterelemente) die Wände und Decken voneinander trennen. Zur Schallentkopplung müssen dann aber auch die verbleibenden sichtbaren Fugen elastisch verschlossen werden und nicht mit Mörtel.
    Ist das üblich, dass das so ausgeführt wird? Ich vermute einfach mal: nein.

    In unserem MFH werden die Kellertüren mit mechanischen Türschließern *langsam* geschlossen, da habe ich noch keine Klagen gehört.
    Wenn irgendwo im Haus gebohrt wird, hört sich das aber auch bei uns an als wäre es quasi im selben Raum.
    Anfangs hatten wir Probleme mit dem Motor der Tiefgarage: Der war nicht entkoppelt an der TG Wand befestigt, und mich hat es anfangs 4 Stockwerke weiter oben aus dem Sclaf gerissen, wenn nachts das Tor geöffnet oder geschlossen wurde. Eine Entkopplung brachte hier extreme Verbesserung. Hören kann man den Motor zwar noch immer, aber nur noch leise und wenn man ihn wirklich hören will. Gewisse Geräusche trainiert sich das Gehirn mit der Zeit auch einfach weg ;-)
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  7. #6

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    guugle mal nach "Schallschutz beim Neubau"
    Verkäufer bzw. die Erbauer bevorzugen gerne die (recht geringen) Werte der DIN 4109.
    Heutzutage sind aber wesentlich bessere Schalldämmwerte mit geringem Mehraufwand ohne weiteres erreichbar, weshalb bei Streitigkeiten meistens die strengeren Werte als "üblicher Standard" zugrundegelegt werden.
    Fundorte sind z.B. VDI-Richtlinie 4100, Beiblatt 2 zu DIN 4109, Merkblatt zum Schallschutz nach DIN 4109, usw.
    Hängt auch vom Gesamtkomfort (Sozialwohnungsbau / hochwertige ETW) und von den vertraglichen Vereinbarungen ab welcher Schallschutz genau zu liefern ist.

    Gruß
    Holger
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  8. #7

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    Ist das üblich, dass das so ausgeführt wird?
    Solange der Eigentümer nicht in diesem Gebäude wohnt/arbeitet leider
    nein
    Schon eher bei hochwertigen Wohnanlagen oder bei gewerblichen Vermietungen wenn es vor Baubeginn schon einen Vorvertrag mit einer Anwaltskanzlei als Mieter gibt
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  9. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  10. #8
    Themenstarter

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    Hm, das Gebäude wurde als "exklusiv, luxuriös" angepriesen. Nun ist nichtmal der Mindestwert der DIN 4109 für "Haustechnische Anlagen" erfüllt.

    Vermutlich dumme Frage: Nachträglich bekommt man sicher keine akustische Trennung der Betonplatten mehr hin, nehme ich an?
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  11. #9
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von feelfree Beitrag anzeigen
    Anfangs hatten wir Probleme mit dem Motor der Tiefgarage: Der war nicht entkoppelt an der TG Wand befestigt, und mich hat es anfangs 4 Stockwerke weiter oben aus dem Sclaf gerissen, wenn nachts das Tor geöffnet oder geschlossen wurde. Eine Entkopplung brachte hier extreme Verbesserung.
    Das ist bei uns auch so ein Thema (jetzt weiß ich erst zu schätzen, in welch unglaublich hohem Schallschutzstandard ich früher gewohnt habe - ebenfalls über Tiefgarage und in 5 Jahren nicht einen Mucks gehört). Könntest du mir vielleicht ein paar Bilder von der Entkopplung zukommen lassen (auch gern per PN)? Wäre für mich wirklich hilfreich.
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