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Modellbau

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  1. #1

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    Modellbau

    Hallo Forum,

    heute ist der Tag, vor dem sich alle Architekten in diesem Forum geürchtet haben.

    In NRW ist im Wahlpflichtbereich für das Fach Arbeitslehre ein neuer Lehrplan veröffentlicht worden. Ein Thema ist "Bauen und Wohnen", und es wird bei der Umsetzung der neuen Lehrpläne wohl darauf hinaus laufen, dass ich mit den Schülern Grundrisse zeichne und anschließend ein Modellhaus baue. Tut mir Leid.

    Dass ich als Erstes, noch vor "Guten Morgen", sagen werde: "Wenn ihr jemals baut, sucht euch anständige Planer!", ist klar. Von euch hätte ich gerne Tipps zur Umsetzung.

    Für die Zeichnung des Grundrisses haben wir Zeichenplatten, das ist kein Problem. Gibt es Literatur, die laienverständlich die wichtigsten Zeichnungsnormen erklärt?

    Für den Modellbau dachte ich an Holzrahmenbau in Fertighausbauweise, also ein Gerüst aus 10x10-Kiefernleisten für die Außenwände, ausgefüttert mit Styroporplatten für die Dämmung, außen 1,5 mm Birkesperrholz, innen Folie und dann Furnier in 0,5 mm Dicke. Für die Innenwände 5x5-Kiefernleisten und ebenfalls Furnier als Wandbelag.

    Was haltet ihr davon? Welchen ungefähren Maßstab hätte das Modell mit diesen Materialien?

    Viele Grüße,

    Patrick
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  2. Modellbau

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Wird das ein Projekt über 2 Jahre??

    Kann der Lehrer Holzrahmenbau? Wenn nein, Kooperation mit einem Fachlehrer für Zimmerer einer BBS?

    Holzrahmenbauwände werden nicht mit quadratischen Holzquerschnitten gebaut, sondern mit Rechteckquerschnitten irgendwo (Aussenwände) 6*16 - 8*20.
    Styropor wird nicht als Dämmung genommen. Realistischer wären Filzstoffe oder Einblasdämmung auf Flockenbasis oder Watte als Mineralwollimitat.
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  4. #3

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    diese art des modellbaus ist nicht üblich bei architekten. beim modellbau geht es nicht um eine darstellung eines nachempfunden wandaufbaus, sondern um eine 3-D-darstellung des raums.

    ich empfehle dir, mal mit der architektenkammer kontakt aufzunehmen. die meisten kammern haben momentan initiativen 'architektur und schule' gestartet. vielleicht können die dir einen Architekten vermitteln, der bereit ist den unterricht zu unterstützen. Skeptiker und ich hatten das vor 2 Jahren in berlin in zwei oberstufenklassen parallel gemacht.

    bitte auch mal hier schauen: www.un-lichtenrade.de unter projekte das thema architektur und schule Bauhaus, Weimar - Dessau - Berlin.
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  5. #4

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  6. #5

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    Soll das Projekt "Bauen und Wohnen" eher informativ sein (Bauarten, Baustoffe, Bauweisen,...) oder eher in die Richtung Gestalten/Entwerfen/Farben/Formen/Raumaufteilung... gehen oder soll es ein handwerklicher Kurs werden (mit Papier, Pappe, Holz, anderen natürlichen und künstlichen Baustoffen und Baumaterialien [aus dem Baumarkt] ) ?

    Wie hoch ist der Materialkostenzuschuss der Schule/des Schulministeriums ?

    Warum nicht 'mal 'was richtiges bauen?
    - Aushub (mit hand)
    - Mineralgemisch rein und feststampfen
    - Sauberkeitsschicht aus Beton (selbst angemischt)
    - Bewehrung biegen
    - Schalung bauen
    - Fundamente gießen
    - Baubgrube verfüllen, Pflastern
    - 2 Sockel aus Klinker selbst gemauert
    - Bohlen zusägen, anfasen, entgraten, streichen, beschriften, ....
    - Bohlen aufdübeln
    -> Ergebnis ist eine Sitzbank
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  7. #6

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    Wenn es um das Zeichnen geht, mal die Ergebnisse einer gezielten Suchanfrage durchforsten und ggf. die Suchbegriffe noch weiter anpassen..
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  8. #7

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    Zitat Zitat von OLger MD Beitrag anzeigen
    Wie hoch ist der Materialkostenzuschuss der Schule/des Schulministeriums ? Warum nicht 'mal 'was richtiges bauen?
    Gute Frage! So etwas, allerdings nur als temporärer Bau, sollte am Ende der von Norbert und mir begleiteten Kurse stehen. Das war aber vom Geld über den Willen der in der Schule administrativ beteiligten Personen bis hin zu den einzuhaltenden Regularien sehr viel aufwändiger, als von uns gedacht, so dass es am Ende leider nur bei Modellen blieb.


    mit skeptischen Grüßen!
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    [...] so dass es am Ende leider nur bei Modellen blieb.
    Aber die kann man mit nach Hause nehmen.

    Geht notfalls auch auf richtigen Baustellen. Ich hätte da noch einen abgesägtes Stück 28er GEWI oder den BriefPaketeschwererbohrkern...


    Darum dachte ich ja an Nutzbauwerke, die an der Schule verbleiben, quasi als Ersatz für die Beauftragung einer Baufirma durch das Schulverwaltungsamt soetwas im Zuge von Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten zu erstellen.
    Aber ich denke, 50.000,-EUR Ausgaben für eine Baufirma werden vom Amt schneller und einfacher freigegeben, als 500,- für Material mit Kassenzettel.

    Sachspenden einer Baufirma? B-Ware von Herstellern? Sonstige Spenden?

    Bauen ist auch Budgetplanung, Nutzeranforderungen, Finanzierbarkeit durch den Bauherren oder über Dritte,...
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  10. #9
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die vielen Ideen und Nachfragen.

    Das Thema wird etwa ein Schuljahr füllen, d.h. ich habe 60+ Schulstunden, davon etwa hälftig theoretisch und praktisch. Für dieses Forum relevante Themen sind:

    Baustoffe und bautechnische Verfahren
     Entwurf, Gestaltung und Realisierung von Bauwerken
     Energieverbrauch von Wohnbauten

    Dafür würde ich etwa 20 Schulstunden ansetzen.

    Das thematisch passende Modell (der Unterricht findet jedes Jahr statt, ich kann nicht den ganzen Schulhof mit Sitzbänken zupflastern, so reizvoll diese Idee auch ist) soll möglichst viele Aspekte des theoretischen Unterrichts aufnehmen, deswegen die Idee mit dem Rahmenbau und der Isolierung. Das Modell sollte nicht viel teurer als 10 Euro werden und von 10-Klässlern (also etwa 16 Jahre alt) gefertigt werden können.

    Ich werde am Wochenende erstmal zu euren Vorschlägen recherchieren.

    Viele Grüße,

    Patrick
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  11. #10

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    Wenn Du es mit dem Untericht = Lernen ernst meinst, dann vergiss das Ding mit 60 Unterichtsstunden!!!

    Wenn die Schüler nur beschäftigt werden sollen, dann OK.

    Modell eines EFH als Rahmenbauweise mit Deinen Materialvorstellungen unter 10 € =

    Das ganze klingt für mich entweder nach Ich hab keine AHnung von der Materie, find das aber toll oder Beschäftigungstherapie.

    Sowas macht nur als fachübergreifendes Seminarthema Sinn. Wärmedämmung ab nach Physik, Statik ab zu Mathe, Fachpraxis mit der Berufsschule und dann in die Planung.
    Eine vernünftige Planung umfasst nicht nur einen Kubus zu zeichnen und ein paar Löcher als Fenster reinzuschnitzen.
    Dazu gehört eine Basisportion Planung = Analysiere Dein Leben, was brauchst DU, was Deine Eltern und was Deine Großeltern.
    Dann einen Grundriss entwerfen.
    Das ganze auf der Basis von Holzrahmenbau (die man natürlich beherrschen sollte). Dann das Ständerraster, einen Dachstuhl, Giebel, Innenwände als Fachwerkgerüst planen und bauen. Eine Seite beplanken, Gefache füllen und die andere Seite schliessen.
    Wetterschutzschicht (Bretter, Putz o.ä.) drauf.

    Und das in 60 Stunden???

    Ich sage doch - Beschäftigungstherapie!

    Bei Untericht verstehe ich, dass die Kinder etwas fürs Leben mitnehmen, das auch der Realität entspricht. In Mathe legt man ja auch nicht irgendwelche Zahlen und Rechenzeichen (+-* usw) hin und sagt: So, nun legt mal nett irgendwas aus, kann auch 3*3+5 = 863 rauskommen.
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  12. #11

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    Naja, Ralf, ganz so tief muss man da ja nicht einsteigen.

    Um die Struktur/ das Tragwerk eines Hauses verstehen zu lernen muss man nun wirklich nicht einen Grundriss optimiert planen. Da nimmt man wohl am besten einen 08/15-Standard-Einfach Grundriss.

    Auch Gefache, Dämmung,...kann m.E. entfallen.

    Interessant finde ich hingegen die Struktur zu erfahren: Pfosten, Riegel, Rähm & Co. Das Erlernen wie eine Decke spannen muss, das Erlernen dass man nicht einfach Löcher (zB für die Treppe) dort hineinschneiden kann ohne sich Gedanken über die Konsequenzen zu machen. Wie ein Dach funktioniert. Unterschiedliche Dachtragwerke (Thema Pfetten oder Sparrendachstuhl). Kehlbalken...wofür?

    Natürlich bleibt es letztendlich beim Gerippe. Mehr nicht. Macht aber doch nichts.

    Ich finde man kann da schon sehr viel erlernen, erfahren, begreifen. Wissen das so manchem Grundrissbastler hier offenkundig fehlt.

    Vielleicht kommen dann auch hier mal bessere Grundrissdiskussionen wenn die TE vorher geschult werden
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Wenn Du es mit dem Untericht = Lernen ernst meinst, dann vergiss das Ding mit 60 Unterichtsstunden!!!....
    naja, man sollte die kirche auch mal im dorf lassen.
    ist doch OK wenn die schülber für architektur sensilibisiert werden.
    mehr als eine grundlage kann ne schule ja nicht leisten.

    besser als das thema, wie üblich, in einer oder zwei kunststunden abzuhaken.

    im biounterricht wird ja auch nur maximal ein kuhauge seziert und nicht
    am lebenden objekt operriert.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Kanalpirat Beitrag anzeigen
    ... heute ist der Tag, vor dem sich alle Architekten in diesem Forum gefürchtet haben. ...
    und Miniatur Wunderland wird sich freuen , denn ich hoffe es wird dann Pflicht sein , sich den Modellbau auch in Perfektion anzusehen
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    weshalb pflicht?
    ich würde mich freuen, ergebnisse zu sehen.
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  17. #15

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    @ thomas

    Ja, aber der TE will ja gerade geschlossene Wände bauen!

    Und nein, ich erwarte nicht, dort 25 oder 30 Frank LLoyd Wrights, Gaudis oder Gropiuse ausgebildet zu bekommen.
    Aber eben ein gewisses Grundverständnis gehört für mich dazu, sonst gehts für 0,00 €, in dem man einen Schuhkarton nimmt und ein paar Fensterlöcher reinschnitzt!

    Andreas stimmt, es wird ein Auge seziert. Aber man erhebt nicht den Anspruch, ein Ei zu sezieren und kommt dann mit einem Geleeei um die Ecke.
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