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"Zweckentfremdung" Brunnen

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  1. #1

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    Idee "Zweckentfremdung" Brunnen

    Hallo liebes Forum,

    ich hoffe, ich habe die richtige Kategorie für meine Frage erwischt, ansonsten bitte ich um einen entsprechenden Hinweis!

    Folgender Sachverhalt: Wir haben ein Grundstück in einer kleinen Wohnsiedlung in Sachsen gekauft, welches wir nun gern mit einem EFH bebauen würden. Auf dem Grundstück befindet sich ein "Brunnen" bzw. etwas, das aussieht wie ein solcher. Laut Voreigentümer handelt es sich um einen ca. 6 m tiefen Schacht, der mit Betonringen ausgekleidet ist. Nach unten hin sei der Schacht offen. Ich habe ihn noch nicht selbst eingesehen, da er mit einem massiven Betondeckel verschlossen ist. Im "Brunnen" steht durchgängig rund 1 m tief das Wasser, der Vorbesitzer hat es zur Gartenbewässerung daraus hochgepumpt.

    Meine Frage ist nun, ob man diesen Brunnen gewissermaßen "zweckentfremden" kann, indem man ihn zu einem Sickerschacht umbaut. Wir wollen das Dachflächenwasser gern auf dem GS versickern. Ein (geologisches) Gutachten zu den Möglichkeiten der Versickerung auf dem GS liegt noch nicht vor, ich möchte jedoch gern vorab schon wissen, ob ein "Umbau" generell überhaupt möglich ist.

    Ich freue mich über Rückmeldungen und Anregungen...hoffentlich ist es keine totale Schnapsidee... ;-)

    LG und Dank!
    Marco
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  2. "Zweckentfremdung" Brunnen

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  3. #2

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    ich glaube wenn das, was das unten ist, schon das Grundwasser ist, darfst du da nicht so ohne weiteres dachflächenwasser einleiten. das oberflächenwasser was du versickern willT, muss mMn durch eine schicht mit bestimmter dicke versickern, bevor es den grundleiter erreicht.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Kater432,

    vielen Dank für deine Antwort. Die Idee wäre ja, den Brunnen entsprechend "umzubauen", d.h. so weit wieder zu verfüllen, dass die Einleitung eben nicht direkt in das Grundwasser erfolgt, sondern eine Reinigungsschicht wieder hergestellt wird (Kies, Sand etc.)?!

    BG Marco
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  5. #4

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    warte die zustimmung des amtes ab, die werden ihre auflagen schon aufs auge drücken.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo rolf a i b,
    welche Zustimmung meinst du? Bevor ich ein Amt um Zustimmung frage (z.B. im Rahmen Stellung d. Bauantrages) wüsste ich gern, ob es technisch überhaupt sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist...?!

    Danke und LG
    Marco
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  7. #6

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    meine Meinung - behalte den Brunnen so wie er ist (für Gartenbewässerung) und bau dir -wenn zulässig- einen neuen Sickerschacht.
    Weil: Kosten sind sicher nicht so unterschiedlich (Brunnen "umbauen" oder neuer Sickerschacht) und dann hast du halt weiterhin einen Brunnen.
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  8. #7
    Avatar von rose24
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    Brunnen verfüllen und Sickerschacht daraus machen ist wasserrechtlich wohl kaum denkbar.
    Ich würde das nicht machen, ohne vorher der zuständigen Wasserrechtsbehörde nachzufragen. Der Vorschlag von ekko scheint mir der Vernünftigste zu sein.
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  9. #8

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    die Frage ist dann, ob der Brunnen so wie er ist wasserrechtlich denkbar ist
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  10. #9
    Avatar von rose24
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    ...da gehe ich erst einmal davon aus. Und solange da nichts von außen eingeleitet wird, was Verschmutzungen enthalten kann (z.B. Dachflächenwasser) wird kein Hahn danach krähen.
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  11. #10
    Avatar von Flocke
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    Das ist so leider nicht gesagt. Sollter der Brunnen irgendwo als Trinkwasserbrunnen eingetragen sein und es wird die regelmäßig zu erbringende Laboranalyse verlangt, so kann man sich mit Einleitung von Dachflächenwasser( Verunreinigung durch Rinne oder Teerdach) ein größeres Problem einhandeln. Ohne Rücksprache mit dem Amt würde ich erstmal gar nichts unternehmen. So was kann blöd enden, auch bei unwissenheit
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  12. #11

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    Ich würd mir eher gedanken über fest installierte Rasensprenger machen......

    Evtl. Auch die WC Spülung über den Brunnen laufen lassen......
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  13. #12
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    Abstimmung mit der Wasserbehoerde ist zwingend. Wenn man Pech hat bekommt man Zustimmung zu diesem falschen Plan.
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  14. #13
    Themenstarter

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    Hallo zusammen,
    vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Habe mir schon gedacht, dass das nicht so einfach möglich ist, wie ich es mir vorgestellt hatte!

    @Manfred Abt: Mit den zuständigen Behörden wollen wir sowieso alles abstimmen, dennoch die kurze Rückfrage: Was ist an dem Plan aus Ihrer Sicht genau "falsch"?

    @Flocke: Der Brunnen ist bisher noch nirgendwo irgendwie eingetragen oder registriert, sondern wurde quasi "wild" errichtet. Schon aus diesem Grund werden wir Kontakt zu den zuständigen Behörden aufnehmen.

    Danke und LG
    Marco
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    Versickerung sollte immer über die bewachsene Bodenzone und dann eine vertikale Sickerstrecke von mind. 1 m erfolgen, um das Risiko einer Grundwasserverunreinigung zu reduzieren.
    Versickerungsschächte sind in der Regel nicht mehr zulässig, da die Reinigungsleistung der Versickerung über die bewachsene Bodenzone fehlt.
    Bei Dachflächenwasser wird das manchmal noch genehmigt, aber gut ist das dann auch nicht.

    Du musst dir halt bewusst sein, dass du faktisch und auch rechtlich gesehen eine Einleitung in ein Gewässer (Grundwasser ist ein sehr schützenswertes Gewässer) machst.

    Außerdem laden solche Löcher immer dazu ein, da mal was unbeachtet drin verschwinden zu lassen.
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  17. #15
    Avatar von Der Bauberater
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    Zitat Zitat von Manfred Abt Beitrag anzeigen
    Du musst dir halt bewusst sein, dass du faktisch und auch rechtlich gesehen eine Einleitung in ein Gewässer (Grundwasser ist ein sehr schützenswertes Gewässer) machst.
    Und da unser Grundwasser sehr schützenswert ist, kommt bei einer ungenehmigten Einleitung der Staatsanwalt. Bei solch einer Sache handelt es sich nicht um eine Ordnungswidrigkeit sondern um eine Straftat. Die Folgen kann dir ein RA besser erklären.
    Deshalb einen Antrag stellen und wenn dieser genehmigt ist, mit den Auflagen umsetzen. Erst dann ist es eine legale Versickerung und dann klappt das auch mit dem Staatsanwalt!!
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