Hilfe kalte Füße - Grundstück von Projektentwickler kaufen, Haus im Anschluss vom Baufirma

Diskutiere Hilfe kalte Füße - Grundstück von Projektentwickler kaufen, Haus im Anschluss vom Baufirma im Schlüsselfertig Bauen ? Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo zusammen. Ich hoffe ich bin hier richtig mit meinem Anliegen. Uns wurde eins von mehreren schlüsselfertigen Neubauhäusern angeboten und wir...

  1. Franconian

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    Hallo zusammen. Ich hoffe ich bin hier richtig mit meinem Anliegen.

    Uns wurde eins von mehreren schlüsselfertigen Neubauhäusern angeboten und wir sind völlige Laien. Der Projektentwickler A ist bereits Grundstückseigentümer und hat Häuser auf diesem aufgeteilten Grundstück mit einer externen Baufirma B vorgeplant und so ist es auch im Expose angeboten.

    Man soll im ersten Schritt das Grundstück mit Notarvertrag erwerben, dann wird dieses vom Projektentwickler komplett erschlossen. Die Baugenehmigung steht allerdings noch aus, eine Bauvoranfrage ist wohl bereits genehmigt. Kosten für Grundstück und Erschließung gehen an den Projektentwickler. Dann wird ein Vertrag mit der Baufirma geschlossen, welche das bzw die Häuser auf das erschlossene Grundstück bzw. die unterteilten Stücke hinstellt, die sich dann bereits im Besitz der Käufer befinden.

    Alles ist wohl durchgeplant und klingt erstmal prima, aber ich mache mir Gedanken um den Ablauf und Risiken. Nach anfänglicher Euphorie mache ich mir große Sorgen, wenn irgendetwas schief geht, z.B. wenn wir nun Eigentümer des Grundstücks werden und dann aus irgendeinem Grund der Bau nicht gestartet werden kann, z.B. weil doch keine Baugenehmigung erteilt wird oder sonst irgendwas mit dem Grundstück ist. Ich habe bereits einen Notarentwurf erhalten, hier steht drin, das Risiko des Baus trägt der Käufer.

    Wie kann man so eine Situation so absichern, dass uns nichts passieren kann, geht das überhaupt? Die Baufirma ist wohl solide, ich habe da keine Angst vor Insolvenz später während des Baus, jedoch irgendwie Bauchweh für eine 6-stellige Summe einen Grundstücksteil zu besitzen, auf dem dann vielleicht nichts entstehen kann, aus welchem Grund auch immer und auch eine Finanzierung an der Backe zu haben.
     
  2. nordanney

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    Nö, ist ein klassisches Kopplungsgeschäft, was zur Strafe auch noch dazu führt, dass Du sowohl auf das Grundstück als auch auf das Haus Grunderwerbsteuer bezahlen darfst. Im schlimmsten Fall musst Du die Baufirma gegen Pönale rauswerfen. Wenn, dann würde ich nur mit aufschiebender Bedingung der Erteilung der Baugenehmigung kaufen. Oder woanders suchen.
    Bauvoranfrage stellen. B-Plan lesen. Dann weißt Du, ob etwas entstehen kann. Ob es das ist, was Euch versprochen wird, ist eine andere Frage. So ist es aber bei jedem Grundstückskauf. Du kaufst im Normalfall, bevor Du final planst. Ist jetzt bei Dir nicht anders.
    Ich finde viel schlimmer, wie hier wieder ein Kopplungsgeschäft vorgenommen wird, bei dem sowohl Verkäufer als auch Baufirma gewinnen und Du als einziger drauf zahlst (viel Grunderwerbsteuer - hier in NRW wären es beim 500k Bau mal eben 33k für nichts. Doch, dafür wirst Du gezwungen mit einer Baufirma zu bauen, die Du vielleicht gar nicht möchtest und die auch gerne nicht den besten Preis macht - kannst und darfst ja nicht vergleichen).

    Für MICH ist so ein Geschäft ein No-Go.
     
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  3. Franconian

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    Vielen Dank schon mal @nordanney. Mit der Baufirma bin ich einverstanden, die wurde mir anderweitig schon empfohlen. Mit den möglichen Zusatzkosten für die Steuer kann ich leben, die fallen bei der Gesamtsumme nicht ins Gewicht, Invest 800k+.

    Grundsätzlich sind wir also einverstanden, vorrausgesetzt wir bekommen exakt das was uns präsentiert wurde.

    Mir geht es jezt rein darum wie ich mich zu 100 % für den Worst Case absichern kann, z.B. das Grundstück wieder an den Verkäufer zurückzugeben wenn nicht gebaut werden kann usw. Ich finde es ein wenig erschreckend, dass man sich alles selbst zusammen suchen muss und standardmäßig keinerlei Sicherheitsnetz oder Rücktritte hat bei so einem Kauf - zugegeben gehe ich das alles sicherlich sehr naiv an. Ich lasse zig Dokumentenseiten mithilfe von KI analysieren und überall ploppen Risiken auf bei denen man völlig ungeschützt ist. Ist das normal beim Hauskauf?
     
  4. 11ant

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    Wenn ich recht verstanden habe, schließt Du den Bauvertrag unmittelbar mit dem Beuunternehmer, der Projektentwickler hatte die Bauidee und ist nach dem Notartermin nicht mehr im Spiel. Das Grundstück ist dann bereits geteilt. Auf die Steuerproblematik wurdest Du ja schon hingewiesen. Wenn die Bauvoranfrage positiv beschieden ist, sollte die Baugenehmigung nur dann noch versagbar sein, wenn inzwischen wesentliche Details geändert werden.
     
  5. Franconian

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    Ja so ungefähr. Bzw. der Projektentwickler kümmert sich dann eben noch um sämtliche Erschließungsmaßnahmen der unterteilten Grundstücke wie Straße etc. Mir ist einfach ein wenig "unwohl" notariell alles zu fixieren obwohl da nur eine große Wiese ist. Irgendwann demnächst soll es einen Vorvertrag mit der Baufirma geben.

    Es gab wohl bereits eine Baugenehmigung für weniger Häuser (Grundlagenurkunde von vor ein paar Jahren liegt mir vor) und diese wurde vor einiger Zeit geändert um zusätzliche Häuser auf dem Grundstück zu bauen (Nachtrag liegt mir auch vor). Der neue Bauantrag soll wohl nur noch formsache sein und bald kommen.

    Ich weiß nicht mehr ob ich einfach gesunde Skepsis an den Tag lege oder völlig paranioid geworden bin aufgrund der Summe. Ohne Baugenehmigung möchte ich auch keine Finanzierung abschließen oder zum Notar gehen.
     
  6. Kriminelle

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    Vielleicht einfach mal die KI das sein lassen, was sie ist und selbst denken!
    Ihr seid nicht die ersten und einzigen, die ein Haus bauen/bauen lassen und vorher ein Grundstück kaufen. Wenn keine Baugenehmigung kommt, dann wird halt anders geplant. Oder man verkauft das Grundstück wieder.
    Viele tauchen ins Wasser, welches aber nur knöchelhoch steht, wenn sie ein Grundstück kaufen. Da wird dann auch noch nichts geplantes gekoppelt sein oder irgendetwas. Man ist ja selbst derjenige, der machen will/muss.
    Ja, die Finanzierungsfrage sollte abgesichert sein, aber willst Du Stillstand in Deinem Leben, Dein Leben abhängiger Mieter sein oder willst Du Dich weiter entwickeln, leben statt wohnen, Dein eigener Herr auf Deinem Grundstück und die Kinder im eigenen Garten spielen lassen?
    By the Way: eine Hochzeit ist viel riskanter. Der Gegenpart kann sich verändern und kann sehr viel negativen Einfluss auf Dein Leben nehmen, was vorab unkalkulierbar ist. Viel mehr Risiko, und später ist eine Scheidung sehr viel teurer, als man denkt, ohne einen Mehrwert rauszubekommen. Der Gegenwert des Grundstücks ist immer da.
     
  7. Franconian

    Franconian

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    Wir sprechen hier von über 1000 €/qm. Ein kleiner Teil eines Grundstücks mittendrin auf dem man nicht bauen kann dürfte danach ziemlich wertlos sein und den Kauf eines alternativen Objektes durch das gebundene Geld nahezu unmöglich machen wenn der Worst Case eingetreten ist. Wir reden ja hier nicht von einem Auto das man einfach wieder weiterverschiebt.
     
  8. Holzhaus61

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    Hier sehe ich einen gewaltigen Knackpunkt. Erschließt er auch, wenn nur ein Grundstück verkauft ist? Oder erst ab ner Quote von 50 %? Oder ist der Projektentwickler so solvent, daß er das so eben mal selbst stemmt? Lass es dumm kommen, dann haste zwar ein Grundstück gekauft und die Erschließung verzögert sich um x Monate. Irgendwann kommt dann Dein Unternehmer an und sagt, daß er den Preis nicht halten kann. Dann haste aber die A-Karte...
     
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  9. Fred Astair

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    Nach mehrmaligem Lesen Deiner Beiträge kann ich Dir nur raten: Lass es sein! Du bist Typ Mieter und brauchst für alles einen, dem Du die Verantwortung in die Schuhe schieben kannst. Für das, was Du in der Mietwohnung kaputtmachen kannst, schließt Du eine gute Haftpflichtversicherung ab und im Märchen wird es dann heißen "Sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage"...
     
  10. 11ant

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    Aha, die Hochbaufirma baut also nur das Haus, und der Entwickler muß vorher erst noch Tiefbauer spielen und erschließen. Das ändert natürlich die Geschäftsgrundlage meiner vorherigen Meinung grundlegend. Die Hängepartie sehe ich dabei nicht auf Monate limitiert, Du brauchst also ein Pfand und/oder Druckmittel, um nicht als verarmter Traumbesitzer zu enden.

    Einen positiven Vorbescheid bringe ich mit einem erst erschließungsgläubigen Grundstück nur bedingt in Übereinstimmung. Weshalb es dabei eine Insel der Nichtbebaubarkeit geben sollte, entzieht sich allerdings meiner Vorstellung.
     
  11. Holzhaus61

    Holzhaus61

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    Nicht gerade Nichtbebaubarkeit aber so ein paar klitzekleine Problemchen, sogar bei Außenbereichssatzung, die erst im Baugenehmigungsverfahren geprüft werden und die teilweise sogar recht kostenintensiv sind:

    - landschaftspflegerischer Fachbeitrag - Kosten für das Gutachten: 2.700 Euro. Fazit daraus: Ersatzmaßnahme oder Ablösebeitrag an die UNB: 4.200 Euro
    - Brandschutz: außerhalb des 150m Radius: Zisterne oder Brunnen, oder: Kostenpunkt 5.000 Euro
    - weitere NaturschutzPrüfung: Gutachten ob da Piepmätze sind: 2.800 Euro

    usw. usw.

    Ach ja, Kosten Fällgenehmigung Ersatzpflanzung
     
  12. simon84

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    Ganz so krass würde ich es nicht ausdrücken aber ich denke ein fertiges, bereits stehendes Haus zu kaufen wäre besser.
     
  13. Kriminelle

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    Das ist doch Nonsens. Wenn eine Bauvoranfrage genehmigt ist, dann kann man sehr wohl drauf bauen. Da gibt es auch keinen Worstcase.

    Ein wertloses Grundstück ist es ja wohl nicht, wenn es 1000€/qm kostet. Und auch nicht untypisch, dass man in manchen Gegenden eben mehrere 100000€ für ein Grundstück zahlen muss.
    Das Problem liegt gerade an Dir, dass Du ein Schwarzmaler bist. Das macht grundsätzlich gar nichts, wenn man nicht zu der mutigen Fraktion der Menschen gehört, aber dann frag ich Dich: was willst Du vom Forum? Wir können Dir die Füße nicht wärmen, wenn Du bleibst, wie Du bist.
    Und ja, dann wäre es gebrauchtes Haus oder fertig gebautes wohl besser zu kaufen. Dann bist Du auf der sicheren Seite.
     
  14. nordanney

    nordanney

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    Dem stimme ich zu. Die Baugenehmigung ist dann sogar einklagbar - selbst schon beim Kunden mitgemacht.
     
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