Angebote für Baugrunduntersuchungen

Diskutiere Angebote für Baugrunduntersuchungen im Begleitende Ingenieurleistungen Forum im Bereich Neubau; Liebe Geologen, Für das Neubaugebiet, in dem wir bauen wollen (ehemaliges Ackerland), wurde 2008 ein Baugrundgutachten (Beurteilung u.a. d....

  1. ypg111

    ypg111 Gast

    Liebe Geologen,
    Für das Neubaugebiet, in dem wir bauen wollen (ehemaliges Ackerland), wurde 2008 ein Baugrundgutachten (Beurteilung u.a. d. Versickerungsfähigkeit) erstellt (Gutachten hierüber liegt vor).
    Nachdem ich bei dem erstellenden Ingenieur (vor dem Kauf des Grundstücks) nachgefragt habe (hinsichtlich Sand und Schluffe),
    soll es sich um normalen, guten Baugrund in der Tiefe (mit 90 cm Mutterboden) handeln, dennoch ist natürlich seine Untersuchung nicht
    ausschlaggebend, sodass ich noch speziell ein Baugrundgutachten für meine Parzelle erstellen lassen soll

    Bei einer jetzigen Angebotsanfrage meinerseits bietet er zwei 7-Meter-Bohrungen nach Din xyz (mir entfallen) an,
    da 90cm tiefe Fundamente + 6 Meter standfester Boden. Angebot liegt noch nicht vor.

    Aber andere Angebote sind eingetrudelt von ca. 500 bis 1200 Teuro (brutto)
    Einige zeigen jede einzelne Position auf, andere Pauschalen (die aber mehr oder weniger erklärt sind)
    - Ein Angebot mit 2 Rammkernsondierungen bis 4 Meter Tiefe nach Din EN ISO 22475-1 im mittleren Honorarsegment,
    - ein Angebot mit 2 x 4 Meter RKS nach Din 4021, zusätzlich mind. eine Rammsondierung im unteren Honorar-Bereich (detailierte Positionierung der Kosten),
    - ein Angebot mit 2 x 4 Metern RKS Tiefe ohne Din-Angaben (vielleicht wollen sie mich nicht überfordern? ;-)
    - ein Angebot im mittleren Honorarsegment mit 2 Rammkernsondierung je 5-6 Meter +Drucksondierung 5-6 Meter, einschliesslich Höhennivellement.
    - das teuerste Angebot bohrt 2 x 6 Meter und nimmt Pauschalen für Labor 200 Euro und 400 für das Gutachten extra und war am Tel etwas pampig.

    Jetzt meine Frage: wie tief sollten denn die Bohrungen sein? Mein Telefonkontakt hat mir zu den 6,90 Meter eine gute Erklärung abgegeben, warum bieten die anderen im Durchschnitt nur 5 Meter an?
    Bietet es sich an, dem gefühlsmässig besten Anbieter zu nehmen mit dem Hinweis, doch bitte tiefer zu bohren?
    Oder kann es sein, dass diese Anbieter nur auf Geräte zurückgreifen können, die nur bis 4 bzw 6 Meter bohren können?
    (wenn ich mich jetzt blamiere, macht das nix.... ist für mich Neuland dieses Thema... :wow)

    Natürlich werde ich die Angebote noch mit dem Architekten besprechen, dennoch macht das Forum hier ja nicht dümmer :-)

    Ich freue mich auf Anworten von Euch
    Schönes Wochenende,
    Yvonne
     
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  3. mls

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    4m? witz ..

    den meisten "spass" mit dem bgga hat dein twp
    (jedenfalls, wenn er seinen job ernstnimmt): also,
    frag den ..
     
  4. Gast vS

    Gast vS

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    Der Gutachter, der die Voruntersuchungen gemacht hat, sollte eigentlich wissen, was und wie er untersuchen soll. Vielleicht ist der Bodenaufbau ja wirklich durchgehend so einheitlich und einfach - kann sein (also können z.B. organische Schichten vollständig ausgeschlossen werden).

    Ohne das Gutachten zu kennen, gefällt mir gar keiner der genannten Untersuchunsgvorschläge.

    Sand / Schluff = Lagerungsdichte und/oder Konsistenz sind zuverlässig zu ermitteln. Demnach würde ich 3 - 4 Rammkernsondierungen und 3 - 4 Rammsondierungen bis ca. 5 - 6 m machen (ich wäre aber auch teurer als die anderen).

    Rede mit deinem Architekten, hoffentlich hat der Erfahrung. Am besten Tragwerksplaner hinzuziehen, der muss schließlich mit den Ergebnissen leben / rechnen können.
     
  5. ypg111

    ypg111 Gast

    Hier mal ein Ausschnitt des damaligen Gutachtens:
    "... Das Untersuchungsgebiet liegt nach der Bearbeitungsunterlage b) im Bereich von
    glazifluviatilen Sanden aus dem Drenthe - Stadium. Dementsprechende Bodenverhältnisse
    wurden angetroffen.
    Unter einer bis zu 0,90 m mächtigen Mutterbodenschicht stehen bis zur Endteufe
    glazifluviatile Fein- bis Grobsande, lokal auch Kiese, mit unterschiedlichen Kornabstufungen
    an. Im Hangenden sind die Sande teilweise mit schluffigen Beimengungen
    versetzt.
    In einigen Bohrungen wurde Grundwasser von 3,10 m unter Gelände im Bereich der
    Bohrung BS 30 bis 5,40 m unter Gelände im Bereich der Bohrung BS 4 angetroffen...."
    @Gast vS: Wenn man vorher die Qualität des Gutachtens kennen würde, das wäre schon eine Hilfe für mich :-)

    :offtopic: @mls: ist schon cool, einem Laien Kürzel anzubieten ;-) Hätte Gast vS nicht den Tragswerkplaner erwähnt.... hihi
     
  6. Boergi

    Boergi

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    Gibt es denn Vorschriften wie tief ein Bodengutachten erstellt werden muss? Ich habe auf meinem Gelände ein Bodengutachten erstellen lassen, kostet ~1400 €, gebaut wird mit Keller, maximale Tiefe ab GOK -3,2 m.
    Gemacht wurden ein Schurf (-2,60 m) und zwei Sondierungen mit der leichten Rammsonde (DPL) nach DIN EN ISO 22476-2 bis -2,50 m.

    "Die Schlagzahlen ab ca. 2,0 m lagen über 30 und bestätigen dichte Lagerungsverhältnisse in diesen Böden. Bei DPL1 und DPL2 war in 2,4 m bzw. 2,5 m kein weiterer Vortrieb möglich (Fels ggf. verwittert)."

    Wenn ich hier lese wie tief bei ypg die Proben gemacht werden komm ich schon ins grübeln ;)

    Kellertiefe war dem Ing. bekannt, sollte man hier nochmals tiefer gehen?
     
  7. ypg111

    ypg111 Gast

    meine Angebote beziehen sich auf ohne Keller

    Ich habe bei einigen Geologen in der Umgebung angefragt, die aber ein Angebot abgelehnt haben, weil sie nicht kunkurierfähig sind oder aber nicht mehr für EFH machen. Die sagten aber aus, dass man mit 800 -850 ein gutes Gutachten bekommt....
     
  8. #7 Ralf Dühlmeyer, 1. Februar 2013
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    @ Boergi- natürlich macht es keinen Sinn, metertief in Fels zu sondieren!!!

    Normal sind 6 m Erkundungstiefe, wenn darunter keine Schweinereien bekannt sind. Bei derart (ungewöhnlich) dicken Mutterbodenschichten sind die 6 m ab UK Mutterboden auch sinnvoll.

    4 Erkundungen im Bereich des geplanten Grundrisses sollten es schon sein. 2* Rammkern und 2*Rammsondierung. + Präsenz eines Fachmanns auf Eurer Seite, der ggf. weitere Aufschlüsse anordnen kann, wenn die vorgenommenen nicht eindeutig oder gar widersprüchlich sind.
    Z.B. Beide Kerne :28:, eine Rammung :28: und die letzte Rammsondierung geht wie durch weiche Butter.
    Dann muss da definitiv nen Kern gezogen werden.

    Der Vorschlag von GastvS ist die ganz sichere Variante.
     
  9. ypg111

    ypg111 Gast

    Danke erst mal!

    ... und wie verhält es sich mit diesen Geräten? Bekommt man nur diese 4 Meter-Angebote, weil die Geräte mehr nicht können?
    Bei ein bzw. zwei Anbietern hätte ich bis auf die 4-Meter-Geschichten ein gutes Gefühl. Wenn ein Meter zw. 8-12 Euro liegen, dann könnte man doch das Angebot entsprechend updaten?
     
  10. Gast vS

    Gast vS

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    Na, das ist ja Klasse ...
    @ Boergi
    Aufschlüsse, die nicht mal Gründungstiefe erreichen sind natürlich fein, geht aber manchmal nicht anders und KÖNNEN auch ausreichend sein (dann sollte aber die Anzahl passen). Aber mit einer Leichten Rammsonde in eine Gegend zu fahren, wo Festgestein - meinetwegen auch tiefgründig verwittert - zu erwarten ist - grenzt schon an Frechheit (aber: DPL N10 = 30 = dichte Lagerung ??? seit wann ???)

    @ Ralf
    nö - nicht die ganz sichere Seite - sondern vernünftiges Untersuchungsprogramm

    @ YPG111
    die Geräte können auch tiefer - mach einer spart halt, wo er kann ...
     
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  12. ypg111

    ypg111 Gast

    Jetzt ist kurz vorm WE doch noch das Angebot meines Telefonkontaktes (der mit der 6,90 Meter-Info, der auch 2008 das Gutachten erstellt hat) eingetrudelt.
    Preislich knapp im Rahmen :-)

    Auszug aus dem Angebot:

    "Bitte bedenken Sie beim Vergleich unterschiedlicher Angebote, dass nach DIN
    4 020 eine Baugrunduntersuchung bis 6,00 m unterhalb der Gründungssohle
    ausgeführt werden muss. Dies bedeutet bei einem Gebäude ohne Keller und
    frostfreier Gründung bei etwa 0,80 m unter Gelände, dass die Erkundungstiefe
    7,00 m betragen muss. Weiterhin sind seit mehr als zwei Jahren die DIN - Vorschriften
    DIN 4 021 bis DIN 4 023 nicht mehr gültig und wurden durch europäische
    Normen ersetzt."

    Da hat der Laie keine Worte mehr über die Angebote mit Din 4021.....
     
  13. KlausK

    KlausK Gast

    4021 ersetzt durch DIN EN ISO 22475-1:2007-01 und nicht erst gestern...
     
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