Auf Bodengutachten verzichten und nach Kelleraushub entscheiden wie gebaut wird?

Diskutiere Auf Bodengutachten verzichten und nach Kelleraushub entscheiden wie gebaut wird? im Begleitende Ingenieurleistungen Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, wir bauen ein RMH und haben in den letzten Tagen versucht unsere Nachbarn zu einem Bodengutachten zu animieren. So wie es...

  1. Linda2010

    Linda2010

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    Hallo zusammen,

    wir bauen ein RMH und haben in den letzten Tagen versucht unsere Nachbarn zu einem Bodengutachten zu animieren. So wie es aussieht ohne Erfolg. Die meisten Architekten der Grundstücksbesitzer lassen nun die Grube ausheben und entscheiden dann zusammen mit den Statikern, wie gebaut werden soll (Streifenfundament, Bodenplatte, Pfahlgründung usw.). Sie sparen sich sozusagen 750,- Euro.

    Selbst die Grundstücksbesitzer der Doppelhaushälften und Einfamilienhäuser haben sich gegen ein Gutachten entschieden. Begründung: Die 2 Bohrungen wären zu ungenau und nicht aussagekräftig. Eine Beurteilung nach dem Aushub wäre genauer.

    Jetzt stehe ich da und weiß nicht was ich machen soll. Soll ich da mitziehen (wir Reihenhausbesis haben das selbe Tiefbauunternehmen) oder aus der Reihe tanzen und das Gutachten machen lassen.

    Es existiert ein Bodengutachten mit mehren Bohrung, das für die Erschließung ausgeführt worden ist. Die nächst gelegene Bohrung ist ca. 20 Meter von unserm Grundstück entfernt. Ergebnis: zeitweise Schichtenwasser, jahresbedingt Oberflächenwasser, teilweise wasserundurchlässiger Boden die ersten 1,50 m schluffiger Boden der dann zu Lehmboden übergeht.

    Der letzte Geotechniker war auch der Meinung, dass 2 Bohrungen nicht ausreichen, hat aber Baggerschürfungen vorgeschlagen... mit einschlagendem Preis :yikes

    Wie würdet ihr entscheiden?
    LG
    Linda
     
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  3. mls

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    wenn du jemanden hast, auf den du die verantwortung wirkungsvoll
    abwälzen kannst, bzw. wenn architekt oder statiker so "schlau" sind,
    die verantwortung zu übernehmen (obwohl visuelle bewertung bis in tiefe
    der schürfe fast nix bringt) .. dann ist doch alles schön ;)

    wenn aber die helden der baukunst keine leistungswillige versicherung
    (das ist sehr real!) und keine ausreichende persönliche "masse" aufweisen
    können, mit der sie haften .. dann ist das alles spekulatius.
     
  4. Linda2010

    Linda2010

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    Jo, und genau das sagt mir mein Bauchgefühl auch.

    Obwohl mir sogar mein Schwiegervater von dem Baugutachten abrät (Geldverschwendung) werde ich wohl dann die Einzigste in der Reihenhausreihe sein, die das machen lässt. Dafür aber gerades Haus und trockener Keller. Fraglich ist nur, wenn der Nachbar später ein nassen Keller hat, ob die Feuchte dann zu uns rüber zieht :mauer:bau_1:
     
  5. KATMat

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    wäre interessant zu wissen

    wie die "Architekten" bei so ´ner Intelligenzleistung das Abi geschafft haben.
    Mit dem Baugrubenaushub weiß man natürlich sehr genau, was für ein Boden vorher da war, wo jetzt das Haus steht.
    Dummerweise steht das Haus eben auf dem Boden, den man beim Aushub nicht sieht.
    Aber häufig geht´s auch gut...
     
  6. Linda2010

    Linda2010

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    ... da kann ich ja froh sein, dass mein Architekt von vornherein gesagt hat, dass ich ein Gutachten machen lassen soll.
     
  7. #6 Stromfresser, 10. Oktober 2010
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    >> entscheiden dann zusammen mit den Statikern, wie gebaut werden soll (Streifenfundament, Bodenplatte, Pfahlgründung usw.)

    Muss das nicht mit der Statik im Bauantrag schon angegeben werden? Und muss nicht der Bauantrag vorliegen, um eine Baugenehmigung zu bekommen? Und muss nicht die Baugenehmigung vorliegen, um mit den Bauarbeiten zu beginnen?

    Oder wie Kapitän Janeway sagt: „Die Zukunft ist Vergangenheit oder umgekehrt. Ich krieg' Kopfschmerzen davon.”
     
  8. mls

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    wenn wir schon auf feinheiten rumreiten:

    Streifenfundament + mehrkosten = Bodenplatte
    Bodenplatte + mehrkosten = Pfahlgründung

    steht der bauherr erst an der klippe (bzw. am rand der baugrube),
    sind "überraschend" nötig gewordene mehrungen leicht verhandelbar ..
    ein schelm, wer schlechtes dabei denkt :p
     
  9. Linda2010

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    Also Bauantrag ist schon abgegeben und soweit war wohl alles vollständig. Kam von der Gemeinde keine Beanstandung zurück. Wir warten nur noch auf unsere 2 Nachbarn, dass sie unterschreiben und nichts gegen unseren Bau einzuwenden haben.
    Unter dem Querschnitt vom Haus steht nur "Gründung gem. Bodengutachten", das ja noch aussteht.

    Das Einzige was mein Architekt noch Nachreichen muss ist der Entwässerungsantrag.

    Natürlich muss die Baugenehmigung erst vorliegen, bevor sich da ein Bagger ans Grundstück ran traut.
     
  10. Linda2010

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    Den Spruch mußt du mir bitte näher erläutern. Stehe auf der Leitung :mega_lol: , was meinst du denn mit ..... nötig gewordene Mehrung leicht verhandelbar?... da gibts doch nix mehr zu verhandeln, wenn das Loch schonmal da ist. Da muss ich nehmen was kommt, wenn ich auf das Gutachten verzichten würde :wow
     
  11. face76

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    Die Statik sowie der EnEV-Nachweis können nachgereicht werden! Der Bescheid des Bauamts ist demnach vorbehaltlich des statischen Nachweises.
     
  12. Linda2010

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    Mal OT:
    In der Baubeschreibung des Bauantrags steht Außenwände Porenbeton 30 cm. Kann man da im Nachhinein vor Baustart noch Upgraden wenn es für die EnEV nicht ausreicht?
     
  13. mls

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    "leicht verhandelbar" .. im kontext! ;)
    das bezieht sich auf die von manch *ehrenwerten genossen" geübte
    praxis, den bauherrn mit awg vollzudröhnen und, sobald (scheinbare)
    zwänge anstehen, überteuerte nachträge anzubieten, denen der bauherr
    nicht mehr entrinnen kann.

    zum thema upgrade "streifenfundamente -> bopl":
    grundsätzlich ist e. bopl NICHT zwingend teurer, als str.fund. - aber
    wenns ums kassieren (speziell von mehrungen) geht, lässt sich die
    "kalkulation" schon passend hinbiegen ;)
     
  14. Linda2010

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    Hallo zusammen,

    kurze Rückmeldung von mir. Ich habe soeben das Angebot unseres Bodengutachters unterschrieben und somit angenommen und per Fax raus gejagt. Mein Architekt war auch ausnahmslos dafür.

    LG
    Linda
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 11. Oktober 2010
    Ralf Dühlmeyer

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    An sonsten wäre er auch fein raus gewesen. Raus aus der Haftung :D
     
  16. Linda2010

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    Wie auch immer. Ich denke, dass ist der richtige Weg.
     
  17. Roest

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    Das Stimmt! Darum voher schon immer alle möglichen Varianten als Optionen mit auf den Vertrag nehmen, oder ein extra Dokument mit den Preisen, unterschrieben vom Unternehmer, Architekten, Statiker, oder was auch immer benötigt wird.
     
  18. #17 Ralf Dühlmeyer, 12. Oktober 2010
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    Falsch. Das Honorar von Architekt und Statiker steht zu einem Zeitpunkt, zu dem Vertrag sinnvoller Weise unterschrieben wird, noch gar nicht fest!

    Hier können nur Honorarzonen, Zuschläge, Nebenkosten usw. und die Leistungsphasen fixiert werden.
    Dazu kann der Architekt/Statiker dann zu möglichen Baukosten ein Honorar angeben.
     
  19. Linda2010

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    Nö, ich hab den Architektenvertrag unterschrieben mit einem Festpreis. Genauso das vom Statiker. Familiäres Vitamin B sag ich da nur :D

    Bezüglich den Kosten: Die Baukosten sind von vornherein mit einer Bodenplatte gerechnet worden. Das das Bodengutachten von der Erschließungsfirma ja schon so bescheiden ausgefallen ist.
     
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    Immer mit der Ruhe. Bei Bauverträgen ist es nicht unüblich mal eine Option sich bepreisen zu lassen, oder auch mal die ein oder andere 'Eventualleistung'. Aber generell ist ein Auftrag (sowie ein LV) keine Preisliste; hier also sich zig verschiedene Dinge anbieten lassen, wovon dann nur ein kleiner Teil zur Ausführung kommt, ist Unsinn und nicht Sinn eines Auftrags.

    Der Kunde/ Bauherr/ Auftraggeber muss vorher wissen was er braucht und dementsprechend bestellen.
     
  22. Roest

    Roest

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    Der Vorschlag von mir kommt aus eigener Erfahrung. Da plant man einen Einzügigen Kamin (es wird einem Gesagt 2-Zügig kann man dann später immer noch "upgraden wenn man auf der Baustelle ist) und kommt das upgrade für 8m Kamin auf 8000€! Was will man machen, Da man aber nun 2 Züge benötigt.

    Wenn man schon weiss was auf einen zukommen kann, dann kann man doch dafür auch schon Preise festlegen.

    Auch nur mal so in die Runde geworfen:
    Der Kunde kann doch eigentlich garnicht wissen was er braucht. Das sollte der Fachmann ihm doch sagen?
    Wenn man in eine Werkstatt geht sagt man dem Mechaniker doch auch nicht Wechsel mir das Getriebeöl ... sondern sagt: Die Schaltung funktioniert nicht mehr, was könnte es sein und wieviel kostet es?. Ein guter Mechaniker sagt dann z.B. Ok ich schau mal obs das Getriebeöl ist 200€, wenn nicht komplett neues Automatikgetrieb 2000€
     
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