Bungalow KFW 55 Aussenwände

Diskutiere Bungalow KFW 55 Aussenwände im Architektur Allgemein Forum im Bereich Architektur; Hallo, ich bin gerade dabei mir einen Bongalow 110 m2 KFW 55 planen zu lassen. Jetzt ist mir bei den Angeboten aufgefallen das die meisten...

  1. justio99

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    Hallo,

    ich bin gerade dabei mir einen Bongalow 110 m2 KFW 55 planen zu lassen.
    Jetzt ist mir bei den Angeboten aufgefallen das die meisten Baufirmen einen 17,5 cm dicken Stein plus Dämmung verbauen.
    Einige nehmen aber auch einen 36,5 cm dicken Stein ohne Dämmung.
    Kann mir jemand die Vor und Nachteile nennen?
     
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  3. Andybaut

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    bei der dünnen Variante hast du einen Stein und ein WDVS. Wärmedämmverbundsystem.
    Vermutlich einen Kalksandstein + EPS Dämmung

    Bei der dicken hast du einen Stein der die Dämmeigenschaften in sich hat.
    Vermutlich Poroton oder Porenbeton.

    Vor- und Nachteile ist eine Glaubensfrage. Wobei Nurstein günstiger sein sollte.
    Die Vor- und Nachteile liegen eher auf der emotionalen Seite, als auf der Baupraktischen.

    Baupraktisch hat die Steinvariante ein etwas geringeres Risiko, dass sich Flechten auf der Fassade ansiedeln.
    Aber auch nur auf Ost, Süd und Westseite.
    Ökologisch ist Poroton besser wie Porenbeton. EPS Dämmung ist ganz hinten.
     
  4. justio99

    justio99

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    Vielen Dank für die Antwort zu welcher Variante würdet Ihr denn tendieren?
     
  5. Andybaut

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    Ökologisch zu einem Holzhaus :-)

    Wenn es Stein sein soll, würde ich einen massiven Porenbetonstein nehmen.
    Der ist zwar etwas feuchter und man hat leicht erhöhte Heizkosten dim ersten Jahr,
    aber er ist zum Kabelverlegen gut zu schlitzen.
    Dicht gefolgt vom Poroton. Wobei der ökologisch besser wie Porenbeton ist.

    Das ist aber eine rein subjektive Betrachtung. Lies dich ein bischen ein und treffe eine
    Entscheidung für dich. Ist alles möglich, sonst würden alle nur noch eine Variante bauen.
     
  6. justio99

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    17,5 cm Hochlochziegel
    14,0 cm Mineralfaserdämmung
    11,5 cm Verblender

    Das wäre der Wandaufbau mit dem schmalen Stein
     
  7. Andybaut

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    das ist ja eine Klinkerfassade.
    Das ist aber um einiges teurer wie ein WDVS.

    Schön, robust aber halt auch teurer.

    Du vergleichst da nachher Äpfel mit Birnen.
     
  8. #7 Onkel Dagobert, 6. Februar 2017
    Onkel Dagobert

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    Der TE hat ja nichts von einem WDVS geschrieben. Ich vermute dass beide Variaten mit Klinkerfassade hergestellt werden sollen.
    Also:
    Variante 1: Hintermauerung 17,5 + Dämmung + Verblender
    Variante 2. Hintermauerung 36,5 mit irgendeinem Dämmstein (Poroton, Porenbeton) + Verblender

    @Andybaut: ob ein WDVS günstiger ist, ist die Frage. Vor allem wenn man die langfristigen Kosten miteinberechnet. Bei einer Klinkerfassade wird der Bauherr in seinem Leben warscheinlich keine Folgekosten verursachen, bei einem WDVS muss aber doch gelegentlich ein Maler ran, je nachdem wie schnell die Fassade verschmutzt (abhängig von den Umgebungsfaktoren)

    Variante 2 habe ich so noch nicht gesehen, aber warum nicht?

    Bei uns in der Gegend wird (wenn Verblender) nur Variante 1 gebaut, allerdings meist mit KS oder Porenbeton
     
  9. 11ant

    11ant

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    Ich versuche es mal von Adam und Eva her zu erklären (oder zum Dämmthema vielleicht besser Kain und Abel):

    1) die Fördermittel der "Kreditanstalt für Wiederaufbau" sind eine moderne Zutat im Finanzierungsmix. Es gibt sie in verschiedenen Stufen. KfW55 bedeutet, mit 55% eines Heizenergie-Indexwertes auszukommen (politische Klimaziele).

    2) die Einhaltung der damit verbundenen Heizenergie-Einsparziele wird nicht gemessen, sondern in einer Simulation berechnet. Wie einem steifen Bein in einer Erwerbsminderungstabelle, so wird bei diesem Bürokratenquatsch hier eben einem Bau- bzw. Dämmstoff eine bestimmte Einsparwirkung zugeordnet.

    3) die Bauträger, Generalunternehmer und Fertighaushersteller wollen jeweils gezielt fördermittelkonforme Hausentwürfe anbieten. Dabei hat jeder so seine unterschiedlichen Talente und Einkaufskonditionen. Der eine baut lieber einschalig, der andere klebt lieber Dämmplatten drauf. So wie einer bei seinem Baustoffhändler billiger an Steine Material X kommt, und der andere an Steine Material Y. Man will etwas dabei verdienen können, dem Bauherrn eine zu seiner Finanzierung passende Hütte hinzustellen. C´ est tout.

    4) 17,5 cm sind bei verschiedenen Mauersteinmaterialien ausreichend, um eine beliebige tragende Wand hinzustellen. Als Außenwand erfüllt sie aber alleine noch nicht KfW55. Dafür muß man dann entweder Dämmplatten draufpappen oder zweischalig mauern. Wobei zweischalig ohne Luftschicht Dummfug ist, aber momentan hat förderfähig zu bauen höchste Priorität am Markt. Also macht man den Zwischenraum etwas dicker, dann kann man ihn noch mit Dämmzeug vollstopfen, und die Energiespar-Rechnungssimulation freut sich. Das mag zwar Quatsch sein, verkauft sich aber im Moment wie warme Semmeln.

    5) über bauphysikalisch sinnvolles Handeln gibt es ähnlich wie bei der Ernährungswissenschaft hitzige Debatten von Fachleuten, die sich gegenseitig des verbohrten Dummschwatzes bezichtigen (ersatzweise: der Scharlatanerie), und für den Laien ist kaum nachzuvollziehen, wer mehr Recht hat. Dazu müßte der Laie so gut Argumente von Scheinargumenten unterscheiden und Milchmädchenrechnungen entlarven können, daß er mit so viel Wissen kein Laie mehr wäre. Also bleibt ihm nur, sich zu fragen, bei wem zu glauben er sich besser fühlt.

    Wenn Du nicht aus optischen Gründen Verblendmauerwerk haben willst, sondern verputzst und den Unterschied zwischen ein- und zweischalig architektonisch nicht einsetzen willst: dann wäre meine Neigung zu einschalig; den Unterschied zwischen Blähton und Porenbeton sehe ich dabei nicht "größer" als zwischen katholisch und evangelisch: den Glocken hört man den Unterschied nicht an. Innenwände kann man dabei aus demselben Material nehmen, oder jeweils aus Kalksandstein (dem mehr Schallschutz zugetraut wird, obwohl man beim Schallschutz mehr Konstruktions- als Material"fehler" machen kann).
     
  10. hgerike

    hgerike

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    Ich stehe vor derselben Entscheidung. KFW55 ist für mich aber optional, da hier ggf. auch Lüftungssysteme gefoedert werden.

    Was ich bisher rausgefunden habe ist, dass
    - bei der 36,5 Variante z.B. auch gefüllte Porotonziegel verwendet werden können. Geht hier auch ungefüllt für ENEV2016?
    - und bei 17,5 ungefüllt. Beim U-Wert kann die 17,5 Variante sogar besser sein. Das kommt auf den Lamda-Wert der Ziegel an.

    Ich versuche gerade die verschiedenen Variamnten zu bewerten nach
    - Preis
    - Wandstärke
    - U-Wert
     
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  12. 11ant

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    Jede heute angebotene Außenwandvariante hat die EnEV2016 einzuhalten - Varianten, die dies nicht erfüllen, hat kein Bauunternehmer mehr im Angebot. 17,5 + WDVS wird auf 33,5 cm kommen, die 3 cm Unterschied machen den Kohl nicht fett. Ich würde auch Porenbeton mit vergleichen, der sogar KfW55 monolithisch erfüllt.
     
  13. Leser112

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    Korrekt.
    Steine sind das dann jedoch nicht mehr, sondern eher Krümelmonster, die sich bereits mit dem Daumennagel eindrücken lassen;-) Wer das unbedingt möchte/mag- gut. Die Bedeutung von "massiv" gerät dabei sicherlich heftig ins Schwanken;-)
     
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