Ein paar Fragen zum Grundstückskauf z.B. Grenzsteine vermessen usw.

Diskutiere Ein paar Fragen zum Grundstückskauf z.B. Grenzsteine vermessen usw. im Begleitende Ingenieurleistungen Forum im Bereich Neubau; Hey, meine Freundin und ich haben jetzt ein Angebot für ein Grundstück abgegeben. Der Makler sollte für uns einige Sachen noch beim Verkäufer...

  1. #1 SvS1985, 03.10.2013
    SvS1985

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    Hey,

    meine Freundin und ich haben jetzt ein Angebot für ein Grundstück abgegeben.
    Der Makler sollte für uns einige Sachen noch beim Verkäufer in Erfahrung bringen (vorm Kauf).
    Unter anderem ob noch alle Grenzsteine vorhanden sind. Dabei stellte sich heraus, das der Landwirt so freundlich war, die hinteren Steine um zu pflügen. Natürlich stören die dann und wurden entsorgt. Der gute Mann liegt jetzt schon seit langer Zeit 1,50Meter tief. Jetzt sagten die Verkäufer das sie das Angebot annehmen, aber um die Grenzsteine müssen wir uns selbst kümmern. Das Grundstück wurde in den 80er schon mal eingemessen.Der Makler meinte unter den Grenzsteinen würde irgendwelche Kunststoffkappen liegen. Das diese evtl. noch vorhanden seien und nur neue Steine obendrauf stellen müsste.



    Meine Fragen kommen jetzt:

    1.) Wie teuer ist es neue Steine setzen zu lassen? Das Grundstück war ja schon mal eingemessen.

    2.) Darf das nur das Katasteramt machen oder auch irgendwelche Vermessungsing. ?

    3.) Spart es Geld wenn wir die hinteren Steine erst setzen lasse, wenn wir es einmessen lassen wo das Haus
    hinkommt? (Anfahrtskosten, "Mengenrabatt" oder ähnliches).


    Bedanke mich schon mal für die Antworten.

    Gruss Sven


    edit:

    Und kann man das Grundstück als Vollerschlossen zählen?
    Es liegen alle Leitungen auf dem Grundstück an (Telefon, Wasser, Strom, Gas, Abwasser, Regenwasser).
    Der Haken an der Nummer ist das das alte Haus abgerissen wird und das neue einen Abstand zur Straße von 20Meter einhalten muss. Ca 15Meter mehr als das alte Haus. Sprich alle Versorgungsleitungen müssten verlängert werden.
     
  2. #2 Baufuchs, 03.10.2013
    Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Zu 1+2+3
    Kann auch ein öffentl. bestellter Vermesser machen.
    Der macht auf Anfrage auch Angaben zu den Kosten

    Da alle Ver-/Entsorgungsleitungen Anliegen gilt das Grundstück als voll erschlossen.

    Kosten der Leitungsverlängerungen trägt Käufer/Bauherr.
    Wie hoch die Kosten sind erfährst Du bei den Versorgungsträgern (Stadtwerke/VEW/RWE etc.)
     
  3. PeterB

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    Und wenn da ein "altes" Haus steht, kann es sogar sein, daß zumindest ein Teil der Anschlüsse, wie Wasser oder Kanal, neu bis in die Strasse gemacht werden müssen. Beim Wasser empfiehlt es sich meist sogar, da noch keine PE-Leitungen verlegt sind und die Schieber funktionsunfahig sind.
     
  4. #4 Geodesy, 04.10.2013
    Geodesy

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    Vechta = NDS
    Ich = NRW

    Also hier in NRW wäre es so:

    zu 1) 560 € je angefangene 50 Meter Grenzuntersuchung
    zu 2) ja, auch ÖBVI, jedoch keine sonst. Vermessungsbüros
    zu 3) ja, 10 %


    für NDS musst Du bei Euch fragen
     
  5. #5 KoiKoi, 14.11.2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.10.2014
    KoiKoi

    KoiKoi

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    Da die Grenzsteine nicht mehr vorhanden sind, musst du davon ausgehen, dass eine neue Vermessung stattfinden muss. Das geschieht mithilfe eines Entfernungsmessers, den sowohl Bauingenieure als auch die Mitarbeiter des zuständigen Amtes besitzen. Mit der Rechtslage, wer diese Messung ausführen darf bzw. kann bin ich in Niedersachsen leider nicht vertraut. Über die preislichen Modalitäten kann ich dir leider nicht viele Informationen geben, da mir der Fall noch nicht bekannt ist, dass Grenzsteine neu gesetzt werden müssen.
     
  6. oberh

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    @KoiKoi!

    Das geschieht garantiert nicht mit dem abgebildeten Gerät! #vor Graus schüttel#
    Auch der textliche Inhalt hat nur in Ansätzen etwas mit einer Liegenschaftsvermessung zu tun ...

    Aber Du hast schon Recht - Grenzpunkte müssen in der Örtlichkeit nicht abgemarkt sein.
    Hier liegt es ganz alleine im Ermessen des TE, ob er die Grenzen herstellen lässt oder nicht.
     
  7. #7 Geodesy, 22.11.2013
    Geodesy

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    Koi nix für ungut, aber bitte Deinen Beitrag am besten streichen, denn wir sind im Zeitalter von
    [​IMG]

    dazu braucht man

    [​IMG]

    manche denken aber auch

    [​IMG]

    geht so

    [​IMG]

    Nö!

    und was Du zeigen wolltest damit messe ich eher

    [​IMG]

    nämlich so

    [​IMG]

    OK?
     
  8. #8 ralf9000, 22.11.2013
    ralf9000

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    Kannst Du den auch noch die traditionellen Vermessungstechniken, denn das GPS-System kann jederzeit von den US-Streitkräften abgeschaltet werden oder bei militärischen Handlungen verrauscht werden? Oder stehen diese Geräte schon im Keller?

    Würde mich mal interessieren ... Unser Nachbar hatte bei der Bauplannung gegenüber unseren Meßpunkten (beides amtliche Pläne von vereidigten Vermesssern) fast einen ganzen Meter Höhendifferenz. Er hat sein Haus deshalb mit seinem First recht niedrig gebaut, wir haben bis auf 10cm den B-Plan ausgenutzt. Bei uns wurde "traditionell" vermessen, beim Nachbarn per GPS. Es wurde dann von beiden Vermessern nochmal gemessen und siehe die GPS-Messung war daneben. Schade für den Nachbarn ... nachdem nun auch die andere Seite bebaut wurde: links und rechts von ihm nun gleich hoch und dazwischen er mit dem "Knick" nach unten.
     
  9. #9 Geodesy, 22.11.2013
    Geodesy

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    @ralf

    ja, es wird nicht nur mit GPS gemessen, sondern auch mit Tachymetern. Winkel und Strecke. GPS geht auch nicht überall und alte Grenzen werden auch noch traditionell nach alter Methode wiederhergestellt. Nur im Koordinatenkataster (höchste Genauigkeit) ist GPS Pflicht.

    Mit GPS misst man auch keine Höhen *kopfschüttel
    dazu nimmt man dann das Nivellier.

    Die Korrekturdaten für die Koordinaten bei GPS Messung gibt es für Höhen gar nicht. Undulation auch nicht beachtet und schwupp hab ich nen Meter drin ;-)
     
  10. #10 Stefan79, 22.11.2013
    Stefan79

    Stefan79 Gast

    Hi, das Setzen zweier Grenzsteine in NDS kostet ca. 1.320€, beauftragen kannst Du dieses beim Katasteramt oder auch bei einem ÖbVI. Die Kosten sind bei beiden gleich, da für beide die Kostenordnung für das amtl. Vermessungswesen gilt. Ein Unterschied könnte dadurch entstehen, dass die Kosten für die Übernahme der Vermessungsergebnisse nur durch das Katasteramt in Rechnung gestellt werden können - das Angebot eines ÖbVI kann diese Kosten daher nicht enthalten, werden aber eigentlich immer mit angegeben.

    Wieviel es spart: Soooo viel wird es nicht sein, da beides nach unterschiedlichen Kostentabellen abgerechnet wird. Die Vorbereitung der Vermessungsunterlagen würde wohl nur einmal berechnet werden, sonst gibt es aber nur wenig "Gemeinsamkeiten" die eine Kostenersparnis bringen würde. In diesem Falle würde ich direkt mal z.B. beim Katasteramt Vechta nachfragen.

    Aber: müssen denn die Steine überhaupt neu gesetzt werden? Reicht euch evtl. auch eine amtliche Grenzauskunft? Hier werden die Grenzpunkte vor Ort angezeigt, meistens auch durch einen Pflock gekennzeichnet. Die Genauigkeit ist identisch mit der einer "echten" Grenzfeststellung, allerdings ohne eine echte behördliche Handlung zu sein. Die Kosten hierfür liegen zwischen 340€ und 630€ (je nach Aufwand, hier mal zwischen 1 und 3 Stunden angenommen). Die Grenzauskunft reicht aus um zum Beispiel Ausgangspunkte für einen Zaun o.ä. zu haben.

    Gruß
    Stefan
     
  11. #11 Junibart, 08.05.2015
    Junibart

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    GNSS für Höhenmessungen

    Es ist zwar off topic zum anderthalb Jahre alten Ursprungsbeitrag, aber da ich selbst auch gern in alten Beiträgen stöbere, möchte ich hier auch noch einiges aus fachlicher Sicht richtig stellen. Vielleicht interessiert es ralf9000 ja immer noch...und wir bringen etwas Leben in dieses Unterforum ;-)

    Im Keller stehen bei den Vermessern bestenfalls Geräte, die Messwerte nicht automatisch registrieren.
    Die traditionellen Techniken braucht man noch- spätestens, wenn man z.B. Gebäudeecken aufmisst (und nicht aufs Dach will oder kann).

    Die mögliche Beeinflussung des GPS hat man auf dem Schirm, eine Komplettabschaltung gilt als unwahrscheinlich. Die künstliche Verschlechterung ist wahrscheinlicher, kann aber durch differenzielle Techniken eliminiert werden. Auch zu Zeiten von selected Availability (bis ca. 2000) konnten wir mit GPS zentimetergenau messen. Mittlerweile gibt es weitere operabe Systeme, z.B. GLONASS und Beidou, auch Galileo kommt langsam in Gang. Im äußersten Fall nutzt man die noch vorhandenen, früher verwendeten Festpunkte, oder stationiert sich über zuverlässig bestimmte Objektpunkte.

    Doch, es lassen sich mit GNSS-Technik zuverlässig Höhen bestimmen. Die Korrekturdaten der deutschen SAPOS-Dienste ermöglichten das von Anfang an. Die Genauigkeit ist etwas schlechter als die des klassischen Nivellements, für viele Anwendungen aber ausreichend.

    Mit einer wenige Minuten dauernden Online-Messung erreicht man 2-5 cm Höhengenauigkeit, mittels statischer Beobachtung über wenige Stunden 1-2 cm. Die Umrechnung in NHN-Höhen mittels eines aktuellen Quasigeoidmdells verschlechtert die Genauigkeit im Flachland um 1 cm, im Gebirge um 2-3 cm. Relative Höhenübertragungen mit etwas höherem Instrumentenaufwand kriegt man über 10 km mit ca. 0,5 mm/km hin. Seit Jahren werden so z.B. die Pegel auf den Nordseeinseln an das Deutsche Haupthöhennetz (DHHN) angebunden. (Suchbegriffe: GNSS Nivellement Norderney, erster Treffer ;-)

    Die vorhandenen Höhenfestpunkte niederer Ordnung werden über kurz oder lang verfallen oder unter Wärmedämm-Verbundsystemen verschwinden, die meisten Länder beschränken die Pflege
    auf die 1. Ordnung des DHHN. Es ist an der Zeit, sich über Alternativen Gedanken zu machen, wenn man nicht jedes Mal zig Kilometer bis zur nächsten 1. Ordnung nivellieren will.

    Und Achtung: Wer im ETRS89 die Undulation vergisst, hat ca. 41 Meter Fehler im Plan. Das fällt dann aber hoffentlich auch denen auf, die im Grundstudium gepennt haben...

    es grüßt
    der Junibart
     
Thema: Ein paar Fragen zum Grundstückskauf z.B. Grenzsteine vermessen usw.
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