Gründungsmaterial

Diskutiere Gründungsmaterial im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, vorweg, ich bin in puncto Bauwirtschaft ein blutiger Anfänger. Wir lassen gerade über einen Bauträger ein 3-stöckiges...

  1. Patko

    Patko

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    Hallo zusammen,

    vorweg, ich bin in puncto Bauwirtschaft ein blutiger Anfänger.
    Wir lassen gerade über einen Bauträger ein 3-stöckiges Doppelhaus (Stein auf Stein) plus Keller im Rhein-Main-Gebiet bauen.

    Nach längerem hin und her ist nun endlich die Grube ausgeschachtet.

    Auszug aus dem Bodengutachten:
    Untergrundklasse S, Baugrundklasse C

    Baugrundprofil:
    1.) Bis 0,25 - 0,30 m u. GOK Mutterboden Schluff, schwach feinsandig, humos
    Konsistenz/Lagerung: weich – steif. Farbe: Dunkelbraun
    2.) Bis 3,00 – 3,50 m u. GOK Löß Schluff, schwach feinsandig – feinsandig
    Konsistenz/Lagerung: steif. Frostempfindlichkeit: stark (F3). Bodenklasse 4
    Tragfähigkeit: gut. Durchlässigkeit: schlecht. Bodengruppe: UM, SU
    3.) Bis 4,20 m u. GOK Flugsand Feinsand, schwach schluffig
    Konsistenz/Lagerung: mitteldicht- dicht. Frostempfindlichkeit: mittel (F2). Bodenklasse 3.Tragfähigkeit: gut. Durchlässigkeit: mittel. Bodengruppe: SE

    Kein Grundwasser angetroffen
    Stauwasserbildung: nach Starkregenereignissen vollständige Porenwassersättigung bis GOK
    Schichtwasserführung: über das gesamte Profil entsprechend der Niederschlagsentwicklung möglich

    Empfehlung Gründung
    Plattengründung

    Polster-/Sauberkeitsschicht: >= 0,15 m
    Gründungshorizont: Schicht 2
    Polstermaterial: Einbau eines flächigen Stabilisierungspolsters aus verdichtungsfähigem, korngestuften Schottermatieral im Körnungsbereich 0-45 mm (Frostschutzmaterial)

    Oberflächenbefestigung: 0,5 m frostsicheres Mineralgemisch im Lageneinbau (30 cm + 20 cm) bei lagenweiser Verdichtung
    Polstermaterial: Zur Erhöhung der Standfestigkeit sollte vorzugsweise Brechkorn (Frostschutzqualität) verwendet werden – max 20 cm.

    Bild: http://img140.imageshack.us/my.php?image=4146li7.jpg

    Frage 1: Entspricht das dort abgebildete Material den Empfehlungen des Bodengutachtens?
    Frage 2: Seht Ihr bei dem beschriebenen Bodengutachten etwaige Gefahren für Regen und Feuchtigkeit im Keller?

    Patko
     
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  3. #2 wasweissich, 11. Januar 2009
    wasweissich

    wasweissich Gast

    1.ja
    2.ja!!

    Stauwasserbildung: nach Starkregenereignissen vollständige Porenwassersättigung bis GOK
    Schichtwasserführung: über das gesamte Profil entsprechend der Niederschlagsentwicklung möglich
     
  4. Yilmaz

    Yilmaz

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    Frage 1 würde sich mit Lieferscheine selbst beantworten. Rechte und Runde foto sehen gut aus aber nach verdichtet sieht es nicht aus.
    Frage 2 es wird zu aufstauendes sickerwasser kommen und muß dementsprechend abgedichtet werden. Was hat der bodengutachter für ein abdichtung empfohlen?
    Mfg.
     
  5. Patko

    Patko

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    Erstmal herzlichen Dank für die Antworten ;) *freu*

    In Puncto Abdichtung gibts im Bodengutachten noch folgende Info:

    Dränage: Dränage nach DIN 4095 ist bei Abdichtung nach DIN 18195 , Teil 4 erforderlich

    Kommentar: Was auch immer diese DIN Richtlinien aussagen mögen und vor allem was mit Teil 4 gemeint ist?!

    Bauwerksabdichtung: Abdichtung nach DIN 18195, Teil 4 mit Dränage; bei nichtvorhandener Dranvorflut Abdichtung gemäß DIN 18195, Teil 6 (Lastfall, aufstauendes Sickerwasser), mit wu-Bodenplatte, Oberflächenwasser und in den Arbeisraum eindringendes Sickerwasser muss geordnet abgeleitet werden ("Badewanneneffekt vermeiden").

    Kommentar: Für einen Normalsterblichen, der nicht in der Baubranche tätig ist, klingt das wie Spanisch! Keine Ahnung was dies für mich/uns bedeutet?

    PatKo
     
  6. #5 wasweissich, 11. Januar 2009
    wasweissich

    wasweissich Gast

    was steht in der baubeschreibung/lv zu kellerwänden ? (ich fürchte , das gibt einen satten nachtrag...)

    ist es wirklich ein bauträger ?
    wem gehört das grundstück ?
     
  7. Patko

    Patko

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    Das Grundstück gehört uns.
    Ja es ist ein Bauträger.

    7. Mauerwerk
    Die Aussenwände von Erd-, Ober- und Dachgeschossen werden als einschaliges Mauerwerk erstellt. Die Wände bestehen aus hochdämmenden Thermsteinen in den nach dem Wärmeschutz berechneten Stärken (mindestens 30 cm). Dieses Material hat eine hervorragende Wärmedämmung und durch die hohe Atmungsaktivität entsteht in den Räumen ein gesundes und angenehmes Raumklima.

    Die Innenwände bestehen ebenfalls aus dem gleichen Material in den statisch erforderlichen Stärken.

    Die Kellerwände werden bei Nutzkellern (ungeheizt) aus Bimsbausteinen ohne besondere Wärmedämmung erstellt. Auch die Innenwände werden aus Bimsbausteinen nach statischer Berechnung in der erforderlichen Stärke erstellt.

    Die Kellerwände bei Wohnraumkellern werden wie die Obergeschosse ausgeführt.

    9. Bauwerksabdichtung
    Die horizontale Abdichtung des Mauerwerks wird nach den Mauerwerksvorschriften mit Bitumenbahnen oder Dichtschlämme erbracht.
    Bei Kellergeschossen wird eine Schweisbahn nach den Herstellervorschriften im Bereich der erdberührenden Kellerwände aufgebracht. Diese Abdichtung ist nicht als Absperrung gegen drückendes Wasser aber geeignet.
    Gegen mechanische Beschädigung werden Grundmauerschutz - oder Drainageplatten in einer Stärke von ca. 5 cm aufgebracht.
    Zum Schutz gegen Erdsetzungen wird ein Filterflies zum Erdreich hin eingebaut. Eine Drainage wird bei Erfordernis eingebaut.

    Kommentar: Eine mögliche Dränage ist nicht im Preis des Hauses
     
  8. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Wenn euch das Grundstück gehört ist es schonmal KEIN BT!

    Teil 4 der 18195 besagt Wasser kann frei versickern was hier nicht gegeben ist. Also gbt es aufstauendes Sickerwasser (zeitweise drückendes Wasser). Entweder Abdichten nach 18195-6 ODER nach 18195-4 mit einer Regelkonformen Drainanlage nach DIN 4095.


    Da das ableiten von Drainwässern meist nicht Möglich ist und eine Dränanlage zudem ein Wartungsintensives Bauteil ist, ist eine Abdichtung nach DIN 18195-6 oder eine "Weiße Wanne" zu empfehlen.

    Eine Dränanlage müsste zudem bereits jetzt geplant sein, ein einfaches verbuddeln von Dränrohren ist keine Dränanlage.
     
  9. #8 buddelchen333, 11. Januar 2009
    buddelchen333

    buddelchen333

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    das klingt gar nicht so gut...

    der allg. tenor hier ist, daß dränagen schadensträchtige, wartungsinstensive und teuere sachen sind, die bei einem neubau nich als erste wahl in erwägung kommen sollten

    abdichtung nach 6 legt die erwägung einer weissen wanne nahe. der vorteil, wenn diese fachkundig erstellt ist, könnten kleinere spätere undichtigkeiten, sollten sie sich den ergeben, auch nachträglich von innen repariert werden.

    kennt der bauträger das gutachten und empfiehlt dir die erstellung gemäß seiner Bausbeschreibung, dann würde ich einen Wechsel des Bauträgers in Erwägung ziehen.
     
  10. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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  11. Patko

    Patko

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    Danke Robby ;)

    wir haben natürlich einen Vertrag mit einem GU.
    Eine Empfehlung des GU haben wir bisher nicht erhalten. Habe aber sofort eine offene Frage per Mail rausgeschickt, um in Erfahrung zu bringen, wie er die Sache sieht. Schätzungsweise werden wir aber wieder einmal keine Antwort erhalten.


    Gruß
    PatKo
     
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  13. Shai Hulud

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    Ein GU? Die Baubeschreibung klingt für mich eher nach GÜ.

    Wer plant?
     
  14. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Das halte ich schon für vielsagend

    oder ist er der günstigste?

    Bei einem GU müsstet ihr ja die Planung beibringen, was sagt denn euer Planer?
     
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