Kataloggrundriss

Diskutiere Kataloggrundriss im Architektur Allgemein Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen. Hier im Forum wird oft abfällig von "Kataloggrundrissen" gesprochen. Sind die Grundrisse in Katalogen wirlich so schlecht? Ich...

  1. DV3250

    DV3250

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    Hallo zusammen.
    Hier im Forum wird oft abfällig von "Kataloggrundrissen" gesprochen.
    Sind die Grundrisse in Katalogen wirlich so schlecht? Ich habe auch ein paar von diesen Katalogen zu Hause und finde einige recht brauchbar.

    Gruß
     
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  3. Julius

    Julius

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    Sie sind so gut oder schlecht wie Konfektionsbekleidung von der Stange:
    Machem paßt das eine, manchem steht das andere, aber für einige Leute findet sich nichts Adäquates...
     
  4. H.PF

    H.PF

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    Die Grundrisse sind nicht unbedingt schlecht.

    Aber man muß halt die Grundstückssituation und die Lebendsgewohnheiten der Bewohner erfassen. Und das ist bei den Grundrissen nicht gegeben. Entweder es passt (hab schon so ein Haus gebaut weil der Grundriss einfach nicht zu verbessern war für das Grundstück und die Familie) oder es passt nicht...
     
  5. ecobauer

    ecobauer

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    Na das sind doch mal ehrliche Antworten.

    Und wenn der BT/GU/GÜ kundenorientiert arbeitet, dann lässt er auch individuelle Anpassungen in Zusammenarbeit mit einem Architekten zu.
    Nicht erspart bleibt dem Bauinteressenten jedoch, dass er sich selbst erstmal gründlich Gedanken über sein zukünftiges Heim macht, herausarbeitet, was wichtig und was eben nicht so wichtig sein soll. Mit fachlicher Unterstützung - siehe oben - fällt das dann noch einmal leichter.
     
  6. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    wart mal ab...

    ...

    die Architekten hier haben noch nicht geantwortet :mega_lol:
     
  7. mls

    mls Bauexpertenforum

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    sollen die sagen, was 95% aller fertighausgrundrisse taugen? :mega_lol:
     
  8. ecobauer

    ecobauer

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    Die kommen noch - und ziehen uns die Ohren lang :p

    :smilie_trink_191:
     
  9. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Können die sowas überhaupt beurteilen?:D

    Andererseits ist jede Kritik an Kataloggrundrissen ja Kollegenschelte, denn bei den BT/GU/GÜ´s entwirft ja auch nicht der Hausmeister.
     
  10. Baumal

    Baumal

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    ich finde einige klamotten, von c und h, oder h und m,
    sind ganz brauchbar.

    aber möchte ich mir was richtig
    gutes gönnen, (einen anzug, maßgeschneidert) würde ich
    mir den nicht bei diesen konsorten aus dem katalog kaufen,
    sondern zum schneider gehen.
     
  11. susannede

    susannede

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    Wie oft hast Du Dir schon was Gutes gegönnt ?
    Siehst Du.

    Es wäre ja nicht schlimm, wenn man gute Grundrisse vom "Nicht-Architekten" , (nur selbstständige Architekten = gute Architekten ?) nimmt, meistens mangelt es an der Fähigkeit, gut von schlecht unterscheiden zu können.
     
  12. habito

    habito

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    Super Kataloggrundrisse

    Kataloggrundrisse können sehr gut sein.

    Damit meine ich nicht das, was ich aus den meisten Prospekten von "Schlüssel)fertigbauunternehmen kenne. Sondern Grundrisse, die so durchdacht und ausgereift sind, dass fast jeder damit gut wohnen kann. Das heißt optimale Variabilität.

    Das ist schwer zu beschreiben. Ich versuche es mit einem Beispiel: Die Mietkasernen aus der Zeit von Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts - egal ob Gründerzeit, Eklektizismus oder Jugendstil - sind sehr ähnlich in ihren Grundrissen, aber sehr beliebt - noch heute. Anfangs wurden auch Soldatenfamilien in den Mietkasernen (daher der Name) untergebracht. Eine Familie in jedem Zimmer. Auf dem selben Grundriss, bevorzugt im ersten Stock des Hauses (Belle Etage), konnte aber auch ein General mit seiner großen Familie und Hauspersonal wohnen, oder der Hausbesitzer. Vorzüglich eignen sich diese Wohnungen aber auch heute noch für Wohngemeinschaften, egal ob Senioren oder Studenten, Arzt- und Rechtsanwaltpraxen, Quartierskindergärten, Musikstudios, Massagesalons, Pensionen, Fahrradwerkstätten, Fotoateliers und vieles mehr. Wenn ein "Kataloggrundriss" über ähnliche Qualitäten verfügt, dann finde ich ihn gut.

    Ich weiß: das Beispiel hinkt, aber alles was hinkt, geht.

    Ein Haus wird in der Regel viel älter als eine aktuelle Familienkonstellation. Ich halte es daher für eine sehr beschränkte Sicht- und Denkweise, ein Haus, das mindestens 100 Jahre hält, für eine Situation maßzuschneidern, die wahrscheinlich nicht länger hält als 20 Jahre. Aber in Planungsgesprächen mit Bauherren kommt dieser Hinweis nicht immer gut an. Bauherren, die bereits einmal ein ganz individuelles Eigenheim gebaut haben, verstehen mich aber immer sehr gut, weil sie Probleme haben, für ihr "altes" Haus Käufer zu finden, die diesen Maßanzug ohne Murren weiter (er)tragen wollen.

    Auch wenn ich "individuell" plane, baue ich soviel wie möglich Variabilität ein. Die Bauherren merken das erst später, wenn die Familie größer oder kleiner wird oder auseinandergeht oder das Haus verkauft wird. Das dürfte weit mehr wert sein, als das lächerlich niedrige Honorar, das ich dafür verlangen darf. Das ist halb so hoch wie die Mehrwertsteuer, aber sicher besser angelegt als diese.

    Vorsicht vor unausgegorenen Katalogplanungen.
     
  13. habito

    habito

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    Ich habe noch nicht herausbekommen, wie ich meinen Text korrigieren kann, z.B. ( statt ":confused:
     
  14. Andreas1705

    Andreas1705

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    Aber was sind denn konkret die Kriterien, die einen guten Grundriss von einem schlechten unterscheiden? Individualität bezogen auf die Wünsche des Bauherren? Bezogen auf den Grundriss? Funktionalität? Variabilität? Bei anderen Konsumgütern (Essen, Autos etc.) scheint es irgendwie einfacher zu sein Gutes von Mittelmäßigem zu unterscheiden... und wenn kein Laie den Unterschied sieht oder bemerkt... ist dann nicht nur noch eine Art Glasperlenspiel der 'gebildeten' Architekten unter ihresgleichen... Oder ist es wie mit der Kunst - was der eine für genial hält ist für den anderen langweilig und belanglos. Ich habe gerade in einem Buch über Mies van der Rohe gelesen, dass es zwischen van der Rohe und der Bauherrin des Hauses Farnsworth sogar eine gerichtliche Auseinandersetzung über den Wert des Hauses gegeben hat, weil der radikale Grundriss quasi 'unbewohnbar' gewesen sei. Ist das jetzt gute Architektur... ?

    Gruss - Andreas
     
  15. ecobauer

    ecobauer

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    All das sollte in einer guten Planung berücksichtigt sein!

    Da dreht es sich wohl eher um bewohnbare Kunst! :bounce:
     
  16. habito

    habito

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    Ich meine: das ist Kunst und nicht Architektur. Kunst muss nicht bewohnbar sein oder nutzbar, aber Architektur unbedingt.
     
  17. Andreas1705

    Andreas1705

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    Das hat die Bauherrschaft wohl anders gesehen... Neben der schlechten Bewohnbarkeit beklagte die Bauherrin die "schlechte Belüftung des Innenraumes und den horrend überzogenen Kostenvoranschlag"... Hat sich seit dem nicht viel geändert mit euch Archis... ;-) Aber im Ernst, ist es nicht das Streben eines jeden Architekten die Kust mit Architektur zu vereinen? Man spricht ja auch von Baukunst und Handwerkskunst. Interessante Einsichten zum Verhältnis von Kunst und Bau hatte schliesslich schon Gropius im Bauhausmanifest formuliert. Für uns war damals immerin die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema der Grund mit einem freien Architekten zu bauen und sowohl in äußerer Erscheinung des Hauses als in der inneren Erschließung den etwas radikaleren Entwürfen unseres Archis zu folgen.

    Gruss - Andreas
     
  18. habito

    habito

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    Georgi Borisowski, Professor an der Fakultät Ästhetik an der Lomonosow-Universität in Moskau, vertrat in seinem Werk „Form und Uniform“ die Ansicht, dass man durch Standardisierung von Bauelementen den wirtschaftlichen Nutzen, aber auch die ästhetische Qualität heben könne.

    Standardisierung muss nach Borisowski keine Einschränkung der Ausdrucksmöglichkeiten mit sich bringen. Im Gegenteil. Ein Beispiel: Im Chinesischen gibt es ungefähr 50.000 Schriftzeichen. Jedes Zeichen hat einen konkreten Inhalt. Unser Alphabet dagegen kommt mit 30 Buchstaben aus, und damit sind weit mehr als 50.000 Begriffe zu bilden. Wenn man das auf das Bauen übertragen könnte…
     
  19. Skeptiker

    Skeptiker

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    Vorweg: Ein Grundriss ist nur eine von mehreren zeichnerischen Darstellungsformen eines Gebäudes. Ebenso wichtig sind die Ansichten. Und ein Kommilitone meinte, ein Haus habe meist nur dann einen räumlichen Reiz, wenn man die Schnitte, Perspektiven oder ein Modell benötigt, um es vollständig zu verstehen. Insofern greift die Frage nach einem guten Grundriss sicherlich zu kurz. Treffender wäre die Frage nach einem guten Entwurf, weil sie auf den Inhalt und nicht auf dessen Darstellung zielt.

    Guten Entwürfe oder Gebäude zeichnen sich eben dadurch aus, viele verschiedene wichtige Qualitäten zu vereinen. Alle von Dir aufgezählten und viele weitere wie "Nachhaltigkeit", "Energieeffizienz", Markanz, Materialgerechtigkeit, Lagegerechtichkeit, Angemessenheit ... können dazugehören. Zusammenfassen lässt sich das architektonische Streben in den gleichrangigen architekturtheoretischen Oberbegriffen "Schönheit" ("Venustas") und "Nützlichkeit" ("Utilitas").

    Die Zahl der Kombinationsmöglichkeiten aller möglichen Elemente ist unendlich, nur wenige erfüllen eines der beiden Kriterien, die allerwenigsten beide.
     
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  21. habito

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    Quak

    Getretener Quark wird nicht stärker, sondern breiter; soll Goethe gesagt haben.

    Es muss doch möglich sein, nicht jeden Architekten für die Fehler verantwortlich zu machen, die frühere Berufskollegen (hochgelobt von den Feuilletons) gemacht haben. Es gibt andere. Bin sauer.
     
  22. Andreas1705

    Andreas1705

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    Mein Einwurf war ja auch nicht ganz ernst gemeint. Als ich den Artikel über das Haus Farnsworth gelesen habe, fühlte ich mich bzgl. der Kostenüberschreitungen irgenwie an heutige Debatten erinnert... :bierchen:

    Zum Thema Standardisierung sind wir einer Meinung. Hier wird von der hiesigen Architektenschaft immer gerne der Eindruck Erweckt 'je individueller desto hochwertiger' - aus meiner Sicht sehr zweifelhaft. Die Gropius'schen Großsiedlungen wie Dammerstock in Karlsruhe oder Siemensstadt in Berlin sind ja alles andere als individuell und trotzdem gute Architektur. Es muss also andere Kriterien geben.

    Gruss - Andreas
     
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