Traufhöhe - Disput mit Architekt

Diskutiere Traufhöhe - Disput mit Architekt im Architektur Allgemein Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, bei der Planung unseres EFH gibt es eine Streitfrage mit unserem Architekten. Lt. Bebauungsplan ist eine Traufhöhe von 4,20...

  1. Neu_hier

    Neu_hier Gast

    Hallo zusammen,

    bei der Planung unseres EFH gibt es eine Streitfrage mit unserem Architekten.

    Lt. Bebauungsplan ist eine Traufhöhe von 4,20 m einzuhalten. Vorgaben für die Kniestockhöhe gibt m.W.n. nicht, Gesamthöhe des Hauses max. 9,50 m.

    Der Architekt bleibt bei seiner Behauptung, die Traufhöhe werde am obersten Punkt der Dachhaut in senkrechter Verlängerung zur Außenwand gemessen.
    Nach allen Infos die ich so im Netz gefunden habe, liegt er da aber falsch.

    So gehen uns wertvolle Zentimeter im Kniestockbereich flöten - ganz abgesehen davon, dass bei der derzeitigen Planung die mögliche Maximalhöhe des Hauses noch gar nicht ausgenutzt wurde (sind jetzt bei 8,90 m mit 35 Grad Neigung, beide Pultdächer werden traufseitig um 50 cm abgeschleppt.

    Wo werden denn nun wirklich die maximalen 4,20 m gemessen???

    Für sachdienliche Hinweise, die uns bei der Argumentation mit dem Archi helfen, wären wir sehr dankbar!!

    Gruß,
    Jörg
     
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  3. R.J.

    R.J. Gast

    sorry

    Irgendwie liegt der Architekt da aber völlig richtig.
    Welche Informationen geben Ihnen denn etwas anderes zu verstehen?
    Grüße
    R.J.
     
  4. #3 Friedhofen, 4. April 2006
    Friedhofen

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    Ihr Architekt hat recht.

    Die "Traufe" bildet den Schnittpunkt zw. Außenwandhaut und Äußerer Dachhaut!!
     
  5. #4 Ralf Dühlmeyer, 4. April 2006
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Der Fachbegriff...

    Traufe (=Regenerinne) hat mit dem Baurechtsbegriff Traufhöhe nur die Wortursprung gemeinsam.
    Traufhöhe im Baurecht ist genauso wie Ihr Architekt beschrieben hat definiert.
    Ich hoffe, es waren die gewünschten Argumente :D .
    MfG
     
  6. th_viper

    th_viper

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  7. Neu_hier

    Neu_hier Gast

    Danke für die Beiträge - wenn auch die Argumente leider gegen uns sprechen :cry

    Haben uns da wohl von einer Zeichung verwirren lassen, in der mit Traufe die Stelle bezeichnet wurde, wo die Außenwand "von unten" an das Dach stößt.

    Dass da noch die 25 cm Dachaufbau hinzu kommen, war uns nicht so klar (und finden wir weiterhin unlogisch :) )

    Aber danke für die Erklärungen!

    Gruß,
    Jörg
     
  8. Uli R.

    Uli R.

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    Hm die Logik und die Norm ...

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich es eher logisch finde die Oberseite zu messen wenn ich von einem Bauwerk eine Höhe bestimme als die Unterseite.
    Würde man die Unterseite nehmen wäre ich mal auf findigen Lösungen gespannt, die einen immensen Dachaufbau darüber fabrizieren.
     
  9. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Das Thema Traufe

    hatten wir schon mal.

    Aus: Boeddinghaus, Abstandsflächen im Bauordnungsrecht NRW v. 2001

    Zitat Anfang
    Die Schnittlinie der Wand mit der Dachhaut ist eine gedachte Linie, sie ist nicht identisch mit der von außen sichtbaren Traufkante. Die Traufe oder Traufkante ist nach dem Sprachgebrauch im Baugewerbe ganz allgemein „die untere, waagerechte Begrenzung der Dachfläche“ (OVG Urt. V. 12.02.1975 XD A 352/73).
    Die tatsächliche Traufe liegt unterhalb der Schnittlinie der Außenwand mit der Dachhaut. Im Allgemeinen ist die Maßdifferenz gering. Sie kann aber bei weit auskragenden oder auch steilen Dächern (z.B. mansarddach) das Maß von 0,50m übersteigen.

    Mit der Entscheidung, dass nicht die tatsächliche Traufe nach dem allgemeinen Sprachgebrauch, sondern eine gedachte Schnittlinie für die Berechnung der Wandhöhe maßgebend sein soll, ist der Gesetzgeber einer zwischenzeitlich durch die Rechtsprechung (OVG NRW Urt. V. 29.03.1983 VII 2583/81-BRS 40 Nr. 108) verfestigten Definition des Innenministers NRW (unveröffentlichter Erlass v. 10.04.1974 Az: VA 2-100-2) gefolgt.

    Der Innenminister hatte angenommen, dass es darauf ankomme, von einer Bezugslinie auszugehen, die unabhängig von baugestalterischen Aspekten eine eindeutige festlegung anhand vergleichbarer Kriterien ermöglicht. Bei der Festetzung einer Traufhöhe im Bebauungsplan oder in einer Gestaltungssatzung nach §86 Abs. 1 (BauONW) kommt es aber gerade auf die gestalterischen Aspekte an, so auf die Einhaltung der tatsächlichen Traufkante. Es ist dann nicht von der Schnittlinie der Außenwand mit der Dachhaut auszugehen
    Zitat Ende

    Nachtrag:
    Kleve ist NRW, den "Boeddinghaus" dürfte Ihr Architekt im Regal stehen haben.
    In Zusammenhang mit der Frage "wo ist Traufhöhe" gilt jedoch zu beachten, ob in der Legende zum B-Plan eine Definition vorgenommen wurde. (Z.B. Traufhöhe ist .......)
     
  10. Neu_hier

    Neu_hier Gast

    Hi Baufuchs,

    Du machst deinem Namen ja alle Ehre :-) Auch wenn ich dieses Behördenkauderwelsch nicht 100%ig verstehe, entnehme ich ihm, dass da doch noch Hoffnung für einen angemessenen Kniestock besteht!

    Danke!

    Gruß,
    Jörg
     
  11. #10 Ralf Dühlmeyer, 4. April 2006
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Die Hoffnung...

    besteht vor allem auf einen kräftigen Streit mit Euren Bauordnern :D .
    Wenn das nämlich so wie beim FUX ausgelegt wird, kriegen die nämlich Tobsuchtsanfälle in 10 Minuten-Abständen.
    Diese Sichtweise ist nämlich NICHT Standard. Ich würde darauf nicht bauen.
    Mfg
     
  12. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    @ Ralf

    Fux hat nix ausgelegt, sondern Boeddinghaus hat´s hingeschrieben. :)

    Nachtrag:
    Allerdings einfach danach planen und einreichen würde ich auch nicht. Aber für ein Gespräch über "Abweichung von ......" ist es hilfreich.
     
  13. Bruno

    Bruno

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    Wenn das fett Hingeschriebene kein Zitat höchstrichterlicher Rechtsprechung, sondern lediglich ein Zitat von Boeddinghaus ist, ist es wertlos. Boeddinghaus mag zwar mal Regierungsdirektor gewesen sein, aber zur Rechtssetzung ist er als Kommentator nicht bevollmächtigt. Somit kann auch sein Kommentar keine Rechtsgrundlage für behördliches Handeln sein. Ein Kommentar ist ein Kommentar, sonst nichts. Ich weiß, wovon ich schreibe. Ich schreibe nämlich selbst gelegentlich Kommentare für meinen Verlag.
     
  14. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Da es in der Praxis

    vielfach zu den beschriebenen Problemen mit der Definition Traufhöhe gekommen ist, findet sich -wenn denn eine Traufhöhe vorgeschrieben wird- auch (meist) die entsprechende Definition im jeweiligen B.-Plan.

    Auszug aus aktuellen B.-Plänen: (4 Pläne, 4 verschiedene Bemessungen, alle B-Pläne aus Lippstadt)
     
  15. #14 Harald W., 5. April 2006
    Harald W.

    Harald W.

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    Baufuchs..

    ..aber eines haben 3 von 4 Deiner Anhänge gemeinsam: Es zählt immer der Schnittpunkt der Aussenwandfläche mit der OK Dachhaut, d.h. der maximale obere Höhenpunkt ist eindeutig beschrieben, wie bei uns in Hessen übrigens auch.
     
  16. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Stimmt,

    Wäre der Bergriff "Traufhöhe" für sich allein geschrieben ohnehin klar bestimmt, könnten sich die Verfasser der B-Pläne die ständigen Wiederholungen "Schnittpunkt Außenwand mit OK Dachhaut" sparen.

    Gerade weil es sonst zu den Auslegungsproblemen (wo ist zu messen) kommt, wird in den Bebauungsplänen genau definiert wo und wie zu messen ist.

    Enthält der B.-Plan eine Beschreibung wie in den Beispielen oben gibts keine Diskussion. Es ist dann so zu verfahren.
     
  17. sepp

    sepp

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    über NN ist ja krass ,dass habe ich noch nie gelesen.
    da kommen dann im allgäu schon einige tausend meter zusammen :D
     
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  19. martin123

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    Ich möchte diesen thread nochmals aufgreifen, weil ich hierzu praxisbezogene Fragen habe.

    Im Bebauungsplan (schriftlicher Teil) steht unter Punkt 2. Maß der baulichen Nutzung BauGB folgendes: Als Wandhöhe ist der Schnittpunkt
    der Wand mit der Oberkante Dachhaut definiert, gemessen über der EFH (Erdgeschossfertigfußbodenhöhe).

    Unter Punkt 6. Höhenlage der Gebäude BauGB steht folgendes: Die EFH wird von der Baugenehmigungsbehörde im Baugenehmigungsverfahren
    sowie im Kenntnisgabeverfahren festgelegt. Geeignete Geländeschnitte sind den Antragsunterlagen beizufügen.

    Weitere Angaben die Einfluß auf die Traufhöhe haben, gibt es nicht.

    Nun zu meiner Frage:

    Wenn ich jetzt ein Mehrfamilienhaus mit einem gemeinsam genutzten Treppenhaus plane, kann ich anhand der Treppe Einfluß auf die EFH nehmen.
    Bei einer zweifach viertelgewendelten Treppe z.B. würde die EFH der Höhe im Eingangsbereich entsprechen.
    Wie verhält sich das ganze aber bei einer zweiläufigen Treppe mit Zwischenpodest? Hier würde der Keller aus dem Gelände herausragen und das
    "Erdgeschoß" würde um z.B. 7 Steigungen (etwa 1,30m) über dem Eingangsbereich bzw. dem ebenen Gelände liegen.

    Kann in solch einem Fall die Traufhöhe bereits ab Geländehöhe gemessen werden oder bleibt die EFH definitiv als Bezugspunkt bestehen?
     
  20. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Bezugspunkt bleibt.
    Fraglich ist aber, ob EFH + 1,30m über Gelände von der Baubehörde genehmigt wird.

    Eigentlich schwammige Festsetzung im B.-Plan.
    Wie soll geplant werden, wenn die Höhe Erdgeschossfußboden von der Baubehörde erst im Genehmigungsverfahren festgesetzt wird?

    Nach Baunutzungsverordnung BW sind bei Festsetzung der Höhen von Gebäuden die Bezugspunkte zu bestimmen. M.E. hier nicht erfüllt, da im B.-Plan nur ein Bezugspunkt eindeutig bestimmt ist.
     
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