Verständnissfrage Bodengutachten

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  1. meco

    meco

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    Hallo,

    ich hätte da gern mal ein Problem:

    Ich hab vor, ein Grundstück in einem Gewerbegebiet zu kaufen. Das Grundstück (bzw. das komplette Gewerbegebiet) ist von der Gemeinde neu angelegt worden und lt. Aussage des netten Herren vom Amt mit 80 mN/m² verdichtet. Alles schön eben, sieht ganz toll aus. Nun wollten wir das alles auch schön schriftlich haben, nur, da sträuben sich die Herren. "Man wüsste ja nicht, ob sich das Gelände nicht in den letzten 4 Jahren verändert hat".

    Soweit so gut. Wir uns also auf die suche nach der Firma gemacht, die damals das Bodengutachten erstellt hat. Die haben mir nun folgendes geschrieben (un dat versteh ich nich):

    "Im Tiefpunkt der Parzelle xx/xx wurde eine Baggerschürfe angelegt und eine schwere Rammsondierung abgeteuft...."

    "Nach dem Ergebniss der direkten Aufschlüsse ist mit einem deutlichen Abtauchen der Festgesteinsoberfläche zu rechnen. Ferner folgen unter dem Mutterboden bis in eine Tiefe von 0,5m humose und damit nicht tragfähige BödenDarunter sind Tone steifer bis halbfester Konsistenz über in-situVerwitterungen des Festgesteins zu erwarten. Diese Böden können als tragfähig eingestuft werden."

    Ja, was denn nun? Deute ich das richtig, dass ich 0,5 m abtragen muss und dann einen tragfähigen Boden habe? Das Gutachten ist von 1999, soll ich ein Neues erstellen lassen (Angebot der Firma war auch gleich dabei, 1500 €)?

    Es soll ein Firmengebäude mit Wohnung (Grundfläche 13m x 17m , 1 1/2 geschossig) auf einer Bodenplatte gebaut werden.

    Der Notartermin rückt näher und ich weiss nicht, was ich da jetzt machen soll.

    Gruss

    Frank
     
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  3. mls

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    ohne rückkopplung mit dem baugrundgutachter und ohne e. ausreichende anzahl von ausreichend tiefer bohrungen (!) würde ich als tragwerksplaner verweigern!
    nur eine schürfe ist zuwenig und zuwenig tief, die sondierung reisst´s auch nicht raus.
    gerade bei "hergerichteten" baugebieten darf man vorsichtig sein.

    wenn tragfähige schichten ab 0,5m wirklich überall vorhanden sind, ist das ok - je nach region wird in mind. 0,8...1,2m tiefe gegründet, um frosthebungen zu vermeiden.
    inwieweit oberflächennahe tone für eine flächengründung geeignet sind, müsste auch intensiver zwischen tragwerksplaner und baugrundgutachter besprochen werden.

    frostsicherer unterbau (ist eigentlich immer herzustellen und nie automatisch vorhanden) für e. reine bodenplattengründung ist unbedingt erforderlich.

    da du sowieso einen architekten und einen tragwerksplaner brauchst, könntest du auch schon im vorfeld des bauens *deine* fachleute zum thema baugrund befragen.
     
  4. matku

    matku

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    Eine steife Konsistenz ist die Mindestanforderung die an einen tragfähigen Untergrund gestellt wird. Ob Sie nun flach gründen können hängt von der Größenordnung der zu erwartenden Setzungen ab. Diese wiederum hängen von den Gebäudelasten, der Steifigkeit der Tone sowie der Tiefe ab der das Festgestein anzutreffen ist ab.
    Wenn die Sondierungen bis zum Festgestein abgeteuft wurden, wie die Angaben über den Verlauf des Festgesteinshorizontes vermuten lassen, ist die auf Erkundungstiefe ausreichend. Die Frage ist halt nur ob die Sondierungen in ausreichender Zahl (mind. 2) und im Bereich des Gebäudes abgeteuft wurden. Eine 50m entfernt durchgeführte Baugrunduntersuchung nutzt ihnen nichts.

    Ist der Steifemodul des Bodens Es angegeben worden?????

    Die Baugrunderkundung mit Rammkern- und schweren Rammsonden ist an sich vollkommen ausreichend. Für ein Projekt in dieser Größenordnung sind Bohrungen etwas zuviel des Guten.
     
  5. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    ... Eine steife Konsistenz ist die Mindestanforderung die an einen tragfähigen Untergrund gestellt wird...

    Das kommt drauf an. Es geht um einen gewerblichen Bau, kein Wohnhaus.

    @meco: ziehen Sie einen mit derartigen Grundstücken und Bauvorhaben erfahrenden Tragwerksplaner hinzu (Stundenbasis). Der kann nach Rücksprache mit dem Bodengutachter realitv sicher Lösungsvorschläge und evtl. zu erwartende Mehrkosten abschätzen.
    Meine Erfahrung: Ruhe bewahren, mit Baugrundgutachter in Diskussion treten, es findet sich meistens eine kostengünstige Lösung - ist oft halb so wild. Wichtig ist dem Baugrundgutachter die "richtigen Fragen" zu stellen.
     
  6. meco

    meco

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    Okidoki,

    noch ne allerletzte Frage: Kann mir bitte mal jemand den Unterschied zwischen Statiker und Tragwerksplaner erklären.

    Soweit ich weiss, hat der Architekt gerade die Pläne an den Statiker weitergegeben. Am Besten setzt sich der ja dann mit dem Bodengutachter in Verbindung. (Sofern es sich auch um den Tragwerksplaner handelt...???) :D
     
  7. Polier

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  8. meco

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    Beim 2. Bau wird alles besser :D
    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten.

    Ich geh nun mal davon aus, dass der Statiker auch der Tragwerksplaner ist. Klar hab ich den Statiker selbst beauftragt, dass hat mir im übrigen auch der Architekt empfohlen. Er hat mir Vorschläge gemacht, ich hatte jedoch einen im Kundenkreis.

    Im Übrigen, hat mir der Architekt sowieso empfohlen, die einzelnen Gewerke einzeln auszuschreiben. Er koordiniert das dann zusammen mit dem Bauleiter (der auch unabhängig von mir beauftragt wurde, jedoch schon in der Planung teilweise mitwirkt).

    Die Zusammenarbeit klappt auch hervoragend, da jeder seine Erfahrungen mit einbringen kann.
     
  9. Wolle

    Wolle

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    Schaffschuuuvaschdeggla
    Moin Meco,

    wo bauschen in Quierschd ?
     
  10. meco

    meco

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    Beim 2. Bau wird alles besser :D
    Hi Wolle,

    e board voller saarlänner, ei geil. Isch baue ganed in Quierschd, isch baue en Merschweiler uff da Phulschd.

    servus

    meco
     
  11. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Statiker = rechnet son paar Dinge

    Tragwerksplaner = tritt in den Dialog und checkt was er rechnet ab, ist im Dialog mit den Beteiligten und sucht und liefert Lösungsvorschläge = Statiker und Planer
     
  12. Wolle

    Wolle

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    Servus Meco,
    Merschwella ? aha -- mol lun wenn ich doo nommo voabei kumm .. ich bau en Niedasalbach (Heiswella) .. genaua - isch loss baue
     
  13. meco

    meco

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    Beim 2. Bau wird alles besser :D
    so, inzwischen hat die Gemeinde, die mir das Grundstück verkaufen will ein Bodengutachten zugeschickt, das 2 Jahre alt ist, also nach der Geländeauffüllung und verdichtung.

    Als Ergebnis steht da:


    Ev1=54,59
    Ev2=118,82

    Ev2/Ev1=2,18

    dann noch: 60% x Soll-Ev2 = 48 MN/m²

    Ist das OK?

    Oder kann sich ein Gelände innerhalb von 2 Jahren so verschlechtern?
     
  14. PeMu

    PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Dazu sollte man den Kontext haben.

    Hat die Gemeinde das Gutachten für Ihre Erschließungsmaßnahmen erstellen lassen - sprich Straßenbau? Dann braucht man in der Regel noch ein paar Angaben für Gründungsmaßnahmen von Gebäuden..
     
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  16. meco

    meco

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    Ich glaub, ich scan das Gutachten mal ein und stell es hier rein. Über ASCII ne Kurve einzugeben ist glaub ich etwas schwierig :-)

    Danke schon mal
     
  17. PeMu

    PeMu

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    Ich probier's nochmal:

    Die erste Frage ist, was ist der Inhalt des Gutachtens und was soll die Angabe mit den Ev-Werten aussagen. Das sind Werte, die bei der Anlage für Verkehrsflächen benötigt werden. Unbewehrte Bodenplatten mit LKW, Gabelstapler usw. da kann man dann auch etwas mit den Werten anfangen.

    Nur für eine Gebäudegründung reicht dies nicht.

    -> Tragwerksplaner muß sich dies durchlesen,
    - sehen, ob die benötigten Angaben enthalten sind und zutreffen (Zeit, Ort)
    - und sonst Nachtrag oder neuen Gutachter beauftragen für:
    ein Baugrund- und Gründungsgutachten.
     
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