War die Wand tragend?

Diskutiere War die Wand tragend? im Architektur Allgemein Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, Wir renovieren gerade unsere neu erstandene Wohnung und stoßen auf einige Dinge bei denen wir nicht ganz weiter kommen. Gerade...

  1. #1 GastWand, 12.01.2018
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    Hallo zusammen,

    Wir renovieren gerade unsere neu erstandene Wohnung und stoßen auf einige Dinge bei denen wir nicht ganz weiter kommen.

    Gerade geht es um eine Wand, die nicht tragend sein sollte. Allerdings ist nach Abriss des Mauerwerks nun eine Holzbalken/-pfosten-Konstruktion zum Vorschein gekommen und wir fragen uns ob dies nun bedeutet ob die Wand doch eine tragend oder versteifende/andere Funktion hat? Ob man die Balken ganz entfernen kann oder die Pfosten zumindest an die Außenseiten des Raumes versetzen könnte?

    Ich habe ein paar Bilder sowie den Grundriss (Wand zwischen Wohnen (2) und Schlafen (2)) hochgeladen.

    Der Balken geht an beiden Seiten nicht in das Mauerwerk der angrenzenden Wände sondern liegt nur auf den Pfosten auf.

    Über uns kommt nur ein nicht ausgebauter Dachstuhl. Über dem Balken sieht man nur einen in die gleiche Richtung verlaufenden Holzbalken, diese liegen aber über den ganzen Dachstuhl verteilt auch dort wo keine Wände unten drunter liegen.

    Gemauert war die Wand zum größten Teil aus Bimsstein, sie hatte eine Stärke von 11,5 cm.

    Viele Grüße an alle im Forum und schon mal Danke für Eure Meinungen
     

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  3. #2 Andybaut, 12.01.2018
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    Finger weg und am Montag einen Statiker auf die Baustelle holen.
    Das ist mein Rat.

    Die Breite des Raumes ist eigentlich ein Witz, aber die Länge ist zu lang, falls dort in Längsrichtung
    Holzbalken die Decke bilden.
    Die Konstruktion wäre zwar ziemlich gewagt, aber bei so alten Häusern kann man ziemlich viel merkürdige Dinge finden.

    Eine statische Überlegung erscheint mir hier das einzig Logische in einer solchen Wand.
    Warum sollte man das Holt sonst dort einbauen ? Zum entsorgen vermutlich nicht.
     
  4. #3 11ant, 12.01.2018
    Zuletzt bearbeitet: 12.01.2018
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    und aus was noch ?

    Bims in 11,5 cm war sicher nicht tragend, aber die Wand an dieser Stelle dürfte aussteifend gewesen sein. Die Wanddicken an sich weisen auf ein Baujahr des Hauses nach dem zweiten Weltkrieg hin, aber die sonstigen Maße nicht.
    Ist es ein Fachwerkhaus, das (im Zuge einer Sanierung) mit Bims ausgefacht wurde ?
    Die Lage der Pfosten und ein offenbar früher vorhandener Riegel auf Türsturzhöhe weisen darauf hin, daß früher dort der Durchgang in dieses Zimmer war. Auf dem Pfosten sieht es mir aus, als sei dort eine Elektroinstallation (auf einer Bitumenbahn) aufgelegt worden (?)

    Ohne nähere Infos ist das Spökenkiekerei, aber dennoch kann ich mich sicher meinem Vorredner anschließen, da gehört ein Fachmann geholt.
    Und am besten gleich derjenige geteert und gefedert, der das vorher unterlassen hat.
    Nach wievielen Schnäpsen hat der Jupp am Stammtisch denn gemeint, daß man die Wand ruhig rauskloppen könne ?
     
  5. #4 GastWand, 13.01.2018
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    Danke für eure Antworten.

    Habe das Baujahr ganz vergessen. Es ist so das ein Teil 1951 errichtet wurde, auf dem Grundriss sozusagen die untere Hälfte und der Teil danach erst 1973 angebaut wurde.

    Müssen wir jetzt Angst haben dass hier etwas einstürzt bis wir einen Statiker auf die Baustelle bekommen?

    Wäre es in jedem Fall sicherer an der Außenwand wieder 50 cm hinzumauern? Als eine Art vorübergehende Stütze, also zwecks Aussteifung?

    Viele Grüße und Danke
     
  6. #5 simon84, 13.01.2018
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    Bevor du den Zementsack aufmachst,
    Als eine Art vorübergehende Stütze zwecks Aussteifung würde ich zwei, drei Baustützen empfehlen !
     
  7. #6 GastWand, 13.01.2018
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    Hi,

    Danke, ja die Idee kam auch gerade noch. Die Baustützen dann ganz normal von oben nach unten einsetzen oder wäre es möglich/sinnvoll zwecks Aussteifung die Baustützen zusätzlich von links nach rechts einzusetzen?

    Danke Euch
     
  8. #7 Andybaut, 13.01.2018
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    Mach hin was du gerade hast.
    Aber so die große Angst musst du nicht haben.
    Solange du das Dach nicht belastest sollte das alles passen.

    Ist vielleicht auch alles unbegründet. Aber die Kostruktion ist zumindest kurios und sollte geprüft werden.

    Ist halt ein Nachkriegsbau. Da wurden viele verrückte Dinge gebaut die man so heute nicht mehr nachvollziehen kann.
     
  9. #8 simon84, 13.01.2018
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    Der Balken und die Pfosten sind wirklich locker ?
    Keine Spannung drauf wenn du mal mit der Hand oder vorsichtig mit dem Hammer drauf klopfst ?
     
  10. #9 GastWand, 13.01.2018
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    Hi,

    der Statiker ist bestellt, leider ging ein Termin erst in einer Woche, aber bis dahin kommen die Stützen rein und Finger weg.

    Der Balken/Pfosten ist nicht locker, da wackelt nichts, die Konstruktion wirkt recht stabil. Der Balken reicht nur ersichtlich nicht bis ins Mauerwerk der angrenzenden Wände, dort kommen dann wohl noch mal Steine/Putz. Er ist auf beiden Seiten noch fest im Putz. Es könnte natürlich noch irgendeine Befestigung unter dem restlichen Putz zwischen Balken und angrenzenden Wänden sein, die man nicht sieht.
     
  11. #10 simon84, 13.01.2018
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    Wenn da eine Last drauf ist merkst du das sofort . Das Holz ist dann bombenfest und „klingt“ wenn du drauf klopft
     
  12. #11 bauspezi 45, 13.01.2018
    Zuletzt bearbeitet: 13.01.2018
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    mal so meine Gedanken dazu :
    das der Querbalken vor der Wand endet ist eher unwahrscheinlich , technisch unsinnig,
    das was man von unten unter dem Balken sieht ist entweder ein Putzträger oder ein Streifen
    ? um das Holz vor Feuchtigkeit bein Verputzen des Holzträgers zu schützen.
    das Mauerstück an der Außenwand sollte man Aussteifendes Element betrachten und
    durch ein geeignete Querverstrebung ersetzen ,
    die Konstruktion wird eher so aussehen ..
     

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  13. #12 petra345, 13.01.2018
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    Wenn das auf beiden Seiten des Holzbalkenunterzuges Deckenbalken sind, war die Konstruktion tragend.
    Auch 11,5 cm dicke Wände können tragen!! Aber nicht so viel, wegen der Abminderung mit der Höhe.
    Aber die Mauer war auch aussteifend. Die Holzbalken könnten die tragende Funktion übernommen haben.
     
  14. #13 GastWand, 14.01.2018
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    Der Balken scheint wirklich an beiden Seiten vor den Wänden zu enden, da kommt jeweils noch ein Mauerstein auf beiden Seiten.

    Die Deckenbalken auf dem Dachboden verlaufen parallel zu diesem Balken. Die schmalen Holzlatten die auf den Bildern zu sehen sind, waren nur angebracht um Deckenpaneele zu befestigen, die können einfach abgenommen werden.

    Baustützen sind nun senkrecht drin. Aber das ersetzt wohl nicht die aussteifende Wirkung oder?

    Neben den ganz leichten Binssteinen waren noch ein paar Steine etwas schwerer, aber vom Aussehen auch wie Bims nur dunkler. Aber gerade an der Mauer zur Außenwand waren nur die ganz leichten Bimssteine verbaut. Zur inneren Wand hin gab es dann einige der dunkleren.

    Wie oben erwähnt wurde war zwischen den beiden Pfosten noch ein kleiner Balken auf Türhöhe, aber ohne große Befestigung.

    Danke Euch für all die Meinungen, werde auf jeden Fall ein Update geben wenn der Statiker sich das angesehen hat.
     
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  15. #14 petra345, 14.01.2018
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    Wenn die Deckenbalken parallel zum Balken des UNterzuges verlaufen, kann man von einer nicht tragenden Funktion ausgehen.
    Dann würde ich sogar vermuten, daß die Wand keine aussteifende Funktion hatte.
     
  16. #15 Siedler, 14.01.2018
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    Genau so war es bei meinem Haus. Durch das Entfernen dieser Wand sei sogar das Konstrukt darunter entlastet worden.

    Gruß
     
  17. 11ant

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    Das halte ich für eine gewagte These, da sonst diesseits der Mittelwand (zumindest in diesem Stockwerk) auf die gesamte Hauslänge keine weitere Wand vorhanden ist.
     
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  19. #17 simon84, 14.01.2018
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    Wenn er schon schreibt, das Holz war "fest" dann wird schon eine (kleine) Last drauf sein !

    Das merkt man doch sofort ein Hammer schlag drauf. Entweder das Holz singt oder nicht.
     
  20. arch

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    Hallo GastWand,

    ich denke die beiden Holzstützen waren früher einmal die Unterkonstruktion einer Türe. So wie im Trockenbau heute auch Ständer an die Türöffnungen gestellt werden. Genau so könnte der obere Balken als "Abschluss" für die Wand gedacht gewesen sein, selbst wenn diese dann Fachwerkmäßig ausgemauert worden ist. Die Unterkonstruktion der Abgehängten Decke deutet ebenfalls darauf hin, dass die tragenden balken quer zur Unterkonstruktion, also paralell zur abgerissenen Wand verlaufen. Sollte das Holz unter Spannung sein, vermute ich, das es aus Setzungen und Durchbiegungen kommt. Oder steht im Obergeschoss an der Stelle eine Wand?

    Auf keinen Fall etwas ohne Statiker unternehmen. Lass uns wissen, wie es ausgegangen ist.

    Gruß,

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