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  1. #1
    Avatar von jetter
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    Brandschutz F 30

    MB schrieb in einem anderen Thread
    Nicht durcheinanderwerfen
    Die Baustoffklassen A, B und C bestimmen die Brennbarkeit, nicht die Brandbeständigkeit. Der Buchstabe F bestimmt die Dauer der Haltbarkeit beim Normfeuer, also 30, 60 oder 120 Minuten. Solange muß dieses Bauteil halten bzw. seine tragende Funktion erhalten. T wiederum bezeichnet die Feuerwiderstandsdauer von Türen.

    Da EPS beim Brand nix hält ist die Feuerwiderstandsklasse F 0. Ist übrigens bei Mineralfaser auch F 0. Holz allerdings hat zwar nicht A1, kann aber F 120 erreichen, selbst ohne feuerschützende Maßnahmen. Muß nur genügend überdimensioniert werden.

    Zur Erklärung ein Beispiel (Holz brennt bekanntlich):

    Eine Mittelpfette hat statisch erforderlich die Abmessung h = 30 cm, b = 12 cm. Im Brandfall brennen pro Minute Normfeuer 1 mm Holz ab. Um nun auf F 120 zu kommen, muß die Dimensionierung auf h = 30 cm + 120 x 1 mm = 42 cm und b = 12 cm + 120 x 1 mm = 24 cm erhöhte werden.

    Aus 30/12 werden also 42/24. Damit ist F120 erreicht. Brennen tut es trotzdem.

    PS 20 SE brennt sofort, hält aber auch nix. MiFa brennt gar nicht, hält aber auch nichts. Allerdings kann MiFa wiederum zum Schutz von brandgefährdeten tragenden teilen (zum Beispiel Stahlstützen, die bekanntlich auch schlecht brennen) benutzt werden. PS 20 nicht.

    Ähnliches gilt für Gipskartonplatten, die selbst nix tragen, aber auch nicht brennen.
    Nur zur Ergänzung, weil ichs gerade lese - die Feuerwiderstandsdauer, oder auch F-Klassifizierung, hat in erster Linie weniger etwas mit Tragfähigkeit zu tun, sondern wie der Name richtig sagt mit der Dauer des Feuerwiderstandes eines Bauteils. Erstmal egal ob tragend oder nichttragend.
    Das heißt durch geschickte Materialauswahl und/oder Schichtenanordnung kann ich z.B. auch aus Baustoffen mit Brennbakeitsklasse B1 oder B2 relativ simpel ein Bauteil mit F30 oder mehr Feuerwiderstand bekommen.
    Übernimmt dieses Bauteil auch tragende Funktionen, muss es natürlich auch dementsprechend dimensioniert sein, dass auch nach der nachzuweisenden Zeitdauer die Tragfähigkeit erhalten bleibt.
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  2. Brandschutz F 30

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    MB
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    Deswegen ja

    Das Beispiel mit dem brennbaren Holz. Wenn wir schon bei Ergänzungen sind, sollte auch noch T erklärt werden. Türen sind selten statisch tragend, sollen aber möglichst dem Feuer Widerstand leisten
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  4. #3
    Themenstarter
    Avatar von jetter
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    joo

    dann wäre das wichtigste beschrieben.
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  5. #4
    Avatar von bauhexe
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    einen hab ich noch:

    Stahl, brennt nicht, trägt viel, nur wenn's brenn, dann trägt Stahl nix und brennt auch nicht. :Roll

    Der Gag ist, ich hatte für einen Schreiner ein Lager u. Werkstatt neben best. Wohnhaus geplant und mußte Dachtragwerk in Stahl umändern, Begründung "Brandschutz".
    Ich war schier sprachlos. Aber die Tüten waren alle F90.
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  6. #5

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    Ordnung muss sein!

    Hierzulande geht es bei Brandschutzvorschriften primär darum, ob ein Material Feuer fängt. Feuer fangen ist verboten. Wie lange ein Material dem Feuer standhält, ist sekundär. Haben die Oberfachleute entschieden. Und Vorschrift ist Vorschrift.
    Anmerkung: In Ländern, in denen man diese Dinge praxisrelevanter sieht und viel Tragendes aus Holz baut, habe ich noch nie etwas von Asbestskandalen bei Kindergärten oder Schulen gehört.
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  7. #6
    MB
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    Na?

    Ob da die Feuerwehr der selben Meinung ist? Was haben die schon von einem Stahlträger, der zwar nicht brennt, denen aber auf die Birne fällt?
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  8. #7
    Themenstarter
    Avatar von jetter
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    auch bei Stahl

    alles eine Frage der Konstruktion, aber ob sich da dann noch Vorteile gegenüber Holz ergeben - ich weiß nicht.

    In vielen Fällen ist sicher Stahl nicht immer das nonplusultra.
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  9. #8
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    genau!

    der standpunkt der feuerwehr (zumal dann, wenn´s an´s eingemachte geht, also action vor ort) ist damit ziemlich klar umrissen - anforderungen der bauordnung sind ganz was anderes...

    "feuerfangen": die zulassung von b1-o. b2-dämmstoffen ("brennpasten") als gefachdämmung wäre jedenfalls damit nicht erklärbar.
    schwierig wird´s, wenn in hohlräumen ps20 (düsseldorfer flughafen..) anstelle von steinwolle (oder schaumglas ) steckt (ungedämmte hohlräume sind noch schlimmer) .. das gehört zu den todesursachen, über die feuerwehrler und unfallforscher sehr wohl bescheid wissen

    abschottung, wie von jetter erwähnt, gehört auf jeden fall auch dazu (insbes. reduktion der ausbreitung von rauchgasen... wieder personenschutz)
    sobald die MBO aktualisiert wird, wird´s deutlicher - z.b. f60 und 300°c-kriterium für mehrgeschossige (>3 vg) holzhäuser (ohne sprinklerung )

    mit martin muss ich jetzt mal schimpfen: f120 (120!) ist ein ganz schlechtes beispiel, sowas ist baurechtlich UND praktisch nichtkonform ... auch wenn´s anschaulich is´

    oberstes schutzziel ist immer noch personenschutz, diesem schutzziel kann auch mit - im brandfall relativ gutartigen holztragwerken (eingebauter brandschutz, versagensvorankündigung..., egal, ob f30b oder f90b) entsprochen werden. und das ist gut
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  10. #9
    Themenstarter
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    auf die F120

    wollt ich garnicht weiter eingehen! :Roll

    Ich finds aber schon gut, wie sich hier die Äußerungen ergänzen, vielleicht wird dann mal das prinzipielle Anliegen dieser brandschutztechnischen Anforderungen klarer.
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  11. #10
    MB
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    OK, Sorry

    Das nächste mal schreibe ich F 240 Dann wird's noch anschaulicher

    Übrigens: Flughafen DUS war tatsächlich ursprünglich Foamglas ausgeschrieben.
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  12. #11
    Gast
    Gast

    Stahl und Brandschutz

    "Stahl brennt nicht aber trägt nichts" erscheint mir doch als eine etwas sehr verkürzte Formel. Überrascht bin ich allerdings schon, dass "Stahl" als Baustoff vorgeschrieben wurde, mit "Brandschutz" Begründungen. Im Anlagenbau gibt es ja immer ein Brandschutzkonzept und die Stellungnahme des Brandschützers (Verhandlungssache). Wir bauen in der Regel die Gebäude aus Stahl, haben dabei aber immer das "Verkleidungsproblem". D.h. z.B. muß der Stahl in den Elektroschalträume immer F90 verkleidet werden. Dann gibt es noch konstruktive Regeln für die Ausbildung der Betondecke (die mehr oder weniger genau beachtet werden). Übrigens gibt es mittlerweile einen patentierten F30 Stahl. Der zur Zeit allerdings den Nachteil hat eben patentiert zu sein. Wie dem auch sein, das Konzept und die Detailausbildung sind im Brandschutz die springenden Punkte.
    MfG wieder im Land
    Elias Brunn
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  13. #12
    JojoBuss
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    Brandschutz F30 Frage:

    Hallo,
    ich hab da mal eine Frage und hoffe Ihr könnt mir helfen.
    Wir sollen mit Ständerwerk im Dachgeschoss eine mit GK doppelt beplankte Wand erstellen und die soll nach F30 sein.
    Jetzt meine Frage:
    Müssen wir den Estrichbelag aufschlitzen und das Ständerwerk auf der Betondecke anschliessen oder reicht es auf dem Estrich?
    Finde irgenwie nirgends eine ausrecihende Information dazu.
    Bedanke mich im Voraus.
    Gruß,
    JojoBuss
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  14. #13

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    F 30 Wand kann auf den Estrich gestellt werden, unterer Anschluß muss aber ausgespachtelt werden, besser wäre auf den Rohboden zu stellen.
    http://www.knauf.de/pdf/bilder/detbl...11_2005-07.pdf
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  16. #14

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    Gar nix machen. Den Planer um eine Angabe bitten.

    Es gibt neben F30 so nette Dinge wie Schallschutz usw.
    Auch das Thema Rauch könnte eines sein, wenn der Estrich durchläuft.

    Soll sich doch der Planer die Finger verbrennen.
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  17. #15
    Avatar von Peeder
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    Soll sich doch der Planer die Finger verbrennen.


    nur mal soviel dazu, alle angrenzenden Bauteile müssen auch mind. F 30 sein, und zwar Raumabschliessend.


    Peeder
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