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  1. #1
    drollo
    Gast

    Anhydritestrich und fehlende Dampfsperre im Wintergarten

    Hallo Bauexperten,

    im Februar 2008 wurde in meinem Wintergarten ein Anhydritestrich eingebaut u. wie folgt aufgebaut:

    vorhandene Rohbetonplatte (nicht unterkellert)
    0,5 mm PVC Folie als feuchtigkeitssperre
    pu-wärmedämmung mit alufolie
    0,3 mm Trennfolie
    fussbodenheizung
    anhydritestrich
    fliesen

    im frühjahr u. sommer werden im Wintergarten über die Glasdachkonstruktion leicht 40° und höhere Fussbodentemperaturen erreicht.

    durch die hohen temperaturen kommt es offensichtlich zu wasserdampdiffusion u. tauwasserbildung an der unterfläche der relativ dichten fliesen. der wasserdampf tritt über die fliesenfugen aus. diese weisen deutliche verfärbungen von hellgrau bis dunkelgrau auf.

    der estrich gibt laute knallgeräusche von sich und die fliesenfugen sind inzwischen gerissen.

    hiernach wurde der estrich bis zur unteren feuchtigkeitssperre freigelegt. auf der feuchtigkeitssperre zeigen sich deutliche nässespuren (rücklaufendes tauwasser), sandanteile, die sich offensichtlich aus dem anhydritestrich herausgelöst haben und milchig breiartige auflösungen aus der pu-dämmung. lt. cm-messung betrug die estrichfeuchte 1,2% (dies 15 monate nach einbau des estrichs).

    zudem wurde teilweise zementestrich "frisch auf frisch" mit anhydritestrich gemischt, d.h. es befindet sich hier direkt unterhalb des anhydritestrichs stellenweise zementestrich von bis zu 4 cm stärke. aufgrund der feuchtigkeit kam es offensichtlich zu ettringitbildung und zugspannungen im estrich, die das rissbild in den fugen verursacht haben. die gesamte estrichfläche (ca. 4 x 5 meter) hat sich dadurch ca. 1 cm bewegt und über teilweise über den blauen randdämmstreifen geschoben.

    zudem wurden bestehende bodenunebenheiten nicht ausgeglichen und der estrich weist im wintergarten unterschiedliche stärken zwischen 8 cm und 13 cm auf.

    inzwischen hat der estrichleger (renommierter und erfahrener handwerksbetrieb) schwerwiegende fehler mehr oder weniger eingeräumt und den kompletten estrich inkl. fliesen u. fussbodenheizung wieder ausgebaut.

    folgende sanierungsmaßnahmen sind nunmehr geplant:

    auf vorhandene Rohbetonplatte (nicht unterkellert)
    bodenausgleich auf zementbasis
    dampfsperre nach DIN 18195 Teil 4
    pu-wärmedämmung mit alufolie
    0,3 mm Trennfolie
    fussbodenheizung
    zementestrich
    fliesen

    als "gebranntes kind" bin ich außerdem für alle weiteren konstruktiven anregungen zum thema dankbar.

    u.a. würde ich mich über konkrete produktempfehlungen zur dampfsperre sowie evtl. erfahrungsberichte sehr freuen.

    ein problem drückenden wassers besteht nicht.

    zur zt. ist eine nach din 18195 teil 4 geeignete dampfsperre von knauf-katja mit gewebe- und aluminiumeinlage auf bitumenbasis vorgesehen, vorschriftgemäß 10 cm überlappend und geklebt.

    unklar bin ich mir zudem über den anschluss der dampfsperre zur wand und zur schiebetür. sollte die dampfsperre zwingend als "wanne" bis oberkante fertiger fussboden ausgeführt werden ?

    muss die wanne außerdem an den seiten zur wand fest verklebt oder sogar verschweisst werden, um eine mögliche wasserdampf-diffusion über die seiten zu verhindern ?

    könnte andernfalls nicht der wasserdampf über die seiten nach oben austreten und es an der oberfläche der fliesen wieder zur tauwasserbildung kommen ?

    vielen dank,
    gruss drollo
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  2. Anhydritestrich und fehlende Dampfsperre im Wintergarten

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  3. #2

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    Wie wäre es, wenn man sich nun, nachdem es in einer ersten DIY-Planer Runde fürchterloch in die Hosen gegangen ist, für den 2. Durchgang einen Planer nimmt, der das alles FACHGERECHT plant und so ganz nebenbei auch noch haftet, wenn er Mist plant.
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  4. #3
    Bauexpertenforum
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    Vor allem unter dem Gesichtspunkt das die "Katja" sicherlich "geeignet" ist als Abdichtung entsprechend DIN 18195-4 und auch einen wundervollen sd - Wert von 1.500 Metern hat, nur nicht der DIN 18195-4 entspricht da diese nicht in der DIN 18195-2 zu finden ist
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  5. #4
    drollo
    Gast

    planer

    hier gehts mir wirklich nicht um die planungskosten. und schon gar nicht darum, hier bei der ausstattung sparen zu wollen.

    vielmehr waren etliche sogenannte "sachverständige" vor ort, u.a. 2 architekten u. 2 öffentlich vereidigte sachverständige für estriche u. fliesen. ALLE 4 sogenannte sach-verständige lagen hinsichtlich der ursache total daneben u. haben hier verarbeitungsfehler vermutet, etwa estrich noch nicht trocken und fliesen zu früh verlegt oder estrich zum randstreifen unsauber verarbeitet. eine estrichbewegung von 1 cm bei 4 meter breite hielten alle 4 dieser experten für ausgeschlossen. für die sogenannten sachverständigen habe ich im übrigen mehr als 1.000,00 eur ausgegeben.

    erst durch eigeniniciative und über einen befreundeten bautechniker u. einen bauphysiker, der hier berechnungen anstellte, konnte nachgewiesen werden, daß hier WASSERDAMPFDIFFUSION eine wesentliche ursache darstellt. wie erwähnt, haben dies die sogenannten sachverständigen dies nicht erkannt.

    und was nutzt eine richtige planung wenn der estrichleger murkst und zementestrich mit anhydritestrich mischt oder eine zu dünne folie einbringt ?
    die bauüberwachung spielt hier sicherlich eine ebenso wichtige rolle.

    vielleicht steh ich hier mit meiner meinung ja alleine - aber nach alledem hab ich von den meisten sogenannten sachverständigen keine wirklich gute meinung. ich bin selbst im baugewerbe (türen u. fenster) seit über 20 jahren selbständig u. kenne alleine in meiner branche öffentlich zugelassene sachverständige die den namen wirklich nicht verdienen u. als ehemalige fachbauleiter oder fachmonteure selbst die allergrößten murkser waren.

    gruss drollo
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  6. #5
    Bauexpertenforum
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    Aber das nicht zu finden ist schon? NA ja ...

    Es gibt wie im Leben solche und solche...
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