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Zementestrich hat nach 10 Monaten noch mehr als 2%...Warum??

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  1. #1

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    Zementestrich hat nach 10 Monaten noch mehr als 2%...Warum??

    Liebe Experten,
    bin ratlos:

    Im September 2011 wurde im Neubau Zementestrich CEM20 F4 eingebracht. Die darunterliegende Betondecke war zu diesem Zeitpunkt älter als ein halbes Jahr.
    Im Dezember liefen 14 Tage lang lang 2 Kondenstrockner.
    Fliesen wurde im Januar 2012 verlegt - wie ich inzwischen erfahren habe, ohne Feuchtemessung vorher, weil "der Estrich ja seit mehr als 28 Tagen lag".
    Im März 2012 (6 Monate nach Verlegung des Estrichs) wurden 2cm dicke Massivholzdielen verlegt, eine Feuchtemessung mittels Kugelkopfelektrode wurde durchgeführt und war unauffällig.
    Anfang Juli nun fiel auf, dass die Dielen schüsseln und breiter geworden sind, so dass sie teilweise massiv in die Wände drücken und auch ein bodentiefes Fenster nach aussen drücken (Rissbildung). Holzfeuchte lag Anfang Juli bei bis zu 15%!
    Nun wurde eine CM-Messung durchgeführt:
    noch nichtbelegter Estrich: 2,3%
    Estrich unter dem Holzboden: 2,9%
    Wo kommt nur das Wasser noch her? Warum ist der Estrich nach dieser Zeit immer noch nicht trocken?
    Der Bau wurde den Winter durch geheizt und gelüftet.
    Mir ist klar, dass eine CM-Messung vor der Verlegung einiges erspart hätte - hinterher ist man immer klüger...
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  2. Zementestrich hat nach 10 Monaten noch mehr als 2%...Warum??

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  3. #2
    Avatar von Lukas
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    Moin,

    ich vermute Du bauingenieurst sonst andere Dinge. Das Verhalten ist durchaus normal, da die Kleber das Trocknern verzögern.
    Der Faktor Zeit ist auch nicht unbedingt der maßgebende. Die Klimaten haben da auch ein gewichtiges Wort mitzureden.

    Gruß Lukas

    PS: Gibts zwischen Betondecke und Estrich ne Sperre?
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  4. #3
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    ja, ich bauigenieure sonst auf anderem Gebiet...(geniales Wort
    Zwischen Betondecke (April 2011) und Estrich (September 2011) ist im EG Bitumenschweissbahn mit Alueinlage (nicht unterkellert) im OG nur Baufolie.
    Der Kleber ist weitere 6 Monate später aufgebracht worden - wahrscheinlich hatte der Estrich da noch ca 4%.... Ich gebe zu, in diesen 6 Monaten nicht täglich gelüftet zu haben - aber ob sich das soo auswirkt?
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  5. #4
    Avatar von Lukas
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    Das ist schon möglich. Daher sind Messungen vorgesehen.

    Gruß Lukas
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  6. #5
    Themenstarter

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    Vielen Dank für Deine Antwort.
    Hier im Umfeld kommt nur "das kann nicht sein", "nach (den berühmten) 28 Tagen ist der Estrich trocken".
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  7. #6
    Avatar von Lukas
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    Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Nach 28 Tagen hat ein Beton das Gros seiner Festigkeit erreicht. Das hat nichts mit der Restfeuchte zu tun.

    Gruß Lukas
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  8. #7

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    Hallo Elimar,

    der zu hohe Feuchtegehalt des Estriches kann viele Gründe haben:
    Leck an den wasserführenden Leitungen (Fußbodenheizung, Kalt & Warmwasser)
    fachlich falsch verlegte Dampfsperre auf der Sohlplatte
    fachlich falscher Anschluss an die umliegenden Bauteile (Wände, Türen,...)
    Durchdringungen durch die Sohlplatte fehlerhaft (Anschluss an die Dampfsperre, Dichtmachete im Beton)
    L-Sperre in der Hohlschicht fehlerhaft (gerade im Bereich der bodentiefen Fenster)
    Grundstück zu hoch angefüllt - falsche Annahme des Lastfalls
    restliche Baufeuchte

    Sehr komplex!
    Wichtig ist wohl die Frage was feucht ist: Estrichdämmung, Estrich, Beides?
    Ich würde den Klempner die wasserführenden Leitungen abdrücken lassen um damit den Anfang zu machen.
    Besser natürlich durch den Sachverständigen aber der Klempner wird deutlich günstiger sein.
    Wenn das ohne Erfolg bleibt, ist der nächste Weg zum Sachverständigen!!
    Das sollte auch schnellstens passieren, bevor sich Schimmel bilden kann.

    Viele Grüße!
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  9. #8
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    Hallo Kiba,

    Danke für Deine Antwort.
    Über die von Dir aufgeführten Punkte habe ich auch schon nachgedacht, aber an diesen kann es nicht liegen.
    Der Boden schüsselt überall (EG und OG )gleichermaßen, es gibt keine FBH und keine wasserführenden Rohre ausser einigen Heizungsrohren. Die Heiztherme zeigt keinen Druckverlust an.
    Um Schimmel habe ich mir bisher noch keine Sorgen gemacht, dachte das passiert erst bei höheren Feuchten (?)

    Was mir mehr Sorgen bereitet: Halten die Fliesen ? Der Fliesenleger hatte keine Feuchtemessung durchgeführt und von den Ergebnissen der CM-Messung zurückgerechnet lag da die Feuchte sicher bei über 4%....
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  10. #9

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    Was sagt denn die Wasseruhr, läuft sie (über Nacht) weiter obwohl kein Verbraucher da ist?
    Schimmel entsteht bei Feuchte + Wärme + Zeit
    Man kann von einer CM-Messung nicht zurückrechnen, zuviele Faktoren spielen dabei eine Rolle
    Wenn die Fliesen reißen hat der Fliesenleger selber Schuld, er muss den Estrich vorher prüfen
    Da der Estrich anscheinend schon schüsselt, hatte er nicht genug Zeit zum austrocknen- wieder Fliesenleger

    Falls es die Wasserführenden Leitungen nicht sind bleiben nur Restfeuchte und Baupfusch übrig!
    Ich würde, wie schon gesagt, die Leitungen durchmessen lassen und dann einen Gutachter zu Rate ziehen
    der die besagten Punkte systematisch prüft
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  11. #10

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    Fällt mir noch ein:
    Wasserführende Leitungen können auch Abwasserleitungen sein!
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  13. #11
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    Hallo KIba!
    Der Estrich schüsselt nicht, sondern die Dielen. Das auch überall gleich, Wasserleitungen verlaufen da nicht, Heizung ist dicht.
    Es kann eigentlich nur Restfeuchte aus dem Estrich sein, ich wundere mich einfach, warum der so langsam trocknet. Aber Lukas scheint das nicht soo ungewöhnlich zu finden.
    Schimmeln tut Holz doch erst ab ca 20%, oder? So schlimm ists (gottseidank) noch nicht...
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  14. #12

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    Das ist ja dann beruhigend!
    Einfach abwarten wie es sich entwickelt, wenn es weniger wird ist es Restfeuchte.
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