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Flachdach abgesoffen: Wie rette man so etwas fachgerecht?

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  1. #1

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    Flachdach abgesoffen: Wie rette man so etwas fachgerecht?

    Bisher lief fast alle gut, jetzt hat es mich doch erwischt. Mein Flachdach scheint ein Wasserbett zu sein. Der ausführende Dachdecker hat bisher gute Arbeit gemacht, Termin um sich das Drama anzugucken ist in den nächsten Tagen, ich wäre nur gern ein bisschen vorbereitet.

    Folgendes Problem. Wir haben eine Dachterrasse mit knapp 30m2, das ganze ist auf einem eingeschossigen Gebäudeteil der an den zweigeschossigen Hauptteil aus Poroton angrenzt. Die anderen drei Seiten sind durch eine Mauer aus Porenbeton Steinen begrenzt. Innendrin also eine hübsche Wanne. Aufgebaut wie folgt (aus dem Kopf), durchgeführt vor ca. einem Jahr.

    * Schweissbahn auf der Betondecke, hochgezogen an den Seiten
    * Einige cm Dämmung (16cm?) aus Styropor, mit PU Kleber verklebt
    * darauf Gefälledämmung ebenfalls Styropor
    * Trennschicht Kunststoffvlies (habe ich nicht gesehen, war aber ausgeschrieben, wird also drin sein)
    * Sarnafil TG-66-18 verklebt und seitlich hochgezogen, die Wände haben einen Glattstrich bekommen, die Abdichtung ist da mit einer Metallleiste angeschraubt, oben mit Silikon (?) abgefugt.
    * Bautenschutzmatten lose aufgelegt.

    Wir haben die Fassade noch nicht fertig, d.h. innen fehlt der Zementputz und aussen das WDVS.

    Jetzt scheint die Konstruktion komplett geflutet zu sein. Das mache ich daran fest, dass an den Rändern der einen Ecke die Sarnafil Lage leicht wellig liegt, drückt man drauf gibt es Schmatzgeräusche und 1m weiter kommt eine Beule hoch. Ist vom Gefühl her wie das Rumdrücken auf nem Wasserbett.

    Mir ist schleierhaft wie da soviel Wasser rein kann. Es gibt ein paar Stellen am Rand, wo die Silikonlage auf dem Metallprofil nicht ganz perfekt ist, aber richtig reindrücken kann es da IMHO nicht. An Kondensat glaube ich nicht, von unten in den Räumen ist nichts zu sehen, die Bitumenlage hält also dicht. Tips wo man bezüglich Wassereintritt schauen kann und wie man sicherstellt, dass es diese Stelle wirklich ist sind willkommen.

    Nehmen wir mal an, dem Aufbau steht es wirklich bis Oberkante Unterlippe. Wie bekommt man das saniert? Alles raus und ab Schweissbahn wieder neu aufbauen? Oder gibt es da ähnliche Methoden wie bei der Trocknung von Dämmung unter Estrich?

    Besten Dank vorab.
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  2. Flachdach abgesoffen: Wie rette man so etwas fachgerecht?

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  3. #2
    Elopant
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    Hallo tanzbaer,

    ich würde mir den Wandanschluß ansehen, hier kann schon Feuchtigkeit über die Fugen der unverputzen Porotonsteine oberhalb der Wandanschlußschiene eindringen, jedoch dürften das keine Unmengen an Wasser sein. Evtl. ist auch eine Naht nicht ganz geschlossen.
    Zur Sanierung: Es kommt darauf an, wieviel Wasser wirklich unter der Abdichtung steht, bzw. unter die Dämmung gelaufen ist, das sieht man aber erst nach dem Öffnen des Daches, sollte es kpl. unter Wasser stehen, kann wahrscheinlich auch die Schweißbahn nicht bleiben, da man die Grunddämmung ( geklebt ) nicht von der Dampfsperre bekommt.
    Ist hinter dem Wandanschluß eine Dämmung an der Wand angebracht worden ( für das spätere WDVS ) ? Auch hier kann nach einem Jahr Feuchtigkeit eindringen, wenn die Dämmung von oben nicht mit einem Kantteil o.ä. abgedeckt worden ist.
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  4. #3

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    stell mal ein foto vom derzeitigen wand- und attikaabschluss ein.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Elopant Beitrag anzeigen
    Ist hinter dem Wandanschluß eine Dämmung an der Wand angebracht worden ( für das spätere WDVS ) ? Auch hier kann nach einem Jahr Feuchtigkeit eindringen, wenn die Dämmung von oben nicht mit einem Kantteil o.ä. abgedeckt worden ist.
    Ja, den Wandanschluss gibt es. Dämmung mit ein wenig geringerer Stärke als das WDVS, und irgendwo geht da noch ein Holz durch, damit man da sauber anschliessen kann.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    stell mal ein foto vom derzeitigen wand- und attikaabschluss ein.
    Mache ich heute.
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  7. #6
    Themenstarter

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    Nochmal generell zu den Wandanschlüssen. Welche Erwartungshaltung darf/muß man denn an diese bei einer fachgerechten Ausführung haben?

    Bei den drei Seiten an der Attika würde ich erwarten, dass diese in sich dauerhaft dicht sind, egal ob da Putz drüber ist oder nicht. Bei der Seite die später vom WDVS überdeckt wird bin ich mir nicht so sicher. Aus dem Bauch raus würde ich sagen auch dort muss es ohne WDVS dicht sein. Oder ist da eher die Annahme, dass es nach Anbringen des WDVS bezüglich Dichtigkeit an der Stelle eh egal ist?

    Bei letzterem hätte ich Zweifel, ein defekter Anschluss WDVS an eine Tür oder an das Attikablech könnte ja durchaus Wasser zur Naht an der Aufkantung führen.
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  8. #7
    Elopant
    Gast
    Nochmal generell zu den Wandanschlüssen. Welche Erwartungshaltung darf/muß man denn an diese bei einer fachgerechten Ausführung haben?
    Prinzipiell müssen diese dicht sein, es kommt aber darauf an, ob es damals schon geplant war, dass das WDVS in einem Jahr erst ausgeführt wird.
    Ich habe letztes Jahr im November Dachterrassen abgedichtet, ähnlich wie bei dir, da stand aber schon fest, dass Aufgrund der Witterung das WDVS erst im Frühjahr ausgeführt wird, wir haben im Bereich der Wandanschlüsse Kantteile aus Zink ( wie eine Fensterbank ) über dem Wandanschluß angebracht und verlötet und diese dann kurz vor den Dämmarbeiten wieder entfernt.
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  9. #8

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    Hallo,

    ich habe ja viel zur "Badewanne" gelesen, aber ein Ablauf/Notüberlauf kam darin nicht vor. Ebenso vermute ich, dass die Fassade noch unverputzt ist. Ist es denkbar, dass der Wandanschluss überstaut wurde?

    Nur eine Vermutung
    svjm
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  10. #9
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    @svjm:

    Auf der Abdichtung habe ich keine Badewanne, Wasser stand da nie drauf. Die Fläche hat zwei Abläufe, beide sind frei. Bis zu dem separaten Notablauf hat es definitiv noch nie gestanden.
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  11. #10
    Avatar von floba arb
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    Eine Trocknung mit Warmluftgebläsen in möglich aber langwierig. Hier mußt du mit 6 bis 8 Wochen Trocknungsdauer rechnen.
    Ob danach die komplette Feuchtigkeit raus ist kann dir niemand garantieren. Ich rate bei einem Neubau daher zum kompletten Neuaufbau.

    Zitat Zitat von Elopant Beitrag anzeigen
    ich würde mir den Wandanschluß ansehen, hier kann schon Feuchtigkeit über die Fugen der unverputzen Porotonsteine oberhalb der Wandanschlußschiene eindringen, jedoch dürften das keine Unmengen an Wasser sein.
    Bei einem Industriebau hatte ein Kollege dieses Problem über angrenzende Fugen einer Sandwichwand (vertikal verlegt). Es war beachtlich welche Massen an Wasser durch die vergleichweise winzigen Öffnungen unter die Abdichtung laufen konnten.
    Daher ist meine Vermutung in diesem Fall eine Hinerläufigkeit des Wandanschlusses durch die unverputzten Fugen. Eine undicht Naht kann natürlich das ganze noch verschlimmern.
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  12. #11
    Themenstarter

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    Hier mal die ersten Bilder für einen Überblick.
    Untere Lage Bitumen
    IMG-20121003-00134.jpgIMG-20121003-00135.jpg

    Aktuelles Aussehen des Daches
    IMG_0662.jpgIMG_0661.jpg
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  13. #12
    Themenstarter

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    Bilder vom Anschluss für das WDVS an der Giebelwand

    IMG_0663.jpgIMG_0664.jpgIMG_0665.jpgIMG_0666.jpgIMG_0667.jpgIMG_0668.jpg
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  14. #13
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    Und hier ein paar von Stellen die nicht so ganz ok aussahen.

    IMG_0669.jpgIMG_0670.jpgIMG_0672.jpgIMG_0675.jpg

    Sowie die beiden Abläufe

    IMG_0671.jpgIMG_0674.jpg
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    Zitat Zitat von floba arb Beitrag anzeigen
    Bei einem Industriebau hatte ein Kollege dieses Problem über angrenzende Fugen einer Sandwichwand (vertikal verlegt). Es war beachtlich welche Massen an Wasser durch die vergleichweise winzigen Öffnungen unter die Abdichtung laufen konnten.
    Daher ist meine Vermutung in diesem Fall eine Hinerläufigkeit des Wandanschlusses durch die unverputzten Fugen. Eine undicht Naht kann natürlich das ganze noch verschlimmern.
    So war der Wandanschluss geplant, habe allerdings nicht sehen könne ob auch so ausgeführt. Man kann es oben auf den Bildern sehen. Unter der Bitumenbahn ist kein Glattstrich, oberhalb der Bitumenbahn als Anschluss für die Sarnafil Bahn schon.

    Detail Wandanschluss.jpg

    Wenn ja, dann sollte doch bei einem Abriss oben rechts maximal die vorgesetzte Dämmung volllaufen, aber nichts unter die eigentliche Bahn kommen, oder?
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  17. #15
    Themenstarter

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    Und danke schonmal für die Beiträge, wenn alles klappt treffe ich gleich den Dachdecker, berichte dann später.
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