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Zwischensparrendämmung EFH Bj 76 mit Dachpappe, Weichfaserplatten --> Tauwasser ?

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  1. #1

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    Zwischensparrendämmung EFH Bj 76 mit Dachpappe, Weichfaserplatten --> Tauwasser ?

    Hallo zusammen,
    Ich habe mir jetzt fast alle von den über 20 Forenthemen darüber durchgelesen.
    100% schlau bin ich nicht geworden.
    Im Forum las ich verschiedenes: "...Hinterlüftung bei dichter Dachpappe zwingend notwendig",
    dann:"...Wenn voll zugedämmt wird, und eine gute Dampfsperre befestigt wird (sauber arbeiten), dann passiert nichts."
    Des weiteren las ich:"...Wenn die Dachpappe nur überlappt und nicht verklebt ist, gilt das schon so wie wenn es diffusionsoffen ist."
    Wer hat jetzt Recht ?

    Ich versuche mal, meine Baustelle so detailliert wie möglich zu beschreiben.
    Mein Satteldach ist wie folgt aufgebaut:

    -Ziegel Dachpfannen
    -Lattung 24er
    -Konterlattung (besser Konterleiste) 1 cm stark
    -Dachpappe ca. 1-1,5 mm stark und überlappt, nicht verklebt
    -Holzweichfaserplatten ca. 2 cm stark, teilweise mehrere cm durchhängend
    -Sparren 14x10 cm
    -Kehlbalken 18x10 cm an Mittelpfette eingezapft
    -First ist gemauert, aber Dachpappe ist am First offen.
    -es sind je 5 Lüftungsziegel nahe dem First auf 14 m Dachbreite verteilt.
    -Kniestock ist hochgemauert und zugemörtelt bis an die Weichfaserplatten / Sparren
    -unter der Traufe ist am Dachüberstand an der Schalung unter dem Sparrenkopf ein 2-3 cm Spalt, der wohl irgendwie als Lüftung dienen soll ?
    -Dachgeschoss ist noch komplett im Rohbau seit 1976.

    Jetzt will ich das DG ausbauen.

    Durch die Dachpappe, die wohl nicht diffusionsoffen ist (oder gab es so was damals schon ?), bin ich unsicher.
    Ich selbst würde die Dämmung wohl um den Kehlbalken legen und den Spitzboden nicht dämmen.

    Hinterlüftung wäre wohl auch nicht ganz einfach auszuführen, weil am Kniestock alles zu ist,
    und die Faserplatten teils ziemlich durchhängen.
    Das Dach will ich nicht wegen der Dachpappe neu machen, denn weil das DG vermietet wird,
    müssen die Kosten im Rahmen bleiben, damit es sich rentiert.

    Der U-Wert-Rechner zeigt mir Tauwasserausfall im Bereich Dachpappe zu Dämmung an.
    http://www.u-wert.net/berechnung/u-w...e=80&outside=0

    Die Glaswolle habe ich schon gekauft. 140-035 ---> Sparren und 180-035 ---> Kehlbalken

    Jetzt frage ich euch mal, wie es richtig sein soll, dass ich da keine Feuchtigkeitsprobleme bekomme.

    Liebe Grüsse
    Wolfgang
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  2. Zwischensparrendämmung EFH Bj 76 mit Dachpappe, Weichfaserplatten --> Tauwasser ?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Hallo,

    erstmal handelt es sich hier nicht um Weichfaserplatten, zumindestens bezweifel ich das stark. Sondern vermutlich eher um geölte oder ungeölte Hartfaserplatten. Die wurden damals üblicherweise eingebaut und sind, gerade in der Altbausanierung nicht unüblich. Ebenfalls vermute ich, dass ihre Pfannen in Pappdocken gedeckt wurden. Die sind, da sie im Kopfbereich der Pfanne ungelegt werden und die darüberliegende auf die andere greift relativ "dicht". Gerade unter langer Sonneneinstrahlung. Dann verkleben Sie sich miteinander. Oftmals so stark, das nur noch das Zerschlagen der Eindeckung hilft um die Eindeckung abzureißen.

    Das einzige, was bei Ihnen, nach meiner Meinung, funktioniert sind Materialen zu verwenden die einen guten Feuchtehaushalt aufweisen. Sicherlich kann man sagen, dass Dampfsperrfolien mit sd-Werten um die 150 verhindern, dass raumseitig Feuchtigkeit in die Konstruktion gesogen wird. Es bedeutet aber auch, das das Gegenteil nicht funktioniert. Grundsätzlich empfehle ich daher diese Variante so gut wie nie. Ich halte Sie persönlich für zu anfällig. Man hat in Altbauen früher konstruiert ohne an Luftdichtigkeitsebenen zu denken. Entsprechend "sinnlos" ist es diese im Nachhinein zu realisieren, wenn sie nur bei 100% funktionieren.

    Bedeutet, das man hier auf feuchte adaptive Dampfbremsen setzen sollte in Kombination mit Dämmstoffen die entsprechend feuchteresistent sind. Das können z. B Zellulose sein oder Holzwolle etc. Aber auch hier, wenn auch in beiden Richtung getrpcknet werden kann, ist es wichtig keine Fehlstellten zu produzieren oder ungenügende Anschlüsse. Sie Stellen an Ihren Dachstuhl und den damit verbundenen Dachraum erhöhte Anforderungen, da dieser zu einer Wohnung umgebaut werden soll. Es bedeutet, der Feuchtegehalt wird exorbitant ansteigen. Ob es da wirklich sinnvoll ist, in eine Bestandkonstruktion zu agieren, wie Sie agieren wollen? Mir persönlich wäre das zu riskant. Schon allein, weil Sie keinen Sachverstand hinzuziehen werden und denken der Aufgabe gewachsen zu seien.

    Sie verändern ihren funktionieren alten Bestand maßgeblich. In Anbetracht des Alters ihrer Eindeckung sovie Anschlüssen ist es in den nächsten X Jahren eh unabdingbar ein Sanierung vorzunehmen. Außerdem vergessen Sie nicht, das auch für Privatmenschen die EnEv gilt.
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  4. #3
    Avatar von Flocke
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    Es rentiert sich nie auf eine ordentliche Ausführung zu verzichten nur damit am Monatsanfang der Mieter pünklich die Miete überweist. Jeder Mieter kann den Energieausweis zur Vorlage verlangen. Ihr Gesamtaufbau ist so schon kritisch genug. Sollte es zu Schimmelbildung kommen, oder schlimmer, so hat der Mieter das recht auf drastische Mietkürzungen bis hin zu Schadenserstzforderungen. Holen sie sich jemanden dazu der Ahnung von der Materie hat und lassen den Aufbau vernünftig rechnen. Der U Wert rechner gilt nur als grobes Schätzinstrument und wird von über 90% der Nutzer sowieso falsch bedient.
    Es gibt Themen die nur vor Ort beurteilt werden können.
    Ach ja, Zellulose und Holzweichfaser sind nicht wirklich Feuchteresistent, wohl aber haben sie ein gutes Sorptionsverhalten, das die Rücktrocknung unterstützt ;-)
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  5. #4
    Avatar von Flocke
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    Der U Wert ist sowieso nicht ausreichend und die Materialwerte im Aufbau sind schon optimistischer als der Bestand. Spielen Sie ruhig auch mal mit einer etwas höheren Luftfeuchte. 50% sind in der Praxis selten anzutreffen
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Flocke Beitrag anzeigen
    Ach ja, Zellulose und Holzweichfaser sind nicht wirklich Feuchteresistent, wohl aber haben sie ein gutes Sorptionsverhalten, das die Rücktrocknung unterstützt ;-)
    Meine ich doch
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  7. #6
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    Danke erstmal. Das ging ja extrem flott.

    @Kalle88:
    Die Faserplatten sind sehr grobfaserig und sehen zumindest nicht nach MDF aus.
    Sie fühlen sich an, als ob sie nur schwach gepresst wurden, und sehen wirklich wie diese Weichfaserdämmplatten aus:
    Name:  weichfaser-isolierungsplatte.jpg
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    Pappdocken --> Da musste ich erst mal schauen was das ist.
    Nein, die Dachziegel sind bei mir nicht mit Pappe umwickelt. Sie sind ganz normal aufeinandergelegt.
    Die Pappe ist unter den Lattungen.

    Den Sachverstand, ob es richtig ist, was ich da machen will, habe ich tatsächlich nicht.
    Deshalb suche ich nach Infos. Ein Bekannter, der Trockenbauer ist (Firma), sagte mir mal:
    "Hinterlüftung macht man heutzutage nicht mehr. Ich kann dir aber mal ein Angebot machen, wenn du willst. In ein paar Tagen machen wir dir das rein, kein Problem."
    (...vielleicht noch als kostenlose Zugabe eine Riesen Schimmelpilzkultur)
    Die Aussage war mir jedenfalls zu pauschal und leichtsinnig dafür, dass er es nicht mal angeschaut hat.

    Ich bin Handwerker und habe schon mehrere Dächer mit Bekannten (und deren bereitgestellte Materialien) sorgfältig ausgebaut.
    Der Aufgabe an und für sich fühl ich mich gewachsen.
    Doch nützt das natürlich nicht, wenn die Ausführung von vornherein falsch ist, klar.
    Ich will das bei mir jedenfalls richtig machen und keinen Sanierungsfall produzieren.

    @Flocke :
    Wenn ein potentieller Mieter erst mal den Energieausweis sehen wollte, würde ich ihn wohl aussortieren.
    Wer wegen einem Zehntel Überschreitung des U-Wertes schon anfängt, der findet wohl nachher noch 1000 andere Sachen zur Mietminderung.

    Und wenn ich das ganze ohne KfW und dergleichen mache, kontrolliert das doch keiner nach, ob der U-Wert stimmt, oder sehe ich das falsch ?

    Also werde ich erst mal jemanden kommen und rechnen lassen, bevor ich den Rest des ganzen benötigten Geraffels kaufe.
    Wenn es auf eine Dacherneuerung hinausläuft, dann ist eine Vermietung wohl unrentabel. Das Dach sieht zudem noch recht gut aus.

    Liebe Grüsse
    Wolfgang
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