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ENEV 2014: Ab wann gültg für Neubau? Weiterhin Ersatzleistungen möglich?

Diskutiere ENEV 2014: Ab wann gültg für Neubau? Weiterhin Ersatzleistungen möglich? im Forum EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    ENEV 2014: Ab wann gültg für Neubau? Weiterhin Ersatzleistungen möglich?

    Hallo,

    wir planen derzeit ein EFH nach ENEV 2009 Norm. Wir planen die Solaranlage weg zu lassen und dafür mehr zu dämmen. Verbauen aber zumindest eine zentrale KWL mit WRG.

    Soweit man es in News/Zusammenfassungen liest gilt die ENEV 2014 ab Frühjahr 2014. Ich verstehe nur nicht ganz, was hier "gilt" bedeutet, da in der Norm selbst erst von 01/2016 die Rede ist (höhere Anforderungen für Neubauten).
    Was genau bedeutet das also für mich, wenn nä. Sommer (wenn ENEV 2014 "gilt") eine Bauanzeige stelle für ein Haus, das nach ENEV 2009 geplant wurde?

    Weiterhin wurde mir von einem GU gesagt, dass die Ersatzleistung von 15% mehr Dämmung nicht mehr gilt und man nun eine Solaranlage zur Erfüllung des EEWärmeG benötigt. Leider konnte ich nirgends etwas über eine Änderung/Verschärfung des EEWärmeG 2009 finden. Mich hat auch noch kein anderes GU darauf hingewiesen. Benötige ich nun also zwingend eine Solaranlage oder nicht?

    Gruß
    Christian
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  2. ENEV 2014: Ab wann gültg für Neubau? Weiterhin Ersatzleistungen möglich?

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  3. #2
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  4. #3

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    Wenn nach dem 1. Mai 2014, dann gilt EnEV 2014.

    http://www.enev-online.com/enev_prax...en_tabelle.htm
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  5. #4

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    jetzt erst gelesen.

    Also, ich habe mich ein "bisschen" damit beschäftigt (ok, ich habe gestern einen Vortrag dazu halten dürfen) und weiß trotzdem nicht alles:
    Die EnEV 2014 tritt am 01.05.2014 in Kraft. Es wird eine Reihe von Änderungen geben, Verschärfung der Anforderungen an Neubauten kommen aber erst ab 01.01.2016. Ab 2016 wird die Anforderung an den Jahres-Primärenergiebedarf um 25% und die an die Wärmedämmung der Gebäudehülle um rund 20% verschärft. "rund" deshalb, weil die Anforderung etwas anders definiert ist: Es ist Qp einzuhalten und gleichzeitig darf das HT des Referenzgebäudes nicht überschritten werden (eine ähnliche Anforderung gibt es jetzt schon, wenn Nichtwohngebäude z.B. über die KfW gefördert werden sollen).
    Gleichzeitig gibt es aber auch eine Verringerung des Primärenergiefaktors von 2,6 auf 2,4 (ab 01.01.2016 sogar nur 1,8) und gleichzeitig wird der bisherige "Mittlere Standort Deutschland" von Würzburg zur "Region Potsdam" geändert. Dort sind die Witterungsdaten etwas milder, was einer geringfügigen Verringerung der Anforderungen entspricht.
    Das bedeutet in der Konsequenz, dass die Anforderung an den Primärenergiebedarf nicht ganz um 25% verschärft wird, sondern vielleicht nur um 20%.

    So, jetzt passiert aber was ganz komisches (m.E. eine kleine Schwäche der EnEV 2014):
    Am 01.05.2014 tritt die EnEV 2014 in Kraft, der Primärenergiefaktor für Strom verringert sich auf 2,4 und das Referenzklima ändert sich auf Potsdam.
    Aber: Die Anforderungen an Qp und HT werden erst am 01.01.2016 verschärft.

    Das bedeutet faktisch, dass in der Zeit des Bauantrags zwischen 01.05.2014 und 30.12.2015 es sogar zu einer Verringerung der Anforderungen kommt!
    Da ich mir vorstellen könnte (reine Spekulation!), dass in der Zeit zwischen Mai 2014 und Dezember 2016 die KfW die Anforderungen verschärft, könnte man auf die Idee zu kommen, zu zocken und den Bauantrag (wenn's geht) sogar in diese Zeit zu verlegen.

    ok, was ähnliches hatten wir schonmal, als fp für Strom sich zuletzt verringert hat.

    Meine Meinung: die Verringerung auf 1,8 ist ja quasi ein direkter Ansporn, eine strombasierte Heizung zu bauen (zu Ungunsten konventioneller Heizungen bzw. zu Ungunsten echter regenerativer wie Solaranlagen oder Biomasse. Jawoll!), darum sehe ich das als ein vollkommen falsches Zeichen der Politik an! (Erfolg von Lobbyarbeit???)
    Man könnte auch behaupten, es ist ein Anreiz, mehr Strom zu verbrauchen!
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  6. #5

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    noch ein Punkt:
    ich sehe vor Allem das Problem, dass sich Luft-Wärmepumpen noch besser darstellen und damit dem Baulaien suggeriert wird, dass diese besonders effizient sind (die Häuser werden ja in eine schön niedrige Effizienzgruppe eingeteilt). Blöd nur, dass die Verbrauchskosten sich davon nicht beeinflussen lassen und hoch bleiben, häufig höher als bei Erdgas...

    EDIT: kleine Korrektur zum letzten Beitrag:
    Es muss heißen:
    Da ich mir vorstellen könnte (reine Spekulation!), dass in der Zeit zwischen Mai 2014 und Dezember 2016 die KfW die Anforderungen nicht verschärft, könnte man auf die Idee zu kommen, zu zocken und den Bauantrag (wenn's geht) sogar in diese Zeit zu verlegen.
    Was bezüglich des EEWärmeG kommt, weiß ich leider auch nicht. Es wird zwar immer wieder geschrieben, dass man Verordnungen zusammenlegen will, passiert ist aber bisher nichts. Ich wünsche mir, dass EEWärmeG und EneV zusammengelegt wird, weil das immer wieder zu Verwirrung führt...
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  7. #6

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    Hallo Alfons,

    vielen herzlichen Dank für diese tolle Zusammenfassung, die ist echt sehr gut, kurz und knapp um sich um die Änderungen zu informieren.

    Grüße,

    Ralf
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  8. #7

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    Hey Alfong vielen Dank für deine tolle zammenfassung.

    DAs ist Politik.

    Problem beim Strom verbrauch ist leider, dass man immer dann Strom braucht ... wenn es nicht da ist.
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  9. #8

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    wenn's nur ne Zusammenfassung wär... Dies ist nur ein kleiner Teil der Änderungen durch die kommende EnEV 2014!
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  10. #9
    MoRüBe
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Jan81 Beitrag anzeigen
    Problem beim Strom verbrauch ist leider, dass man immer dann Strom braucht ... wenn es nicht da ist.
    Psst, nicht, dass noch einer in Berlin geweckt wird.
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  12. #11

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    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    Das bedeutet faktisch, dass in der Zeit des Bauantrags zwischen 01.05.2014 und 30.12.2015 es sogar zu einer Verringerung der Anforderungen kommt!
    Verstehe ich nicht so ganz. Das Referenzklima und fp für Strom ändern sich sowohl für das Referenz- als auch für das "ist"gebäude. Das Einzige was in diesem Zeitraum übermäßig bevorteilt wird sind Stromheizungen (gegenüber dem Referenzkessel). Auf HT hat es gar keinen Einfluss.
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  13. #12

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    Ah, richtig @ raaner.
    guter Hinweis, vielen Dank dafür. Vielleicht habe ich das auch nicht richtig hinterfragt...! An das Referenzgebäude jedenfalls habe ich nicht gedacht... Nobody is perfect...
    Man wird mal die ersten Nachweise gerechnet haben müssen, um die Auswirkungen einschätzen zu können.
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  14. #13
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    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    [...] Verringerung des Primärenergiefaktors von 2,6 auf 2,4 [...]
    Wenn ich alles richtig verstanden habe ist das die einzige Verschärfung des Gesetzes, die auf mich nä. Jahr zukommt. Ist es damit weiterhin möglich mit einer Gastherme ohne Solar, aber KWL mit WRG zu bauen? Müssen andere Maßnahmen ergriffen werden, um das zu ermöglichen (z.B. mehr Dämmung)?
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Die Verringerung des Primärenergiefaktors gilt nur für Wärmepumpen. Bei einer Gasheizung ändert sich diesbezüglich nichts.

    Die Verschärfungen des Primärenergiebedafs und die der Dämmung betreffen Dich natürlich auch.
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  17. #15
    Themenstarter

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    Aber nicht, wenn ich nä. Jahr baue, oder!? Siehe
    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    [...] Ab 2016 wird die Anforderung an den Jahres-Primärenergiebedarf um 25% und die an die Wärmedämmung der Gebäudehülle um rund 20% verschärft. [...]
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