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Dachausbau und Dämmung. Allgemeine Fragen

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  1. #1

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    Dachausbau und Dämmung. Allgemeine Fragen

    Hallo,

    ich möchte mein Dachgeschoss ausbauen und dämmen. Folgendes Vorgehen ist geplant: Im Dachgeschoss sollen 2 Zimmer sein. Hinzu soll ein Duschbad kommen. Wände sollen in Trockenbauweise gesetzt werden. Die Drempel sollen ebenfalls verkürzt werden, um mehr Raumfläche zu gewinnen. Die oberste Geschossdecke soll mit Rigips verkleidet werden. Auf die Pfetten sollen Bretter Holz mit Nut und Feder, damit der Spitzboden begehbar ist, um dort kleine Dinge zu lagern. Spitzbodenhöhe am First ca. 1,30m hoch. Spitzboden ist unbeheizt. Decke zum Spitzboden soll ebenfalls gedämmt werden. Ebenfalls an allen Dachseiten inkl. Spitzboden mit Zwischensparrendämmung. Dann auf alles Dampfbremse oder –sperre .Alles soll danach mit Rigips verkleidet werden.
    Mein Fragen:
    - Reicht in den normalen Räumen eine Dampfbremse?
    - Muss ich im Bad eine Dampfsperre einziehen? Müssen im Bad alle Wände + Decke mit einer Dampfsperre versehen werden?
    - Muss aufgrund der Bodenluke etwas besonderes bei der Deckendämmung, insbesondere der Dampfbremse bedacht werden?
    - Muss ich für den Spitzboden eine Dampfbremse mit niedrigerem Sd-Wert nehmen?

    Vielen Dank. Freue mich auf viele Ratschläge und Tipps.
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  2. Dachausbau und Dämmung. Allgemeine Fragen

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  3. #2

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    Zitat Zitat von muellermueller Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich möchte mein Dachgeschoss ausbauen und dämmen. Folgendes Vorgehen ist geplant: Im Dachgeschoss sollen 2 Zimmer sein. Hinzu soll ein Duschbad kommen. Wände sollen in Trockenbauweise gesetzt werden.
    Bad im Dachgeschoss brauch schon mal Menschen mit Sachverstand. Gerade wenn es um Spitzwasserbeaufschlagte Schrägen geht, weil die Dachschräge durch die Dusche läuft.

    Die Drempel sollen ebenfalls verkürzt werden, um mehr Raumfläche zu gewinnen.
    Platz zum Putzen ja. Platz im Sinne von nutzbar - nö.

    Die oberste Geschossdecke soll mit Rigips verkleidet werden. Auf die Pfetten sollen Bretter Holz mit Nut und Feder, damit der Spitzboden begehbar ist, um dort kleine Dinge zu lagern.
    Das sind keine Pfetten, eher wohl Kehlbalkenlage oder Zangen - hoffe ich zumindestens. Ansonsten, quasi Gebäudebreite mit NuF überspannen zu wollen - das ist amtlich...

    Spitzbodenhöhe am First ca. 1,30m hoch. Spitzboden ist unbeheizt. Decke zum Spitzboden soll ebenfalls gedämmt werden. Ebenfalls an allen Dachseiten inkl. Spitzboden mit Zwischensparrendämmung.
    Käse... weil ein Zwidder aus warm/kalt hat noch nie Sinn gemacht. Bei der Zwischensparrendämmung nicht den sommerlichen Hitzeschutz vergessen, sonst bringt dir die Dämmung nur im Winter etwas.


    Dann auf alles Dampfbremse oder –sperre .Alles soll danach mit Rigips verkleidet werden.
    Sperren wirst du - wenn wir Sperre in der deutschen Sprache definieren - nicht benutzen.

    Mein Fragen:
    - Reicht in den normalen Räumen eine Dampfbremse?
    Das ist nicht abhängig vom Raum, sondern vom Diffusionsstrom. Ergo: Bist du außen Dichter wie innen, muss - theoretisch - innen noch dichter wie außen.

    - Muss ich im Bad eine Dampfsperre einziehen? Müssen im Bad alle Wände + Decke mit einer Dampfsperre versehen werden?
    Du brauchst eine LUFTDICHTIGKEITSEBEN!. Diese ist DAUERHAFT Luftdicht auszubilden. Durch jeden Raum ohne jeglichen Unterbrechnung von Giebel zu Giebel. Im übrigen, gerade beim Bad im Dachgeschoss wäre auch Verbundabdichtung ein Thema, der richtige Dachflächenfenstertyp usw. Kannst du das planerisch leisten, was dir da abverlangt wird? Als Laie?

    - Muss aufgrund der Bodenluke etwas besonderes bei der Deckendämmung, insbesondere der Dampfbremse bedacht werden?
    Jegliche Durchdringungen sind dauerhaft Luftdicht anzuschließen. Gedämmte Bodentreppe mit Hoka-Dichtung wäre von Vorteil. Bauphysikalisch macht es Sinn sich Gedanken zu machen, wie ich wärme technisch die Bodenluke optimal einbaue. Stichwort Wärmebrücke.

    - Muss ich für den Spitzboden eine Dampfbremse mit niedrigerem Sd-Wert nehmen?
    Garkeine, weil dein Vorhaben grenzenlos sinnlos ist... Bauen ohne jegliches Bewusstsein für Fehlerpotential. Alles nicht weiter schlimm, wenn man sich selber nicht überschätzt. Das tust du aber, wenn du der Meinung bist, das Ganze allein stemmen zu können. Planerisch, wie Ausführungstechnisch.
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  4. #3

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    hallo
    bevor ich da weiter mache würde ich gern wissen wie dein jetziger dachaufbau aussieht?

    gruss aus de pfalz
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  5. #4
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    Vielen Dank für die Antworten. Jetziges Dach von außen nach innen: Dachpfannen, schwarze Unterspannbahn (Bitumen?) Sparrentiefe 10cm. Drempel momentan ca. 1,10 m hoch. In der Mitte ein Schornstein. Baujahr des Hauses 1954. Wollte fast alle Wände neu setzen. Dusche soll nicht direkt in die Dachschräge, die Dusche sollte schon für die komplette Raumhöhe genutzt werden. Also Spitzboden nicht dämmen?
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  6. #5
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    Als Fenster würde ich Veluxfenster einbauen lassen. Übrigens es handelt sich um eine Kehlbalkendecke. Was heißt Hitzeschutz, gibt es Dämmung mit Hitzeschtz?
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  7. #6
    Avatar von saarplaner
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    Eine Holzfaserdämmung z.B. besitzt eine größere Wärmespeicherkapazität als Mineralfaser.

    Ich empfehle dir eindringlich!! jemanden einzuschalten, der dir den ganzen Ausbau fachgerecht plant und rechnet!

    Wie Kalle schon schrieb, hast du keine Ahnung, welche Konsequenzen Fehler im Aufbau haben, und Fehlerquellen gibt es eine Menge.
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  8. #7

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    " schwarze Unterspannbahn (Bitumen?) Sparrentiefe 10cm"

    klingt nach Pappdocken, nicht unproblematisch, da weitestgehend diffusionsdicht. Sparren nur 10 cm, da fragt man sich, ob die zusätzliche Last mit der Dämmung statisch schon ein overkill sein kann. Spätestens wenn Schnee drauf liegt...
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  9. #8

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    Vielen Dank für die Antworten. Jetziges Dach von außen nach innen: Dachpfannen, schwarze Unterspannbahn (Bitumen?)
    Pappdocken, ist hier oben üblich und in Hamburg neben Verstrich eigentlich immer zu finden. Zumindestens habe ich wenige Dächer in HH gehabt die mit Dragofol oder anderen Bahnen bestückt waren. Ist Bauphysikalisch für Dämmung schon mal der Todesstoß, wenn es langfristig werden soll. Rumwursteln im System kost zwar weniger Geld, geht meißt aber auch maximal in die Hose. Gerade bei Handwerkern dies nicht sonderlich mit Planungsleistungen haben.

    Sparrentiefe 10cm. Drempel momentan ca. 1,10 m hoch.
    10 cm ist dürftig, wenn es darum geht eine Aufsparrendämmung zu realisieren. Hier sind wohl statisch einige Kniffe zu wählen in Bezug auf Verstärkung/Versteifung. Drempel sollte tendentiell in der thermischen Hülle liegen, erst Recht bei Stahlbetondecken als Fußboden/Decke. Ansonsten zaubert man sich ne tolle Wärmebrücke.

    In der Mitte ein Schornstein. Baujahr des Hauses 1954.
    Erste Bedachung? Zinkblei als Einfassung am Schornstein? Regelmäßig kontrolliert?

    Wollte fast alle Wände neu setzen.
    Pfettendach? Auf den Wänden können Lasten ruhe oder abgetragen werden. Vor der Entfernung erstmal abklären lassen.

    Dusche soll nicht direkt in die Dachschräge, die Dusche sollte schon für die komplette Raumhöhe genutzt werden. Also Spitzboden nicht dämmen?
    Von direkt redet auch keiner, sondern von Spritzwasserbeaufschlagten Bereichen. Die gehören abgedichtet. Fliesen sind zwar Wasserundurchlässig, die Fugen jedoch nicht und Silikon ist auch keine Abdichtung Den Spitz nur mit dämmen, wenn man die Spielregeln dafür einhalten kann (Durchgehende Luftdichtigkeitsebene die am Kehlbalken nicht unterbrochen wird, ausreichend Belüftungsmöglichkeiten, genügend Wärmeabgabe über oberste Geschossdecke um Spitz lauwarm zu halten).

    Als Fenster würde ich Veluxfenster einbauen lassen.
    Im Bad mit falscher Einbauposition des Innenfutters ganz dumme Idee. Auch wenn Velux Kunststoff überzogene DFF's anbietet. Da würde ich doch eher zu dem Mitbewerber tendieren. Zumindestens im Bad, weils da einfach zu feucht zugeht und man damit langfristig kein Spass hat, wenn das Fenster weggammelt.

    Übrigens es handelt sich um eine Kehlbalkendecke. Was heißt Hitzeschutz, gibt es Dämmung mit Hitzeschtz?
    Hitzeschutz nicht, zumindestens ist das per Definition keine Kennzahl. Es gibt Dämmung die haben eine höhere Amplitudendämpfung (Verzögerung des Hitzeübergangs) als andere. Grundsätzlich kannst du sagen, jede Dämmung mit hohem Rohgewicht hat auch gleichzeitig eine gute Amplitudendämpfung, oftmals aber damit auch schlechtere Wärmedämmeigenschaften. Was aber im Prinzip nur eine Rolle der Aufbauhöhe spielt um zumindestens die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen.

    Hier kannst du es ziemlich einfach erklärt nachlesen:

    Das Verhältnis der Temperaturschwankung außerhalb eines Gebäudes zur Temperaturschwankung innerhalb eines Gebäudes wird als Amplitudendämpfung bezeichnet. Der Wert gibt Auskunft darüber, ob z.B. ein bestimmter Dämmstoff im Sommer eine gleichbleibend niedrige Temperaturen in den Innenräumen gewährleisten kann. Je höher der Wert ausfällt, desto besser ist der sommerliche Wärmeschutz. Die Amplitudendämpfung ist optimal, wenn sie zwischen 10 und 15 liegt.

    Die Berechnung beruht auf Messergebnissen: Ist z.B. die Temperatur auf der Außenseite eines Bauteils zwischen 5 und 45°C, beträgt die Schwankung 40°C. Gleichzeitig beträgt die Oberflächentemperaturen auf der Innenseite zwischen 20 und 24°C und weist damit eine Schwankung von 4°C auf. Die daraus resultierende Amplitudendämpfung ergibt sich aus dem Verhältnis 40 : 4 = 10. Demnach sind die Temperaturunterschiede bei diesem Wandaufbau bzw. diesem Dämmmaterial innerhalb des Gebäudes um das 10-fache geringer als außerhalb.


    Quelle: Baunetzwissen.de

    Ich würde dir empfehlen, ohne jetzt den typischen Kaufmann spielen zu wollen. Dass du dir zumindestens Gedanken drum machst, das Dach neu eindecken lässt. Folgende Vorgehensweise wäre ratsam:

    - Konzept für die optimale Wärmedämmung. Prämisse kühle Räume im Sommer, weniger Heizbedarf im Winter. Wenn Lärm auch eine Rolle spielen sollte, dann ist Schallschutz mit aufzunehmen. Gleichzeitig sollte die Luftdichtigkeitsebene durchdacht werden und im Detail für Anschlüsse geplant sein.
    - Statik, ertüchtigung des Tragwerkes um die Last aus Wärmedämmung und Witterungseinflüssen aufzunehmen.
    - Angebote für Neueindeckung unter berücksichtigung des ersten Punktes.

    Das wäre jetzt erstmal nur für das Dach. Für das Bad sollte entsprechend genauso vorgegangen werden was die Planung betrifft.
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  10. #9
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    Vielen Dank für die Ratschläge und Antworten. Beim genauen Nachmessen haben die Sparren eine Dicke von 12cm. Ich möchte auch nicht nach ENEV XY dämmen mit mind. 16cm Dämmung. Das ganze Haus ist bis dato nicht gedämmt. Ich möchte nur eine einfache Dämmung haben, damit es nicht mehr zieht (insbesondere in den Kniestöcken). Ebenfalls möchte ich ein bißchen Heizkosten einsparen. Wie wäre es denn, wenn man zur Hinterlüftung 2 - 4cm Platz lässt. Dann ca. 6 - 8 cm Dämmung von ISOVER (lamda) 032. Als Dampfbremse Isover KM Vario duplex?. Könnte ich diese Dampfbremse auch im Bad verwenden? Nochmal um die Frage aufzugreifen: Müssen alle Wände + Decke im Bad mit einer Dampfbremse oder -Sperre versehen werden. (Wollte zwei Trockenbauwände im Bad einbauen). Den Spitzboden würde ich dann ungedämmt lassen. Wenn es im Sommer zu warm wird, muss halt eine Klimaanlage angestellt werden. Ich wollte ehrlich gesagt nicht mit dem Haus zum Mond fliegen. Ich möchte einfach nur eine normale einfache Dämmung durchführen und brauche hierfür einige Ratschläge. Vielen Dank. (Übrigens das Dach wurde 1980 eingedeckt. Frankfurter Pfanne. Schornstein in Ordnung neue Bleischürze.)
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  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  12. #10

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    EnEv ist kein Wunschkonzert sondern Gesetz... Da bleibt nicht viel Überlegung ob man da Lust zu hat oder nicht, das MUSS so gemacht werden...
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  13. #11

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    Ich frag mich warum ich mir die Mühe gemacht hab den Beitrag zu schreiben... Hätte ich auch gleich sein lassen können.. Zur Enev hat HPF schon alles gesagt das andere genügt irgendwie nicht mehr meinem Anspruch drauf zu antworten, weil die 1000 Frage ist mit dem selben Ausgang. Am Ende kommts ganz anders...
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