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  1. #1

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    Schimmel und Feuchtigkeit in begrüntem Garagendach

    Hallo Ihr Bauexperten,

    ich werfe mal folgende Problemstellung in den Raum:

    Flachdachgarage massiv (Poroton). Innen und außen verputzt. Bodenbelag in der Garage Betonpflaster. Dachaufbau: 180 cm Sparren in Garagenmitte in T-Träger eingelegt, außen auf Betonringgurt aufgelegt. Darauf OSB-Platten (N+F) 25 mm, Schutzvlies 300 g, Folienbahn 1,8 mm thermisch verschweißt. Dann Baufolie als Wurzelschutzschicht, Styropor-Drainplatten, Vlies und Schüttung inklusive Dachbegrünung (extensiv, Sedum). Umlaufend Rollkies als Einfassung. Zwei Dachabläufe (DN100 und DN50).

    Das Garagendach wurde von unten gedämmt: Zwischensparrendämmung Klemmfilz, 160 mm. Darunter PE-Dampfbremsfolie 200 my, umlaufend mit Dichtstoff an den Wänden verklebt. Stösse und Tackerklammern mit Dichtband verklebt. Schließlich wurde die Decke von unten noch mit OSB-Platten (N+F) 15 mm verkleidet.

    Die Garage ist permanent geschlossen (zwei Tore), verfügt jedoch über eine Querlüftung in Form von zwei DN100-Durchbrüchen, einer davon mit Rohrlüfter inkl. Hydrostat. Der Lüfter springt bei ca. 60% Luftfeuchte an. Die Garage ist nicht beheizt.

    Vier Jahre nach Errichtung wächst plötzlich ein Pilz aus der OSB-Platte. Nach dem Entfernen der unteren OSB-Platten und der Dämmung zeigt sich folgendes Bild:

    https://www.dropbox.com/sh/1oom1ksdx...2c6eaFYFa?dl=0

    Zwischenzeitlich wurde die Dachbegrünung entfernt, die OSB-Verkleidung von unten, die Dampfsperre sowie die Dämmung komplett entfernt. Die Sparren wiesen nach Entfernen der Dämmung einen Feuchtigkeitswert größer 50% auf.

    Fehlersuche:
    - Das Dach wurde mit Färbemittel beaufschlagt. Am darauffolgenden Tag war das Färbemittel unter UV-Licht an der Folienunterseite feststellbar.
    - Aber: Eine Leckortung mittels Stromflußmessung ergab, dass keine Löcher im Dach vorhanden sind.


    Hat jemand auf Basis meiner "kurzen" Ausführung eine Idee, wie der Schaden entstanden sein könnte? Die Diskussionsrunde ist eröffnet...

    Für Ratschläge, Lösungsvorschläge bin ich sehr dankbar.

    Gruß
    KWeber
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  2. Schimmel und Feuchtigkeit in begrüntem Garagendach

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von KWeber Beitrag anzeigen
    ..
    Hat jemand auf Basis meiner "kurzen" Ausführung eine Idee, wie der Schaden entstanden sein könnte? ..
    ja.
    und?
    ach so ..
    verstoss gegen nahezu alle anerkannten regeln der technik.
    tolle planung, tolle planer ..
    und zum thema "bessermachen": jemanden planen lassen,
    der´s kann und der bspw. din 68800 kennt und kann.
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  4. #3

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    Gabs ne Belüftungsebene oberhalb der Dämmung? Hersteller der Folie ist? Flankendiffusion durch Poroton geklärt?
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  5. #4

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    für mich ist das kein bzw. nicht nur Schimmel. Auf den ersten Blick würde ich ganz stark vermuten, dass dort ein Hausschwammbefall vorliegt.
    Demzufolge muss es eine nennenswerte Feuchtequelle geben...

    wenn das Färbemittel nach einem Tag von oben nach unten durchkam, würde ich unterstellen, dass die andere Leckortung (welche zu gegenteiligem Ergebnis kam) nicht funktioniert hat.


    ...und wenn das wirklich ein Hausschwammbefall ist, ist dieser möglicherweise sogar meldepflichtig.
    und Sie können davon ausgehen, dass nur ein Rückbau des kompletten (!) Dachs als Lösung möglich ist.
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  6. #5
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    Pflasterfläche als bodenbelag ist dann das ì-tüpfelchen .

    Da wundert man sich ,dass es 4 jahre gedauert hat ....
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  7. #6

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    Flachdach in Holzbauweise tolle Bilder alles Falsch was nur geht , wer hat den Aufbau geplant ? Gut sind die Durchdringungen vom Garagentor durch die Dampfsperre, alles runter reisen und wenn dämmen dann oben drauf und sparren frei lassen
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  8. #7

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    Ich denke auch, dass man hier beim Impulsverfahren n Schnitzer gemacht hat. Wie viel Gefälle hat das Dach überhaupt und WO sitzen die Gullys? Grund der Frage ist, ob hier permanent Wasser drauf stand und so in die Konstruktion befördert wurde.
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  9. #8
    Avatar von Flocke
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    Die Holzkonstruktion MUSS jedenfalls professionell saniert werden, jeder versuch im DIY verfahren wird einen zügigen Neubefall zur Folge haben. Selten solch eine schöne Pilzzuchtstation gesehen. Die OSB Platten müssen raus und erneuert werden, was das bedeutet ist wohl klar. Das komplette Dach muß neu. Ob es sich lohnt die Balken zu behandeln oder lieber auszutauschen sollte ein SV beantworten können. Auch Mauerwerk und Putz müssen in den angrenzenden Bereichen behandelt werden.
    Vor dem Neuaufbau unbedingt einen Planer hinzuziehen der ein funktionierendes konzept erstellen kann. Ihr derzeitiger Aufbau war, wie offensichtlich, nicht so gut
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  10. #9
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    Hallo zusammen,

    prima. Herzlichen Dank für die Antworten. Genau so habe ich mir die Diskussion erhofft... :-)

    Dann versuche ich mal, die Informatione zu den obigen Antworten nachzureichen:

    - Geplant wurde die Garage von einem Architekten, inklusive des Pflasterbelags.
    - Lediglich die Dämmung wurde in Eigenleistung durchgeführt - und die ist - wie von allen Seiten bestätigt wurde - einwandfrei ausgeführt. Gedämmt wurde auch nur, weil die Sparren ungehobelt waren und schief eingelegt wurden. Das sah optisch nicht sonderlich aus - somit wurde beschlossen, die Decke zu verkleiden. Die Idee mit der Dämmung kam dann vom Architekten.
    - Eine Belüftungseben oberhalb der Dämmung gibt es/gab es nicht.
    - Den Hersteller der Folie möchte ich nicht namentlich nennen. Es ist jedoch ein bekanntes Unternehmen.
    - Ein Hausschwamm wurde bisher nicht diagnostiziert.
    - Das Dach hat kein Gefälle. Die Abläufe sitzen beide auf der einen Garagenseite, einmalig mittig und einmal am äußeren Ende. Es steht jedoch immer etwas Wasser auf dem Dach.
    - Die Holzkonstruktion kann nicht saniert werden. Aktuell besteht akute Einsturzgefahr - die Balken zerbröseln teilweise, die OSB-Platten fallen bereits alleine von der Decke runter.


    In dieses Thema sind bereits diverse Fachleute, wie bspw. Sachverständige eingebunden. Nur leider ist es ja so, dass man immer einen Beweis benötigt, um weitere Schritte einleiten zu können. Und da sich der Schaden aktuell geschätzt auf rund € 20.000,- belaufen wird, sind die weiteren Schritte wohl zu überlegen.

    Gruß
    KWeber
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  11. #10

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    Nun, der weitere Schritt ist, die Haftpflicht des Architekten zu bemühen. Beweise für mangelende Planung entgegen jeder Regel sind genügend vorhanden. Die kann man schriftlich gut protokollieren. Ebenso, sollte man bei der Leckageortung noch mal genau hinsehen. Ggf. ein zweites Impulsverfahren einleiten und Ergebnis abwarten. Wo und wie wurde denn geerdet? Beziehungsweise wie war der genaue Ablauf?

    Weiter müsste man wohl mal die Abdichtungsfolie untersuchen lassen. Evtl. an der TU Berlin, oder dem Frauenhofer Institut? Denn, es kann ja nicht sein, dass innerhalb eines Tages das Kontrastmittel durch die Abdichtung gelangt. Wenn wirklich auszuschliesen ist, dass es keine Löcher gibt.

    Außerdem sollte zügig ein neues Konzept erstellt werden. Hierzu siehe mls Beitrag. Jemand der sich mit der 68800 auskennt und die verstanden hat. So, ist ja keinerlei Abdichtung mehr gegeben. Nicht, dass dir der Poroton am Ende noch voll läuft oder aber der Inhalt in der Garage zerstört wird.

    Für Schäden aus diff. sehen mir die Bilder ehrlich gesagt nicht aus. Weil ja das ganze Dach betroffen ist. Für mich ist der Übeltäter erstmal oben zu suchen. Sicherlich haben Flankendiffusion und oder Leckagen dazu beitragen können, aber für das? In 4 Jahren... Ich habe was von sägerauh gelesen. Wurde zum Zeitpunkt des Einbaus die Holzfeuchte gemessen? Ist vermutlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein aber ebenso "Fehlplanung" wie der Rest der Gucken-Konstruktion.
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  12. #11
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    Hallo Kalle88,

    geerdet wurde beim Stromflußverfahren mittels eines zwischen Vlies und Folie gesteckten Schraubenschlüssels. Auf dem dach wurde dann rundherum ein Draht ausgelegt und dann ähnlich wie beim Nordic-Walking das Dach abgelaufen.

    In der Garage kann glücklicherweise nichts mehr kaputt gehen. Da lagern nur noch die Drainplatten der Dachbegrünung - und die sind ja Nässe gewohnt...

    Ob die Holzfeuchte zum Zeitpunkt des Einbaus gemessen wurde, kann ich nicht sagen. Hier verlässt man sich ja auf den Fachmann, also in diesem Fall auf den Architekten.


    Gruß
    KWeber
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  13. #12
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    Hallo Kalle88,

    geerdet wurde beim Stromflußverfahren mittels eines zwischen Vlies und Folie gesteckten Schraubenschlüssels. Auf dem dach wurde dann rundherum ein Draht ausgelegt und dann ähnlich wie beim Nordic-Walking das Dach abgelaufen.

    In der Garage kann glücklicherweise nichts mehr kaputt gehen. Da lagern nur noch die Drainplatten der Dachbegrünung - und die sind ja Nässe gewohnt...

    Ob die Holzfeuchte zum Zeitpunkt des Einbaus gemessen wurde, kann ich nicht sagen. Hier verlässt man sich ja auf den Fachmann, also in diesem Fall auf den Architekten.


    Gruß
    KWeber
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  14. #13

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    ich kann nicht glauben, dass hier der Pflasterbelag eine nennenswerten Einfluss hatte. Das spielt sich, bedenkt man die niedrigen Raumtemperaturen, eher im theoretischen Bereich ab. Es gibt sogar eine Reihe von fachlich versierten Vertretern in der Baubranche, die in einer Garage einem Pflasterbelag den Vorzug geben würden.

    Ich habe selbst eine OSB-Decke in der Garage, allerdings ungedämmt, dafür aber auch komplett ohne Dampfsperre, und es gibt überhaupt keine Probleme. Auch ohne gesteuerten Ventilator.
    Wie ich schon sagte, ich würde zunächst die Dichtheit der Abdichtung oberhalb der OSB in Betracht ziehen.

    Ich hoffe, Stefan Ibold meldet sich zu der Sache, ich glaube, mich würde seine Meinung interessieren...

    das hier:
    Zitat Zitat von KWeber Beitrag anzeigen
    Ob die Holzfeuchte zum Zeitpunkt des Einbaus gemessen wurde, kann ich nicht sagen.
    Zitat Zitat von KWeber Beitrag anzeigen
    ...weil die Sparren ungehobelt waren und schief eingelegt wurden.
    könnte ein Hinweis aber auch auf eingesperrte Baufeuchte sein...(wobei ich nicht richtig glauben mag, ob dies zu so einem Schaden führt.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Vielleicht liegt das falsche Messverfahren am Schraubenschlüssel zur Erdung?

    http://www.geesen.de/allgem.htm

    Ergänzung: Um es zu konkretisieren:
    4.1.5 Lecksuche am Kaltdach (Holzkonstruktion)

    Da eine Holzkonstruktion nicht leitend ist , muß etwas anders vorgegangen werden: Vorbereitungen treffen wie unter 3.1 beschrieben. Dann das rote Anschlußkabel an die rote Plusbuchse anklemmen. Das andere Ende (Krokodilklemme) im Innenbereich dort anschließen , wo die Nässe austritt.(evtl. einen Nagel einschlagen ).Bei mehreren Tropfstellen ist zu empfehlen , die Stellen mit einem Stück von der Ringleitung zu verbinden und dann an die Plusleitung anzuschließen. Ferner ist es auch möglich , die einzelnen Nässepunkte durch verbinden mit einer Wasserleitung , dem Schutzkontakt einer Steckdose oder ähnliches zu erden , dann entfällt die Verbindung mit dem Pluspol , der Kurzschlußstecker am Impulsgenerator muß aber gesteckt bleiben. Messung nach 4.1.1 durchführen.
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  17. #15

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    mal eine Frage von mir (einem dachdeckermäßigen) Laien:
    was ist denn an dem Dachaufbau falsch?
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