Feste Treppe in den Spitzboden (Kapitänshaus): Ist Stapeln über der OG-Treppe möglich & sinnvoll?

Diskutiere Feste Treppe in den Spitzboden (Kapitänshaus): Ist Stapeln über der OG-Treppe möglich & sinnvoll? im Architektur Allgemein Forum im Bereich Architektur; Die Frage die dahinter steht ist, warum sich Leute, die bestimmt keine Kapitäne sind, mit solchen Begriffen schmücken müssen. Haben die sonst...

  1. JulesSH

    JulesSH

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    Schade das mein erster Beitrag in diesem Forum teils so toxisch aufgenommen wird.

    Wie schon jemand anderes beantwortet hat nennt sich der Haustyp schlicht und ergreifend so.
    Schade das du erst schreibst, anstatt dir einen Überblick über die Begrifflichkeit zu machen.

    Zurück zum eigentlichen Thema:
    Hat vielleicht hier jemand Erfahrung oder einen Grundriss, wo eine weitere Treppe in den Spitzboden bei einem Kapitänshaus führt?

    Danke Euch!
     
  2. Fred Astair

    Fred Astair

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    Wenn Du da solchen Wert drauf legst, dann schreib uns doch bitte, was Deine Treppe in einem "Leitendenangestelltenmaritimerproduktionsmittel-Haus" von einer Treppe in den Spitzboden eines 08/15-Satteldachhauses unterscheidet.
     
  3. 11ant

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    Charlie hat gesagt, sein Vater hat gesagt, Du fragst auch nur für einen Freund *ROTFL*

    Im Ernst: die Diskussion beantwortet die Fragestellung des TE zwar nicht inhaltlich, bildlich betrachtet aber in ihrem Verlauf geradezu perfekt. Es gibt nämlich zwei relevante Elemente und zwei Dimensionen. Die Geschwindigkeit der Diskussion zwischen dem TE und den Helfenden entspricht bildlich der Dachneigung, die Geschwindigkeit der (quer dazu verlaufenden, das ist die zweite Dimension) Nebendiskussion zwischen Beavis, Butt Head, Waldorf und Statler steht bildlich für die Steigung der Treppe. Ist die Dachneigung flacher als die Steigung der Treppe (eine Treppe mit dem Steigungsmaß 18,5/26 käme praktisch einer Dachneigung von 35,43° gleich), dann nimmt die Kopfhöhe im Verlauf ab. Dabei gibt es zwei Faktoren, die auch ein so gesehen ungünstiges Steigungsverhältnis "retten" können, nämlich "plus c" in Gestalt des Raumes zwischen Außenwand und Antritt und/oder der Höhe des Kniestockes. Die Treppe sollte ihre Steigungsrichtung mitläufig zur Dachneigung haben, und der Achsabstand Traufe/First sollte (vom Antritt an gemessen) nicht kürzer sein als die Treppenlänge (andernfalls läge der Austritt erst hinter dem Gipfelkamm). Gegenläufigkeit der Treppensteigung zur Dachneigung wäre gleichzeitig auch der Gegner der Kopfhöhe. In der Wirklichkeit vieler Grundrisse hat die Treppe häufig einen gewinkelten Antritt parallel zur Traufe. Dann verbrauchen erst einige Stufen Kopfhöhe, bevor die Treppe in die richtige Orienterung abbiegt. Im Beispiel wären nach sechs Steigungen vor dem Abbiegen 1,11 m Höhe verbraucht (was ein entsprechender Kniestock ausgleichen kann).

    Für die Anordnung der Treppen übereinander gilt die vorstehende Erläuterung vollumfänglich auch auf das Verhältnis zwischen unterer Treppe (Treppe) und oberer Treppe (Dachneigung) übertragen.

    Ein typisches Friesenhaus hat übrigens ein Satteldach oder Krüppelwalmdach mit einem Hauptdach ohne Kniestock. Der Friesengiebel ist dazu eine Wiederkehr als Zwerchhaus in gleicher Weise. Hat der Quergiebel davon abweichend einen Kniestock, bringt dies symbolisch die hervorgehobene gesellschaftliche Stellung des Erbauers zum Ausdruck, wenn dieser als Kapitän tätig ist. Landratten sei die Zusatzinformation gegeben, daß man nur bei einem Schiff den Fahrzeugführer als Kapitän bezeichnet, nicht jedoch bei einem Boot (wie es typische Fischkutter sind) oder einer Barkasse. Auch ein Schlauch- oder Tretboot hat also niemals einen Kapitän, der so tituliert würde.

    Auch der Unterschied zwischen einer Gaube und einem Zwerchhaus ist ganz einfach: eine Gaube weicht hinter der Traufe zurück - baukulturell, weil sie auf einem Drempel stand; fußpfettenständig bzw. unmittelbar auf der (ggf. um einen Kniestock erhöhten) Außenwand aufstehend heißt das ansonsten im Prinzip gleiche Ding dann "Zwerchhaus". Ein Kniestock ist eine Aufstockung der traufseitigen Außenwand bis zum "Knie" (also der Richtungsänderung Wand/Dach); ein in den Dachraum zurückversetzter Kniestock heißt dann Drempel. Baukulturell gab es regional meist nur die Bauweise mit ODER ohne Kniestock, und entsprechend auch nur EINEN der beiden Begriffe dafür. Zuwanderer trugen dann den aus ihrer Kultur gewohnten Begriff in die neue Heimat hinein, deshalb werden die Wörter für die beiden ungleichen Brüder Kniestock und Drempel fälschlich synonym verwendet. Über den Zusammenhang erfaßte das auch das Zwerchhaus und die Gaube, wobei sich das kürzere Wort im Volksmund durchgesetzt hat. Aber das macht der Volksmund ja auch mit dem Generalunternehmer und dem Bauträger so.

    In heutiger Zeit geht die Verbreitung des Dempels immer weiter zurück, während die Fensterbrüstung immer öfter unter die Gürtellinie sinkt. Und weil ein Kretin nur echt ist, wenn er usamerikanisch importierte Kulturen vermengt, werden sogar friesische Giebel mit französischen Balkonen kombiniert, oder ein Flachdach ("Bauhaus") mit einem Staffelgeschoß ("Toskana"), bevorzugt mit symmetrischer Fassade ("Villa"). Sümmetrieh ist übrigens Ästhetik für Proportionslegastheniker.

    Dank des Siegeszuges des Kniestockes ist heute fast jeder Friese ein Kapitän, auch am Starnberger oder Aasee.

    So, viel gequatscht und trotzdem jede Menge Nutzen für den Fragesteller nebst Wissensgewinn für die Mitleser reingepackt. Geht, wenn man will.
     
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  4. 11ant

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    Nun aber noch´mal zurück zur Wurzel:
    Ein effizienter Grundriß und ein Friesenhaus/Kapitänshaus sind konzeptionell schon ein ziemlicher Unterschied, das bekommt man hinter dem Komma (mit Fummelei am Grundriß) nicht mehr gedreht. Weshalb wollt Ihr überhaupt selbst planen, seid Ihr keine Normalfamilie (2E2K) und/oder habt Ihr kein Flachgrundstück ?
    Würden das Grundstück bzw. der Bebauungsplan auch eine Anstattvilla hergeben (auch wenn die stilistisch anders wäre) ?

    Am besten erzählst Du mal von Euch und Eurem Grundstück und Bebauungsplan (Yvonne hat dafür einen Fragebogen gebastelt, mit dem man eigentlich seinen Thread eröffnen sollte). Mich beschleicht ein bißchen die Befürchtung, Ihr wollet garnicht "planen", sondern "umplanen", genauer: in einen Katalogentwurf eines Friesenhauses mit Einschub- oder Raumspartreppe eine vollwertige Dachbodentreppe hineinprügeln (?)
    Das wird aus Höhengründen eine schweißtreibende und dennoch in Verzweiflung endende Angelegenheit, und als überhaupt geeignete Grundmodelle kämen dafür nur solche Bauvorschläge in Frage, deren Treppe am (oberen) Austritt bereits in der Firstachse liegt. Sonst güft dat nix.
     
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  5. ToTi

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    @11ant, vielen Dank für deine ausschweifende Erklärung. Da habe selbst ich noch etwas gelernt :-)
    PS: Und ja, auch wenn du es nicht so siehst, ich mag deinen Humor, bzw. deinen Schreibstil. Ich habe da immer ein Schmunzeln auf den Lippen.
     
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  6. VollNormal

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    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Häuser mit mittig über der Eingangstür angeordneten Zwerchhäusern hier in der Region ebenfalls recht verbreitet. Nach meinem Verständnis bei der (im Nebenberuf?) landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung, quasi ein Zwischending zwischen dem Ackerbürgerhaus und der Hofstelle. Diese hatten alle denselben typischen Grundriss, der heutigen Ansprüchen (und Wohnmoden) regelmäßig nicht genügt.

    Aus eigener Anschauung (ich habe 10 Jahre im Dachgeschoss eines solchen Hauses gewohnt) sehe ich keine befriedigende Möglichkeit, dort eine feste Treppe zum Spitzboden vorzusehen. (Ausser, man würde die Grundfläche exorbitant vergrößern, was aber dem Charakter des Hauses widerspräche und die Proportionen (nicht nur) der Strassenfassade zerstörte.)
     
  7. JulesSH

    JulesSH

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    Ich konnte den Fragebogen nicht finden, fülle ich aber gerne aus.

    Bis dahin - hier nochmal ein Kapitänshausanbieter aus Schleswig Holstein als Beispiel (wir bauen mit dem nicht, daher keine Empfehlung): Virtus-Massivhaus (ich darf noch keine externen Links posten).

    Bei unserem Hausanbieter muss man als Häuslebauer selber einen Grundriss einreichen, der dann im Architektengespräch im Detail besprochen wird und vermutlich auch korrigiert wird (den Termin dafür haben wir in einigen Wochen). Daher haben wir unser "Wünsch dir was Haus" geplant, müssen es aber ggf. umplanen. Hierbei sind wir mit Hausabmessungen 9x11m final. Anbei hänge ich noch unsere Grundrisse an.
    Was hier in den Grundrissen noch nicht zu sehen ist, ist unsere Treppe in den Spitzboden, da wir da wie beschrieben einfach nicht wissen, wo wir diese aufgrund der Schrägen im OG trotz Drempelhöhe von 1.10m hinsetzen sollten. Für uns würde hier auch eine schmalere oder steilere Treppe reichen, sie muss also nicht Deckungsgleich zu der Treppe vom EG ins OG sein.

    Nicht vergessen, wir sind nicht vom Fach und es ist unser erstes und vermutlich letztes Haus ;)


    EG:
    EG.png

    OG:
    OG.png

    Bin für euren Input dankbar!
     
  8. #28 Kriminelle, 24.07.2026 um 16:29 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 24.07.2026 um 16:42 Uhr
    Kriminelle

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    Der Fragebogen ist hier im Unterforum angepinnt. Als Du den Beitrag also begonnen hast, steht dort dick: bitte vorher Lesen.
    Grundrissdiskussionen - bitte vorher lesen!

    Wie @11ant es schon sagte: die Dachneigung ist wichtig. Der Dachboden muss dort, wo Du unter Dach herauskommen möchtest, mindestens die 220 Stehhöhe haben.
    Der angezeigte Grundriss ist aber Murks. da ist - auch wenn Du da eine Fantasie-Couch reingepresst hast - da will ja keiner sitzen können, geschweige denn kann dort in der Nische ein Familienabend vor dem TV genossen werden. Und eine Symmetrie für ein Kapitänshaus sehe ich auch nicht.
     
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