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  1. #1

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    Unglücklich Entwässerung Lehmboden

    Hallo an alle im Expertenforum,

    ich habe schon einige Artikel hier gelesen, möchte aber dieses Mal selber eine Frage stellen:

    Ich möchte in Wiesbaden ein EFH mit Keller bauen und bin nur durch Zufall in den Kellerplänen auf einen Hinweis gestoßen. Vielleicht können Sie mir kurz Ihre Meinung dazu abgeben, ob ich noch etwas unternehmen muss…

    Mein Grundstück liegt in Hanglage (5%) in einem lehmigen Bodenbelag, und ich beabsichtige, einen Keller zu bauen, der auf einer Seite frei liegt, auf der anderen Seite genau im Boden verschwindet. Es sind zwei Kellerfenster geplant, welche ja auch entwässert werden müssen. Mein Kellerbauer sagte mir, es sei völlig ausreichend, die Lichtschächte nach unten zu entwässern und unten „Eine Ladung Kies“ hinzukippen, damit das Wasser im Erdreich versickert.

    Zudem sagte er, dass eine Drainage unten an der Kellersohle nicht machbar ist, weil das Rohrsystem dann zu tief für die Zisterne ist. Er meinte aber, dass der Keller besonders dicht ist (schwarze Wanne), und da nichts passieren wird. Hmmm… Der Mann kommt von der Firma yxyxyxyKeller.

    Im Angebot des Kellers stehen dazu folgende Hinweise drin:

    Abdichtung gegen aufstauendes Sickerwasser nach yxyxyxyxyKELLER, incl. Anfüllschutz mittels Noppenbahn.

    Beschreibung Abdichtung
    • Der langjährig ermittelte höchste Grundwasserstand liegt nicht höher als 1m unter der Gebäudesohle. Falls keine Angaben zum Grundwasserstand vorliegen hat uns der Auftraggeber, Bauherr oder der Architekt diesen auf den zuständigen Ämtern in Erfahrung zu bringen. Berücksichtigt werden muss, dass dieser Grundwasserstand sehr hohen Schwankungen obliegt. Diese Schwankungen sind bei der Bemessung zu berücksichtigen.
    • Der Boden unterhalb der Gebäudesohle ist stark bindig und nicht bzw. schwer durchlässig ( Lehm, etc.) und es kann eine Dränung nach DIN 4095 nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden.
    • Bodenplatte
    • Verstärkung der Bodenplatte von 20 auf ca. 25cm.
    • Betonage mit hochwertigem Beton (WU)
    • Erhöhung des Bewehrungsgrades bis auf ca. 21 kg/m²

    Entwässerung
    • Die in der Grundleistung beschriebenen Entwässerungsdurchführungen werden druckwasserdicht ausgeführt. Sollten Leerrohre unter der Bodenplatte vorgesehen werden, so sind besondere technische Maßnahmen notwendig!



    Abdichtung Außenwandbereich Betonwände
    • Wanddicke ca. 20cm.
    • Die systembedingten Fugen werden im erdangefüllten Bereich abgedichtet.
    • Der verwendete hochwertige Beton zur Herstellung der Außenwände und der Bodenplatte bildet die flächige Abdichtung.
    • Die aufgebrachte Abdichtung wird mit einem Anfüllschutz geschützt.

    Zu Grunde liegende Normen und Richtlinien
    • Die Bodenplatte basiert auf den Anforderungen der Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton "Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton" (WU-Richtlinie), Ausgabe November 2003.
    • Die Außenwände werden abweichend zur WU-Richtlinie statt der empfohlenen 24cm in 20cm Wanddicke ausgeführt. Die yxyxyxyKELLER GmbH garantiert im Rahmen der Gewährleistung, dass die oben vereinbarte Ausführung den aktuellen Normen in Funktion und Haltbarkeit gleichwertig ist. Der Auftraggeber stimmt einer Abweichung von der WU-Richtlinie insoweit ausdrücklich zu.

    Wichtige Hinweise
    Der Keller ist für untergeordnete Nutzung konzipiert. Sollten besondere Nutzungsanforderungen (wie z.b. Wohn- oder Hobbyraum, Sauna, etc.) gewünscht sein, werden zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Es können verschiedene Maßnahmen als Ergänzung im Leistungsumfang zusätzlich aufgenommen werden, jedoch gilt die Erreichbarkeit besonderer Nutzungsanforderungen nur dann erfüllt, wenn diese ausdrücklich vereinbart wurde.


    Mit freundlichem Gruß

    Jens
    Geändert von Ralf Dühlmeyer (22.09.2009 um 07:54 Uhr) Grund: Firmennamen gelöscht
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  2. Entwässerung Lehmboden

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Avatar von stefanSmi
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    1. Die Lichtschächte sollten an die Entwässerung angeschlossen werden.
    "und unten „Eine Ladung Kies“ hinzukippen" mag bestimmt funktionieren aber garantiert nur die erste Zeit. Mit dem ganzen Dreck etc der da reinfliest ist das irgendwann zu und es staut sich hoch.

    2. ich denke ein bitumiertes Fugenblech kann nicht schaden
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  4. #3
    gast3
    Gast

    Hallo ..

    Jens,

    also erst mal: dein Text ist mir jetzt zu lang - sorry,

    aber wie von Stefan schon angedeutet "Ladung Kies" - nun...

    Die Ladung hat den Sinn das Speichervolumen für das in den Lichtschacht eindringende Wasser zu erhöhen. Wenn das dann so groß ist, dass das eindringende Wasser dauerhaft ausreichend zwischengespreichert wird (also das Wasser schnell genug versickert) OK - wenn nicht läuft dir das Wasser eben ggf. durch das Kellerfenster in den Keller (durfte dieses und letztes Jahr ne Menge solcher Fälle fachgerechter Lichtschachtentwässerungen untersuchen) - gut .. also

    funktioniert bei mitteldurchlässigen Böden / Arbeitsraumverfüllungen - bei schlecht bis "gar nicht" durchlässigen, eben nicht so wirklich ..

    da sind wir dann auch direkt beim Thema: Ableitung von in den Arbeitsraum eindringenden Wässern (Drainage etc.) ... auch da kann sich in Abhängigkeit von der Wasserdurchlässigkeit des Untergrundes mal Wasser aufstauen und da kann deine schwarze, braune, weiße oder wie auch immer gefärbte Wanne noch so dicht sein, wenn es andere Bauteile (wie Kellerfenster es nicht sind) na ja dann - s.o. - wenn sich Wasser hoch genug aufstaut ..


    Gruß

    Helge
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  5. #4
    Themenstarter

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    Danke für die ersten Meinungen

    Hallo,

    ja, danke für die Erklärungen erst einmal.
    Was ich verstanden habe, ist, dass das Kellerfenster wohl druckwasserdicht sein sollte, und die Entwässerung der Lichtschächte auch gegeben sein sollte, wenn möglich. Nun haben wir erst einmal genug Futter für den BU...
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  6. #5
    planfix
    Gast
    Der Auftraggeber stimmt einer Abweichung von der WU-Richtlinie insoweit ausdrücklich zu.
    sorry, ganz schön heiß die kiste!

    wie ... muß man sein, um das zu unterschreiben?
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  7. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  8. #6

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    Das ist keine schwarze Wanne, das ist eine weiße Wanne light, d.h. der Beton soll die Abdichtung bringen, nicht eine Bitumenbeschichtung.

    Ob es bei Abweichung von der WU-Richtlinie funktioniert? Vielleicht. Uns war es lieber, einen konventionell geschalten Keller nach WU-Richtlinie bauen zu lassen. War beim örtlichen Bauunternehmer sogar günstiger als die Sparvariante vom überregionalen Kellerbauer.

    Kies: wenn die Kiesschicht ums Haus läuft, genügend Querschnitt hat und die andere Seite deutlich niedriger als die Unterkante der Kellerfenster liegt, so daß das Wasser da wieder aufs Gelände laufen kann, sollte das funktionieren. Nummer Sicher wäre aber ein druckwasserdichter Lichtschacht.
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  9. #7

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    Aber das muß eine Hausfrau ja nicht wissen!!
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    Ich war auf einer Baustelle der Wiesbadener Firma ....... in Frankfurt.
    Dort haben die eine ordentliche Arbeit abgeliefert.

    Frag doch dort mal an. Die kennen die örtlichen Verhältnisse in Wiesbaden besser als so eine Universalkellerbauer. Warum in die Ferne schweifen???

    pauline
    Geändert von Ralf Dühlmeyer (22.09.2009 um 07:56 Uhr) Grund: Namen gelöscht
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