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  1. #1

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    Fertighaus von 1969 - übernehmen oder verkaufen?

    Hallo,

    ich habe leider kein passendes Forum gefunden, darum hoffe ich, es stört hier niemanden.

    Ich stehe gerade vor einer enorm wichtigen Entscheidung und finde keinen richtigen Rat. Meine Eltern wollen ihr Haus aufgeben und sich eine Eigentumswohnung nehmen.

    Sie haben gestern ein Angebot iHv 195.000€ erhalten, gleichzeitig haben sie es mir für einen günstigeren Preis angeboten, bezahlbar durch ein zinsfreies Darlehen. Und nun entscheidet sich also in den nächsten Tagen, was mit meinem Elternhaus passiert.

    Um es kurz zu machen: ich liebe dieses Haus. Das Grundstück kommt meinem Ideal sehr nahe und ein ähnliches wird mir in diesem Leben nicht mehr unterkommen.

    Es wurde damals von einem Fabrikanten in der Nähe eines Flusses gebaut. Der bekam eine Ausnahmegenehmigung wegen seiner naheglegenen Maschinenfabrik mit Wasserkraftwerk. 10 Jahre später baute dieser ein massiveres Haus darunter und meine Eltern kauften das Fertighaus. Es sind die einzigen zwei Wohnhäuser in einem "naturschutzgebietähnlichem" Umfeld. Weitere Häuser wird es da nicht geben.

    Meine einzige Sorge ist die Bausubstanz. Was kann man von Fertighäusern aus dieser Zeit halten? Wurden die massiver gebaut als nötig oder ist eventuell in zehn oder zwanzig Jahren mit Problemen zu rechnen, die man jetzt noch nicht absehen kann?

    Das Mauerwerk (Keller) hat einige Risse, die jedoch seit Jahren stabil sind. Ein Experte meinte es seien ungefährliche Setzungsrisse, ein anderer war sich da nicht so ganz sicher. Eventuell müsste ich da mal ein professionelles Gutachten in Auftrag geben. Die "Experten" waren lediglich Freunde aus dem Baugewerbe.

    Das Haus ansich hat schon so seine Komfortmängel. Die Wände haben Ohren und man hört es schon sehr stark, wenn jemand im Obergeschoss herumläuft.
    Diese Schönheitsfehler bin ich aber bereit zu akzeptieren.

    Desweiteren würden kurzfristig folgende Arbeiten entstehen: Austausch der meisten Fenster im Erdgeschoss (die sind nicht mehr zeitgemäß), Renovierung eines Badezimmers und neues Parkett im Wohn- und Esszimmer.

    Ich bin jetzt Mitte 30 und würde, so denn nichts dazwischen kommt, schon gerne meinen Lebensabend in dem Haus verbringen, welches ich jetzt beziehe und nicht Angst haben, dass es mir unter dem Hintern wegbricht.

    Zur Alternative steht ein Neubau in einem Neubauviertel für ca. 60.000€ mehr (dafür allerdings auch keine Renovierungskosten). Das Resultat wäre ein neues und modernes Haus.

    Allerdings beschleicht mich jedes Mal extremes Unbehagen, wenn ich durch dieses Neubauviertel fahre. Ich mag diese dichte Bebauung nicht und es widerspricht meinem Verständnis von einem "Haus mit Garten", was auch immer das heißen mag.

    Bei meinem Elternhaus empfinde ich eben ein sehr viel größeres Gefühl von Freiheit, wenn ich morgens um 10 in Unterhose den Grill anschmeißen kann, ohne mich um irgendjemanden zu kümmern, um es mal ins Lächerliche zu ziehen. Keine Nachbarn, kein Nachbarschaftsstreit.

    Ich hoffe, ich konnte meinen Zwiespalt etwas näher darlegen und würde mich über den Rat von Leuten freuen, die das Ganze vielleicht etwas objektiver betrachten können, insbesondere was die Qualität eines 40 Jahre alten Fertighauses angeht.

    Danke fürs Lesen.

    Gruß
    Ronald
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  2. Fertighaus von 1969 - übernehmen oder verkaufen?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Hol Dir einen Sachverständigen, der auch was kosten darf und in der
    Lage ist, die Substanz des eigentlichen Fertighauses zu beurteilen und eventuelle
    Schwächen des konkreten Fertighausherstellers kennt. Wer hat heute
    schon beruflich noch die Chance sein Elternhaus zu übernehmen und dann noch
    in einer solchen Traumlage ...
    Gäbs das zinslose Darlehen denn auch für Euren Neubau oder ist das
    Argument noch obendrauf?
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  4. #3

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    Man kann aus der Ferne nur wenig sagen.
    Ich kann aber verstehen, dass man an einem Haus auch emotional hängt.

    Nur spontan ein paar Dinge, mit denen man bei diesem Baujahr evtl. rechnen kann:

    Vermutlich dürfte die Dämmung der Aussenwände und des Daches heutigen Anforderungen nicht mehr genügen (Heizkosten!), das kann man ändern (lassen), ist aber auch im 5-stelligen Bereich anzusiedeln und kann im Extremfall bis zum Austausch der Innenschale (Gipskarton?) gehen.
    Nur die Fenster austauschen kann (nicht muss) u.U. in die Hose gehen und zu Schimmel führen.
    Prüfen würde ich auch, inwieweit die Sanitär- und Heizungsinstallation, Wäremerzeuger noch fit ist.
    Die Elektroinstallation könnte auch renovierungsbedürftig sein. 1969 ist so an der Kippe. (Eine TN-C-Installation, wenn es eine wäre würde ich auf Dauer nicht haben wollen, da kann man ohne Leitungen auzutauschen nicht mal einen FI nachrüsten)
    Und es kann halt passieren, dass beim Renovieren einiges an Sondermüll anfällt, den man teuer entsorgen muss (Xyla... an den Fensterrahmen, Faserzementplatten mit Asbest).
    Wurde das Dach mal neu eingedeckt? Betondachsteine aus der Zeit sind auch allmählich am Ende ihrer Haltbarkeit.

    Beurteilen kann diese Dinge nur ein oder meherere Sachverständige mit Erfahrung im Bereich Altbausanierung.

    Ich will Dir keine Angst machen, möglicherweise würde ich mich trotzdem dafür entscheiden (hab ein wenig Erfahrung mit alten Häusern). Nur, man muss halt beim Sanieren eines Altbaus immer mit Überraschungen rechnen, ein Neubau ist i. A. besser planbar. Du musst selbst beurteilen können, wieviel "involvement" Du Dir leisten kannst und willst.
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  5. #4

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    Ich verstehe die Emotionen, aber gerade deswegen wäre ein unabhängiger Rat extrem wichtig. Es geht dabei ja nicht darum das Haus schlecht zu machen, sondern Du brauchst eine möglichst realistische Einschätzung der Kosten die auf Dich zukommen.

    Elektrik, Heizung, Wandaufbau, Dach und Keller können bei einer Sanierung erhebliche Kosten verursachen. Auch die TW Installation sollte geprüft werden. Da wäre es schon wichtig zu wissen, ob man jetzt schon investieren muss, oder ob einige Investitionen erst in 10 oder 20 Jahren anfallen.

    So ein Haus kann, entsprechende Pflege vorausgesetzt, noch Jahrzehnte seinen Zweck erfüllen. So lange DU damit zufrieden bist, und durch irgendwelche Mängel kein Totalschaden zu erwarten ist, würde ich einen Kauf auch in Erwägung ziehen.

    Gruß
    Ralf
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  6. #5
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    Danke schon einmal für die Antworten.

    Zu dem zinsfreien Darlehen: nein, das würde nicht für den Neubau gelten. Da muss ich ja erstmal an Geld kommen -> Bank.

    Beim Elternhaus hätte ich halt einfach den Kaufpreis über die Jahre und zinsfrei in Raten bezahlt. Meine Eltern können die Eigentumswohnung "so" finanzieren.

    Das ist natürlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da weniger Existensängste. Meine Eltern werden mir nie mit einer Zwangsversteigerung drohen.

    Zur Dämmung: ich sag mal, daran werde ich erst mal nichts machen. Die Heizkosten sind zwar höher als im Neubau, aber dafür kann man die Kosten jährlich abstottern und muss nicht eine unkalkulierbare Komplettsanierung auf sich nehmen.

    Das Dach wurde vor 20(?) Jahren ca. komplett erneuert und gedämmt.

    Elektroinstallation ist in der Tat ein Thema. Die ist sicher nicht mehr die frischeste, zudem bin ich da eh immer ein Schisser gewesen. Da muss mal ein Elektriker drüberschauen.

    Hm, ok... also nachdem ich das hier schreibe und meinen Ausgangstext noch einmal durchgelesen habe, fällt in mir die Entscheidung gerade auf mein Elternhaus.

    Ich glaube, ich würde das sonst immer bereuen und da ich im selben Ort wohne, wäre das bestimmt ein bohrendes Gefühl da irgendwann eine andere Familie drin wohnen zu sehen.

    Außerdem kommt bald ein Schäferhund als Familienzuwachs hinzu und allein für den möchte ich das Grundstück. Seine Vorgänger hatten jedenfalls viel Spaß daran.

    Bin gerade ziemlich happy mit der Entscheidung! Auch wenn das Haus ansich nicht so gut ist, wer weiß, wie viele Lebensjahre mich der Stress beim Neubau gekostet hätte. Dazu kommt, das in den letzten Jahren viel Schweiß investiert wurde: komplett neue Pergola gezimmert, neues Gartenhaus mit großem Hundezwinger... bin ich eigentlich blöd, dass ich da überhaupt überlegt habe?

    Also... äh... danke euch für die Hilfe zur Selbsthilfe!

    Morgen wird dann wohl mal dem potentiellen Käufer abgesagt, nicht das der schon Pläne schmiedet. Ich such mir bei ebay jetzt erst mal einen riesigen neuen Grill aus!
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  7. #6

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    Für das Geld, daß Du an Zinsen sparst, kannst Du viel renovieren/sanieren und
    Heizöl kaufen ...
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  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  9. #7
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von ReihenhausMax Beitrag anzeigen
    Für das Geld, daß Du an Zinsen sparst, kannst Du viel renovieren/sanieren und
    Heizöl kaufen ...
    Oder das hier: http://de.shopping.com/xPO-Enders-Colsman-Wisconsin

    Heut ist mein Tag der schnellen Entscheidung. Ich entferne mich jetzt lieber aus der Nähe von meinem PC und meiner Kreditkarte...

    An einem Tag Haus und Grill gekauft. Heut' wär ein guter Tag um einen Sohn zu zeugen.
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  10. #8

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    Oder du bleibst noch und recherchierst ein bisschen mit den Stichworten (ich nehme an Holzfertighaus ?)
    Sanierung Holz-fertighaus Schadstoffe
    ...
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