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Gebäudeschadstoffe: Sichtweise und Vorgehen aus Sicht des Bauherren

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  1. #1
    Stolzenberg
    Gast

    Gebäudeschadstoffe: Sichtweise und Vorgehen aus Sicht des Bauherren

    Folgender Beitrag soll die Sichtweise und den Handlungsbedarf privater Bauherren zum Thema "Gebäudeschadstoffe" behandeln um vorhandene Vorurteile und geläufige Handlungsanweisungen näher beleuchten.

    Da der Themenbereich rechtlich in der Regel den Anwendungsbereich des Strafgesetzbuches tangiert bitte ich darum bei der Beschreibung von Handlungsanweisungen entsprechend vorsichtig zu formulieren und gegebenenfalls mit "verbreitete Meinung", "aus Sicht des Laien", "vom Fachmann erklärt", usw. näher zu beschreiben.

    Ziel ist die Erstellung einer bauherrentauglichen "To-Do-Liste" um mit der bestehenden und verbreiteten Schadstoffproblematik umzugehen. Die einzelnen Diskussionspunkte und alle Ergebnisse der Einzeldiskussionen werden im Anschluss als "aufbereitete Zusammenfassung" zur Verfügung gestellt.

    Ich schlage vor mit den entsprechenden Grundgedanken und Meinungen in die Thematik zu starten und danach erst offene Fragen des ursprünglichen Themas abzuarbeiten.

    Wir beginnen mit "Do-It-Yourself", "Panikmache", "Schadstoffe erkennen" und "Schutzmaßnahmen"...
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  2. Gebäudeschadstoffe: Sichtweise und Vorgehen aus Sicht des Bauherren

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  3. #2
    Stolzenberg
    Gast
    Liebe Forumsgemeinde!

    Nachdem regelmäßig Fragen und Meinungen zu Gebäudeschadstoffen wie Asbest und Co. hier im Forum auftauchen, welche teilweise mit rechtlich "verwerflichen" Antworten oder Herangehensweisen bedacht werden möchte ich diese Thematik gerne zur Diskussion stellen.

    Die in meiner nachfolgenden Argumentationskette genannten Äußerungen entstammen diesem Forum und werden zunächst ohne weitere rechtliche Bewertung wiedergegeben. Sie stellen folglich eine Zusammenstellung von einzelnen Sichtweisen ohne jeglichen Anspruch auf eine rechtliche Anwendbarkeit dar!

    Ich habe mir jetzt einige der Themen durchgelesen und filtere meine "angelesenen Kenntnisse" als interessierter DIY-Heimwerker zu folgender Herangehensweise.

    Meine geplante DIY-Altbausanierung plane ich wie folgt durchzuführen:

    1. Da mit dem Thema Asbest und Co. in der Regel nur Panik verbreitet wird um dem Kunden teure und übertriebene Sanierungen zu verkaufen mache ich alles selbst!
    2. Da Masken die Klasse FFP3 besitzen müssen damit sie Asbest-Staub filtern können plane ich während der Bauzeit entsprechenden Atemschutz zu verwenden um auf Nummer sicher zu gehen!
    3. Wenn ich die Vermutung habe ein Baustoff könnte asbesthaltig sein, dann werde ich zur Probenentnahme eine Maske aufsetzen und nicht weiterarbeiten.

    Zu den zu erwartenden Schadstoffen hätte ich dann aber aus Sicht des Laien doch noch einige Fragen, da ich hier im Forum nur etwas von Fußbodenbelägen, Fassaden- und Dachplatten gelesen habe.

    Meine Fragen an die Experten unter Euch:

    1. Wo muss ich mit Schadstoffen rechnen?
    2. Wie erkenne ich diese Schadstoffe?
    3. Mit welchen Schadstoffen habe ich bei einem 90 Jahre alten Wohnhaus zu rechnen?

    Liebe Grüße aus dem Harz!
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  4. #3

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    Die größte Schadstoffquelle ist nicht das Haus, sondern der Bewohner.
    Ich find es immer witzig, wie die Leute, die sich mit großen Augen über "Umweltgifte" auslassen, sich dabei eine Kippe nach der andern anzünden. So viel Schadstoffe kann ein Haus gar nicht ausdünsten, wie man sich dabei völlig freiwillig genehmigt - von Formaldehyd über PAK bis Feinstaub ist da alles dabei. Von Acrylamid und Nitrosaminen in Bratwurst und Pommes, oder der Tatsache, daß Schwangere eigentlich an Tankstellen absolut nichts zu suchen haben, mal ganz zu schweigen. Sowas interessiert natürlich niemanden. Aber wehe, die Spanplatten pressen ein Molekülchen Formaldehyd raus.
    Jetzt fang ich lieber mal nicht von Medikamentenrückständen im Trinkwasser an... aber man braucht nicht viel Zeit mit Risk Assessment und Ökotoxikologie zu verbringen, um da eine gewisse Schizophrenie festzustellen.

    Oder mit anderen Worten: solang man nicht konsequent sein eigenes Handeln mitüberdenkt, braucht man sich um solche "Schadstoffe" auch keine Sorgen zu machen.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Stolzenberg Beitrag anzeigen
    Zu den zu erwartenden Schadstoffen hätte ich dann aber aus Sicht des Laien doch noch einige Fragen, da ich hier im Forum nur etwas von Fußbodenbelägen, Fassaden- und Dachplatten gelesen habe.
    Beruf: Schadstoffexperte??
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  6. #5
    Stolzenberg
    Gast
    Ja Shanau! - Richtig ich musste mir das Laienwissen hier erst anlesen! "Betriebsbremse" klang nicht halb so gut!

    Ich notiere also Formaldehyd und PAK als wesentliche und diskussionsbedürftige Probleme ohne Nennung von Einbauort, Primärquelle und Verarbeitungszeitraum. Haben wir also schon einmal die Nennung von zwei "Verdächtigen"...
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Stolzenberg Beitrag anzeigen
    1. Wo muss ich mit Schadstoffen rechnen?
    2. Wie erkenne ich diese Schadstoffe?
    3. Mit welchen Schadstoffen habe ich bei einem 90 Jahre alten Wohnhaus zu rechnen?
    Mit vllt. weniger als bei einem Hau aus den 1980ern: Wir haben damals die bewitterten Sparren bzw. Sparrenabschnitte mit PCP- und Lindan-haltigen Holzschutzmitteln (Xyla.....) gestrichen.
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  8. #7
    Stolzenberg
    Gast
    Holzschutzmittel und Dachstuhl braucht also auch ein bisschen Aufmerksamkeit und Pentachlorphenol wäre also ebenfalls betrachtenswert. Aber warum sollte ein Haus aus den 80ern mehr Schadstoffe enthalten?
    Das ältere Haus hatte doch eigentlich die Chance auf deutlich mehr Sanierungs- und Renovierungsdurchläufe... - Wäre dabei dann mit anderen oder denselben Schadstoffen im Dachstuhl zu rechnen? Schließlich suchen wir ja auch noch eine Primärquelle für die oben genannten Stoffe!
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  10. #8

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    Am Anlesen ist nichts falsches! Nur darf man am Ende die Gewichtung nicht vergessen. Daher würde ich deiner Liste als Punkt 4. hinzufügen:

    4. Wie ist die Exposition gegenüber Schadstoffen am/im Haus in Relation zur Schadstoffbelastung aufgrund des individuellen Lebensstils bzw. Nutzungsverhaltens zu bewerten?

    Beispiel: angenommen im Haus wohnen 2 Erwachsene, beide Raucher. Angenommen, durch den Rauch eine einzige Zigarette wird lokal (zb im Wohnzimmer) eine Schadstoffbelastung erreicht, welche die Belastung durch Schadstoffe im Haus (Holzschutzmittel, Spanplatte, PVC Böden, Lacke, Farben etc) um ein Tausendfaches überschreitet... wie wichtig ist dann, sich um die Spanplatten zu kümmern, wenn durch das Draußenrauchen die Belastung effektiver und vor allem kostenfrei fast eliminiert werden kann?

    Im Risk Assessment gibt es den Leitsatz, daß Gefahren als viel größer beurteilt werden, wenn sie nicht im Einflußbereich des Individuums liegen, und zwar völlig unabhängig davon, wie groß das Risiko wirklich ist. Flugangst ist zb sehr weit verbreitet, obwohl die Absturzrate verschwindend ist. Dagegen hat kaum einer Angst in ein Auto zu steigen, obwohl die Zahl der Verkehrstoten sehr viel höher ist als die Zahl der Toten aufgrund eines Flugzeugabsturzes.

    Daher gehört auch die Risikobewertung zwingend mit in eine Handlungsstrategie.
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  11. #9
    Stolzenberg
    Gast
    @Shanau: Deine Sichtweise ist für die Nutzungsphase der meines Erachtens einzig umfassende Ansatz. Der Übertrag in die Praxis sieht allerdings anders aus. Zunehmend dichter werdende Gebäudehüllen sind hier auch nicht unbedingt förderlich. Ziel dieses Themas soll aber wie oben beschrieben die Entwicklung einer Hilfe für sanierungswillige Bauherren sein. Ich denke es macht hier durchaus Sinn Sanierungs- und Nutzungsphase abzugrenzen. Falls Du die Nutzungsphase näher beleuchten möchtest, so bitte ich Dich darum einen neuen Beitrag in der "Baubiologie" zu starten. Ich wäre sicherlich thematisch dabei!!! Ich möchte Dich hier nicht vertreiben, sondern das Thema auf die relevanten Themenbereiche einer Sanierung begrenzen!
    Formaldehyd und PAK sind zumindest schon einmal zwei Volltreffer gewesen! Wäre schön wenn Du hier noch die zugehörigen Verdachtsflächen beisteuern könntest. Feinstaub ist mir leider noch ein bisschen zu unpräzise! Kannst Du hier vielleicht noch genauer umschreiben in welche Richtung dieser genannte Schadstoff gehen soll? Feinstaub ist leider nur ein Anteil vorhandener Liege- oder Schwebestäube. Über den Chemismus und den basierenden Schadstoffcharakter sagt diese Klassifizierung leider nichts aus...

    @all: Bis jetzt hat noch keiner etwas zu meinem Sanierungskonzept, Panikmache, etc. geschrieben...
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