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  1. #1

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    Heizen mit Kohle?

    Ich weiß, ich weiß, Kohle ist ein fossiler Brennstoff und daher sollte man Abstand von ihm nehmen. Is klar.

    Klar is aber auch, daß früher sehr viel mit Kohle in Deutschland geheizt wurde und daß aktuell mehrere neue Kohlekraftwerke entstehen, die die Kernkraftwerke ablösen sollen. Also wohl doch nicht so übel, hmm...?

    Bedenkt man weiterhin, daß alte Kohlekraftwerke einen Wirkungsgrad von nur 33 % haben und eine Luftwärmepumpe eine Arbeitszahl von 3, wäre es doch naheliegend, den Umweg der Kohle über das Kraftwerk zu sparen und das Zeug direkt im Haus zu verfeuern!

    Ich frage mich daher, warum Kohle als Alternative zu Öl, Gas, Wärmepumpe, etc. überhaupt nicht diskutiert wird.

    Kriegt man noch Kohle?
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  2. Heizen mit Kohle?

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  3. #2
    Avatar von keikoo
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    Hallo,

    Auf irgend eine Art und Weise verheitzt doch jeder "seine" Kohle.

    Sorry, ist sonst nicht meine Art.

    Gruss
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  4. #3

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    Zitat Zitat von SteineErden Beitrag anzeigen

    Ich frage mich daher, warum Kohle als Alternative zu Öl, Gas, Wärmepumpe, etc. überhaupt nicht diskutiert wird.
    ...ich frag mich das nicht. Ich kann mich noch schwach an die Zeit erinnern als unser Haus und das Haus meiner Grosseltern zentral über Kohleöfen beheizt wurden....im Nachhinein betrachtet eine ziemlich schmutzige und arbeitsintensive Maßnahme (Die Kohle bzw der Koks wurde als Schüttgut angeliefert..unser Kohle wurde abgeliefert im Gegenzug....Tauschhandel sozusagen ...)
    Vergleichbar wenn auch weniger schmutzig ist hier nur die Beheizung mit Stückholz, wenn man das Holzmachen mal aussen vor lässt und ....viele wirds wohl nicht geben, die sich das Holz fertig anliefern lassen (Stückholzheizung...nicht Kaminofen..!)
    Zugegeben...bei heutiger Dämmung und mit Puffertechnik könnte es interessant sein...andererseits dürfte mittlerweile die Infrastruktur (Kohlelieferung) stark gelitten haben.
    Ein interessanter Aspekt hätte vielleicht ein Kohlestaubheizung sein können...aber da war wohl das Öl über viele Jahre günstiger und einfacher zu behandeln....
    gruss
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  5. #4

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    Kohlebelieferung ist nach wie vor kein Problem.
    Im Gegenteil: In Neufünfland bekommt man sie inzwischen wieder überall in den Keller/Dachboden getragen, statt nur (wie zu Erichs Zeiten) auf den Bürgersteig vor das Haus gekippt...

    Aber der Hausbrand damit ist nicht nur mühsam und macht einen Bediener nötig (der sich täglich um die Anlage kümmern muß, ggf. mehrfach), sondern stellt vor allem eine Luftverschmutzungsquelle ersten Ranges dar!
    Denn im Gegensatz zu den Großanlagen geht da vom Schwefel über den Staub bis zu den Stickoxiden alles ungefiltert gen Himmel (und zu den Nachbarn oder auch mal ins eigene Fenster...).
    Nicht ohne Grund waren zu Zeiten, als alle Welt mit Kohle heizte, in den Städten die Fassaden schwarz und die Luft im Winter oft zum Schneiden.

    Auch beträgt der Wirkungsgrad deutlich unter 100%, so daß in Summe die WP mit Kohlekraftwerksstrom immer noch auf einen höheren Wirkunsgrad kommt.

    Ende des Jahres läuft übrigens die momentane Steuerbefreiung für Hausbrandkohle aus.
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  6. #5
    Avatar von alex2008
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    neue Kohlekraftwerke kommen auf Wirkungsgrade von ca. 50%, an der Steckdose sinds dann vielleicht 45%
    Da dürfte dann eine lausige LWP mit neuem Kohlestrom besser abschneiden als ein Kohleofen.
    Von der Luftverschmutzung ganz zu schweigen

    Um aber mit Gas-BW in Sachen Co2 Ausstoß mithalten zu können müßte die WP mit Kohlestrom schon eine JAZ von 3.8 haben

    Das effizienteste fossile Gespann sind aber noch immer moderne Gaskraftwerke (Wirkungsgrad inzwischen über 60% !) und eine DV-WP

    Da können dann mit 1KWh im Kraftwerk verfeuertem Gas 3KWh Heizwärme bereitgestellt werden.
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  7. #6
    Avatar von Lukas
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    Zitat Zitat von alex2008 Beitrag anzeigen

    Da können dann mit 1KWh im Kraftwerk verfeuertem Gas 3KWh Heizwärme bereitgestellt werden.
    Du bist mir jetzt nicht böse, wenn ich das bitte rechnerisch bewiesen haben möchte.

    Gruß Lukas
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  8. #7
    Avatar von alex2008
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    1KWH Gas--> GDT Wirkungsgrad 58%-> Leitungsverluste 10% -> Steckdose --> WP Leistungszahl 5.5
    1*0,58 *0,9 *5,8 = 3


    und wenn wir schon beim rechnen sind

    10.000 KWh Wärmebedarf davon 50% solar gedeckt der Rest mit Gas-Brennwert
    5000/0,98 =5102 KWh Gas was benötigt wird

    und nu mal für GDT + WP
    5102KWh 0,58x0,9 = 2663KWH Strom für die WP
    10.000/2663= 3.76 als benötigte JAZ

    die WP-Anlage auf den berechneten Wert zu bringen ist keine Hexerei. Dass mit der Solaranlage dürfte aber einiges an Hirnschmalz seitens des Planers und einen sehr dicken Geldbeutel erfordern.
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  9. #8
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    Zitat Zitat von Julius Beitrag anzeigen
    Kohlebelieferung ist nach wie vor kein Problem.
    Im Gegenteil: In Neufünfland bekommt man sie inzwischen wieder überall in den Keller/Dachboden getragen, statt nur (wie zu Erichs Zeiten) auf den Bürgersteig vor das Haus gekippt...

    Aber der Hausbrand damit ist nicht nur mühsam und macht einen Bediener nötig (der sich täglich um die Anlage kümmern muß, ggf. mehrfach), sondern stellt vor allem eine Luftverschmutzungsquelle ersten Ranges dar!
    Denn im Gegensatz zu den Großanlagen geht da vom Schwefel über den Staub bis zu den Stickoxiden alles ungefiltert gen Himmel (und zu den Nachbarn oder auch mal ins eigene Fenster...).
    Nicht ohne Grund waren zu Zeiten, als alle Welt mit Kohle heizte, in den Städten die Fassaden schwarz und die Luft im Winter oft zum Schneiden.

    Auch beträgt der Wirkungsgrad deutlich unter 100%, so daß in Summe die WP mit Kohlekraftwerksstrom immer noch auf einen höheren Wirkunsgrad kommt.

    Ende des Jahres läuft übrigens die momentane Steuerbefreiung für Hausbrandkohle aus.
    Vielen Dank für deinen Beitrag, das hilft mir weiter. Die Luftverschmutzung ist natürlich ein Problem, das bei Kraftwerken durch die Filteranlagen fast nicht auftritt.

    Das mit dem "Bediener erforderlich" leuchtet mir aber nicht 100 pro ein. Bei Scheitholz ist das genauso. Wäre doch denkbar, einen Kohlezentralheizkessel zu bauen, der automatisch mit Eierkohle beschickt wird, oder nicht?
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  10. #9
    wasweissich
    Gast
    Zitat Zitat von SteineErden Beitrag anzeigen
    Wäre doch denkbar, einen Kohlezentralheizkessel zu bauen, der automatisch mit Eierkohle beschickt wird, oder nicht?
    sowas gab es ........
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  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  12. #10

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    Zitat Zitat von SteineErden Beitrag anzeigen

    Das mit dem "Bediener erforderlich" leuchtet mir aber nicht 100 pro ein. Bei Scheitholz ist das genauso. Wäre doch denkbar, einen Kohlezentralheizkessel zu bauen, der automatisch mit Eierkohle beschickt wird, oder nicht?
    ...vielleicht hast du es überlesen: Es blieben mE nicht sehr viele übrig, die mit Scheitholz heizen, wenn sie nicht günstig an Holz kämen...
    Nur, wer hat schon seine eigenes Bergwerk..
    -
    Kohle kann man auch in Staubform einblasen...hat bei Dampfloks auch funktioniert....trotzdem hat man damals mehr Dampfloks auf Ölbetrieb umgerüstet. Gründe: Vermutung: 1. Ölfeuerung technisch einfacher 2. Öl billiger...?
    gruss
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  13. #11

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    Zentralheizungskessel mit Anthrazitkohle gibt es auch heute noch.
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    Gruß
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