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Mauern bei Frost - Auswirkungen?

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  1. #1

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    Mauern bei Frost - Auswirkungen?

    N'Abend die Herren,
    hatte heute ein etwas merkwürdiges Erlebnis auf unserer Baustelle - jetzt solls laut Wetterbericht ab Donnerstag endlich Frühling mit +7°C werden und trotzdem haben die Maurer heute schon (nach zwei Monaten Baustopp wg. Winter) angefangen unseren Verblender weiterzumauern...

    Eigentlich ja alles halb so schlimm - nur waren während der Maurerarbeiten ca. -0.4°C in der Gegend. Auf der Steinoberfläche hatte es (der Stein lag jetzt zwei Monate in der Kälte) nach meiner Messung -0.6°C.
    Die Maurer haben zwar mit Brenner die Steine aufgewärmt - allerdings laut eigener Aussage nur die Steine an denen noch Eis zu erkennen war. Einen Tauchsieder oder ähnliches zur Wassererwärmung konnte ich auch nicht entdecken.

    Ich habe die Maurerarbeiten erstmal stoppen lassen bis die Temperaturen wärmer werden. Für heute nacht sind -3°C erwartet. Danach solls langsam wärmer werden. Gemauert wurden etwa 50cm auf einer Hausseite.

    Meine Fragen an die Expertenrunde...

    - Sind Schäden aufgrund des Frostes zu erwarten? Oder ist das Risiko eines echten Schadens eher gering?

    - Müssen wir jetzt schon fest mit Ausblühungen rechnen?

    - Woran erkennen wir einen Frostschaden? Oder kann es uns passieren, dass nach Ablauf der Garantie plötzlich die Verblendschale umkippt und keiner will wissen warum...

    - Wie würdet ihr weiter verfahren? Es handelt sich "nur" um die Verblendschicht - nicht um die innere Schale (die wurde glücklicherweise noch bei positiven Temperaturen erstellt).

    Grüße, Roga...
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  2. Mauern bei Frost - Auswirkungen?

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Yilmaz
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    Hellseher suchen sie hier vergeblich! Ich kann Ihnen aber garantieren das die verblendfassade nach ablauf der garantie nicht plötzlich umkippt.
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  4. #3
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    Danke für Deine Antwort, Yilmaz - Das ist ja schon einmal beruhigend... (Wenn auch diese eine Frage nicht so ganz 100% ernst gemeint war). Mich interessieren aber vor allem - was kann schlimmstenfalls passieren und wie wahrscheinlich ist das erfahrungsgemäß...

    Man liest zwar immer wieder mauern unter °C sei nicht so dolle, mauern unter 0°C noch viel schlechter und mauern unter -5°C am schlechtesten - aber was die Auswirkungen sind, darüber liest man eher wenig.

    Mir ist auch klar, dass der Mörtel nicht richtig abbinden kann und dass die Verbindung zum Stein nicht so dolle ist falls eine Eisschicht auf dem Stein war. - Interessant wäre aber zu erfahren womit wir nun schlimmstenfalls rechnen müssen. Risse? Ausblühungen? Kalte Maurerhände?

    Macht es Sinn, darauf zu bestehen, dass die Verblendschicht neu gemauert wird oder wäre das unverhältnismäßig.

    Merci schon mal für weitere Antworten, Roga
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  5. #4

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    Verblendmauerwerk

    moin moin,

    ich bestehe immer darauf, dass bei temperaturen unter + 5,00° C nicht gemauert wird.

    Bei verblendmauerwerk ist es kritischer, da die Steine eine höhere festigkeit haben und kälte schneller weitergeben, bzw. umgebungstemperaturen länger speichern.

    Sie sollten Ihrem unternehmer eine mängelanzeige zustellen und die 50 cm abtragen lassen.

    freundliche grüße aus berlin
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  6. #5
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    Zitat Zitat von Rogalon Beitrag anzeigen
    Meine Fragen an die Expertenrunde...

    - Sind Schäden aufgrund des Frostes zu erwarten? Oder ist das Risiko eines echten Schadens eher gering?
    Es kann hierbei zu Schäden führen, sagen wir es mal so


    - Müssen wir jetzt schon fest mit Ausblühungen rechnen?
    siehe vor - wäre dann einer der Möglichkeiten infolge von Gefügestörungen des Mörtels

    - Woran erkennen wir einen Frostschaden? Oder kann es uns passieren, dass nach Ablauf der Garantie plötzlich die Verblendschale umkippt und keiner will wissen warum...
    verminderter Stein-mörtel Verbund, sandende Fugen usw.

    - Wie würdet ihr weiter verfahren? Es handelt sich "nur" um die Verblendschicht - nicht um die innere Schale (die wurde glücklicherweise noch bei positiven Temperaturen erstellt).
    ohne besondere Maßnahmen nicht weiter mauern lassen. Sollten keine besonderen Maßnahmen bei den 50 cm ergriffen worden sein, die Schichten entweder zurückbauen lassen, oder von einem Sachverständigen bewerten lassen.
    Das mit den Temperaturen ist sone Sache.
    Mich interessiert die Umgebungstemperatur weniger als die Temperatur der Baustoffe.
    Es ist technisch ohne weiteres möglich, mit trockenen Steinen auch bei unter +5 Grad zu mauern. Die Frage ist nur - ob der Mörtel noch abbindet.
    Meist rechtfertigt der Aufwand für Abdeckungen mit evtl. Wärmedämmschichten usw. den Aufwand sowieso selten.
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  7. #6
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    Vielen Dank Herr Carden für die Ausführungen - das ist so in etwa das, was ich erwartet hatte. Trotzdem hätte ich noch eine kurze Rückfrage...

    Sie erwähnten sandende Fugen - die Fugen sanden eigentlich überall an unserem Verblender. Weder unser Sachverständige noch der Bauleiter oder die Maurer sehen darin aber ein Problem. Vielleicht sollte ich dazu erwähnen, dass ohnehin noch überall das Mauerwerk nachträglich verfugt wird - ein Spalt für die Fugenmasse wurde freigelassen. Sind sandende Fugen dennoch ein Mangel?

    Wir haben übrigens inzwischen unserem Gutachter das Mauerwerk gezeigt und er meinte es sieht in Ordnung aus. Zwei Steine hat er aus dem Verbund ausgelöst und der Mörtel sah (bis auf 2-3mm am Rand) gut und fest aus. Sein Urteil - hat der Bauunternehmer noch einmal Glück gehabt, kann stehen bleiben.

    Noch eine Frage: Ein zweiter Gutachter, der mehr oder weniger zufällig auf der Baustelle vorbeigeschaut hat, meinte, man könne einen Frostschaden ganz gut mit dem sog. Nageltest feststellen. Wenn ein großer (Zimmermanns-) Nagel sich ohne großen Kraftaufwand bis zum Ende der Spitze in den Mörtel drücken lässt, muss rückgebaut werden.

    Wie seht ihr das? Ist das ein guter Test? Vor allem - ab wann sollte das der Mörtel aushalten? Nach einer Stunde? Nach einem Tag oder nach einer Woche? Wie lange braucht denn Mörtel bei den derzeitigen Temperaturen (3-6°C am Tag und 0°C in der Nacht) bis er vollständig ausgehärtet hat?

    Grüßle, Roga
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  8. #7
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    Die Mörtelfestigkeit entsprechend der Regeln ist, analog zum Beton auch erst nach 28 Tagen zu erwarten. (Die Härtung von hochhydraulischen Kalken verläuft ähnlich der Zementhärtung)
    Das so genannte Abbinden von Mörteln ist ein komplizierter Prozeß der sehr von den Umgebungsbedingungen und den Saugerhalten der Steine beeinflusst ist.
    Auch jetzt "übermäßig" sandend erscheinender Mörtel kann über Monate, über die Aufnahme von Feuchtigkeit (auch das aus der Luft) noch nachhärten.
    Der Nageltest ist eher nur von sachkundigen Personen als erster Anhaltswert einzusetzen. Es ist keinenfalls so einzusetzen - dass eine gewisse Eindringtiefe (bei wieviel Druck und was für ein Mörtel eigentlich?) ein Mangel erkennen lassen würde.
    Wenn nun aber 2 im Mauerwerksbau versierte Sachverständige den Zustand des Mauerwerks als unbedenklich einstufen und sollten diese Leute von Ihnen beauftragt worden sein, - so meine ich, sollten Sie den Leuten trauen.
    Wobei die Aussage des zweiten .........?????????
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  10. #8
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    Zitat Zitat von Carden, Mark Beitrag anzeigen
    Die Mörtelfestigkeit entsprechend der Regeln ist, analog zum Beton auch erst nach 28 Tagen zu erwarten. (Die Härtung von hochhydraulischen Kalken verläuft ähnlich der Zementhärtung)
    Das so genannte Abbinden von Mörteln ist ein komplizierter Prozeß der sehr von den Umgebungsbedingungen und den Saugerhalten der Steine beeinflusst ist.
    Ok Danke. Das klärt für mich vieles. Mich hatte irritiert, dass der SV mit der Härte des Mörtels zufrieden war, ich aber das Gefühl hatte, dass der Mörtel zwischen den Steinen die schon vor 2.5 Monaten gemauert worden sind deutlich härter ist. Richtig so? (Leider ist mir das erst aufgefallen als der SV schon wieder weg war )

    Dazu noch eine Frage - man sagt ja bei < 0 Grad soll nicht gemauert werden. Wie lange braucht denn der Mörtel so als Richtwert bis er leichten Frost (-1 bis -2) verträgt? Hoffentlich nicht 28 Tage... Bei Dünnbettmörtel habe ich jetzt gelesen, dass idR schon 1 bis 2 Stunden reichen bis Frostfestigkeit erreicht ist. Stimmt das so grob?

    Zitat Zitat von Carden, Mark Beitrag anzeigen
    Auch jetzt "übermäßig" sandend erscheinender Mörtel kann über Monate, über die Aufnahme von Feuchtigkeit (auch das aus der Luft) noch nachhärten.
    Übermäßig würde ich nicht einmal sagen. Ist halt Sand an und auf der Fuge - bisher hat sich aber keiner dran gestört und ich kanns nicht beurteilen. Wird aber dann wohl passen - die Fuge selbst kann man jedenfalls weder mit Finger noch mit Schraubenzieher auskratzen.

    Zitat Zitat von Carden, Mark Beitrag anzeigen
    Der Nageltest ist eher nur von sachkundigen Personen als erster Anhaltswert einzusetzen. Es ist keinenfalls so einzusetzen - dass eine gewisse Eindringtiefe (bei wieviel Druck und was für ein Mörtel eigentlich?) ein Mangel erkennen lassen würde.
    So hätte ich das eigentlich auch erwartet. Wie gesagt SV1, der auf der Baustelle war um genau das zu prüfen hat auch Steine entfernt und festgestellt, dass der Mörtel (von ein paar mm am Rand abgesehen) vollständig durchgehärtet hat. Das hat mich erstmal beruhigt.

    Zitat Zitat von Carden, Mark Beitrag anzeigen
    Wenn nun aber 2 im Mauerwerksbau versierte Sachverständige den Zustand des Mauerwerks als unbedenklich einstufen und sollten diese Leute von Ihnen beauftragt worden sein, - so meine ich, sollten Sie den Leuten trauen.
    Wobei die Aussage des zweiten .........?????????
    Naja, Nummer 2 darf eigentlich wohl gar keine Aussage treffen und hat nur nochmal bestätigt, dass er es genauso sieht wie Nummer 1.
    SV 1 ist der von uns bezahlte Gutachter und hat selbst Maurerlehre und Architekturstudium hinter sich - ich denke mal er kennt sich soweit mit Mörtel aus das wir ihm da vertrauen können.

    Zumal man fairerweise sagen muss, dass der BU sich voll seinem Urteil unterworfen hat und angeboten hat sofort Rückbau der Wand einzuleiten wenn der SV Bedenken anmeldet. Sie meinten hat Mauern bei knapp 0Grad sei grenzwertig aber noch nicht unbedingt total unmöglich Sie wollten es riskieren, wohl wissend dass es schief gehen kann und sie dann den Rückbau zu tragen haben. Unser GU meinte auch nur - "Glück gehabt".

    Seitdem wurde nur noch bei 4Grad und drüber gemauert. Sandet zwar genauso, beruhigt aber irgendwie mehr. Vor allem wenn auf der Baustelle zwei Strassen weiter (anderer BU) heute morgen bei -5 Grad munter ohne Wärmeabdeckung der Verblendziegel erstellt wurde...
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  11. #9

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    Hallo.
    Krame mal das alte raus, vllt. hat noch jemand am Freitag Nachmittag hierzu was zu sagen.
    Die Frage oben ist noch offen.
    Wie lange dauert es denn so, bis Dünnbettmörtel bei Planziegel oder Ytong durchgehärtet ist, jetzt "im" Winter?
    Der chemische Prozess verläuft bestimmt langsamer. Kommt vllt. sogar zum erliegen bei +2 Grad, und setzt sich fort wenn es wärmer wird. Bloß wenn das Wasser in den Stein eingezogen ist, ist der Mörtel quasi alleine da und härtet nicht mehr...?
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