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  1. #1
    Anti_Pfusch
    Gast

    Drum prüfe wer sich ewig bindet ...

    Erfahrungsbericht: Pfusch am Bau, xxxx GmbH

    Sicherlich die größte finanzielle Investition in unserem Leben: Ein schlüsselfertiges Reiheneckhaus.

    Nach langer Suche endlich ein passendes Objekt, mit akzeptablen Kompromissen gefunden. Gebaut von einem bekannten ortsansässigen Bauunternehmer, von dem weder Negatives noch Positives zu hören war.

    In unserer Ahnungslosigkeit haben wir auch nicht daran gedacht, einen baubegleitenden Sachverständigen zu engagieren, sondern vertrauten auf die Korrektheit des Vertragspartners. Bei nächsten Mal – wenn’s denn eines geben sollte – machen wir das anders ! Man weiß ja nicht, was so alles unter dem Putz verborgen ist.

    Der Bau ging zunächst flott voran. Die Aufforderungen zu den Abschlagszahlungen gem. Baufortschritt kamen noch flotter. Manchmal sogar schon vor Beendigung des entsprechenden Baufortschrittes. Aber das wäre normal, hörten wir. Plötzlich stoppte die Weiterarbeit an unserem Objekt, so dass es schließlich zum geplanten Übernahmetermin doch noch etwas eng wurde. Letztlich hat der Termin doch noch geklappt. Auch die vergessene Verlegung der Leitung für die Regenwassernutzungsanlage konnte noch nachgeholt werden, indem die Wand des angrenzenden Kinderzimmers aufgestemmt wurde. Sonst hätten die Fliesen im Bad wieder entfernt werden müssen. Aber wir sind ja schließlich nicht kleinlich.

    Die Übernahme war o.k. Wesentliche Mängel fielen uns zu diesem Zeitpunkt nicht auf. Wir waren mit Renovierungsarbeiten auch so beschäftigt, dass wir gar nicht auf die Idee kamen, mit Wasserwaage und Lupe das Haus zu inspizieren.

    Nach dem Einzug gab es auch keine größeren Probleme. Nur das Übliche: Die Rollläden im OG hakten und klemmten etwas. Die Halterung des Terrassenrollladen riss und konnte nicht mehr bewegt werden. Aber soweit war alles augenscheinlich in Ordnung. Glück gehabt mit dem Bau, im Vergleich zu dem, was man so von anderen hört und liest. Die Baufirma war sicherlich auch mit uns zufrieden. Wir haben alles bezahlt, die Gewährleistungszeit läuft und läuft, wir leben zufrieden in unserem neuen Heim...

    Aber dann: Nach ca. 3 Jahren plötzlich Risse im Mauerwerk, Risse in den Fliesen im Erdgeschoss, die Fensterbänke im Obergeschoss quellten auf, die Fensterrahmen im Obergeschoss werden von Pilzen besiedelt und faulen vor sich hin...eine Mängelanzeige folgt der nächsten, was so ein Bauträger wohl gar nicht gerne hat. Zwar lässt sich vieles auf die Vertragsfirmen abwälzen, aber wenn die nicht so arbeiten, wie man sich das wünscht, hat die Baufirma als Vertragspartner doch die Verantwortung. Und damit fingen die Probleme erst richtig an.

    Die Fliesen wurden ausgetauscht, das heißt: das Ganze Erdgeschoss ausräumen, einen Tag Krach und Dreck, renovieren, wieder einräumen. Wenn es damit ja erledigt gewesen wäre, na gut. War aber nicht, denn die neuen Fliesen waren nicht die gleichen wie die alten Fliesen und die Arbeit der Fliesenleger war so mies, das hätten wir selbst besser gemacht. Stufen! Schief! Knuff! Wir reklamierten, der Chef der Fliesenlegerfirma und der Bauleiter tanzten an, erzählten uns was von Toleranzen und hinnehmen und entschädigten uns trotzdem ( warum eigentlich, wenn doch alles im Toleranzbereich ist ? ) mit 750,-- Euro. Dafür dass wir die nächsten 30 Jahre einen verhunzten Fliesenboden in Küche und Wohnzimmer haben, ist das nicht gerade viel.

    Bei der Gelegenheit stellten wir auch fest, dass unsere – und alle anderen – Rechtsschutzversicherungen es nicht abdecken, wenn wir versuchen, gegen den Bauträger Recht ( z.B. Schadenersatz ) zu bekommen. Das Risiko ist für die Versicherungen zu gross, dafür gibt es zuviel Pfusch am Bau. Und einen Rechtsstreit auf eigene Kosten kann sich der gemeine Häuslebauer wohl nicht unbedingt leisten, wir jedenfalls nicht und auch ein Anwalt hat uns davon abgeraten.

    Das Fliesenproblem haben wir inzwischen abgehakt, wenden wir uns dem nächsten zu und das ist gravierender:

    Die Fenster im Schlafzimmer und in den Kinderzimmern sind aus Holz. Leider ist es das falsche Holz oder die falsche Farbe oder dürfte hier kein Holzfenster sein oder was auch immer, jedenfalls faulen diese Fenster nach 4 Jahren, die Fensterbänke ( gestrichene Holzbrettchen ) sind aufgequollen und Pilze und Asseln siedeln sich im Fensterrahmen an. Die Baufirma lässt ein Gutachten erstellen, das wir aber nie zu sehen bekommen und beauftragt die Firma, die die Fenster gebaut hat, die Sache in Ordnung zu bringen. Da die aber leider nicht mehr existiert, wird eine andere gefunden, die die Gewährleistungsverpflichtungen übernehmen soll. Wir warten derweil mit faulenden Fenstern auf die Mängelbeseitigung. Unsere Schreiben werden ignoriert, die Fristen, die wir setzen, ebenfalls. Ein halbes Jahr nach der Mängelanzeige hat sich noch Nichts getan. Wir werden, wenn man uns überhaupt wahrnimmt, vertröstet oder mit blabla abgespeist.... mittlerweile öffnen wir die Fenster schon gar nicht mehr, denn Schimmelpilze und Asseln sind nicht gerade das, was man im Schlafzimmer haben möchte.

    In neun Monaten läuft die Gewährleistungsfrist ab. Alles was dann noch an Mängeln auftritt, ist alleine unser Problem. Wir sind sicher, dass da im Laufe der Zeit noch einiges auftaucht, denn eines haben wir gelernt: relativ günstige Häuser kann man dann verkaufen, wenn man mit Billigmaterial und Billighandwerkern arbeitet, in der Hoffnung, dass der Knuff erst nach Ablauf der 5 Jahre auffällt.

    Drum prüfe, wer sich ewig bindet....ob sich nicht noch was Besseres findet
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  2. Drum prüfe wer sich ewig bindet ...

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Avatar von BTopferin
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    Lieber A-P

    mein Mitleid.

    Dein BT scheint genau so "kompetent" zu sein wie mein BT. RH habe ich auch. Unser BT ist auch ortsansässig. Das BlaBlaBla und "Toleranz" und Nixtun kenne ich sowie meine Nachbarn. Kommentar von eine meine Nachbarn (bei letzter Eigentumerversammlung): Herr XXX hat uns alle beschissen.

    Solche BTs wissen, dass die Käufer Laien sind. Also, können "versteckte" Mängel nicht rechtseitig identifizieren.

    Solche BTs wissen auch, genau wie man Pfusch am kosten-effektivsten verstecken kann. Verzögerung ist sehr wichtig. Je länger desto besser.... bis keine Gewährleistung mehr da ist.

    Solche BTs wissen, dass die Käufer Angst vor einem Prozess haben (Streß, Risiko, Kosten). Und solche BTs haben auch sehr erfahrene RAs.

    Solche BTs wissen auch, genau welche Gutachter die nehmen sollen, um die "beste" Ergebnisse zu erhalten, falls eine Ausrede für ein Mängel nicht ausreichend ist. Das Gutachten für deine Fenster bekommst Du bestimmt nie --- falls es ein Gutachten tatsächlich gibt. Es wäre vielleicht kein schlechte Idee, ein eigen Gutachter zu holen. (Laien Meinung)

    Ich drucke die Daumen. Hoffentlich bekommst Du die Mängel fachgerecht beseitigt.... oder wenigstens fast fachgerecht.

    Gruß
    bto
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  4. #3
    Baufuchs
    Gast

    Das Bessere

    Original geschrieben von Anti_Pfusch
    Erfahrungsbericht: Pfusch am Bau, xxxx GmbH

    In neun Monaten läuft die Gewährleistungsfrist ab. Alles was dann noch an Mängeln auftritt, ist alleine unser Problem. Wir sind sicher, dass da im Laufe der Zeit noch einiges auftaucht, denn eines haben wir gelernt: relativ günstige Häuser kann man dann verkaufen, wenn man mit Billigmaterial und Billighandwerkern arbeitet, in der Hoffnung, dass der Knuff erst nach Ablauf der 5 Jahre auffällt.

    Drum prüfe, wer sich ewig bindet....ob sich nicht noch was Besseres findet
    ist in Ihrem Fall wohl ein eigener Gutachter, der vor Ablauf der Gewährleistung -die ja in 9 Monaten ansteht- prüft ob und welche Mängel vorhanden sind. Ein guter Rechtsanwalt ist dann auch gefragt, denn Vertrag VOB oder BGB? Ist schon wichtig wegen rechtzeitiger (und Art) der Mängelanzeige.

    Gerade dann, wenn Sie Bedenken haben, dass noch weitere Mängel auftreten werden, sollten Sie die Kosten für Gutachter/Anwalt nicht scheuen.
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  5. #4
    sepp
    Gast
    was lernen wir daraus?
    geht zum architekten! dort gibts zwar auch mängel,
    aber laut kammerstatistik nicht so viele.
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