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Sonnenhaus?

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  1. #1

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    Sonnenhaus?

    Hallo zusammen,
    seit kurzem haben wir uns entschlossen zu bauen und sind daher aktuell gerade dabei, einen Bauplatz zu finden und informieren uns gerade über Häuser usw.
    Nun bin ich auf das Konzept des Sonnenhauses gestossen, welches sich für mich bisher sehr gut anhört. Leider sind die (unabhängigen) Infos im Netz überschaubar.

    Meine Frage nun: Ist das Sonnenhaus-Konzept ausgereift bzw. funktioniert das wie gedacht?

    Hier kurz die Daten, wie wir das bisher so vorhaben:
    EFH mit Einliegerwohnung, Wohnfläche ca. 170m²
    Grundstück (voraussichtlich): Südhang, leichte Abweichung ca. 20°
    Erlaubte Dachformen: Satteldach 35°-40°, Walmdach (wäre der Favorit meiner Frau, allerdings wahrscheinlich nicht grad optimal für Solar)
    Deckung der restlichen Energie sollte über einen Ofen mit Wassertasche erfolgen, da wir in jedem Fall einen Ofen im Wohnzimmer haben möchten und akt. (noch) das Holz zum Nulltarif bekommen.

    Dankeschön!

    Jens
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  2. Sonnenhaus?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Klar funktioniert das, wenn man es richtig macht (plant und umsetzt)!
    Unterschiedlich ist nur der Grad des Zuheizbedarfs. Aber wenn man das Holz kostenlos bekommt, spielt das ja nur ne gringe Rolle...

    Ein mit Sonnenenergie arbeitendes Haus ist dagegen in unseren Breiten praktisch unmöglich.
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  4. #3

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    Jedes Energiekonzept ist nur so gut wie die Dämmung der Haushülle. Um mit Solarenergie und einem riesigen Speicher wirtschaftlich die Investitionskosten wieder einzuspielen, muss es ein sehr günstiges System mit einem hochgedämmten Haus sein.
    Eine Zuheizung über Holzheizungen, insbesondere Scheitheizungen ist zweischneidig.
    Je grösser der Speicher, um so mehr Wärmeleistung muss der Ofen haben, damit er zuverlässig auch an kalten Tagen nach langen Wolkentagen genug Wärme für die Speicheraufheizung bereitstellt.
    Diese Leistung muss ich aber auch bedienen, wenn ich einfach nur mal einen gemütlichen Kaminabend machen will. Nur geht sie dann durch den Schornstein - im Wortsinne.
    Ausserdem muss ich so ein Feuer schon eine Weile betreiben, um einen 10, 20 oder 40 m³ Speicher auf Temperatur zu bringen.
    Unbewachtes Kaminfeuer sehen Brandversicherungen ab gar nicht gerne. Also eher was fürs Wochenende oder die Berufshausfrau.

    Ich denke, Sie sollten nicht Konzepten "hinterher" laufen, sondern sich Gedanken über Ihre energetischen Ziele und Ihr Budget machen und daraus dann DAS Heizkonzept für IHR Haus entwickeln.
    Sie würden doch mit 4 Kindern auch keinen Smart als einziges Auto fahren, nur weil Smart grad so toll wirbt.
    Oder eine Caravelle als Single.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von jscs Beitrag anzeigen
    Meine Frage nun: Ist das Sonnenhaus-Konzept ausgereift bzw. funktioniert das wie gedacht?
    Wenn ich Deine Hausbeschreibung lese, dann frage ich mich, ob wir beide unter "Sonnenhaus Konzept" etwas anderes verstehen.

    Was hat ein Kaminofen in so einem Konzept zu suchen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man damit in einem sehr hoch gedämmten Haus und bei Nutzung solarer Gewinne überhaupt sinnvoll heizen kann.

    Vielleicht sollten wir uns von dem Begriff "Sonnenhaus-Konzept" verabschieden und Du erklärst uns mal genauer was Dir so vorschwebt.

    Gruß
    Ralf
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  6. #5

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    Als wir am Anfang unseres Bauvorhabens waren haben wir uns das Konzept auch mal angeschaut. Allerdings passte es nicht zu unseren Vorstellungen und war im Prinzip auch zu teuer im Vergleich zu dem was wir eingespart hätten.
    Vor allem die Anschaffungskosten und auch Platzbedarf für den sehr großen Pufferspeicher waren das KO-Kriterium.

    Setzt euch besser mal mit einem guten Planer/Archi zusammen und erarbeitet was ihr für Vorstellungen vom Haus habt. Danach kann man die Haustechnik planen.

    Wenn ihr günstig an Holz kommt wäre evtl. ein Holzvergaserkessel mit oder ohne solarer Heizungsunterstützung sinnvoll. Dazu ein kompakter Kaminofen fürs Wohnzimmer ode ein Speicherofen.

    Keller bekommt ihr? Und wo und wie groß soll die Einliegerwohung werden? Wird die vermietet?

    Gruß Flo
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  7. #6
    Avatar von alex2008
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    je höher der solare Deckungsgrad werden soll um so höher werden die notwendigen Investitionen in die Solaranlage. Nur dass die Preise nicht linear ansteigen.
    Ergänzend dazu reicht ein Dämmstandard nach EnEV nicht aus da muß es ne ganze Ecke besser sein.

    So und nu rechne mal aus was mit dem durch die notwendigen Verringerungen der Verluste dann noch für ein zu deckender Bedarf ergibt.
    Dass sind für Heizung wohl weniger als 10.000 KWh.
    Bei utopischen 100% Deckung wären dass bei einer Gasheizung rd. 700€ eingesparte Brennstoffkosten.
    Bei Holz für lau grad mal die Kosten für die Aufbereitung, Lieferung etc.

    Mehraufwand für Finanzierung, Abschreibung etc. Dann sind die Kosten nur durch die Solaranlage ganz schnell oben durch die Decke.
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  8. #7
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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Je grösser der Speicher, um so mehr Wärmeleistung muss der Ofen haben, damit er zuverlässig auch an kalten Tagen nach langen Wolkentagen genug Wärme für die Speicheraufheizung bereitstellt.
    Diese Leistung muss ich aber auch bedienen, wenn ich einfach nur mal einen gemütlichen Kaminabend machen will. Nur geht sie dann durch den Schornstein - im Wortsinne.
    Das hab ich nicht ganz verstanden; warum geht das dann durch den Schornstein? Sollten bei einem Ofen, der z.B. 50% an den Raum und 50% in den Speicher abgibt bei "Halblast" nicht immer noch 25% im Speicher ankommen?

    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollten wir uns von dem Begriff "Sonnenhaus-Konzept" verabschieden und Du erklärst uns mal genauer was Dir so vorschwebt.
    Ich dachte hierbei an das Konzept vom "Sonnenhaus-Institut", also gute (oder sehr gute) Dämmung, solarer Deckungsgrad min. 50% und sehr großer Speicher sowie Nachheizung "möglichst regenerativ" (also z.B. Kachelofen).

    Zitat Zitat von flo79 Beitrag anzeigen
    Setzt euch besser mal mit einem guten Planer/Archi zusammen und erarbeitet was ihr für Vorstellungen vom Haus habt. Danach kann man die Haustechnik planen.
    Keller bekommt ihr? Und wo und wie groß soll die Einliegerwohung werden? Wird die vermietet?
    Grundsätzlich geb ich dir damit ja recht, eigentlich sollte man ja nicht unbedingt das Haus um die Haustechnik herum planen. Aber in dem Fall denke ich, wenn Sonnenhaus dann gleich mit jemandem, der diesbezüglich Ahnung/Erfahrung hat.
    Sorry: Mit Keller, ja. Einliegerwohnung Größenordnung 50m für die Großeltern, vermieten also jein...

    Zitat Zitat von alex2008 Beitrag anzeigen
    je höher der solare Deckungsgrad werden soll um so höher werden die notwendigen Investitionen in die Solaranlage. Nur dass die Preise nicht linear ansteigen.
    Ergänzend dazu reicht ein Dämmstandard nach EnEV nicht aus da muß es ne ganze Ecke besser sein.

    So und nu rechne mal aus was mit dem durch die notwendigen Verringerungen der Verluste dann noch für ein zu deckender Bedarf ergibt.
    Dass sind für Heizung wohl weniger als 10.000 KWh.
    Bei utopischen 100% Deckung wären dass bei einer Gasheizung rd. 700€ eingesparte Brennstoffkosten.
    Bei Holz für lau grad mal die Kosten für die Aufbereitung, Lieferung etc.

    Mehraufwand für Finanzierung, Abschreibung etc. Dann sind die Kosten nur durch die Solaranlage ganz schnell oben durch die Decke.
    Das hab ich so befürchtet bzw. ob sich die Mehrkosten (Ich hatte ich von Mehrkosten ggü. EnEv-Standard von 3-6% gelesen, aber daran glaub ich ehrlich gesagt auch noch nicht ganz...) irgendwann mal amortisieren. Wobei ich bei den Energiepreisen pessimistisch bin was die Entwicklung in den nächsten 20 Jahren angeht.

    Für die ersten Tipps hier bin ich schonmal dankbar, vielleicht war ich schon ein bisschen zu euphorisch aufgrund der (gut klingenden) Werbebeschreibungen...
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  9. #8
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    wie schätzt du den wirkungsgrad e. holzofens im "halblastbetrieb"?
    .. der ist .. bescheiden.

    ein sehr gut gedämmtes haus wird mit weniger als 1 ster holz oder 200l öl oder 200 m3
    erdgas pro jahr beheizt .. lohnt es sich, in mehrere wärmeerzeuger (zudem noch in einen
    extrem hochpreisigen) zu investieren?
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  10. #9

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    Mal rumanders gerechnet.
    Diese Solaranlage kostet ja einige 10T Euro. Nimm dieses Geld, steck es in eine hervorragende Dämmung und bau Dir einen Holzofen mit mini-Leistung ein.
    Oder eine andere Wärmequelle mit mini-Leistung und verkauf Deinen Holzanteil.

    Das wird auf jeden Fall günstiger.
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  11. #10

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    Zitat Zitat von jscs Beitrag anzeigen
    Ich dachte hierbei an das Konzept vom "Sonnenhaus-Institut", also gute (oder sehr gute) Dämmung, solarer Deckungsgrad min. 50% und sehr großer Speicher sowie Nachheizung "möglichst regenerativ" (also z.B. Kachelofen).
    Dann gleich im Anschluß die nächsten Frage, "Geld spielt keine Rolle?"

    Machbar ist (fast) alles, aber je mehr Du den Wärmebedarf durch Solar decken möchtest, um so teurer wird die Geschichte. Rentabilität steht dann auf einem ganz anderen Blatt.

    Also, wenn Du erfolgreich so ein Konzept verfolgen möchtest, dann musst Du unter anderem:

    a.) Geld in die Hand nehmen
    b.) Die Hausplanung konsequent diesem Konzept unterordnen

    Bist DU dazu bereit?

    Wenn nicht, dann sollten wir uns über ein anderes Konzept unterhalten. Dann spart man sich die Optimierung auf xx Nachkommastellen.

    Das beginnt beispielsweise schon beim Speicher. Man muss den Speicher auf ein brauchbares Temperaturniveau laden können, die Verluste müssen minimiert werden, und der Speicherinhalt muss ausreichend sein um das Haus über längere Zeit zu heizen.

    Das klingt erst einmal einfach, aber der Teufel steckt im Detail. Nehmen wir mal den Punkt "Verluste minimieren". So ein Speicher muss natürlich eine entsprechende Form haben, und sehr gut gedämmt sein. d.h. er hat im Haus einen nicht unerheblichen Platzbedarf zur Folge .
    Das Argument "die Verluste kommen dem Haus zugute" zieht nicht, denn im Sommer wenn der Speicher geladen wird, möchte ich das Haus nicht heizen.

    Es gibt viele solcher Punkte die man genau betrachten und planen muss. Es versteht sich von selbst, dass man auch das Haus selbst diesem Konzept unterordnen muss. d.h. sehr sehr gute Dämmung, Ausrichtung so dass man solare Erträge optimiert, Fensterflächen, Verschattung usw. usw.

    Deswegen meine hartnäckigen Fragen, "ob Du bereit bist diesen Weg zu gehen"?

    Gruß
    Ralf
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  12. #11
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    wie schätzt du den wirkungsgrad e. holzofens im "halblastbetrieb"?
    .. der ist .. bescheiden.
    Ehrlich gesagt kann ich den Wirkungsgrad nicht schätzen - davon hab ich nicht wirklich Ahnung. Aber wenn du sagst der ist bescheiden dann ist das natürlich ein weiterer Punkt, der dagegen spricht.

    Natürlich spielt auch Geld ein Rolle (auch wenns anders schöner wär). Ich bin zwar gern bereit, für derartiges etwas mehr zu investieren, aber halbwegs rechnen sollte sich das ganze über die nächsten Jahrzehnte natürlich schon.

    Genau die Informationen, die Ihr mir jetzt gegeben habt hab ich bisher leider nicht im Netz gefunden bzw. konnte es teilweise als Laie nur vermuten. Danke schonmal an alle...
    Wahrscheinlich sollte ich mich doch von der Vorstellung mit dem Sonnenhaus verabschieden bzw. mich mehr in Richtung eines gut gedämmten Hauses mit "normaler" Heizung orientieren.
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  14. #12

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    Zitat Zitat von jscs Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich sollte ich mich doch von der Vorstellung mit dem Sonnenhaus verabschieden bzw. mich mehr in Richtung eines gut gedämmten Hauses mit "normaler" Heizung orientieren.
    ICH würde mehrere Konzepte in Gedanken durchspielen und mal ein bischen rechnen. Dabei immer das budget im Hinterkopf behalten.

    EIN möglicher Ansatz wäre, das Haus so zu bauen, dass der Wärmebedarf möglichst niedrig wird. d.h. sehr gut dämmende Wände, Fenster, Dach.

    Ein Bekannter hat das mit 2 Reihenhäusern durchexerziert, unter anderem 17,5er KS Wände mit 34cm WDVS davor, 3fach verglaste Fenster, einer Dachdämmung die insgesamt auch 30cm beträgt. Die Heizlast hat er auf irgendwas um 2kW gedrückt und er beheizt die Häuser nun über eine Split-Klima deren Wärmetauscher in der KWL sitzt.

    Er hat an sich ein Passivhaus-Konzept verfolgt, aber so Dinge wie "solare Gewinne" etwas stiefmütterlich behandelt. Obwohl el. Strom nicht gerade billig ist, spielen die Heizkosten bei ihm kaum eine Rolle. Dadurch dass er die Wärme über die KWL in die Räume transportiert, konnte er auf Heizflächen (FBH) verzichten, was wiederum die Investitionskosten reduziert hat.

    Für die WW-Erzeugung waren el. DLE und eine BW-WP in der Diskussion. Welche Variante er jetzt umgesetzt hat, müsste ich ihn fragen.

    Aber wie gesagt, das ist nur eine Möglichkeit von Vielen.

    Gruß
    Ralf
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  15. #13
    Avatar von alex2008
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